Sonntag, Januar 20, 2019

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x
Kleinbasel

Vier Tiere auf der Kinderautobahn

  • Freitag, 18 Juli 2014 00:00

An den Pfingstmontag des Jahres 1972 erinnert sich Heinz P. Müller (Bild) noch sehr gut. «Es hat den ganzen Tag geregnet, wir haben nur einen einzigen Franken eingenommen.» Am Pfingstmontag 1972 feierte Müller die Wiedereröffnung der Kinderautobahn in den Langen Erlen. Dass er nur einen einzigen Franken in der Kasse hatte, lag daran, dass nur ein einziges Kind mit dem Auto-Scooter über die Bahn brauste. «Damals hat eine Fahrt noch einen Franken gekostet», erzählt Müller schmunzelnd. Mitte der 80er-Jahre hat das Scooter-Fahren aufgeschlagen und kostet seither zwei Franken.

Viel an der frischen Luft

Heinz P. Müller ist ein Schausteller, wie er leibt und lebt. Früher tingelte er mit Scootern, Schiessbuden und anderen Attraktionen durchs Land. Heute nimmt es der 76-Jährige ruhiger und betreibt nur noch die Kinderautobahn in den Langen Erlen. «Wobei ich noch einen grossen Nachtclub auf den Bahamas baue», berichtet er und lacht. Den Entscheid, in den Langen Erlen die Kinderautobahn von Gusti Berner übernommen zu haben, hat er nie bereut. Es sei ein herrlicher Job, den er ausüben dürfe. Er sei sehr viel an der frischen Luft; und «die beiden fabrikneuen Hüftgelenke» würden ihn sowieso in Schwung halten, sagt Müller, nie um einen träfen Spruch verlegen.

Einen Unfall gab es noch nie

Insgesamt 41 kleine Autos stehen in seiner Garage. Die Scooter laufen mit einem Elektromotor, gefahren werden kann mit fünf verschiedenen Geschwindigkeiten. Die Scooter eignen sich für Kinder ab drei Jahren. «Wenn sie jünger sind, kann eine erwachsene Person mitfahren.» Die Scooter sind Zweiplätzer. «Zusammen dürfen die Passagiere nicht mehr als 185 Kilo haben», sagt Müller, während erneut ein Schmunzeln über sein Gesicht huscht. Ob es schon mal einen Unfall gegeben habe bei all dem Verkehr auf der Kinderautobahn, will der etwas neugierige Journalist wissen. «Das gab es nie», unterstreicht Müller und fügt hinzu, das liege wohl daran, dass die Scooter mit einem dicken Gummiband eingefasst seien. Und dass es klare Regeln gebe auf der Kinderautobahn. Es hat auch Einbahnstrassen, Stoppsignale und doppelspurige Strassen. Die grösste Gefahr bestehe darin, dass sich Personen auf der Fahrbahn aufhalten, sagt Müller.

Beliebtes Fotosujet

Seit kurzer Zeit gibt es vier neue Attraktionen auf der Kinderautobahn. Ein Hirsch, ein Bär, ein Fuchs und ein Adler beobachten die Kinder bei ihren Vergnügungsfahrten. Natürlich handelt es sich nicht um leibhaftige Tiere, sondern um Holzskulpturen. Die Figuren sind 1,65 Meter hoch und stehen auf grossen Betonsockeln. Die Skulpturen wurden dereinst für die Fachmesse «Holz» hergestellt und dem Tierpark Lange Erlen übergeben. Im Tierpark selbst hatte es dafür keinen Platz. So hat Heinz P. Müller die Figuren übernommen und sie neben der Kinderautobahn aufstellen lassen. «Das Interesse ist gross. Viele Leute kommen und fotografieren die Skulpturen.» Er will sie auch auffrischen lassen, damit die Tiere noch besser zur Geltung kommen. «Der Hirsch wiegt 353 Kilo, der Bär über 600 Kilo. Also ich glaube, die werden nicht geklaut», sagt Müller.

 

Die Kinderautobahn ist jeden Nachmittag offen; in den Schulferien schon ab 10 Uhr.

 

Extrablatt zum Basel Tattoo 2014

  • Freitag, 18 Juli 2014 00:00

Am 17. Juli hat der NKM Verlag AG das Extrablatt zum Basel Tattoo 2014 publiziert. Lesen Sie hier alles Wichtige über das zweitgrösste Militärmusikfestival der Welt (PDF-Link weiter unten).

