Mittwoch, Juni 28, 2017

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Kleinbasel

Erlenmatt-Anwohner wollen kein Gassenzimmer

  • Mittwoch, 26 Oktober 2016 13:55

Der Container, der das aktuelle Gassenzimmer am Wiesenkreisel, offiziell «Kontakt und Anlaufstelle» (K+A)  genannt,  seit zehn Jahren beherbergt, ist baufällig. Im nächsten Frühling soll die Baueingabe für den Neubau  erfolgen, der 2.5 Millionen Franken kosten wird. Im Herbst 2017 ist der Baubeginn angedacht, ein Jahr später soll das neue K+A in Betrieb gehen. Das jedenfalls sind die Pläne von Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP), die dieser am 19. Oktober an einem Infoabend vor etwa 30 Anwohnenden erläuterte.

BDP droht mit Einsprache

Vermutlich aber kann dieser Zeitplan nicht eingehalten werden: BDP-Vizepräsident Philipp Schopfer, der sich zum Anwalt der Anwohner machte, hat eine Einsprache sowie eine Petition angekündigt. Er sähe das K+A lieber auf dem Lysbüchelareal im Grossbasel, weshalb er bereits Unterschriften sammle, wie er sagte. Auch Kuno Bachmann, der seit 20 Jahren am Riehenring wohnt, hält den heutigen Standort für «nicht mehr zeitgemäss» – wegen dem neuen Erlenmattquartier und der geplanten Jugend-Trendsporthalle. Durch die Nähe zur Grenze und zum Aufnahmezentrum für Flüchtlinge sei das Gassenzimmer zudem schon heute ein Drogenumschlagplatz.  «Doch die Behörden sind auf einem Auge blind», kritisierte er.

Andere traten moderater auf. Eine Frau, seit 15 Jahren Anwohnerin, dankte den Behörden. Vieles sei gegenüber früher besser. Auch andere waren froh um die K+A. Doch stellten alle Votanten in letzter Zeit Verschlechterungen fest.  So würden in der Umgebung des K+A und in öffentlichen Toiletten beim Erlentor oder am Matthäusplatz Drogen gedealt und konsumiert. Oft lägen Fixerutensilien herum. An der Wiese oder auf den Erlenmatt-Baustellen sei öfters genächtigt oder die Notdurft verrichtet worden. «Wir haben bereits eine offene Drogenszene», sagte ein Mann. Und eine Mutter kritisierte, dass ausgerechnet auf der Rückseite des K+A ein Erlenmatt-Kindergarten geplant sei.

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Kurz: Vielen Erlenmatt-Bewohnern wäre es lieber, die K+A käme nicht mehr am Wiesekreisel zu stehen. Schliesslich miete oder kaufe man sich hier für nicht wenig Geld eine Wohnung, merkte ein Mann an. «Nach 20 Jahren an diesem Standort kann man die K+A auch mal einem andern Quartier zumuten», meinte er. «Jeder Standort einer K+A ist eine Herausforderung», entgegnete Regierungsrat Engelberger.  Sein Departement habe deshalb 13 Alternativen geprüft. Vergeblich. Engelberger wandte sich zudem gegen die Behauptung, in Nachbarschaft zur K+A sei ein Kindergarten geplant. Zwischen K+A und künftigem Kindergarten existiere eine hohe  Lärmschutzwand und die Rampe der Nordtangente. «Es gibt keine Verbindung», stellte er klar.

Stefan Gasser, bei der Polizei Leiter des Bezirks Kleinbasel, machte deutlich, dass er von einer offenen Drogenszene keine Kenntnis habe. Hingegen habe man schon Personen aus Osteuropa, die an der Wiese übernachtet hatten, aufgegriffen.

Situation ist zu bewältigen

Weiter erwähnte Gasser, dass er seit 25 Jahren im Dienst sei. «Aus persönlicher und polizeilicher Sicht bin ich froh um die Situation, wie wir sie heute haben: Sie ist überschau- und bewältigbar – und um ein Vielfaches besser als anfangs der 90er-Jahre.» Eveline Bohnenblust, Leiterin der Abteilung Sucht, rief die Anwohnerinnen und Anwohner auf, ihr Beobachtungen und Utensilienfunde der Gratis-Nummer 0800 88 21 52, der Abteilung Sucht (061 267 89 13) oder der Polizei (117) zu melden. Nur so könne man die regelmässigen Patrouillen nach den aktuellen «Hot spots» ausrichten.

