Mittwoch, Dezember 19, 2018

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Kleinbasel
Das Label iPunkt von Impulse zeichnet in der Nordwestschweiz Arbeitgeber von Menschen mit Behinderung aus. Dazu gehören auch die Kleinbasler KMU Moritz Hunziker AG und die Wäscherei Plüss AG. Mit dem Label iPunkt setzen sie ein starkes Zeichen für das soziale Engagement im Unternehmen und tragen zur Sensibilisierung bei. Dieses Jahr ergreift Impulse Massnahmen um das Label mit Pioniercharakter auf weitere Kantone auszudehnen.
 
Seit 2004 gibt es in der Schweiz das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) und 2014 ist die UNO Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK) in Kraft getreten. Dennoch ist die Behindertengleichstellung in vielen Bereichen weit entfernt von einer inklusiven Gesellschaft, sprich einer Gesellschaft, die Vielfalt als Ressource anerkennt. Der Zugang zu Ausbildung und Arbeit im ersten Arbeitsmarkt ist für viele Menschen mit Behinderung erschwert und sie werden kaum berücksichtigt (Quellen: externe Evaluation 2015 BASS, ZHAW im Auftrag des Bundes; Bericht 2016 Inclusion Handicap).
 
Die gemeinnützige Organisation Impulse mit Sitz in Basel ist Ansprechpartner für das Thema Arbeit und Behinderung und Vergabestelle des Labels iPunkt. Der iPunkt zeichnet in der Region Nordwestschweiz Arbeitgeber aus, die Menschen mit Behinderung anstellen, unterstützt im Personalwesen und bietet regelmässig Veranstaltungen für den Erfahrungsaustausch. Das Label iPunkt zählt aktuell über 50 zertifizierte Klein- und Grossbetriebe, darunter die Ricola AG, die Gemeindeverwaltung Aesch, die Mineralquelle Eptingen AG, die alltech ag, das Restaurant ZUM TELL und die Verwaltung des Kantons Basel-Stadt.
 
Auch Unternehmen im Kleinbasel gehen einen Schritt voran: Das Elektrogeschäft Moritz Hunziker AG und die Wäscherei Plüss zählen schon länger auf Mitarbeiter mit einer Behinderung und sind iPunkt zertifizert. «Die Moritz Hunziker AG ist über ein Integrationsprogramm dazu gekommen, Mitarbeitende mit Behinderung anzustellen. Wir sind der Meinung, dass wir so der Gesellschaft etwas zurückgeben können. Zudem können durch die Anstellung von Mitarbeitenden mit Behinderung Institutionen wie die IV-Stellen finanziell entlastet werden», so Geschäftsführer und Inhaber Daniel Hunziker.
 
Hansjörg Plüss, Geschäftsführer der Wäscherei Plüss erklärt: «Wir müssen Menschen mit Behinderung integrieren und ihnen zeigen, dass sie gebraucht werden. Mit dem Label iPunkt kommunizieren wir gegenüber unseren Kunden, dass wir sozial engagiert sind und machen andere Unternehmen auf das Thema Arbeit und Behinderung aufmerksam.» Zertifizierte iPunkt-Unternehmen setzen ein starkes Zeichen für die Integration von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft und in der Arbeitswelt. «Der iPunkt ist nicht nur eine Orientierungsmarke für Konsumenten, er trägt auch zur Sensibilisierung bei: Arbeitgeber zeigen mit dem Label, dass sie auf Menschen mit Behinderung zählen können», so iPunkt-Programmleiter Pascal Güntensperger.
 
Das Label iPunkt wurde 2013 von Impulse mit Partnern aus Wirtschaft und Integration lanciert und unter anderen mit der finanziellen Unterstützung vom Bund im Raum Nordwestschweiz erprobt. Im Fokus steht nun die Weiterentwicklung: 2017 wurde die «Nationale Konferenz zur Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung» mit drei Veranstaltungen durchgeführt. Sie geht zurück auf den Vorstoss von Ständerätin Pascale Bruderer-Wyss und den parlamentarischen Auftrag, der eine solche fordert.
 
Die Konferenz verfolgt das Ziel, Massnahmen zur verstärkten Integration im Arbeitsmarkt zu koordinieren, zu erweitern und voranzutreiben. Partnerinnen und Partner, die an der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung beteiligt sind, legten an der Konferenz Handlungsbedarf und Handlungsoptionen gestützt auf bestehende Praxisbeispiele fest. Impulse war eingeladen, mit dem Label iPunkt eines seiner Angebote als Good Practice-Beispiel zu präsentieren.
 
