Freitag, März 22, 2019

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Kleinbasel

«Eine Ausbildung auf höchstem Niveau»

  • Mittwoch, 15 Oktober 2014 00:00

Der neue Jazzcampus der Musik-Akademie Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) wurde kürzlich eröffnet. Auf dem früheren Fabrikareal der Willy A. Bachofen AG an der Utengasse 15 haben die Architekten von Buol&Zünd historische Substanz und moderne Bauweise verbunden und den Gebäudekomplex behutsam in das Quartier integriert. Die Infrastruktur im Jazzcampus ist im internationalen Vergleich auf höchstem Niveau, wie Bernhard Ley (58), Leiter Abteilung Jazz bei der Musikhochschule der FHNW, im Interview erläutert.

 

Vogel Gryff: Herr Ley, was ist das für ein Gefühl, die neuen Räume im Jazzcampus beziehen zu dürfen?

Bernhard Ley: Ich bin sehr glücklich; es ist ein langer Traum in Erfüllung gegangen. Wir arbeiten seit bald sieben Jahren am Projekt Kleinbasel. Nun freut es uns, in diesen international einzigartigen Musikräumen arbeiten zu dürfen. Vorher haben wir auf dem Dreispitzareal gearbeitet. Dort waren wir etwas isoliert und wurden weniger beachtet. Das Kleinbasel ist für mich der schönste Ort in Basel überhaupt – weil er so viele Optionen offen lässt. Wir werden hier ein Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und empfinden das als absoluten Luxus. 

 

Wie nimmt der Normalbürger den Jazzcampus wahr?

Es gibt viele Interessierte, die sich bei uns im Innenhof umschauen. Dabei sehen wir viele strahlende Gesichter. Wir wollen ein offenes Haus sein. Über 4000 Menschen haben die Konzerte besucht, die wir während dem dreitägigen Eröffnungsevent im vergangenen September organisiert haben. Links neben dem Eingang wollen wir bis Mitte 2015 einen Jazzclub mit einem regelmässigen Programm einrichten. 

 

Wie gestaltet sich das Leben im Jazzcampus?

Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler sowie über 60 Studierende lernen bei international renommierten Lehrerinnen und Lehrern, Dozentinnen und Dozenten alles über die Feinheiten des Jazz. Gegenüber der früheren Infrastruktur haben wir hier an der Utengasse modernste Räume, die es auch erlauben, mit der Musik zu experimentieren. Wir haben sehr gut ausgerüstete Aufnahmestudios, Musik-Labs mit Klavieren, Bandräume, Seminarräume und auch Studentenwohnungen.

 

Lärmklagen sind keine zu befürchten?   

Wenn das passiert, haben wir beim Bau Fehler gemacht (lacht). Alle Räume sind gegen innen und aussen isoliert. Wichtig ist bei uns auch die Akustik: Sie wird mit architektonischen Massnahmen gewährleistet. Absolut toll war die Unterstützung der beiden Stiftungen Habitat (für den Bau des Hauses) und Levedo (Ausbau der Jazzschule). Die beiden Stiftungen haben ihre Qualitätsansprüche sehr konsequent verwirklicht.    

 

Was ist spannend am Jazz, im Vergleich etwa zur Klassik?

Jazz erlaubt einen freieren Umgang mit der Musiksprache. In der Klassik interpretiert man und hält sich wenn möglich an den Text – im Jazz darf man verformen, verändern, umgestalten. Jedes Mal, wenn man ein Jazzstück spielt, darf es anders daherkommen, aber man geht von einer gemeinsamen Sprache aus. Dies dürfte man meines Erachtens auch in der Klassik mehr machen. Ich stelle sowieso eine langsame, aber stetige Verschmelzung der beiden Richtungen fest.

 

Haben sich die Studentenzahlen im Bereich Jazz verändert? 