Bund will Kleinbasel entlasten

  • Mittwoch, 09 Juli 2014 00:00

Die Anwohnerinnen und Anwohner der Osttangente können ein wenig aufatmen. Anstelle des ursprünglich vorgesehenen oberirdischen Ausbaus schlägt das Bundesamt für Strassen (Astra) nun eine Tunnelvariante vor. Zwischen Birsfelden und der Nordtangente bei der Verzweigung Wiese soll ein neuer Tunnel unter dem Rhein hindurch gebaut werden. Vorläufig ist geplant, pro Röhre je eine Fahrspur und einen Pannenstreifen zu bauen. Später sei auch ein Ausbau der Tunnelröhren auf zwei Fahrspuren möglich, teilte das Astra diese Woche mit.

Tunnel kostet 1,4 Milliarden

Neu würde die Autobahn beim Zubringer Birsfelden in einen Tunnel abtauchen; die Anbindung an die Nordtangente würde bei der heutigen Ausfahrt Klybeck und bei der Rampenbrücke Wiese erfolgen. «Damit kann die bestehende Nationalstrasse vom Verkehr von und nach Frankreich sowie Basel Kannenfeld und Allschwil entlastet werden», schreibt das Astra. Die heutige A2 würde in ihrer heutigen Form bestehen bleiben. Eine zusätzliche Anbindung des Verkehrs von und nach Deutschland wäre bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt realisierbar. Die Tunnelvariante soll rund 1,4 Milliarden Franken kosten; die allfällige Erweiterung von und nach Deutschland ist in diesem Betrag aber nicht inbegriffen. Verglichen mit der oberirdischen Lösung kostet die Tunnelvariante 300 Millionen Franken mehr. Um diese Mehrkosten wird nun verhandelt.

Baselbiet will nicht zahlen 

Das Astra vertritt die Ansicht, die beiden Basler Halbkantone müssten sich an den Kosten beteiligen, «da die Nationalstrasse einen beträchtlichen Teil des regionalen und innerstädtischen Verkehrs aufnimmt und stark zur Entlastung des nachgelagerten Verkehrsnetzes beiträgt». Davon profitiere die ganze Region. Doch es zeichnet sich ab, dass Basel-Stadt allein gelassen wird.Aus dem Baselbiet kam nämlich bereits ein ziemlich kategorisches Nein. Baudirektorin Sabine Pegoraro (FDP) erklärte der «Basler Zeitung», sie sehe den Kanton Baselland nicht in der Pflicht, denn er habe keine Wünsche angebracht. Bis die neuen Tunnelröhren gebaut werden, müssen sich die Anwohner auf jeden Fall noch lange gedulden. Gemäss Astra ist ein Baubeginn frühestens für 2025 vorgesehen. Auch die Verkehrsprognosen sind für die Anwohner wenig beruhigend: Laut Astra brausen bei der Schwarzwaldbrücke zwischen Montag und Freitag schon jetzt täglich fast 90 000 Fahrzeuge über die Auto­bahn. Prognosen gehen davon aus, dass der Verkehr auf den Nationalstrassen bis 2030 um 20 bis 25 Prozent zunehmen wird. Das dürfte in Basel nicht anders sein.

Umleitung über Deutschland?

Kurzfristige Massnahmen zur Entlastung sind keine in Sicht. Möglich wäre zum Beispiel, den Transitverkehr nahe Rheinfelden auf die Deutsche Autobahn A98 zu führen und erst nach Basel wieder ins Schweizer Netz einzufädeln. Dass die Deutschen damit einverstanden sind, darf allerdings stark bezweifelt werden. 

 

zen. Die von der Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK) und bürgerlichen Politikern lancierte Volksinitiative «Ja zur offenen Mittleren Brücke für alle» sollte verhindern, dass die Mittlere Brücke für den Individualverkehr gesperrt wird. In der Bevölkerung wie auch bei den Verkehrsverbänden habe die Initiative aber wenig Unterstützung erfahren; deshalb werde die Unterschriftensammlung eingestellt und die Initiative fallen gelassen, schrieb das Initiativkomitee am 8. Juli. Schuld am Scheitern der Initiative sei vor allem die «nahezu erpresserische Haltung» der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission des Grossen Rates (UVEK). Diese hatte im Sinne eines politischen Kompromisses beschlossen, das Parkhaus St. Alban werde nur gebaut, wenn im Gegenzug die Mittlere Brücke für den Individualverkehr gesperrt werde.