Die Teilnehmenden der «Nationalen Konferenz zur Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung» befanden das Label iPunkt und dessen Mehrwerte für Arbeitgeber als ein wichtiges Instrument, um ein inklusives Arbeitsumfeld zu fördern. Als Erfolgsfaktoren nannte die Konferenz die «Sichtbarkeit des Engagements» und die «betriebsinterne Förderung der Sensibilisierung.» Konkret bedeutet dies, dass die Vergabestelle Impulse 2018 in Kooperation mit Partnerinnen und Partnern Massnahmen ergreift, um das Label iPunkt inhaltlich weiterzuentwickeln und auf interessierte Regionen der Schweiz auszudehnen.
 
«Die Erprobungsphase in der Wirtschaftsregion Nordwestschweiz hat gezeigt, dass das iPunkt-Netzwerk eine direkte, positive Auswirkung auf die Bewusstseinsbildung, das Vertrauen und das Beziehungsmanagement unter Labelträgern und Organisationen der Arbeitsmarktintegration hat. Durch die beabsichtigte inhaltliche und geografische Erweiterung wird die Förderung eines inklusiven Arbeitsumfelds mittels dem Label-Ansatz schweizweit ermöglicht», freut sich iPunkt-Programmleiter Pascal Güntensperger.
 
 

Festnahme nach Raub auf Claramatte

  • Montag, 25 Juni 2018 07:33

Am Samstag, 23.06. um ca. 05.30 Uhr, wurde auf der Claramatte, im Park vor dem Kindergarten, ein 78-jähriger Mann ausgeraubt und verletzt. Auf dem Weg nach Hause durchquerte der Mann die Claramatte und stellte fest, dass ihm zwei Frauen folgten. Plötzlich griffen sie ihn an, drückten ihn zu Boden und bedrohten ihn mit einer Stichwaffe. Nachdem sie ihm das Portemonnaie geraubt hatten, flüchteten die beiden in Richtung Hammerstrasse. Dank Hinweisen von Dritten konnte die Polizei die mutmasslichen Täterinnen wenig später in der näheren Umgebung des Tatortes festnehmen.

Der 78-Jährige musste durch die Sanität der Rettung Basel-Stadt in die Notfallstation eingewiesen werden. Er erlitt leichte Verletzungen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um zwei Schweizerinnen im Alter von 36 und 50 Jahren.

Seit 2011 arbeiten die Nachbarstädte Basel, Weil am Rhein, Huningue und Saint-Louis am gemeinsamen Ziel, zwischen der Dreirosen- und der Palmrainbrücke einen grenzüberschreitenden Stadtteil zu entwickeln. Auf Basis des gemeinsamen Raumkonzepts von 2015 konzentriert sich die Planung aktuell auf die drei Schwerpunkte Verkehr, Freiraumentwicklung und Initialnutzung. Zum ersten Schwerpunkt wurde den politischen Vertreterinnen und Vertretern aus den drei Ländern eine trinationale Verkehrsstudie vorgestellt, die als Kernelement eine neue Brücke vorsieht.
 
Genaue Planung im Dreiland
Um im Dreiland eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität zu ermöglichen, werden Siedlungs- und Verkehrsentwicklung genau aufeinander abgestimmt. Die trinationale Verkehrsstudie zeigt auf, dass eine hochwertige und nachhaltige Entwicklung des Dreilands gut möglich ist und genügend Handlungsspielraum für die Zukunft lässt. Aus der Studie geht klar hervor, dass dafür stark auf die bestehende Infrastruktur aufgebaut werden muss. Eine Verstärkung und die Verknüpfung heutiger Knotenpunkte ist notwendig – dies primär im öffentlichen Verkehr.
 
Brücke nicht für Motorfahrzeuge  
Eine neue Rheinbrücke zwischen Huningue und Basel stellt das zentrale Element für den ÖV sowie den Fuss- und Veloverkehr dar. Sie ermöglicht eine optimale Erschliessung der Entwicklungsgebiete und der neuen öffentlichen Räume. Kurze Wege und die Vernetzung der Quartiere mit den Knotenpunkten der drei Länder sind entscheidend für einen attraktiven ÖV. Durch die Verlagerung des  motorisierten Individualverkehrs (MIV)  auf den ÖV und den Fuss- und Veloverkehr können jene neuen Kapazitäten geschaffen werden, die es für die Gebietsentwicklung braucht. Um die Nachfrageentwicklung beim ÖV abzudecken und eine Umlagerung von MIV-Fahrten zu ermöglichen, ist ein gezielter Ausbau des ÖV-Netzes zwingend. Auf Basler Seite ist zudem im Rahmen des Projektes «Herzstück» eine S-Bahn Haltestelle Klybeck im 3Land-Perimeter angedacht.
 