Die Zahlen waren in den letzten Jahren konstant. Es ist ja nicht so, dass der Bedarf an Musikern steigt. Unsere Aufgabe ist es, denen, die Talent dafür haben, eine Ausbildung auf höchstem Niveau  anzubieten.

 

Wo sehen Sie Ihre grösste Herausforderung als Leiter des Hauses?

Ich führe das Haus zusammen mit Alain Veltin, Leiter der Jazzmusikschule der Musik-Akademie. Unsere grösste Herausforderung ist, das Versprechen, das dieses Haus mit sich bringt, zu erfüllen. Wir wollen den Jazzcampus als Leuchtturm für die internationale Musikszene etablieren und als lebendiger Ort einen Beitrag an das gesellschaftliche Leben der Stadt leisten.

www.jazzcampus.com

 

Petition für kindergerechten Landhof

  • Montag, 13 Oktober 2014 00:00

Bei der Neugestaltung des Landhofs gehe man nicht auf die Anliegen der Bevölkerung ein, kritisiert der Verein Landhof und lanciert eine Petition. Mit dem vorliegenden Projekt für die Umgestaltung des Landhofes sei die Kinder- und Jugendarbeit in der heutigen Form nicht mehr möglich, erklärte Jugendarbeiter Mirko Ulbl (Bildmitte) von der Kinder- und Jugendarbeit Oberes Kleinbasel. «Wir stehen vor dem Problem, die eroberten Qualitäten für Kinder, Jugendlichen und deren Familien hergeben zu müssen.»

Hohes Gras fehlt künftig

Der wilde, veränderbare Naturspielplatz werde durch die Posi­tion des neuen, geplanten Gebäudes halbiert. Ein Grundbelag aus Steinen ersetze die bisherige Wiese; die verschiedenen Naturspielelemente würden neu in strukturierten Inseln eingeschlossen. «Hohes Gras, wie wir es bis anhin hatten und in welchem die Kinder sich verstecken konnten, wird es nicht mehr geben», kritisierte Ulbl. Unebener Boden für erste Gehversuche von Kindern werde es nicht mehr geben – mit dem Argument, die Wischmaschine könnte kaputt gehen. «Kinder möchten gerne bauen und arbeiten, mithelfen und erwachsen werden. Aber wo bietet sich ihnen diese Gelegenheit ohne Konsumzwang», fragt Ulbl. Zu wenig Platz gibt es gemäss Ulbl auch im neuen, geplanten Pavillon auf dem Landhof. «Unsere mehrfach nutzbaren kleinen Projekträume werden auf einen Gruppenraum reduziert», hält Ulbl fest. Er befürchtet, dass der Landhof den gleichen Charakter erhält wie die Claramatte. Er habe nichts gegen die Claramatte, meinte Ulbl, doch diese richte sich an ein anderes Zielpublikum. 

Aus diesen Gründen hat der Verein Landhof entschieden, eine Petition zu lancieren. Darin fordert der Verein ein Freizeitgebäude wie der Landauer in Riehen. Die gewünschte Gesamtnutzfläche dürfe nicht kleiner werden als die jetzige Nutzfläche der Tribünenräume. Und der veränder­bare Naturspielbereich für Kinder müsse als zentrales Element erhalten werden. Zudem wünscht sich der Verein eine grosszügige Öffnung des Areals in Richtung Wettsteinquartier. Die Petition sei die einzige Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen, erklärte Heinz Käppeli, Präsident des Vereins Landhof (auf dem Bild rechts). Während des gesamten Mitwirkungsprozesses hätten die Verantwortlichen die Anliegen des Vereins Landhof nicht hören wollen. «Man ist nie auf uns eingegangen.»

