Sonntag, Juni 25, 2017

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x

«Der Weg zurück hat mich stärker gemacht»

  • Donnerstag, 21 Januar 2016 17:24
  • geschrieben von 
Katrin Leumann will an die Olympischen Spiele von Rio. Katrin Leumann will an die Olympischen Spiele von Rio. Foto: zVg.

Ohne Profi-Team, aber mit grosser Zuversicht startet die Riehener Mountainbikerin Katrin Leumann in die Olympia-Saison.

Frau Leumann, das Jahr 2015 ist passé; vergessen werden Sie es wohl nie?
Katrin Leumann: Kaum. Es war ein sehr schwieriges Jahr. Ellenbogen- und Kieferverletzung, schwere Blinddarmentzündung und danach ein langer Spitalaufenthalt. Die Saison war damit dahin. Trotz dem sehr unglücklichen Start bin ich nicht der Meinung, dass es ein verlorenes Jahr war. Sportlich natürlich schon aber ich konnte durch die Rückschläge vieles lernen und neue Erfahrungen sammeln, die mich als Sportlerin und als Mensch weiterbringen.

Inwiefern?
Wenn man merkt, wie schlecht es einem gesundheitlich gehen kann und sich trotzdem zurückkämpft, dann macht das einen stärker. Das Wichtigste war für mich, den Glauben an mich und meine Fähigkeiten nie zu verlieren. Ich hatte grosses Vertrauen, dass sich alles wieder zum Guten wendet.

An Rücktritt haben Sie in dieser schweren Zeit nie gedacht?
Ich wurde darauf angesprochen, ja. Aber daran gedacht habe ich nie. Gerade zu Beginn meiner Leidenszeit im Spital war mir gar nicht bewusst, wie schlecht es mir eigentlich ging. Deshalb bin ich rückblickend stolz auf mich, was ich danach noch leisten konnte, auch wenn es rangmässig nicht herausragend war. Der Weg zurück hat mich aber auf jeden Fall stärker gemacht.

Der Weg soll im Sommer dieses Jahres nach Rio de Janeiro an Ihre dritten Olympischen Spiele führen. Die Vorbereitung für die Olympia-Saison nehmen Sie allerdings nicht mehr als Mitglied des Ghost-Factory-Racing- Teams in Angriff. Wie kam es zur Trennung?
Die ganze Angelegenheit ist – wie soll ich sagen – blöd gelaufen. Das Team hat mir erst sehr spät mitgeteilt, dass mein Vertrag nicht mehr verlängert wird. Das kam für mich schon überraschend. So war das auch nicht zu erwarten. Denn das Team hat eine Fahrerin mit einem Burnout über Jahre hinweg unterstützt. Andere Fahrerinnen konnten leistungsmässig auch nicht wirklich überzeugen und gleichwohl noch unter Vertrag stehen.

Jetzt gehen Sie als Einzelkämpferin in das neue Jahr.
Es blieb mir nichts anderes übrig. Durch den späten Entscheid, meinen Vertrag nicht mehr zu verlängern, blieb kaum Zeit, bei anderen Teams einen Platz zu finden. Zudem hatte ich nach der verkorksten Saison auch keine überzeugenden Argumente für einen neuen Vertrag. Ich sagte mir bald, dass ich das selbst in die Hand nehmen muss und konnte dabei auf meine langjährigen Partner zählen, die voll motiviert sind, mit mir diese Herausforderung anzugehen. Das von mir aufgebaute Team «Goldwurst- Power/Sputnik» wird mir zur Seite stehen. Ganz allein bin ich also nicht.

Wo sehen Sie die Nachteile, ohne Profi-Team an Ihrer Seite?
Ich hatte tolle fünf Jahre im Profi-Team. Ich glaube aber, dass ich alle diese Vorzüge nicht wirklich brauche. Mir muss man nichts hinterhertragen. Ich bin eine Person, die lieber selbst anpackt und Pläne schmiedet. Darum ist dieser Neuanfang eigentlich genau richtig. Welche Rennen ich fahre und wie ich mich organisiere liegt nun ganz bei mir.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein – trotz Neuausrichtung – im Sommer die Reise nach Brasilien organisieren zu dürfen?
Meine Ziele haben sich nicht verändert. Ich will mich für Rio qualifizieren. Ich bin mir durchaus bewusst, dass dies als Schweizerin nicht einfach wird. Es gibt sehr starke Konkurrenz, die ebenfalls um die beiden begehrten Tickets kämpft (Ende Mai fällt der Selektionsentscheid, Anm. d. Red.). Mit Jolanda Neff ist einer der beiden Startplätze vermutlich bereits vergeben, aber ich freue mich auf diese grosse Herausforderung.

www.katrinleumann.ch   
 

Letzte Änderung am Freitag, 22 Januar 2016 08:40

Schreibe einen Kommentar

Danke dass Sie diesen Beitrag kommentieren möchten. Aus rechtlichen Gründen müssen wir jeden Kommentar zuerst lesen, bevor wir ihn veröffentlichen können. Da unsere Redaktion nur tagsüber besetzt ist, kann es u.U, etwas dauern. Wir bitten Sie um Verständnis. Im Weiteren möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Kommentare, die gegen die akteulle Gesetzgebung verstossen, für deren Urheber rechtliche Konsequenzen zur Folge haben können. Ein Recht auf die zwingende Veröffentlichung eines Kommentars besteht explizit nicht.
Die Redaktion

Die mit einem * versehenen Kästchen müssen zwingend ausgefüllt werden.

- Anzeige -

Hier könnte Ihre Werbung stehen

Tel. +41 61 681 98 21

Ihr VogelGryff-Team