Sonntag, August 19, 2018

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x
Kleinbasel

Es ist nicht das erste Mal, dass die Haltestelle «Stücki» in Kleinhüningen nicht bedient wird. Immer wieder kommt es dort am Wochenende zu Verkehrsüberlastungen. Laut BVB verzichtet man darum für eine gewisse Zeit auf einen Stop an dieser Haltestelle. Diese Information wird dann auf der digitalen Haltestellenanzeige publiziert. Neu war am vergangenen Wochenende jedoch die Schreibweise für das Fischerdorf: «Kleinhühnigen» stand am Samstag auf der Anzeigetafel am Bahnhof SBB. Auf Anfrage des «Vogel Gryff» erklärt BVB-Mediensprecherin Sonja Körkel, dass es sich dabei natürlich um einen Fehler handelte. «Mit dem Ende der Störung wurde die Meldung wieder von den Anzeigen entfernt.»

Mangelnde Ortskenntnisse? 

Seinen Ursprung hatte der Fehler in der BVB-Leitstelle. Diese befindet sich in einem Bürogebäude an der Münchensteinerstrasse zwischen dem Club Hinterhof, dem Friedhof Wolfgottesacker und dem Gassenzimmer. Von dort aus, dem Hirn der BVB, wird alles gesteuert. Dazu gehören natürlich auch die Anzeigetafeln. Ein Disponent sei dafür eingeteilt, sagt Sonja Körkel. Wenn also aus  Kleinhüningen  «Kleinhühnigen» wird, muss die zuständige Person offensichtlich ein Problem mit der deutschen Sprache und den Ortskenntnissen haben. Dies sei nicht der Fall, widerspricht Körkel. «Es kann zwar vorkommen, dass sich Rechtschreibfehler auf den Anzeigen einschleichen», gibt Mediensprecherin Körkel offen zu. Jedoch sei dies nicht der Fehler des Disponenten vor Ort.

Ein standardisiertes Verfahren

Haltestelleninformationen werden durch ein standardisiertes Verfahren auf das System übertragen. Es handelt sich also um Daten, die früher eingegeben wurden und einfach nur noch abgerufen werden müssen. Das heisst: Wenn der Name einer Haltestelle falsch eingegeben wurde, wird der Fehler erst auf den Anzeigetafeln ersichtlich. Solche Fehler sind gemäss Körkel jedoch eher selten; und im Fall «Kleinhühnigen» hätten sich auch keine Fahrgäste darüber beschwert. Zurück bleibt die Erinnerung an eine Schreibweise für das Fischerdorf, die man hoffentlich so nie mehr lesen muss.

 

 

Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) hat exakt gezählt: Am 13. November 2017 gab es in der Stadt Basel auf öffentlichem Grund genau 27 498 Autoparkplätze. Das kürzlich veröffentliche Parkplatzkataster zeigt auch, dass die Zahl der Abstellplätze in den letzten zwei Jahren um 443 abgenommen hat. Der Rückgang beträgt damit rund 1,6 Prozent. 

Minus 230 im Bachgraben

230 Parkplätze gingen im Bachgraben verloren, wo der Parkplatz beim Gartenbad zugunsten neuer Wohnungen verkleinert werden musste. «Nach Abschluss der Bauarbeiten 2019 werden dort wieder 45 zusätzliche Parkplätze geschaffen», schreibt das BVD. Rund 80 weitere Parkplätze wurden für die Verlängerung der Tramlinie 3 nach Saint-Louis und zugunsten der Busbeschleunigung in der Belforter- und der Hegenheimerstrasse aufgehoben. «Vereinzelte Parkplätze entfielen durch die Ummarkierung von Autoparkplätzen in Velo-/Motorradparkplätze», hält das BVD fest. Die Statistik wäre nicht vollständig, ohne die Autoparkplätze auf privatem Grund zu berücksichtigen. Gemäss einer Schätzung geht das BVD davon aus, dass von 2000 bis 2015 rund 6 000 private Parkplätze – mehrheitlich in Tiefgaragen – entstanden sind. 