Wenig Geld – grosser Mehrwert

Carlotta Braun-Gallacchi (links auf dem Bild) unterstützt die Petition voll und ganz. Sie sei mit ihren Kindern oft auf dem Landhof, erklärte die Mutter und forderte, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen für die Umgestaltung des Landhofs. «Im Vergleich zum Mehrwert für Kinder und Familien bringt etwas mehr Geld sehr viel.» Das Angebot auf dem Landhof werde von vielen Familien genutzt, viele Familien seien in den letzten Jahren auch ins Obere Kleinbasel gezogen. Inzwischen hat auch die CVP Glaibasel mitgeteilt, sie unterstütze die Petition, «weil mit dem von der Stadtgärtnerei vorgesehenen Gebäude nicht einmal die bisherige Kinder- und Jugendarbeit mehr möglich ist und der Naturspielraum für Kinder völlig unnötig verkleinert wird».

Online-Petition unter:
www.landhof.ch

 

 

Die «Merlin» liegt sicher im Hafen

  • Dienstag, 07 Oktober 2014 00:00

zen.  Nach 12 Bergungstagen wurde die Merlin am 23. Oktober vollständig vom Wasser und Öl im Rumpf befreit und konnte so in die Schwimmlage gebracht werden. Am Nachmittag des gleichen Tages wurde das gekenterte Transportschiff ins Hafenbecken 1 transportiert. Die Spuren der langen Zeit unter Wasser sind noch deutlich zu sehen (Bild). In den nächsten Tagen wird die «Merlin» nun von der Staatsanwaltschaft untersucht.

 

Kapitän balancierte auf dem Schiff

Das Kiesschiff «Merlin» war am 4. August beim Dreiländereck umgekippt und lag seither kieloben im Dreiländereck. Das 51 Meter lange Kranschiff hatten sich in der Rheinmitte befunden, als es sich plötzlich leicht zur Seite neigte. Dem Kapitän gelang es zuerst noch, das Wasserfahrzeug wieder zu stabilisieren. Dann aber krängte die «Merlin» erneut. Das Schiff hatte bereits starke Schlagseite, als die Rettungskräfte es erreichten. Drei Besatzungsmitglieder wurden vom Polizeiboot aufgenommen. Kurz darauf kippte das Schiff komplett. Wie auf einem drehenden Fass balancierte der Kapitän auf den sich aus dem Wasser hebenden Rumpf des Schiffs: Er ging als letzter – und zum Glück unverletzt – von Bord.

 

«Stücki ist noch nicht am Ziel»

  • Dienstag, 07 Oktober 2014 00:00

Fast fünf Jahre nach der Eröffnung des Einkaufszentrums Stücki hat der Centermanager Jan Tanner das Einkaufszentrum verlassen. Der Nachfolger heisst Tim Mayer. Er ist 30 Jahre alt, frisch verheiratet und stammt aus Nordrhein-Westfalen. In seiner Freizeit betreibt der frühere Aktivfussballer nach wie vor viel Sport.

 

Vogel Gryff: Herr Mayer, wie viele Personen besuchen täglich das Stücki?

Tim Mayer: Ich möchte mich gar nicht so sehr auf diese Kennzahlen konzentrieren. Den Fokus unserer Arbeit legen wir auf die Erreichung von qualitativen Zielen. Wir wollen unseren Kundinnen und Kunden einen vielfältigen Mietermix in einem einzigartigen Shoppingambiente bieten.

 

Man darf aber festhalten, dass Sie mit der Frequentierung nicht zufrieden sind?

Dass wir nach knapp fünf Jahren wirtschaftlich noch nicht am Ziel angelangt sind, ist bekannt und dazu stehen wir. Wir setzen uns aber jeden Tag dafür ein, die Attraktivität zu steigern.

 

Auch im «Blick» vom 24. September fiel die Bilanz nach fünf Jahren Stücki vernichtend negativ aus.

