Freitag, März 24, 2017

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Kleinbasel

«Wir müssen Ecken und Kanten beweisen»

  • Donnerstag, 15 September 2016 07:09

Silvia Rietschi, im Neutralen Quartierverein Oberes Kleinbasel zuständig für die Verkehrsplanung, über die Grenzacherstras­se, den Roche-Turm und die Zukunft des Wettsteinplatzes.

Silvia Rietschi, das Obere Kleinbasel hat bewegte Monate und Jahre hinter sich. Wie haben Sie als Vorstandsmitglied des lokalen Quartiervereins diese Zeit erlebt?

Silvia Rietschi: Es war eine wirklich turbulente Zeit. Gerade im Wettsteinquartier rund um den Roche-Turm und die Grenzacherstrasse. Für die direkt betroffenen Anwohner war es eine intensive Zeit. Und diese ist noch längst nicht vorbei. Für gewisse Hausbesitzer bedeuten die Bauarbeiten der Roche zehn Jahre lang Baustelle mit Lärm und Dreck.

 

Die Quartiervereine sind das Sprachrohr der Bevölkerung. Fühlen sie sich zwischen den Interessen der Roche und der Stadt überhaupt ernst genommen?

Unser Einfluss ist tatsächlich begrenzt. Die Neutralen Quartiervereine haben mit der Einführung der Stadtteilsekretariate an Bedeutung verloren und werden dementsprechend nicht mehr so wahrgenommen. Die Quartierarbeit wird heute staatlich gesteuert. Wir müssen Ecken und Kanten beweisen, um uns wirklich Gehör zu verschaffen. 

 

Wie erlebten Sie die Roche als Verhandlungspartner?

Die Roche arbeitete immer fair. Vor jeder Pressemitteilung informierten sie zuerst die Quartiervertretungen und die Anwohner. Die Roche arbeitete mit und nicht gegen uns. Die Roche ist ein guter Nachbar.

 

Das Quartier entwickelt sich gerade durch den Roche-Turm rasant. Die Stadt und auch lokale Geschäfte profitieren. Doch es gibt auch Verlierer.

Natürlich gibt es die. Gewisse Häuser sind vom Schattenwurf des Turms enorm betroffen. Die Roche hat sich dieser Thematik angenommen. Es sind vor allem ältere Leute, die schon lange hier wohnen, die mit der Entwicklung Schwierigkeiten haben. Sie sind tagsüber viel zuhause und vom Schattenwurf stark betroffen. Es wird aber auch in der Zusammensetzung der Bevölkerung einen Wechsel geben. Für die kommenden Generationen ist der Roche-Turm etwas ganz Normales.

 

Parallel zum Ende der Bauarbeiten am ersten Roche-Turm kamen auch die Diskussionen über die Zukunft der Grenzacherstrasse auf.

Anwohner konnten beweisen, dass täglich die Lärmemissionen der Diesel-Busse, spezielle jener, die abends leer zum Depot im Rankhof fahren, die Grenzwerte übersteigen. Unsere Forderungen nach einem Flüsterbelag, nach neuen, leiseren Bussen und nach weniger Leerfahrten wurden gehört. Dazu braucht es noch Busnischen, damit der Verkehr stets flüssig laufen kann. Gerade bei der Roche und beim Rosengartenweg ist dies ein Problem. Ein Tram durch die Grenzacherstrasse lehnen wir ab. 

 

Die Forderungen in der Grenzacherstrasse erreichte das Quartier nur über einen Umweg. 

Wir gründeten mit einem Anwohner  einen neuen Verein (HEAW). Dieser legte wegen des Lärms der Grenzacherstrasse Einspruch gegen den Roche-Turm ein, um wahrgenommen zu werden und Druck auf die Stadt zu machen. Die Roche war über dieses Vorgehen stets informiert. Das Vorgehen war ungewöhnlich, hatte aber Erfolg.

 

Auch der Wettsteinplatz wird Veränderungen erleben. Die Tramhaltestelle verschiebt sich in Richtung Wettsteinbrücke, damit das Tram zum Ein- und Aussteigen gerade steht. Dies verlangt das Behindertengleichstellungsgesetz. 

