Sonntag, Februar 17, 2019

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Kleinbasel

Mimösli mit viel Klamauk und russischem Finale

  • Donnerstag, 31 Januar 2019 08:04
Unter dem Titel «HäschtagZwanzigachtzää» präsentiert das bewährte Häbse-Ensemble mit Hansjörg «Häbse» Hersberger, Dani von Wattenwyl, Nicole Loretan, Carlos Amstutz, Maik van Epple, Hedy Kaufmann und
Michael Eckerle einen satirischen Rückblick auf das letzte Jahr. Über die Regierungspräsidentin macht man sich ebenso lustig wie über die BVB, die BaZ oder die «Elektroschugger», die bald Tesla fahren, aber schon jetzt nur noch Bussen ausstellen können, wenn die entsprechenden elektronischen Geräte auch aufgeladen sind. Was aber nicht immer der Fall ist.
 
Die Abfallpolizei, ein Versicherungsdetektiv inklusive IV-Betrüger und die FIFA bieten weiteren Stoff für mehr oder weniger lustige Rahmenstücke. Dazwischen hat es Platz für fein gedrechselte Schnitzelbängg wie d Muulwirf,
d Schuggerey, s spitzig Ryssblei und
d Stroofrichter. Je nachdem, wann man das Mimösli besucht, wird man zudem von den Guggenmusiken KanniBâle oder Uelischränzer mit schrägen Tönen unterhalten.
 
Wieder bietet das Mimösli viel hochstehende Fasnachtsmusik. Die Trommler und Pfeifer von piccognito zeigen ihr grosses Können – vor allem, als die Pfeifer in einen Plastikschlauch blasen, den sie mit ihrem Piccolo verbinden und so ein WM-Medley spielen – inklusive mehrstimmige Nationalhymne und tosendem Applaus des Publikums.
 
Zu den Stammgästen am Mimösli gehört die Tambourengruppe StickStoff, die eine rasante, hochpräzise Perkussionsshow auf Tischen zeigt, verbunden mit der leisen Hoffnung, nicht nur vor leeren Tellern zu sitzen, sondern endlich etwas Richtiges zwischen die Zähne zu bekommen – nicht nur ein Rüebli.
 
Musikalisch hochstehend kommt auch das Finale daher, eingeleitet von zwei Pfeiferinnen von piccognito und fulminant begleitet vom Akkordeon-Virtuosen Vassily Dick, dem Gesangsensemble Forellen mit Henryk Polus sowie den Musikern Heinz Wirz (Piano), Stephan Felber (Schlagzeug) und André Gärtner (Bass). Beim russischen Volkslied «Kalinka» laufen die Sänger zur Hochform auf. Entlassen wird das zufriedene Publikum mit dem obligaten Mimösli-Lied, das gemeinsam mit dem Ensemble durchs Theater schallt und das Publikum zum Klatschen und Schunkeln bringt.
 
Mimösli 2019
«HäschtägZwanzigachtzää»
Häbse-Theater, Klingentalstrasse 79        
bis 23. Februar

Mo bis Sa: 19.30,
So: 18.30,
Nachmittagsvorstellungen:
Sa 14.30, So 15.30 
Zweimal zwei Lektionen haben sie in der Schule gefehlt, um fürs Klima zu demonstrieren. Was treibt junge Leute wie Livia Benedict (16) und Laurin Hoppler (17) an im Kampf für ein besseres Klima? Der «Vogel Gryff» hat die beiden getroffen. 
 
Seit wann interessieren Sie sich für den Klimaschutz?
Laurin Hoppler: Eigentlich schon mein ganzes Leben lang. Doch es gab lange Zeit keine Bewegung, bei der man sich dafür engagieren konnte. 
Livia Benedict: Über eine Jugendgruppe von Amnesty International habe ich mich schon länger für das Thema interessiert. Über eine Whatsapp-Gruppe habe ich gehört, dass ein Klimastreik organisiert werden soll. Da habe ich sofort mitgeholfen bei der Organisation. 
 
Welches Ziel verfolgen Sie konkret?
Livia: Die Bewegung Klimastreik Schweiz fordert, dass die Schweiz bis 2030 netto null Treibhausgasemissionen ausstösst. 
 
Wie weit werden Sie gehen, um das durchzusetzen?
Laurin: Wir werden dafür kämpfen, bis die Politik dieses Ziel klar definiert hat. Es sind weitere Aktionen geplant, etwa eine Demonstration am 2. Februar. Wichtig ist, dass alles gewaltfrei bleibt.
 
Wer macht bei Ihnen mit? Sind es auch Leute, von denen Sie das nicht gedacht hätten?
Laurin: Ja, tatsächlich sind Leute gekommen, die wir nicht erwartet hätten. Die politische Ausrichtung spielt bei uns ja auch keine Rolle, es geht allein ums Klima.
 
