Mittwoch, Juni 20, 2018

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Kein "Papiertiger" gegen Lohndiskriminierung

Regina Rahmen zeigte sich nach dem Entscheid des Einwohnerrats enttäuscht. Regina Rahmen zeigte sich nach dem Entscheid des Einwohnerrats enttäuscht. zvg

Der Einwohnerrat will nicht, dass die Gemeinde Riehen ihre Unterschrift unter die vom Bund lancierte Charta gegen Lohndiskriminierung setzt.

Eigentlich hätte die Unterschrift nur Symbolcharakter gehabt. «Die Bedeutung der Charta ist natürlich mehr symbolischer Natur. Aber ich hätte mir eine Signalwirkung von der Gemeinde aus gewünscht», erklärt eine enttäuschte Regina Rahmen (SP), die per Anzug forderte, dass Riehen als schweizweit 27. Stadt die Charta unterzeichnet. Die Charta wurde vom Bund 2016 ins Leben gerufen. Die Unterzeichnenden setzen sich für die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau im öffentlichen Sektor ein.

Der Anzug wurde aber nicht an den Gemeinderat überwiesen. Einwohnerratspräsident Christian Griss (CVP) lehnte per Stichentscheid den Vorstoss ab. Zuvor stand es nach der Abstimmung im Einwohnerrat mit Namensaufruf 17 zu 17. Vor allem die Bürgerlichen wehrten sich engagiert gegen die Unterzeichnung der Charta. Sie sei ein Papiertiger mit reiner Symbolkraft und ohne wirkliche Wirkung, betonten gleich mehrere Votanten. Auch die Mehrheit des Gemeinderats lehnte die Unterschrift ab. «Die Charta hat keine eigentliche Wirkung. Es ist bewiesen, dass wir bei der Gemeinde Riehen keine Lohndiskriminierung haben», erklärte Gemeindepräsident Hansjörg Wilde (parteilos). Und die Überprüfung von Zulieferbetrieben, die die Charta auch vorsieht, würde den Rahmen sprengen, so Wilde. «Das wäre viel zu teuer und würde nur Probleme verursachen. Für die Lohngleichheit sind die Unternehmen selber zuständig.»

Bis auf Christine Mumenthaler (FDP) haben alle Einwohnerrätinnen den Anzug von Regina Rahmen unterzeichnet. Priska Keller (CVP) stimmte am Ende aber trotzdem dagegen. «Mir war wichtig, dass wir im Parlament über das Thema diskutieren. Das ist passiert. Aber die Charta an sich hat keine grosse Wirkung. Das sieht man beim Kanton Basel-Stadt, der diese unterzeichnet hat und bei Zulieferbetrieben nichts für die Lohngleichheit unternimmt.»

Letzte Änderung am Montag, 05 März 2018 12:45

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