 

 

Rund 30`000 Besucherinnen und Besucher werden zur 6. Basler Berufs- und Weiter-bildungsmesse erwartet. Diese startet am Donnerstag, 20. Oktober 2016, und dauert drei Tage. An ein und demselben Ort gibt es alle Informationen zu den Themen Berufswahl und Weiterbildung.

Die Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse ist die zentrale Plattform für die Berufswahl und Weiterbildung. Sie findet vom 20. bis 22. Oktober bereits zum sechsten Mal statt. Für drei Tage wird die Messehalle 2.1 zum Treffpunkt für Jugendliche und Erwachsene, die sich über die Vielfalt der Berufe und die Weiterbildungsmöglichkeiten informieren.

Die Aussteller sind das Herz der Messe

«Das Herz der Messe sind die knapp 100 Ausstellerinnen und Aussteller», sagt Reto Baumgartner, Projektleiter der Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse. Diese präsentieren rund 200 Berufe, darunter die 20 am häufigsten gewählten Grundbildungen. «Die Jugendlichen können hier die Berufe erleben, sich mit Lernenden austauschen und Informationen aus erster Hand erhalten.» Aber auch alle, die bereits eine Ausbildung absolviert haben, sind an der Messe mit ihrem umfangreichen Weiterbildungsangebot genau richtig. Reto Baumgartner: «Lebenslanges Lernen ist heute mehr denn je ein Muss für eine erfolgreiche Karriere.»

Neue Angebote und «Klassiker»

Trotz dem bewährten Grundgerüst entwickelt sich die Messe laufend weiter. «Wir sind bestrebt, jedes Jahr neue Anreize und Plattformen zu schaffen», sagt Reto Baumgartner. Dieses Jahr findet beispielsweise am Freitag, 21. Oktober, erstmals die Schweizermeisterschaft im Detailhandel Deutschschweiz 2016 im Rahmen der Messe statt.

Bewährte Angebote werden weitergeführt. Schon fast ein «Klassiker» ist der beliebte Bewerbungs-Check für Jugendliche und Erwachsene. Weiter wird erneut das Lehrstellen-Speed-Dating an der Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse durchgeführt. Und auch 2016 können alle Interessierten mit einer Berufswahlanalyse – vor Ort oder online zuhause – herausfinden, welche Berufsfelder zu ihnen passen und wo sie diese an der Messe finden. Zum vielfältigen Programm gehören auch Fremdsprachenführungen, Infoveranstaltungen über das Berufsbildungssystem sowie zu den Karrierechancen mit einer Berufslehre und vieles mehr.

Berufslehre als idealer Einstieg in die Berufswelt

«Wir wollen aufzeigen, dass die Berufslehre ein idealer Einstieg in die Berufswelt ist und absolut gleichwertig zur gymnasialen Ausbildung», sagt Messeleiter Reto Baumgartner. An der Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse wird gezeigt, dass Absolventinnen und Absolventen einer Berufslehre zusammen mit der Berufsmaturität alle Karrierewege offenstehen. Baumgartner: «Die Messe soll auch das Image der Berufsbildung stärken.» Die Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse findet alle zwei Jahre statt und wird vom Gewerbeverband Basel-Stadt organisiert.

Das Hafendorf erhält einen Hafenkran

  • Mittwoch, 12 Oktober 2016 15:43

Novartis schenkt dem Kanton Basel-Stadt einen Hafenkran aus dem Hafen St. Johann. Er kommt an den Klybeckquai.

Der Regierungsrat hat die Schenkung gerne angenommen, weil damit ein Industriedenkmal aus der Basler Wirtschaftsgeschichte in die kürzlich vorgestellte Arealentwicklung klybeckplus integriert werden kann, heisst es in einem Communiqué. Der Hafenkran, der bis zum Jahr 2010 im ehemaligen Hafen St. Johann in Betrieb stand, könne am Klybeckquai zu einer attraktiven Rheinpromenade für die Basler Bevölkerung nördlich der Dreirosenbrücke beitragen. 

