Freitag, Juli 21, 2017

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Kleinbasel

Das seit Jahren überaus erfolgreiche System der Pro Innerstadt-Bons soll künftig auch den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK) offenstehen. «Nach entsprechenden Gesprächen zwischen IGK und Pro Innerstadt hat der IGK-Vorstand einen Vertragsentwurf grundsätzlich gutgeheissen», erklärt IGK-Präsident André Auderset. «Vielleicht schon in diesem Herbst, spätestens aber ab 2018 sollen die Geschäfte auch im Kleinbasel die Bons abgeben und annehmen», kündigt Auderset an. Damit werde ein weiterer Anreiz geschaffen, sein Geld in Basel auszugeben.

Fokus auf Baustellen

Wie Auderset ausführt, legt die IGK aktuell den Schwerpunkt auf das Thema Baustellen – vor allem auf die Grossbaustelle Greifengasse. Nicht (nur) deswegen hielt die IGK ihre Generalversammlung auf der Baustelle für die künftige «Klara 13» (bewusst mit «K» geschrieben) ab. Der Street Food-Markt mit  Kleinküchen und einer Bar im Parterre der Clarastrasse 13 wird ab dem 15. September analog der Basler Markthalle Kulinarisches aus aller Welt anbieten. 

«Die IGK kann Baustellen nicht verhindern und sie will es auch gar nicht, denn es ist richtig und wichtig, dass die Infrastruktur in unserer Stadt – gerade auch im Kleinbasel – auf gutem Niveau gehalten wird», sagte der IGK-Präsident vor über 80 anwesenden Mitgliedern. «Wir sind für Erhalt und Verbesserung der Infrastrukturen – und damit wollen wir logischerweise auch Baustellen», betonte Auderset. Aber es komme auf das «Wie» an: «Wir wollen, dass solche Baustellen rechtzeitig im Vorfeld mit den Hauptbetroffenen abgesprochen werden – und diese Hauptbetroffenen sind Anwohner und vor allem das örtliche Gewerbe.» Es dürfe nicht sein, dass Geschäfte unter Baustellen leiden, weil ihre Verkaufsräume schwer zugänglich sind. Und es müsse verhindert werden, dass einem Baizer hohe Gebühren für die Allmendbenutzung abgeknöpft werden, es ihm aber einen Sommer lang verunmöglicht wird, sein Boulevard-Restaurant zu betreiben.

Tram durch Claragraben?

Wie bei der Greifengasse werde man sich bei der IGK auch in Zukunft intensiv mit Grossbaustellen im wörtlichen wie übertragenen Sinne beschäftigen. Als Beispiele erwähnte Auderset an der GV die Tramnetzentwicklung, bei der es einige Ungereimtheiten gebe – wie etwa die Frage einer Tramlinie durch den Claragraben, die Streckenführung entlang der Wiese zum Stücki-Center oder die Anbindung des Kleinbasels zum Flughafen. Am Ball bleibe man auch bei einer virtuellen «Baustelle», dem Gesetz zur Nutzung des öffent­lichen Raums (NöRG). Gerade im stark übernutzten Kleinbasel gebe es nicht nur ein Anrecht auf Party und Vergnügen, sondern auch auf Nachtruhe und Erholung für die Anwohnenden, findet Auderset.

Baustelle in der Kaserne
In absehbarer Zeit zur Baustelle wird die Kaserne. Der IGK-Vorstand will das Projekt intensiv begleiten und beobachten, ob die vielfältigen Versprechen eingehalten werden. Dem IGK-Präsidenten ist es wichtig, dass private Gastronomiebetriebe in der Umgebung nicht massiv durch staatlich kontrollierte Betriebe innerhalb der neuen Kaserne konkurrenziert werden.

Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah! Für beste Unterhaltung sorgen Pressluftbohrer und lärmende Bagger an der Greifengasse. Das Restaurant «Zem alte Schluuch» bietet Logenplätze an. Wirtin Aisha Schreiner erklärt verständlich die Baustellengeschichte. Daneben stossen Niggi Schoellkopf (links im Bild) und Fille Lehr (rechts im Bild) aufs Glaibasel an. Derweil zieht das Restaurant Parterre, Leitung Diane Hürlimann, assistiert vom Event-King Lawrence Pawelzik, auf die prächtige Terrasse am Kasernenturm. Apropos Terrasse: Einen Steinwurf weiter hat Raphael Winiger – ja, der Mister Teufelhof –  auch eine solche neben dem beliebten Restaurant Rhywiera eröffnet. Ufer 7 nennt sich das gemütliche Beizli am Rhein. Sie merken es längst gemerkt: Am Rhein ist es soo schön!

