Donnerstag, September 21, 2017

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x

Igor Stamenov: «Ich trage den RTV im Herzen»

  • Montag, 20 März 2017 19:56
  • geschrieben von  ilo
Igor Stamenov will in seinem 15. Jahr beim RTV die Liga halten. Igor Stamenov will in seinem 15. Jahr beim RTV die Liga halten. Foto: zVg./Varadi

Seit nunmehr 15 Jahren spielt Igor Stamenov beim RTV Basel. Der 38-jährige Serbe steckt trotz langsam nahendem Karriereende noch voller Tatendrang. Von Ilan Olstein
Einer, der kämpft, kratzt, dem Gegner im Infight auch mal seinen Ellbogen spüren lässt, und nicht selten den Schiedsrichtern nach umstrittenen Entscheiden lauthals in den Ohren liegt. Nicht vergessen darf man seinen hervorragenden linken Wurfarm und die unvergleichlichen Körpertäuschungen. In etwa so lässt sich die Handballer-Identität von Igor Stamenov beschreiben. Der mit Abstand dienstälteste Realturner hat vieles erlebt: Aufstieg 2003, direkter Wiederabstieg, Aufstieg 2007, Abstieg 2013 und die erneute Rückkehr ins Handballoberhaus vor zwei Jahren. Der Linkshänder weiss also einerseits, was es braucht, um die Liga zu halten, andererseits kennt er das unangenehme und aktuelle Gefühl gegen den Abstieg zu kämpfen. «Mir geht es nie gut, wenn es dem RTV nicht läuft. Ich trage diesen Verein in meinem Herzen, habe ihm vieles zu verdanken.»

Vorbild sein
Für den RTV trainiere er auch 20 Mal in der Woche, wenn man es von ihm verlange, meint Stamenov schmunzelnd. Angesprochen auf den Trainerwechsel gibt er sich diplomatisch: «Der Verein hat so entschieden, wir Spieler müssen nach vorne schauen.» Er als Captain und Leadertyp ist sich seiner Verantwortung in dieser misslichen Lage natürlich bewusst. «Natürlich müssen die erfahrenen Spieler die Mannschaft führen, motivieren, mit den jungen Spielern sprechen, Vorbild sein – auch im Training.» Allerding sei es nun an der Zeit, dass diese jungen Spieler ebenfalls ein Stück von dieser Verantwortung übernehmen, denn sie konnten sich an das Niveau in der NLA gewöhnen und wissen, was es zum Gewinnen braucht.

Qualität und Leidenschaft
Nur ein Sieg brauche es «und dann läuft der Motor wieder rund», ist Stamenov überzeugt. Gegen GC konnte das Team von Silvio Wernle diesen Sieg am letzten Wochenende endlich einfahren. Am Mittwoch folgte (nach Redaktionsschluss) das eminent wichtige Spiel zu Hause gegen Schlusslicht Gossau. Für Stamenov ist klar, dass sich die Qualität seiner Mannschaft am Ende durchsetzen wird. Die aktuelle RTV-Ausgabe gehöre vom Potenzial zum Besten, was er in seiner langen Zeit beim RTV gesehen hat. Das will etwas heissen. Ins Schwärmen kommt der linke Flügelspieler, wenn er an seine ehemaligen Teamkollegen wie Sung-Il Hwangbo, Dario Bagaric, Pascal Stauber oder auch Silvio Wernle zurückdenkt. Mit dem Südkoreaner Hwangbo verstand er sich auf dem Platz blind. «Mit Sung-Il konnte ich drei Mal pro Spiel zum Kempa-Trick ansetzen - und fast immer hat er funktioniert.» Bei Silvio Wernle beeindruckte ihn die Leidenschaft, welche der aktuelle Trainer für seinen RTV zeigte. 

Zukunftspläne
Die Treue ist ein weiteres Attribut, welches die beiden RTV-Urgesteine zu RTV-Legenden macht. Mehrmals in seiner Karriere erhielt Stamenov lukrative Angebote. Nach dem Abstieg 2004 klopfte Paris an, Bundesligist Göppingen vor fünf Jahren und einige Schweizer NLA-Clubs – darunter St. Otmar St. Gallen - wollten den agilen Flügelspieler verpflichten. Warum schlug Stamenov diese Offerten allesamt aus? «Ich habe mit meiner Frau Tanja und Tochter Eva (12) in Basel schon früh Wurzeln geschlagen. Ich gehöre einfach hier hin.» Neben seiner Handballkarriere führt er zudem gemeinsam mit seiner Frau eine Reinigungsfirma und ist an einer Firma für den Innenausbau beteiligt. Die Zeit nach dem Handball scheint also verplant – könnte man meinen. «Der RTV liegt mir sehr am Herzen, deshalb stehe ich dem Verein auch nach meiner Karriere zur Verfügung, wenn man mich braucht.» Wann genau diese Karriere zu Ende geht, weiss Stamenov nicht. Nach einer komplizierten Augenverletzung – er war für zwei Wochen auf einem Auge blind – und Rückenproblemen im letzten Herbst macht sich der 38-Jährige verständlicherweise Gedanken. Vorerst liegt der Fokus aber voll auf der Mission Ligaerhalt.

www.rtvbasel.ch

Schreibe einen Kommentar

Danke dass Sie diesen Beitrag kommentieren möchten. Aus rechtlichen Gründen müssen wir jeden Kommentar zuerst lesen, bevor wir ihn veröffentlichen können. Da unsere Redaktion nur tagsüber besetzt ist, kann es u.U, etwas dauern. Wir bitten Sie um Verständnis. Im Weiteren möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Kommentare, die gegen die akteulle Gesetzgebung verstossen, für deren Urheber rechtliche Konsequenzen zur Folge haben können. Ein Recht auf die zwingende Veröffentlichung eines Kommentars besteht explizit nicht.
Die Redaktion

Die mit einem * versehenen Kästchen müssen zwingend ausgefüllt werden.

- Anzeige -

Hier könnte Ihre Werbung stehen

Tel. +41 61 681 98 21

Ihr VogelGryff-Team