«Insgesamt lässt sich eine Zunahme der Anzahl Parkplätze in Basel feststellen. Während sich die Zahl der oberirdischen Parkplätze tendenziell verringert, entstehen unterirdisch neue Parkplätze. Diese Tendenz setzt sich fort», schreibt das BVD.

Zudem gibt es in der Stadt immer mehr Zweirad-Parkplätze: In den letzten zwei Jahren sind 1‘268 zusätzliche Abstellplätze für Zweiräder entstanden. 710 davon sind reine Veloparkplätze. 434 können sowohl von Velos wie von Motorräder benutzt werden; 124 sind reine Motorradparkplätze.

 

Der Parkplatzkataster 2015 sowie der neue Parkplatzkataster 2017 stehen auf der Website des Amts für Mobilität zur Verfügung:
www.mobilitaet.bs.ch/parkplatzkataster-Stadt-Basel

 

 

Claraspital startet Ausbau für 140 Millionen

  • Mittwoch, 28 Februar 2018 14:05

Das Hirzbrunnenhaus stammt aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Zuerst diente es als Schwesternhaus der im Clara­spital tätigen Ingenbohler Schwestern, danach war es lange Zeit ein Alters- und Pflegeheim. Jetzt hat das Haus seine Pflicht erfüllt: Am 28. Februar wurde der Grundstein für einen Ersatzneubau gelegt.

Neue Notfall- und OP-Räume

Angesichts seiner stetigen Entwicklung braucht das Claraspital mehr Platz. Diesen Anspruch soll der Ersatzneubau  erfüllen. Im Erdgeschoss finden die Physiotherapie und die Notfallstation Platz. Eine Verbindung ermöglicht einen schnellen Zugang zur ersten Etage. Dort werden sechs Opera­tionssäle und zwei Räume für kleine Eingriffe eingerichtet. Im 2. Obergeschoss siedeln sich das Tumorzentrum, die Gynäkologie/Gynäkologische Onkologie und die Büros der Verwaltung an. Im 3. Stock sind eine Rotationsstation mit 28 Betten und die Rehastation des Felix Platter-Spitals mit 25 Betten vorgesehen.

Begrüntes Dach

In den beiden Untergeschossen werden unter anderem eine Auto­einstellhalle mit 94 Parkplätzen für Patienten und Personal gebaut. Von seiner Grösse her orientiert sich der Ersatzneubau an der vorhandenen Bausubstanz des Hirzbrunnenquartiers. Der Ersatzneubau ist weniger hoch als das bestehende Spitalgebäude. Dadurch entsteht ein sensibler Übergang zum Ortsbild. «Auch die Fassadengestaltung ist so gewählt, dass das Gebäude ins Quartier und zu den bestehenden Teilen des Claraspitals passt und gleichzeitig modern wirkt», teilt das Claraspital mit. Auf dem Gebäude wird eine Dachbegrünung mit einheimischen Pflanzen angelegt. Die Gestaltung lehnt sich an die Idee des Dachgartens beim Südtrakt an und bildet die Wegführung des Parks fort.

Konzept einer Gesamtanlage

Architekten des Ersatzneubaus sind, wie schon beim Bau der Radioonkologie 2008 und beim eben beendeten Projekt Nord, die BFB Architekten aus Zürich. Die grundlegende Idee des Projektes beruht auf dem Verständnis des Claraspitals als Gesamtanlage. Der Haupteingang an der Kleinriehenstrasse bleibt bestehen. Der Neubau erhält ebenfalls einen Zugang, dieser wird aber als Nebeneingang verstanden.  Seit seiner Eröffnung im Jahr 1928 wurde das St. Claraspital in mehreren kleineren und grösseren Bauetappen erweitert. Der Ersatzneubau für das Hirzbrunnenhaus wird nun die vorläufig letzte Etappe sein. Für die Umsetzung des 140 Millionen-Projekts ist die HRS Real Estate AG zuständig. Die Übergabe des fertigen Gebäudes an das Claraspital ist für Oktober 2019 vorgesehen.

www.claraspital.ch

 

Roberto Rivetti von der IG «Quartierparking Landhof – Nein!» warnt vor 200 neuen Parkplätzen – auch wenn sie unterirdisch sind. 

