Mittwoch, Juni 20, 2018

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Kleinbasel

«D Boscht goot ab» an der Fasnacht 2018

  • Donnerstag, 28 Dezember 2017 16:58

Am 28. Dezember 2017 hat das Fasnachts-Comité die Katze aus dem Sack gelassen. «D Boscht goot ab» heisst das Motto der Basler Fasnacht 2018. Damit stehen die «Drey Scheenschte Dääg» ganz im Zeichen der Schweizer Post und ihrer Modernisierung. Gestaltet wurde die Plakette 2018 von einer Basler Künstlerin. Zum ersten Mal in der Geschichte des Fasnachts-Comités gibt es die Plakette auch als Anhänger für eine Halskette.

Die Post als Bank. Die Post als Kiosk. Die Post in der Bäckerei oder im Quartierladen. Die drohende Schliessung der Basler Hauptpost – die Post bewegt im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur Pakete und Briefe von A nach B, sondern auch die Gemüter in Basel und in der ganzen Schweiz. Grund genug, der Post und den kontroversen Diskussionen rund um diese Institution eine Plakette zu widmen, findet das Fasnachts-Comité. In einem anonymen Verfahren wurde im August 2017 der Plakettenentwurf von Clelia Zoller ausgewählt.

Fasnächtlerin mit Leib und Seele
Für Clelia Zoller ist die Veränderung der Post ein emotionales Thema, das viele Menschen betrifft: «Nicht nur wegen der Schliessung der Filialen in den Quartieren. Die Post denkt darüber nach, Pakete mit Drohnen und Robotern zuzustellen. Das ist ein grosser Einschnitt in unseren Alltag.» Deshalb sei auch das Motto «D Boscht goot ab» so treffend: Es passiert etwas mit der Post, sie verändert sich. Und natürlich sei das Motto auch im übertragenen Sinn auf die Fasnacht gemünzt.
Clelia Zoller arbeitet in Basel als Fotografin, Retuscheurin und Laternenmalerin. Nach Irène Zurkinden 1934 und Mirjam Pierig 1993 ist Clelia Zoller die dritte Frau, die den Plakettenwettbewerb gewinnt. Seit ihrem 11. Lebensjahr ist Clelia Zoller aktive Fasnächtlerin und pfeift in der Alten Garde eines Grossbasler Stammvereins. Auch während ihrer Zeit, als sie in den USA gelebt und gearbeitet hat, blieb sie der Fasnacht treu. Zudem malt Clelia Zoller seit über 20 Jahren Fasnachtslaternen. Den Plakettenwettbewerb gewinnt die Baslerin zum ersten Mal. 

Aus dem Couvert an die Fasnacht
Auf der Plakette dargestellt ist ein geöffnetes Couvert. Darin zu sehen sind drei Fasnachtsfiguren, die auf ihren Instrumenten spielen. Die drei Figuren scheinen aus dem Couvert herauszusteigen, der Tambour steht mit einem Bein bereits mitten im Geschehen. Das Couvert trägt zudem einen typischen Poststempel mit dem Aufdruck «Fasnacht Basel 2018».

Das Fasnachts-Comité ist überzeugt, dass die Plakette beim Publikum gut ankommt. «Das Thema Post bewegt die Menschen. Ausserdem ist die Plakette sehr schön gestaltet, auf das Wesentliche reduziert und sauber ausgearbeitet», erklärte Adrian Kunz, Plakettenverantwortlicher beim Fasnachts- Comité, am 28. Dezember an der Plakettenvernissage. Der Verkauf der Plakette startet am Samstag, 6. Januar 2018. Die Preise sind unverändert.

Plakette als Schmuckstück
Auf vielfach geäusserten Wunsch kann man die Plakette zum erstenhttp://www.fasnachts-comite.ch Mal auch als Anhänger kaufen. Dafür wurden Bijoux mit einem Ringlein für eine Halskette versehen. Der Anhänger kostet gleich viel wie das Bijou und wurde in einer begrenzten Auflage produziert. Der Verkauf des Anhängers startet am Montag, 8. Januar 2018, 13.30 Uhr bis 18 Uhr im Sekretariat des Fasnachts-Comités am Blumenrain 16 in Basel.

www.fasnachts-comite.ch 

 

Grosses Feuerwerk heisst das Neue Jahr willkommen

  • Donnerstag, 28 Dezember 2017 09:28

In der Silvesternacht kommt die Bevölkerung in den Genuss eines grossen Feuerwerks über dem Rhein. Zudem wird an den Rheinufern kostenlos Glühwein an die Besucherinnen und Besucher ausgeschenkt. Auf dem Münsterplatz erleben die Menschen eine traditionelle und eher besinnliche Silvesterfeier.