Wie gesagt: Es ist richtig, dass das Stücki noch nicht am Ziel angekommen ist. Es besteht also klar noch Potenzial. Nichtsdestotrotz konnten wir in diesen fünf Jahren wertvolle Erfahrungen sammeln, die uns für die weitere Entwicklung und strategische Ausrichtung des Shopping Centers helfen. Wichtig erscheint uns insbesondere, den Mietermix weiterhin zu optimieren und zielgruppengerichtete Shop-Konzepte am richtigen Standort mit adäquater Verkaufsfläche zu positionieren. Einen ersten Schritt in diese Richtung haben wir bereits mit der H&M Erweiterung gemacht sowie mit der Umsiedlung von Office World im kommenden Dezember.  Am neuen Standort, gegenüber dem Migros Restaurant, wird Office World die aktuelle Verkaufsfläche verdoppeln und so das Sortiment wesentlich erweitern.

 

Was heisst «den Mietermix optimieren»?

Das Stücki muss sich von anderen Detailhandelsstandorten unterscheiden. Wir sind darin bestrebt, Shop-Konzepte im Stücki anzusiedeln, die sonst in der Region nicht vertreten sind  – wie zum Beispiel H&M Home, ein Shop für Wohntextilien und -accessoires, welcher im August eröffnet wurde. Ebenfalls konnten wir im laufenden Jahr die Modegeschäfte Adenauer The Beach House, Kindermoden Stillini und die maritime Marke von Kevin Costner Arqueonautas eröffnen. Daneben bieten wir diverse Serviceleistungen wie zum Beispiel die professionelle Kinderbetreuung im «Stücki Jungle» an.

 

Wie ist das H&M-Home angelaufen?   

Wir sind mit der Entwicklung zufrieden und freuen uns mit H&M home ein neues und innovatives Konzept im Stücki zu haben, welches einem klaren Kundenbedürfnis entspricht. Über konkrete Zahlen zur Entwicklung einzelner Shops oder Branchen können wir keine Auskunft  geben.

 

Hat es Platz für weitere Läden? 

Ja. Der Detailhandel tendiert allgemein dahin, den einzelnen Konzepten grössere Verkaufsflächen zur Verfügung zu stellen. Nach intensiven Analysen und Studien werden wir auch im Stücki entsprechende Flächenoptimierungen vornehmen. So entstehen auf der oberen Verkaufsebene Grossflächen, die wir uns auch für die Einführung von Konzepten im Bereich «Freizeit und Unterhaltung» vorstellen könnten. Ein Shopping Center sollte nicht nur eine interessante Einkaufs-, sondern auch eine Freizeitdestination sein.     

 

Ist der Spassfaktor so wichtig?

Wir sind überzeugt, dass ein Shopping Center nicht nur vom Einkaufen lebt, sondern ein vielfältiges Erlebnis bieten soll.

 

Bis jetzt wurde argumentiert, die schlechte Auslastung liege am Wechselkurs und an der mangelnden Verkehrsanbindung. Daran wird sich in absehbarer Zeit aber nichts ändern.

Natürlich sind die genannten Umstände nicht optimal. Meine Funktion als Center Manager sehe ich darin, das Stücki so zu managen, dass es im Wettbewerbsumfeld dauerhaft erfolgreich besteht. Die Aufgabe meines Teams und mir ist es, die Anforderungen, Wünsche und Bedürfnisse der verschiedenen Mieter sowie der Kunden zu erkennen und zu berücksichtigen und so das Center langfristig erfolgreich zu positionieren.   

 

Ihr Vorgänger Jan Tanner hatte den Bonus des Einheimischen, er ist sogar im Kleinbasel aufgewachsen. Sie stammen aus Nordrhein-Westfalen und können nicht von diesem Bonus profitieren. Wie gut sind Sie im Quartier verankert?

Ich arbeite über ein Jahr im Stücki und konnte mich zwischenzeitlich gut einleben. Die Verankerung ist mir sehr wichtig: Wir sehen uns als Teil von Kleinhüningen und möchten zur Weiterentwicklung des Quartiers beitragen. 

 

Welchen Coup landen Sie dieses Jahr?

Aktuell stehen wir mit potentiellen Mietpartnern in Verhandlung und werden nach Vertragsabschluss  entsprechend orientieren.