Ein Baugesuch ist nötig

Der Kran wird am Klybeckquai etwa 300 Meter nördlich der Dreirosenbrücke am Schnittpunkt Uferstrasse/Altrheinweg bis Ende 2016 oder Anfang 2017 wieder aufgebaut. Er wurde so demontiert und eingelagert, dass ein Wiederaufbau möglich war. Der nächste Schritt zur Realisierung des Wiederaufbaus des Krans ist die Einreichung eines Baugesuchs. Dieses wird in Kürze von Novartis als Bauherrin eingegeben. 

Denkmalschutz sagt Ja

Die Schweizerischen Rheinhäfen unterstützen den Wiederaufbau des Hafenkrans partnerschaftlich. Auch aus Sicht der kantonalen Denkmalpflege ist die Platzierung des Hafenkrans am Klybeckquai als Reminiszenz an die Hafenwirtschaft sehr zu begrüssen. 

Es ist vorgesehen, den Hafenkran für die Bevölkerung begehbar zu machen. Zudem ist geplant, den Kran als ganzjährig betriebenes Restaurant oder Bar zu nutzen. Ein Konzept zur gastronomischen Nutzung des Krans und zur Nutzung seiner Umgebung wird derzeit erarbeitet und soll voraussichtlich bis Ende Jahr kommuniziert werden. 

Der Wiederaufbau des ehemaligen Hafenkrans ist der erste Schritt zur Schaffung eines attraktiven Aufenthaltsbereiches am Übergang des Altrheinwegs zur Uferstrasse. Novartis und der Kanton Basel-Stadt sind gemeinsam bestrebt, das Kleinbasler Rheinufer als durchgehende Rheinpromenade einladend zu gestalten und damit das Klybeck-Areal mit dem Rhein in einen funktionalen Zusammenhang zu bringen.

Offeneres Industrieareal

Hinzu kommt, dass die Werk-areale von BASF und Novartis im Klybeck in Zukunft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt für industrielle Zwecke benötigt werden. Die Grundeigentümerinnen haben sich daher mit dem Kanton Basel-Stadt zusammengeschlossen und im Mai 2016 eine entsprechende Planungsvereinbarung unterzeichnet. Die Planungspartner wollen gemeinsam die Voraussetzungen schaffen, um die Industrieareale zu öffnen und unter Einbezug der bestehenden Bauten ein vielfältig genutztes, lebendiges Stadtquartier zu entwickeln.

Was macht eigentlich? ... Margrit Spörri (74)

  • Mittwoch, 12 Oktober 2016 15:28

Bei der Wohngenossenschaft wgn und beim Kunschtiverein Eglisee ist die ehemalige Grossratspräsidentin Margrit Spörri immer noch aktiv. Von Armin Faes.

Die Bushaltestelle heisst «Im Heimatland»; auch die angrenzende Wohnsiedlung trägt diesen Namen, vorgelagert stehen die unübersehbaren Backsteinhäuschen in der Paracelsus- und in der Eugen Wullschleger-Strasse, die sich Wohngenossenschaft «Im Vogelsang» nennen. Sie öffnet uns die Türe mit einem verschmitzten Lächeln und führt uns stolz in einen herrlich idyllischen Garten. Margrit Spörri wohnt, seit ihr Mann vor sechs Jahren verstorben ist, mit ihrem ältesten Grosskind im genossenschaftlichen Elternhaus ihres Mannes und «vis à vis steht mein Elternhaus; hier sind wir daheim, mit Herz und Seele.» Dies ist ihr Heimatland.

Schritte in die Selbständigkeit

Die Primarschule absolvierte sie im Rosental-, die Realschule im Claraschulhaus. Ihre Mutter arbeitete im Kaiser’s Kaffeegeschäft, und der Vater war stolzer «Cibaianer», als Robert Käppeli das Unternehmen führte. «Meine Mutter wollte, dass ich eine Verkäuferinnenlehre absolviere. Mein Vater war darob nicht glücklich und holte mich in die Registratur der Ciba, wo ich auch den Telex bediente.» Auch sah es der Vater nicht gern, als sich Margrit Spörri entschloss, ein Englandjahr bei einer Lady in London in Angriff zu nehmen. «Wenn Madame betrunken war, kochte halt ich.» Nach der Rückkehr arbeitete Margrit für die Medizinischen Gesellschaft im Sekretariat.