 

Vogel Gryff: Herr Rivetti, was ist der Hauptgrund für Ihre Ablehnung des
unterirdischen Parkings?

Roberto Rivetti: Das Parking löst die Verkehrsprobleme im Wettsteinquartier gar nicht, sondern verschärft sie nur – und dies auf Kosten des Landhofs und der Quartierbewohner. Gemäss den gesetzlichen Vorgaben müsste, wenn ein Quartierparking gebaut wird, die gleiche Anzahl Parkplätze oberirdisch aufgehoben werden. Dies soll hier nicht geschehen. Unter dem Strich werden also auf einen Schlag 200 Parkplätze mehr im Quartier gebaut, was zwangsläufig zu Mehrverkehr führt.

 

Die Befürworter des Parkings widersprechen in diesem Punkt. Wenn es zu wenig Parkplätze habe, gebe es mehr Suchverkehr, sagen die Befürworter.

Im Wettsteinquartier gäbe es genug verfügbare Parkplätze – zum Beispiel in Parkhäusern in der näheren Umgebung, etwa bei der Messe oder am Badischen Bahnhof. Pendler stellen aber ihre Autos lieber auf die billigeren Parkplätze in den blauen Zonen im Quartier, für 10 Franken pro Tag. So viel kostet eine Besucherparkkarte. Wir haben kein Problem mit zu wenig Parkplätzen. Wir haben Probleme mit dem Verkehrsmanagement und der Parkraumbewirtschaftung. Pendler parkieren nicht dort, wo sie sollten oder kommen nicht mit dem ÖV, obwohl sie es könnten. Und die Besucherparkkarten sind zu billig.

 

Sie sagen, mit dem Parking werde der Landhof zerstört. Die Befürworter sagen, sichtbar sei nur die Einfahrt, der Rest sei unterirdisch.

Das ist schön gesagt, stimmt aber nicht. Durch die ganze Bautätigkeit wird der Landhof schwer beeinträchtigt. Eine bisher unversiegelte Fläche wird einfach versiegelt; der Boden, die Flora und Fauna werden danach nicht mehr dieselben sein.

 

Mit Ihrer Petition haben Sie bis zum 14. Februar 916 Unterschriften gesammelt. Wie geht Ihr Kampf weiter?

Wir werden die Petition bald einreichen, um zu zeigen, dass das Quartier das Parking nicht will – und um politisch Druck im Grossen Rat zu machen. Die IG wird auch versuchen, die Einsprachen gegen das Bauprojekt zu koordinieren. Wir bezweifeln, dass das Parkhaus mit maximal 1,7 Millionen aus dem Pendler­fonds rechtmässig mitfinanziert wird. Dies lassen wir prüfen. Beiträge aus dem Pendlerfonds können nämlich nur zugunsten eines umweltverträglichen Pendlerverkehrs verwendet werden. Doch was ist an diesem Parking umweltverträglich, wenn mehr motorisierter Individualverkehr entsteht? Ohne die Zuschüsse aus dem Pendlerfonds würde sich der Investor zurückziehen. Dies hat ein Investorenvertreter am «kleinStadtGespräch» vom 31. Januar bestätigt.

 

Können Sie das Projekt verhindern?

Ja. Das Quartier will das Parking nicht. Das Projekt widerspricht der Verkehrsstrategie des Kantons und auch dem Willen der Bevölkerung. Das Stimmvolk hat 2010 ja beschlossen, dass der motorisierte Verkehr um 10 Prozent reduziert werden muss. Die Mitfinanzierung durch den Pendlerfonds steht auf wackligen Beinen. Die Regierung kann sich nicht über all das hinwegsetzen. Unsere Verkehrsprobleme mit Konzepten aus den Siebzigerjahren lösen zu wollen, ist der falsche Weg.

 

www.quartierparking-landhof-nein.ch