Die Veränderung ist unumgänglich. Trotzdem fordern wir, dass in der Gesamtidee der Wettsteinplatz so bestehen bleibt. Er funktioniert gut. Ringsum herrscht mit den Cafés und den Geschäften Leben. Wir wollen keinen zweiten Aeschenplatz, wo vor allem ein Verkehrschaos herrscht.

«Er röhrt im Tierpark Lange Erlen»

  • Donnerstag, 15 September 2016 06:59

Dem Tierpark Lange Erlen stehen mit der Paarungszeit ereignisreiche Wochen bevor. Der Rest des Parks bereitet sich derweil auf den Herbst und Winter vor.

Schon von weit her ist das Röhren des Rothirsch-Stiers zu hören. Er will sich paaren und buhlt lauthals um die Gunst der Weibchen. Sein ausgewachsenes Geweih trägt er dabei stolz auf seinem Haupt.

Noch lassen sich die Weibchen davon nicht beeindrucken: Sie haben ihm nicht signalisiert, dass sie paarungsbereit sind. Doch sie alleine entscheiden, wann und ob die Paarung stattfindet. «Natürlich lassen sich die Weibchen zum Teil auch vom Paarungsverhalten des Stiers locken», erklärt Tierparkleiter Bruno Ris. Nur während drei bis vier Tagen seien die Weibchen paarungsbereit. «Der Stier muss also stets am Ball bleiben, damit er den richtigen Zeitpunkt nicht verpasst.»  

Von den Hormonen geleitet

Für die Tierparkbesucher gehört die Brunftzeit zum Spannendsten des Erlenpark-Jahres. In mehreren Gehegen ist die Brunft bis Mitte November in vollem Gange.

Für die neuen Wisente wäre es die erste Brunftzeit im Tierpark Lange Erlen. Doch erst nächstes Jahr stösst ein Männchen zur Gruppe.

Für die Mitarbeitenden stellt die Brunftzeit eine grosse Herausforderung dar. «Wenn die Tiere von ihren Hormonen geleitet werden, sind sie teilweise nicht mehr führbar», erklärt Ris. Gerade beim Rothirsch stehe der Eigenschutz der Mitarbeitenden im Vordergrund. «Bevor wir das Gehege betreten, locken wir den Stier in eine Box, um so sicher die Reinigungen vorzunehmen.» Doch dies gelingt nicht immer. «Ist er völlig hormongesteuert, lässt sich der Rothirsch nicht mehr locken.»

Paarungskraft lässt nach

Das Verhalten der Tiere ist naturnah. Der Rothirsch-Stier ist aber in der komfortablen Lage, sich vor der Paarung nicht noch mit Nebenbuhlern duellieren zu müssen. Die Gunst der Weibchen ist ihm garantiert. Doch auch seine Wirkung und seine Paarungskraft lassen im Alter nach, weiss Tierparkleiter Bruno Ris. «Mit 14 oder 15 Jahren müssen wir den Stier auswechseln, weil sein Brunftverhalten nicht mehr so wirkt und die Anzahl Junge nachlassen.» 

Die Tiere haben nicht etwa eine innere Uhr, die ihnen sagt, wann die Brunftzeit beginnt, sagt Bruno Ris. «Es ist die abnehmende Tageslänge, die den Tieren bei ihrem Verhalten als Regulator dient und zu den hormonellen Veränderungen führt. Das Wetter mit klaren und kühlen Nächten kann dabei auch unterstützend wirken.»  

Fettschicht für den Winter

Doch nicht nur Hirsche, Rehe und Wisente sind vom Jahreszeitenwechsel betroffen. Auch gewisse Vogelarten zogen bereits oder ziehen noch in Richtung Süden. Wasservögel aus dem Norden überwintern in den Langen Erlen.

Bei den Singvögeln in den Volieren, die normalerweise ebenfalls in den Süden ziehen würden, muss das Futter angepasst werden. Ris: «Statt Insekten fressen sie im Winter eher Körner. Bei allen Arten müssen wir das Futter im Herbst umstellen, damit sich die Tiere auf die kalten Monate hin eine Fettschicht anfressen können.»

Keine unkontrollierte Fütterung

Neben den Tieren wird auch die Parklandschaft auf den Winter vorbereitet. Die Bäume werden zurückgeschnitten, die gefallenen Blätter aufgenommen, damit die Flussläufe nicht verstopft werden. Auch die Kastanien im  Park werden von den Mitarbeitenden gesammelt. «Wir möchten nicht, dass die Tiere unkontrolliert gefüttert werden», sagt Bruno Ris. «Denn eine falsche Fütterung kann für Tiere tödlich sein.»