Der Neutrale Quartierverein Unteres Kleinbasel (NQV) sucht dringend neue Vorstandsmitglieder. Ein Gespräch mit Präsident Christian Vontobel über Überalterung, einen Brandanschlag, Senatoren und neue Konkurrenz.
 
Herr Vontobel, Ihr Ruf nach neuen Vorstandsmitgliedern tönt ziemlich dramatisch. Steht es so schlecht um den NQV Kleinbasel?
Christian Vontobel: Mit Ausnahme von einem Vorstandsmitglied sind wir alle über 70 Jahre alt; ein Vorstandsmitglied ist gesundheitlich angeschlagen. Uns fehlt einfach die Kraft, um weiterzumachen; deshalb laufen unsere Aktivitäten auf Sparflamme. Letztes Jahr konnten wir das 20-jährige Bestehen feiern. Leider haben wir es verpasst, einen Generationenwechsel einzuleiten.
 
Wie akut ist das Problem?
Der Patient NQV Kleinbasel liegt
auf der Intensivstation und braucht
dringend frisches Blut. Wenn keine
Rettung kommt, sind wir nächstes Jahr nicht mehr da.
 
Was haben Sie in den letzten Jahren erreicht?
Zu unserem Leistungsausweis gehört vieles, was wir im Rahmen des Projekts «Werkstadt Basel» für das Untere Kleinbasel realisieren konnten. Dank des Mitwirkungsverfahrens im Rahmen des Paragraphen 55 der Kantonsverfassung wird die Bevölkerung stärker in Entwicklungsprojekte einbezogen; es wurden die Stadtteilsekretariate geschaffen. Dies hatte aber auch einen gegenteiligen Effekt: Es sind die Stadtteilsekretariate, die beim Mitwirkungsverfahren eine aktive Rolle spielen im Austausch mit den Behörden und der Bevölkerung. Je nach Quartier tangiert dies die Substanz der NQV.
 
Also braucht es Ihren Verein gar nicht mehr?
Doch, es braucht ihn noch. Wir möchten den Titel NQV unbedingt in einer bestimmten Form am Leben erhalten – allein schon, um die Vernetzung mit den anderen NQVs pflegen zu können. Wir sehen uns als eine Art Senatoren für das Untere Kleinbasel; wir stellen Öffentlichkeit her für unser Quartier. 
 
Es gibt Leute, die sagen, Ihr Verein stehe politisch ziemlich links.
Ja, wir haben linke Gene, aber ich würde unseren Verein hemmungslos jemandem übergeben, der klar bürgerlich ist. Wir vertreten die Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner: Da geht es um Lärm, Littering, Verkehrsanliegen. Wir haben erfolgreich Tempo 30 lanciert und uns etwa für die Aufwertung der Klybeckstrasse und für die Entwicklung der Kaserne engagiert. Klar, wir sind kein Verein von Hausbesitzern. Aber wir haben auch viel weniger Probleme als früher.
 
Trotzdem gibt es noch brennende Themen im Unteren Kleinbasel.
Natürlich. Aber gerade zum Thema Klybeck plus engagiert sich eine Aktionsgruppe rund um Christoph Mörikofer in unserem Sinne. Rund um die Hafenentwicklung gibt es auch eine Aktionsgruppe, ebenso wie für die Probleme am Rheinufer. Dadurch haben wir auch eine Art Konkurrenz bekommen durch andere Interessengruppen.
 
Wie motivieren Sie jemanden dazu, Vorstandsmitglied beim NQV zu werden?
Ich sage ihm, er könne mithelfen, das Quartierleben zu fördern  und mit der städtischen Quartierentwicklung zu verbinden.
 
Woher kommt Ihr Engagement für das Quartier?
Der Auslöser war ein Brandanschlag auf eine Papeterie in der Feldbergstrasse. Man vermutete, die Türkenmafia stecke dahinter. Es galt, eine Reaktion aus der Quartierbevölkerung zu zeigen. So bin ich 1995 in die Quartierkontaktstelle beim Matthäusplatz eingestiegen.