 

Die geplante Kleinbasler Markthalle an der Clarastrasse 13 nimmt langsam Formen an. Pascal Biedermann, Gründer der Klara 13 AG, gewährte an der Generalversammlung der Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK) einen ersten Einblick in die grosse Halle, wo ab dem 15. September Kleinküchen für das leibliche Wohl sorgen. Im früheren Kleiderladen werden ab Herbst kulinarische Köstlichkeiten aus Thailand, Afghanistan und Libanon gereicht, aber auch Schweizer Spezialiäten wie etwa Risotto sollen nicht zu kurz kommen.

Eine im wahrsten Sinn des Wortes erste Kostprobe erhielten die Mitglieder der IGK vom 23. Mai: Nach der GV durften sie ihr Nachtessen auf der Baustelle für den neuen Street Food «Klara 13» einnehmen. An der mit über 80 Anwesenden sehr gut besuchten GV versprach IGK-Präsident André Auderset, der Vorstand arbeite daran, dass die Pro Innerstadt-Gutscheine künftig auch in den IGK-Geschäften im Kleinbasel gültig sind. Weiter arbeiten der Vorstand und Geschäftsführer Benny Zeuggin an der Anwerbung von neuen Mitgliedern. Peter Feiner, 33 Jahre im IGK-Vorstand, zuletzt als Präsident, wurde zum neuen Ehrenpräsidenten gekürt; für seine Verdienste als «juristisches Gewissen» wurde Thierry Julliard als neues Ehrenmitglied ausgerufen (mehr zur IGK in der nächsten «Vogel Gryff»-Ausgabe vom 8. Juni).

Das Gelände des ehemaligen DB-Güterbahnhofs, auf dem das neue trimodale Güterterminal «Gateway Basel Nord» entstehen soll, liegt heute brach. Eine Vielzahl an Reptilien, Insekten und Schnecken hat sich auf dem trockenen und heissen Areal einen Lebensraum erschlossen. Auf den kargen, steinigen Böden wachsen auch viele Pflanzen.

Totholzhaufen, Steinplatten

Gateway Basel Nord vollzieht diesen Sommer so genannte «ökologische Vorabmassnahmen», um Lebensräume und Vernetzungsachsen für diese Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. «Dazu errichten wir Totholzhaufen, pflanzen Strauchgruppen an, bauen ehemalige Zufahrten zurück, erstellen reptilienfreundliche Strassenrandabschlüsse und legen Steinlinsen und Steinplatten an», teilt Gateway Basel Nord mit. Steinlinsen und Steinplatten nehmen die Sonnenwärme rasch auf und speichern sie lange.

Reptilien, Schmetterlinge und viele andere Tieren nutzen sie gerne, um sich aufzuwärmen. Eine besondere Massnahme ist das Erstellen von 18 Reptilienburgen unter der Bodenoberfläche. Eine Reptilienburg besteht aus eine fünf mal fünf Meter grossen und 1.5 Meter tiefen Bodengrube. Am Grund liegt eine Kiesschicht, damit sich Regenwasser nicht aufstaut. Die Grube ist gefüllt mit Steinbrocken mit einem Durchmesser von 20 bis 40 Zentimeter und grobem Schotterkies. So entstehen im Innern Hohlräume, in die die Reptilien hineinschlüpfen können und geschützt sind.

Der Bau der Burgen beginnt am 26. Mai und dauert rund drei Wochen, wie Claudia Bracher Wolfensberger, Sprecherin von Gateway Basel Nord, ausführt. Eine Reptilienburg ist Rückzugsort, Tages- und Nachtversteck, Ruhe­platz, Sonnenplatz, Nahrungs- und Frassplatz, Paarungsplatz, Eiablegeplatz, Tummelplatz für Juvenile und Überwinterungsplatz für die hier lebenden Schlingnattern und Mauereidechsen.

Das schöne Leben bleibt
Was ist, wenn mal gebaut wird für den neuen Hafenterminal? Ist es dann vorbei mit dem schönen Leben für die Reptilien und die anderen Tiere und Pflanzen? «Nein», sagt Bracher. «Der Vernetzungskorridor wird auch später nicht überbaut. Damit wird sichergestellt, dass die  lebensraumvernetzende Funktion des Geländes auch zukünftig aufrecht erhalten wird.»