Dienstag, September 25, 2018

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Aus Bettingen zurück in die Steinzeit

Der Archäologe Ingmar M. Braun fand 1998 in Bettingen einen Faustkeil. Nun bietet er Kurse für Archäologie an.

Steine und Fossilien sammeln, und nach dem obligaten Schulausflug in die Römerstadt Augusta Raurica begeistert nach Hause kommen. Als Kind war Ingmar M. Braun nicht viel anders als seine «Gspänli». Im Gegensatz zu diesen liess ihn aber das Interesse an der Vergangenheit und somit der Archäologie nie los. «Meine Mutter, die sich ebenfalls stark für Archäologie interessierte, prägte mich in dieser Sache sehr», erzählt Braun. Ein Naturbube sei er gewesen. Immer draussen an der frischen Luft.

Erste archäologische Funde
In Bettingen, seiner Heimatgemeinde, suchte und sammelte der junge Ingmar schöne und interessante Steine. Im Alter von zehn Jahren dann die grosse Überraschung: «Ich fand alte Steinwerkzeuge, die denen ähnelten, welche mein Lehrer kurz zuvor im Unterricht gezeigt hatte.» Die Aufregung war gross. Der zu Rat gezogene damalige Kantonsarchäologe Rolf d’Aujourd’hui ordnete die Funde als steinzeitliche Werkzeuge ein. Ein erster Erfolg des Jung-Archäologen.
Nach den Römern galt nun sein Interesse vor allem der Steinzeit. In den Folgejahren bis heute gelangen ihm weitere bedeutende steinzeitliche Funde in Bettingen. 1990, im Alter von 14 Jahren, entdeckte er in Bettingen die bislang grösste jungsteinzeitliche Freilandsiedlung im Kanton Basel-Stadt.

Ideales Siedlungsgebiet
Die Begeisterung und Faszination für die Steinzeit hielt an und fand ihren Höhepunkt 1998, im Alter von 22 Jahren: «Ich fand einen altsteinzeitlichen Faustkeil in Bettingen», berichtet Braun stolz. Es handelte sich damals um den fünften Faustkeilfund in der Schweiz.
Aus Riehen und Bettingen sind bisher die meisten steinzeitlichen Funde im Kanton Basel-Stadt bekannt. Aus der Altsteinzeit liegen bisher nur wenige Einzelfunde wie jener des Faustkeils vor. In der Jungsteinzeit wurde der Mensch sesshaft, lebte in dorfartigen Siedlungen und lebte vor allem von Ackerbau und Viehzucht. «Gerade das Gebiet von Riehen und Bettingen war ideal zum Siedeln, da die dort vorkommenden Anhöhen vor Überschwemmungen schützten, und es die für den Ackerbau nötigen fruchtbaren Böden hat», erklärt Braun.

Kurse im Kleinbasel
Schon als Schüler arbeitete Ingmar M. Braun auf diversen archäologischen Ausgrabungen in der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland. Später reiste er als Archäologe in ganz Europa, auch in Alaska und in Asien herum, hielt unter anderem Vorlesungen an der Universität Zürich und Vorträge an internationalen Kongressen oder arbeitete in diversen Museen als wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Braun: «Für mich ist die Wissensvermittlung sehr wichtig und bereitet mir Freude. Dies nicht nur mit Studierenden, sondern auch mit Amateuren und Laien, die sich für Archäologie interessieren.» Seit 2014 bietet er mit zwei Kollegen halbjährlich am Kleinbasler Wettsteinplatz Archäologiekurse an. Im Verlaufe des Kurses finden jeweils eine Exkursion zu archäologischen Fundstellen in der Region Basel und oft auch ein Museumsbesuch statt. Der Kurs fokussiert auf die Steinzeit, vor allem auf die Altsteinzeit.
Der kommende Kurs hat die frühen Menschen und deren Kulturen zum Thema und beginnt am 26. Oktober. «Wir behandeln ausgewählte Fragen zu drei Millionen Jahren Menschheitsgeschichte», sagt Braun. Weitere Informationen unter
www.palaeolithikum.com

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