Die Silvesterfeierlichkeiten in Basel bieten sowohl Liebhabern von Feuerwerk als auch Freunden von besinnlichen Feiern die Möglichkeit, das neue Jahr zu begehen. Auf dem Münsterplatz wird eine eher ruhige und traditionelle Feier stattfinden. Diese beginnt um 23.30 Uhr mit dem Stadtposaunenchor. Die grosse Glocke des Martinturms wird zwischen 23.45 und 23.55 Uhr das alte Jahr ausläuten. Das Einläuten des neuen Jahres erfolgt traditionsgemäss mit allen Glocken der Stadt. Der Gottesdienst im Münster beginnt um 00.15 Uhr und endet um 00.30 Uhr.

Silvesterfeuerwerk am Rhein
Dank der Privatinitiative und der grosszügigen Unterstützung des Bijoutiers Michele Parini kommt die Bevölkerung auch in der diesjährigen Silvesternacht in den Genuss eines imposanten Feuerwerks über dem Rhein. Das Spektakel beginnt traditionsgemäss um 00.30 Uhr. Die Firma Bugano AG, die ebenfalls für das Feuerwerk anlässlich der Bundes­feier am Rhein verantwortlich zeichnet, ist für die Durchführung zuständig. 
Die Organisatoren des Feuerwerks werden in der Silvesternacht zudem zwischen 23 und 01 Uhr vor der Cargo Bar bei der Johanniterbrücke kostenlos Glühwein an die Bevölkerung ausschenken. Die Kosten des Anlasses werden von Michele Parini, vom Swisslos-Fonds Basel-Stadt und vom Grand Hotel Les Trois Rois getragen.

Basler Verkehrsbetriebe mit Sonderfahrplan
Zum Feuerwerk und zur Silvesterfeier auf dem Münsterplatz werden tausende Besucherinnen und Besucher aus Basel und der Region in der Innenstadt erwartet. In diesem Zusammenhang bitten die Organisatoren die Personen, welche Silvester gerne ausgelassen feiern und selbst Feuerwerk abbrennen möchten, sich auf dem Marktplatz oder an den Rheinufern einzufinden. Der Münsterplatz soll denjenigen vorbehalten bleiben, welche die Silvesternacht in einem besinnlichen Rahmen begehen möchten. 
Die Mittlere Brücke wird ab 23 Uhr für den privaten Verkehr und ab ca. 23.30 Uhr für den öffentlichen Verkehr in beiden Richtungen gesperrt. Die Besucherinnen und Besucher werden gebeten, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt zu fahren. Nach dem Feuerwerk bieten die BVB spezielle Spätfahrten an. Eine detaillierte Fahrgastinformation liegt in den BVB-Fahrzeugen auf.

 

«Zuerst habe ich meine Ausbildnerin umarmt»

  • Donnerstag, 21 Dezember 2017 09:10

Nadine Stäuble ist «Lehrling des Jahres 2017». Sie macht bei Manor an der Greifengasse die Lehre als Polydesignerin.

Vogel Gryff: Frau Stäuble, wer hat Sie dazu motiviert, beim Wettbewerb «Lehrling des Jahres» mitzumachen?

Nadine Stäuble: Mein Berufsschullehrer hat mir das vorgeschlagen. Zuerst stand ich der ganzen Sache skeptisch gegenüber. Aber auch meine Chefin und meine Ausbildnerin haben mich motiviert und unterstützt. Nach der Abwägung der Vor- und Nachteile war ich überzeugt, dass ich im besten Fall nur gewinnen und nichts verlieren kann. So habe ich mich beworben, und eine Fachjury hat mich zu einer der zehn Finalisten erkoren.

 

Am 1. November wurden alle Finalisten zu einem Wettstreit – einem so genannten Contest – eingeladen. Was ist dort passiert?

An acht Posten mussten wir diverse Aufgaben bewältigen –  zu Themen wie Allgemeinbildung, Umwelt und Natur, Medienwissen, Sicherheit und Prävention, Geschicklichkeit und Teamwork. Dazu mussten wir den eigenen Beruf vorstellen und eine Migros-Tasche designen.

 

Waren Sie vor dem Contest nervös?

Ich habe eine Schauwand anliefern lassen. Da es mit der Lieferung etwas knapp wurde, bin ich schon etwas nervös geworden. Sobald es losging, hat sich die Nervosität aber gelegt. Und als ich die anderen Finalisten kennengelernt habe, ist auch ein grosses Gemeinschaftsgefühl entstanden.

 

Wie ging es weiter?

Nach dem Contest folgte das Online-Voting. Ziel war, möglichst viele Leute für eine Stimmabgabe zu motivieren. Dafür haben wir einen riesigen Aufwand betrieben – sowohl in der Manor wie auch im privaten Umfeld. So kam ich in der Abstimmung auf den zweiten Platz.

 

Wie war der Finaltag?