Aber am «Keschtenedaag» vom 5. Oktober bietet sich Kindern die Möglichkeit, ihre gesammelten Kastanien für einen kleinen Batzen beim Park abzugeben. «So können alle einen Beitrag leisten, damit die Tiere für den Winter optimal gerüstet sind.»

Und wieder ein Rekurs gegen den Claraturm

  • Mittwoch, 31 August 2016 15:15

Andreas Bernauer, Präsident des «Vereins gegen das Projekt Clara­turm», hat bei der Baurekurskommission Rekurs gegen das Abbruch- und Baugesuch für den Claraturm eingereicht. Damit reagiert er auf den Entscheid des Bauinspektorats, das am 8. Juli alle Einsprachen gegen den Bau des Claraturms abgelehnt hatte. Nach Ansicht von Bernauer wird der Lichteinfallswinkel von 45 Grad nicht eingehalten. 
Die Bauherrschaft Balintra, ein Immobilienfonds der UBS, kann sich wegen des laufendes Verfahrens nicht äussern. «Ein verbindlicher Fahrplan für den Baustart ist erst möglich, wenn das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist», erklärt UBS-Mediensprecher Markus Germann.

«Endgültig und unwiderruflich ist Schluss», meint der Modeunternehmer Roland Vögtli. Dies erstaunt etwas: Vor knapp einem Jahr wurde im 2. Stock im clarashopping eine vergrösserte Verkaufsfläche von Vögtli Mode gefeiert. Roland Vögtli stellte sein zweites Buch «Black Mamba» und seine selbst kreierte Schweizer Black Mamba-Armbanduhr vor. Und nun schliesst Vögtli sein Lebenswerk. Damit geht eine einzigartige Erfolgsgeschichte zu Ende.

Am 1. April 1947 eröffnete Rudolf Vögtli an der Ochsengasse unter dem Namen «American Taylor» sein Modegeschäft. Ein vielbeachteter Start: Damals waren exklusive Herrenmodegeschäfte exotische Unternehmen. Der Start gelang. «Massanfertigung» hiess das hauptsächliche Motto. Anno 1951 zog man in die Greifengasse 19. Nach weiteren elf Jahren wurde die eigene Liegenschaft Greifengasse 12 bezogen. 1979 übernahm Roland Vögtli das Geschäft. 2007 wurde umgebaut. Zwei Jahre später bezog die Vögtli-Mode den heutigen Standort im 2. Stock des Clara-Shopping.

Herr Vögtli, sind Sie müde geworden?
Roland Vögtli: Ein bisschen müde schon. Es wurde Zeit, dass ich etwas kürzer trete. Ein Nachfolger liess sich nicht finden. Jetzt kann ich endlich mein Leben geniessen. Habe Zeit für mich und Neues.

Das Kleinbasel ohne Sie ist doch fast undenkbar nach all Ihren Engagements: IGK, Wurzengraber, Claramattefescht und 3E.
Alles zu seiner Zeit. Ich habe beispielsweise 1980 mit Franco Riccardi und Fritz Säuberli das Claramattefescht ins Leben gerufen. Ich war 32 Jahre im Vorstand der IGK, habe dort unzählige Events organisiert. Ich war jahrelang Programmchef beim Wurzengraberkämmerli. Nun habe ich Zeit für neue Herausforderungen. Geplant ist u.v.a. ein kleines Engagement im modischen Umfeld. Aber alles zu seiner Zeit.

Kehren Sie in die Politik zurück?
Wer weiss. Zur Zeit muss ich jedoch warten, da ich nach vier Amtsperioden im Grossen Rat nicht mehr antreten kann. Aber nach so langer Zeit in der Politik kann ich den Schalter nicht einfach auf off stellen. Die Bürgergemeinde wäre eine Option.

Ihr Résumé nach 70 Jahren Vögtli-Mode?
Ein wunderschönes! Die wilden 70er- und 80-er Jahre bleiben unvergesslich. Dazumal war es ein Muss, bei Vögtli einzukaufen. Die treuen, langjährigen Stammkunden waren ganz einfach wunderbar!