Wie oft haben Sie in der Schule wegen des Klimastreiks gefehlt?
Livia: Wir haben beide zweimal zwei Lektionen gefehlt.
 
Was sind die Konsequenzen?
Livia: Das kommt auf die Schule an, bis jetzt gab es eine entschuldigte Absenz als Konsequenz. Wir wären bereit, die verpassten Stunden in Form von gemeinnütziger Arbeit zu kompensieren.
 
Wie sehen Sie Ihre Bewegung? Ist das eine Art Revolution?
Laurin: Das nicht gerade, für eine Revolution müsste man ja ein System total ändern wollen. Aber es ist sicher eine wichtige neue Bewegung, die für ein äusserst wichtiges Thema kämpft.
 
Was leisten Sie selbst für den Klimaschutz?
Laurin: Ich esse fast kein Fleisch, nur an Festtagen. Und ich versuche, möglichst wenig zu fliegen. Und Pet zu vermeiden: Ich habe immer meine Glasflasche dabei, aus der ich trinke.
Livia: Ich esse viele lokale Produkte und auch fast kein Fleisch. Und ich trage fast nur Secondhand-Kleider.
 
Wieviel von Ihrer Zeit wenden Sie derzeit für ein besseres Klima auf?
Laurin: Momentan ist es fast jede Minute.
Livia: Ja, das ist wirklich so. 
 
Am Samstag, 2. Februar, ab 15 Uhr, findet in Basel eine weitere Klimademonstration statt. Sie startet am Barfüsserplatz und führt bis zum Messeplatz. Diese Route wollten die Behörden zuerst nicht bewilligen, aber nach Gesprächen mit der Bewegung Klimastreik Schweiz gaben sie grünes Licht dafür. «Wir rufen alle Familien, Eltern, Studierende, Grosseltern und Sympathisierenden dazu auf, uns durch die Innenstadt zu begleiten und für das Klima einzustehen», teilt die Schülerbewegung mit.
 

Anwohner sollen mehr Parkplätze finden

  • Montag, 21 Januar 2019 12:30

Um die Parkplatzsituation für die Anwohnerinnen und Anwohner im Hegenheimer- sowie im Wettsteinquartier zu verbessern, wandelt das Tiefbauamt insgesamt rund 150 Parkplätze der Blauen Zone in Parkfelder mit Parkuhren und Anwohnerprivilegierung um. Damit soll die Belegung der Parkplätze durch Arbeitspendler eingedämmt werden. Mit einer Anwohnerparkkarte des entsprechenden Postleitzahlkreises können Anwohnerinnen und Anwohner weiterhin unbeschränkt und gebührenfrei auf diesen Plätzen parkieren.

Die Anwohnerinnen und Anwohner im Hegenheimerquartier sollen künftig leichter einen freien Parkplatz finden. Deshalb wandelt das Tiefbauamt im Auftrag des Amts für Mobilität in verschiedenen Strassen 79 Parkplätze der Blauen Zone in gebührenpflichtige Parkplätze mit Anwohnerprivilegierung um. Wer keine Anwohnerparkkarte hat, bezahlt künftig einen Franken pro Stunde und darf sein Fahrzeug während maximal drei Stunden parkieren. Mit der Anwohnerparkkarte für den entsprechenden Postleitzahl-Kreis ist das Parkieren weiterhin unbeschränkt und gebührenfrei möglich. Damit wird eine Forderung der Petition betreffend «Grossbasel-West leidet enorm unter den fehlenden Parkplätzen» umgesetzt. Die Ummarkierung findet bei gutem Wetter ab nächster Woche statt.

Auch im Wettsteinquartier werden weitere Parkplätze der Blauen Zone zu Parkfeldern mit Parkuhren und Anwohnerprivilegierung. Der Parkierdruck im Wettsteinquartier ist unter anderem deshalb sehr hoch, weil zahlreiche Pendlerinnen und Pendler ihr Fahrzeug tagsüber mit der Besucherparkkarte im Quartier abstellen. 2016 wurden bereits rund 90 Parkplätze im Umkreis der Roche entsprechend ummarkiert, was die Situation für die Anwohnenden merklich verbessert hat. Allerdings zeigte sich, dass einige Pendler nun auf Parkplätze weiter nördlich im Gebiet Vogelsang ausweichen. Auf Wunsch der Anwohnerschaft lässt das Amt für Mobilität deshalb in der Peter Rot-Strasse, der Wettsteinallee, der Vogelsangstrasse, im Itelpfad sowie in der Schleifenberg- und der Kienbergstrasse insgesamt 69 Parkplätze der Blauen Zone in gebührenpflichtige Parkplätze mit Anwohnerprivilegierung umwandeln. Die Parkdauer auf diesen Parkplätzen wird auf maximal drei Stunden begrenzt. Anwohnerinnen und Anwohner dürfen diese Plätze mit der Anwohnerparkkarte 4058 hingegen unbegrenzt und kostenlos nutzen. Die Umsetzung ist – je nach Wetter - für das erste Quartal 2019 vorgesehen.