Als erstes durften wir uns als «Montagsmaler» betätigen. Wir hatten 30 Sekunden Zeit, Skizzen zu vorgegebenen Begriffen anzufertigen. Die anderen Finalisten durften raten: Wer es wusste, drückte auf den Knopf. Wer richtig lag, erhielt 10 Punkte; wer falsch lag, erhielt 10 Negativpunkte. Bei diesem Wettbewerb konnte ich gewinnen.

 

Gewonnen haben Sie auch den Titel «Lehrling des Jahres». Wie haben Sie reagiert?

Ich dachte: Oh mein Gott, und konnte es gar nicht glauben. Zuerst habe ich meine Ausbildnerin umarmt. Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, was alles auf mich zukommen wird.

 

Was ist denn auf Sie zugekommen?

Es wurden unzählige Fotos von mir gemacht. Bevor ich meine Familie umarmen konnte, musste ich schon Interviews geben, tags darauf ging es im gleichen Stil weiter. Ich habe auch eine Ein­ladung zum Neujahrsapéro des Gewerbeverbandes bekommen.

 

Wie gehen Sie mit der Tatsache um, im Rampenlicht zu stehen?

Ich kann gut damit umgehen, weil ich ein offener, kommunikativer Mensch bin. Ich denke nicht, dass diese Auszeichnung mich verändert hat. Es ist ja nicht mein Titel, sondern unser Titel: Alle sind hinter mir gestanden, nicht nur hier bei Manor, sondern auch in der Schule und privat.

 

Sie sind in der Ausbildung zur Polydesignerin. Was beinhaltet Ihr Beruf?

Früher hiess der Beruf Dekorationsgestalter. Unsere Hauptaufgabe ist es, die Waren und Produkte gezielt in Szene zu setzen, um so Emotionen zu wecken und den Kaufwunsch auszulösen. 

 

In Zeiten von steigenden Einkäufen per Internet ist das eine Herausforderung.

Natürlich, aber das macht diesen Beruf auch spannend. Ich habe das Gefühl, dass die Kundinnen und Kunden künftig wieder vermehrt das Erlebnis suchen und die persönliche Beratung schätzen. Die Digitalisierung gibt uns aber auch neue Chancen für die Warenpräsentation.

 

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Mein erstes Ziel ist es, die Lehre in einem Rang abzuschliessen. Wie es dann weitergeht, ist schwer zu sagen, unser Beruf ist einem ständigen Wandel unterworfen. Ich könnte mir vorstellen, einmal als Ausbildnerin tätig zu sein.

 

 

 

 

Der Negro-Tambourmajor singt alle Stücke mit

  • Donnerstag, 21 Dezember 2017 08:56

Roger Schätti, Tambourmajor der Kleinbasler Guggenmusik Negro-Rhygass 1958, erzählt im Interview über die Vorbereitung aufs Drummeli 2018 und über seine Rolle als Brückenbauer zwischen der Gugge und dem Publikum. Nach zehn Jahren als Tambourmajor steht der 57-Jährige vor seiner letzten Fasnacht als Tambourmajor.

 

Vogel Gryff: Die Negro-Rhygass wurde an der Presse­konferenz zum Drummeli 2018 als eierlegende Wollmilchsau bezeichnet – in Anspielung darauf, dass die Negro sowohl als Gugge auftritt wie auch trommelt und pfeift und einen Wagen präsentiert. Heisst das, Sie kommen am Drummeli mit einem Wagen auf die Bühne?

Roger Schätti: Nein, unsere Wägeler kommen am Drummeli leider nicht zum Zug. Dafür werden die Pfeifer, Tambouren und die Guggenmusik mit einer über 70-köpfigen Formation eine schöne musikalische Kombination präsentieren.

 

Was zeigen Sie dem Publikum am Drummeli? Dürfen Sie überhaupt etwas verraten?

Einiges darf man schon verraten. Wir nehmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch das Kleinbasel und beleuchten dabei die Geschichte der Negro. Die Reise beginnt um 4 Uhr morgens und dauert bis morgens um 4 Uhr – wie die Fasnacht.
 

Seit wann wissen Sie, dass Sie am Drummeli auftreten dürfen?

Aufgrund unseres bevorstehenden 60. Geburtstages haben wir schon früh eine Anfrage gestartet, ob wir 2018 am Drummeli dabei sein dürfen. Vor rund zwei Jahren haben wir die Zusage bekommen.
 

Wann haben Sie mit den Vorbereitungen begonnen?

Mitte 2016 haben wir ein OK gebildet, das sich mit dem Thema, der Musik und dem visuellen Auftritt befasst hat. 
 

Schöpfen Sie aus Ihrem Repertoire oder haben Sie neue Stücke eingeübt?

