Mittwoch, September 18, 2019

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«Wir kommen nicht schneller vorwärts als wir laufen können»

  • Donnerstag, 12 September 2019 07:33
  • geschrieben von  ilo
Der EHC Basel will in der neuen Saison die Top 4 erreichen. Der EHC Basel will in der neuen Saison die Top 4 erreichen. Foto: Christoph Perren / EHC Basel

Der EHC Basel startet am Samstag mit einem Heimspiel gegen Düdingen in die neue Saison. 
Die Basler sind zurück auf dem Boden der Realität gelandet. Mit 1:8 verliert das Team von Neo-Cheftrainer Robert Othmann (42) das letzte Testspiel gegen den HCV Martigny bevor am Wochenende in der MySports League wieder um Punkte gespielt wird. Vielleicht kommt dieser Schuss vor den Bug für den EHC Basel gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn nach vier überzeugenden Testspielerfolgen, darunter ein Sieg gegen den Swiss-League-Vertreter HC Ajoie, träumte der eine oder andere vielleicht schon von der schnellen Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse. Beim Träumen soll es nicht bleiben, nur planen lasse sich ein Aufstieg nicht, so Daniel Schnellmann. Weshalb der EHC-Präsident seiner Mannschaft dennoch einiges zutraut, erklärt er im Gespräch mit dem Vogel Gryff.

VG: Herr Schnellmann, in der vergangenen Saison war im Playoff-Viertelfinal Endstation. Welche Erkenntnisse haben Sie nach der Saisonaufarbeitung gewonnen?
Daniel Schnellmann
: Wir haben sportlich trotz des knappen Ausscheidens in den Playoffs sicher einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. In der Saisonanalyse haben wir im Sommer dann zwei wesentliche Entscheide gefällt. Für uns war wichtig, dass wir das Gros der Mannschaft zusammenhalten wollen, was uns auch gelungen ist. Wir konnten rund drei Viertel des letztjährigen Teams weiterverpflichten. Neue, junge und hungrige Spieler werden diese Mannschaft ergänzen. 



Weshalb kam es zum Wechsel an der Bande von Albert Malgin zum Kanada-Schweizer Robert Othmann?
Der Trainerwechsel war unsere zweite zukunftsweisende Entscheidung im Sommer. Wir mussten uns einfach überlegen, welcher Trainertyp für das Team, das gespickt ist mit jungen und ehrgeizigen Spielern, der richtige ist. Er sollte diese richtig ansprechen, motivieren und auf das nächste Level bringen können. Deshalb haben wir uns schliesslich für einen Wechsel entschieden und konnten in der Person von Robert Othmann einen jungen und ehrgeizigen Trainer verpflichten, der das Hockey in der Schweiz sowie in der Region bestens kennt und mit unseren jungen Spielern arbeiten kann. Dieses Gesamtpaket hat uns überzeugt. 

Was trauen Sie der Mannschaft in der neuen Spielzeit zu?
Die Mischung zwischen jungen und erfahrenen Spielern stimmt. Zudem steht im Vergleich zur letzten Saison keine fast komplett neue Mannschaft auf dem Eis. Dadurch ist die Abstimmung grösstenteilsbereits vorhanden. Das hat man nicht zuletzt in den Vorbereitungsspielen beobachten können, auch wenn man diesen nicht die grösste Bedeutung zumessen sollte. Auf der Torhüterposition sind wir mit Damian Osterwalder und Fabio Haller sehr stark besetzt. Alle vier Linien können Tore schiessen, in der Teambreite konnten wir sichtbar zulegen. Diese Komponenten geben mir die Zuversicht, dass wir auch in dieser Saison einen weiteren Schritt machen können und das bedeutet sportlich: Heimrecht in den Playoffs – einen Platz unter den ersten vier. Es wird sicher kein Selbstläufer, die Liga ist sehr ausgeglichen, aber ich glaube, dass wir das Momentum in engen Partien mit dieser Ausgangslage vermehrt auf unsere Seite zwingen und solche Speie für uns entscheiden können. Gelingt uns das, werden wir das Ziel erreichen. 

Bei Ihrem Amtsantritt sprachen Sie von einem Fünf-Jahresplan. Am Ende dieser Zeitspanne wollte man zurück in den Profi-Eishockey-Betrieb, zurück also in die Swiss League. Inzwischen heisst der Plan «Fokus 2024». Weshalb sind Sie von Ihrem ursprünglichen Plan abgerückt?
Ein Plan ist ein Plan und die Realität holt einen immer mal wieder ein. Im letzten Jahr haben wir festgestellt, dass wir uns ein bis zwei Jahre mehr Zeit geben müssen. Der neue Fokus bedeutet allerdings nicht, dass wir nun erst 2024 vorhaben, den Schritt in die Swiss League zu machen. Parallel dazu soll sich auch der Nachwuchs entwickeln. Bei den U17-Junioren konnten wir den Schritt zur Elite, der in diesem Tempo gar nicht geplant war, bereits schaffen. Es zeigt einmal mehr, wie schwierig es ist, einen Aufstieg zu planen. Für die erste Mannschaft kommt erschwerend hinzu, dass es als MySports-League-Sieger neu eine Barrage gegen den Letzten aus der Swiss League gibt. Wir kommen einfach nicht schneller vorwärts als wir laufen können. Deswegen haben wir aktuell das Ziel Top vier. Wenn wir das erreicht haben, setzen wir uns ein neues. 

Ein Aufstieg ist meistens auch mit finanziellen Fragen verbunden. Wäre der EHC Basel denn schon bereit für diesen Schritt?
Meine Erfahrung zeigt mir, dass es sehr schwierig ist, bereits jetzt die finanziellen Rahmenbedingungen für den Fall eines Aufstiegs zu schaffen. Tritt dieser Fall bei uns tatsächlich ein, könnten wir mit Sicherheit auf mehr Unterstützung zählen. Man kann mit Mehreinnahmen über den Verband durch TV-Rechte und höhere Zuschauerzahlen rechnen. Aber es braucht natürlich auch Sponsoren und Donatoren und da haben wir noch viel Arbeit vor uns. 

www.ehcbasel.ch

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 12 September 2019 07:50

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