Pro und Contra der Steuervorlage 17

  • Freitag, 18 Januar 2019 09:43
Über die Steuervorlage 17 wird am 10. Februar abgestimmt. Ein überparteiliches Komitee ist dafür, die Partei BastA! kämpft dagegen. In der Basler Politik stösst das Steuerpaket auf grosse Zustimmung. Wirtschaftsverbände und Parteien von rechts bis zur SP sind der Meinung, es sei ein ausgewogener Kompromiss. Komplett dagegen ist nur die äussere Linke. Als der Grosse Rat im September letzten Jahres den ausgehandelten Kompromiss zur Umsetzung der Steuervorlage 17 mit grosser Mehrheit durchwinkte, stimmten die Vertreterinnen und Vertreter der Partei Basels Starke Alternative (BastA!) mit wenigen weiteren Grossräten erfolglos dagegen. Nach dieser Niederlage  sammelte BastA! mit weiteren linken Gruppierungen und Parteien erfolgreich Unterschriften für ein Referendum, weshalb nun das Basler Stimmvolk das letzte Wort hat.   
 
Das überparteiliche Befürworterkomitee setzt sich aus Vertretern von SP, Grünen, EVP, GLP, CVP, LDP, FDP, SVP, Arbeitgeberverband Basel, Gewerbeverband Basel-Stadt und Handelskammer beider Basel zusammen. Das Komitee ist davon überzeugt, dass die Steuervorlage 17 ein Kompromisspaket sei, zu dem alle Seiten etwas beitragen und von dem alle Seiten etwas haben. Laut den Befürwortern bedeute die Vorlage mehr Geld für die Baslerinnen und Basler, da der Steuersatz gesenkt werde und ein höherer Versicherungsabzug möglich sei. 
 
Mit dem Steuerpaket könne jeder Steuerzahler jährlich bis zu 1 767 Franken sparen. Ausserdem sollen Familien bei den Kinderzulagen von zusätzlichen 900 Franken pro Kind und Jahr profitieren.  Und für Krankenkassenprämienverbilligungen würden zehn Millionen Franken mehr zur Verfügung stehen. So würde endlich auch einmal der Mittelstand entlastet, sagen die Befürworter. Auf der anderen Seite sieht das Basler Steuerpaket einen einheitlichen Gewinn-Steuersatz für alle Unternehmen vor – 13 Prozent statt wie derzeit gut 22 Prozent. Für Grosskonzerne bedeutet dies eine Steuererhöhung, für den Grossteil der Wirtschaft aber eine Steuersenkung.
 
Anstelle der international nicht mehr akzeptierten Steuerprivilegien für Unternehmen will Basel-Stadt mit der kantonalen Umsetzung der Steuervorlage 17 die «Patentbox» einführen. Mit dieser können Gewinne aus Patenten mit tieferen Steuersätzen besteuert werden, was ein expliziter Wunsch des Kantons war, um die Attraktivität des Forschungs­standorts Basel zu sichern. Die Steuervorlage hätte laut Schätzung der Regierung zwar Einnahmenausfälle von rund 150 Millionen Franken zur Folge. Der Kanton Basel-Stadt habe aber in den letzten Jahren schwarze Zahlen geschrieben: Im Jahr 2016 hat der Gwinn ganze 395 Millionen Franken betragen, im 2017 waren es 251 Millionen. Deshalb könne man sich das leisten, sagen die Mitglieder des Ja-Komitees. 
 
Die Gegner aus den Reihen von BastA!, Juso, den Jungen Grünen sowie mehreren Gewerkschaften wehren sich gegen die Vorlage. Sie befürchten, dass auf lange Sicht die Steuerausfälle zu einem Problem werden. Die Steuervorlage 17 mache zudem unnötige Geschenke an die Unternehmen, sagt Basta!-Präsidentin Heidi Mück. Da würden auch die paar Zückerchen nichts nützen, die den Kleinverdienern und Familien angeboten werden. Ein weiterer Kritikpunkt: Nur Genf würde die Unternehmenssteuern so stark senken wie Basel-Stadt; damit heizten die beiden Kantone den nationalen und internationalen Steuerwettbewerb weiter an. Akzeptabel wäre für Mück eine Senkung der Gewinnsteuern auf 17 Prozent gewesen, das sei Schweizer Durchschnitt. «Basel-Stadt torpediert alle Bemühungen, dem Steuer­dumping schweizweit und international etwas entgegenzusetzen», doppelt auch BastA!-Co-Präsidentin Tonja Zürcher nach.
 
Präsentation bei der Helvetia. Das Gegnerkomitee kam mit einem Geschenkpäckli als Symbol für die Steuergeschenke an Firmen.