Der politische Werdegang

Sie kämpfte damals für den genossenschaftseigenen Kinderspielplatz, stiess aber an politische Grenzen und holte sich bei einem SP-Grossrat Unterstützung. Ihre Gründlich- und Hartnäckigkeit führte sie bald in die SP Clara-Wettstein, wo sie nach nur einem Jahr Präsidentin wurde, weil sie am meisten arbeitete.

«Ich erlebte die heisse Phase, als Karl Schnyder zur SP austrat und die DSP gründete», erzählt sie. Zufällig sei sie dann 1988 in den Grossen Rat <reingerutscht> und kam früh ins Ratsbüro, wo sie unter Franz Heini die Grossrats-Sitzungen vorbereitete. «Ich war eine Anfängerin und ging deshalb bei den Anfragen, bei denen ich nicht richtig wusste, um was es ging, in die Verwaltung und fragte nach, womit ich mich nicht immer beliebt machte.» Wer Margrit Spörri kennt, weiss, dass sie nicht ehrgeizig ist; sie war eine Politikerin, die stets die besten Lösungen und auch parteiübergreifend den Dialog suchte.

Das höchste Amt

1997/98 wurde Margrit Spörri zur Präsidentin des Grossen Rates, zur höchsten Baslerin, gewählt.

Margrit Spörri nach der Wahl zur Grossratspräsidentin.

«Es war ein spannendes Jahr, ich habe viele tolle und interessante Leute kennen gelernt, habe zahlreiche erbauende Veranstaltungen besucht und unendlich viel gelernt, vor allem auch Respekt vor meiner Aufgabe.» Ihre erste Rede anlässlich eines Anlasses der Christoph Merian-Stiftung liess sie schreiben. «Das war das erste und das letze Mal, denn ich lag mit dem vorgetragenen Text völlig daneben.»

100 Jahre Zionistenkongress

Es war ihr prägendstes Ereignis: Das 100 Jahr-Jubiläum des ersten Zionistenkongresses, der 1897 unter der Leitung von Theodor Herzl in Basel stattgefunden hatte. Mehrere Veranstaltungen waren angesagt, Würdenträger und namhafte Politiker aus der ganzen Welt kamen angereist; im Wenkenhof fand ein feierliches Bankett statt. «Angereist war auch Dan Tichon, der Parla-
mentspräsident des Staates Israel, mit einer beachtlichen Entourage. Nach dem Bankett spazierte ich mit Regierungsrätin Veronica Schaller und der damaligen Bundesrätin Ruth Dreifuss Richtung Ausgangstor, als eine Motorradstaffel samt zahlreicher Staatslimousinen mit hohem Tempo an uns vorbei fuhren und wir, wie ängstliche Mauerblümchen, dem weltmännischen Spaktakel zuschauten. Das war schon etwas gar speziell.»

Auch heute nicht untätig

Margrit Spörri ist immer noch Vizepräsidentin des Wohnbaugenossenschaftverbands Nordwest wgn und hat zum 30-Jahr-Jubiläum des Verbandes und über den 30 Jahre im Präsidentenamt wirkenden Theo Meyer eine interessante und aufschlussreiche Broschüre verfasst, die das Wirken des wgn und seines «Motors»Theo Meyer schildert. Im Vorstand des Kunschtivereins Eglisee ist sie als Aktuarin tätig, und schliesslich hat sie noch eine Familie: Sie bietet ihren Grosskindern eine zweite Heimat. «Diese kommen gerne. Wir haben oft 'Fullhouse' und sind dabei happy».

Und wenn sie Ruhe braucht? «Dann fahre ich nach Dampierre (F), wo mein Wohnmobil auf einer Pferdeweide steht. Es gibt kein Wasser und kein Elektrisch, nur Gas ist vorhanden.»

Was sagt sie zur heutigen Politik? «Sie ist leider geprägt durch den Angriff auf Personen. Die Sachlichkeit geht oft verloren. Der Umgang bei uns war freundschaftlich: Hart in der Sache, aber immer im Bestreben, einen guten Weg für eine optimale Lösung zu finden.»

Wir wünschen Margrit Spörri noch viele schöne Stunden im idyllischen Garten in ihrem «Heimatland».