Unsere erste Idee war, nur neue Stücken zu präsentieren. Bei der zweiten Version, die wir jetzt umsetzen, handelt es sich um eine Kombination zwischen einem alten und einem neuen Stück. Es ist eine Art Medley mit der Sequenz eines alten Stücks. Damit wollen wir auch die musikalische Geschichte der Negro abbilden.
 

Wie heftig wurde um das Thema gerungen?

Zum Teil gab es recht hitzige Diskussionen, die drei bis vier Stunden gedauert haben.
 

Wann haben Sie mit den Proben für das Drummeli begonnen?

Rund anderthalb Jahre vor dem Auftritt haben wir begonnen, die neuen Bauteile einzuüben. 

 

Müssen Sie für den Drummeli-Auftritt mehr üben?

Nicht unbedingt mehr, aber anders und qualitativ besser. Wir haben zwei ganze Samstage geplant, an denen wir explizit für das Drummeli üben.

 

Wie sieht der visuelle Auftritt aus? 

Verraten darf ich, dass wir mehrere Steckenlaternen zeigen, die alle Clownlarven in der Geschichte der Negro repräsentieren. Wir treten nicht mit unseren traditionellen Clownkostümen auf. Wie genau das Spiel aussieht, ist und bleibt aber eine Überraschung. 

 

Ihr Auftritt dauert vier Minuten und einige Sekunden. Wie schwer ist es, in dieser kurzen Zeit einen geschichtlichen Überblick zu präsentieren?

Die Sequenzen aus den Stücken auf die kurze Auftrittszeit anzupassen, ist die grosse Kunst unseres Musikchefs Stefan Krattiger. Er hat die Stücke speziell für das Drummeli arrangiert. 

 

Die Negro Rhygass gilt als Formation, die viel Wert legt auf eine hohe Qualität der Musik. 

Das kann man so sagen. Unser Credo heisst: Wir spielen lieber weniger neue Stücke pro Jahr ein, dafür in einer hohen Qualität. Bis die Stücke sitzen, üben wir nach Noten.


Wie wichtig ist ein Drummeli-Auftritt für eine Clique? 

In den letzen zehn Jahren waren wir alle zweieinhalb Jahre an grossen Vorfasnachtsveranstaltungen wie dem Drummeli oder dem Charivari. Dadurch wird man bei einem breiten Fasnachtspublikum bekannt. Mit zehn Veranstaltungen erreichen wir rund 10 000 Zuschauerinnen und Zuschauer.Dadurch erreicht man einen gewissen Stellenwert in der Fasnachtsszene. 

 

Das Drummeli findet während einer Woche täglich statt. Wie gross ist die Belastung für den Tambourmajor?

Belastung ist der falsche Ausdruck, aber ich werde in dieser Zeit wohl nicht viel schlafen. Denn ich habe einen langen Heimweg bis ins hintere Leimental. 

 

Wie wichtig ist das Dirigieren mit dem Majorenstab? Kann der Tambourmajor auf der Bühne überhaupt etwas bewirken? 

Meine Aufgabe besteht vor allem darin, eine Brücke zu schlagen zwischen der Gugge und dem Publikum. Ich sorge dafür, dass beim Publikum der Funke springt, das ist mir in den letzten Jahren gut gelungen. Meinen Musikern sage ich immer: Spielt aus dem Bauch heraus, zeigt dem Pubikum Eure Freude an der Musik. Das geht auch mit einer Larve. 

 

Ist ein Tambourmajor nicht auch ein wenig Selbstdarsteller?

Jeder zelebriert das anders. Ich bewege mich gern und singe unter der Larve alles mit. So will ich die musikalischen Elemente für das Publikum greifbar machen.

 

Wie stark ist das Lampenfieber vor dem Auftritt? 

Es ist wie vor einer Prüfung. Vor der Premiere ist das Lampenfieber grösser. Wenn man einmal weiss, wie das Publikum reagiert und wie die Presse urteilt, wird es einfacher, und die Anspannung legt sich langsam. Interessant finde ich, dass das Publikum nicht jeden Abend dasselbe ist und somit auch nicht gleich reagiert.

 

Das Drummeli findet vom 3.  bis zum 9. Februar 2018 jeweils um 19.30 Uhr (ausser sonntags 14 Uhr) im Musical Theater Basel statt. Es hat noch Tickets in allen Kategorien. Die Tickets kosten 43, 53, 63 und 73 Fr. und können beim Fasnachts-Comité am Blumenrain 16, bei Bider & Tanner an der Aeschenvorstadt 2 und über www.drummeli.ch sowie an den üblichen Vorverkaufsstellen bezogen werden. An der Abendkasse können Jugendliche mit Ausbildungs-Ausweis und sozial Benachteiligte mit der «KulturLegi» Restkarten zum halben Preis kaufen.

 

 

Inspiriert vom Flugpionier

An der Fasnacht 2018 feiert die Guggenmusik Negro-Rhygass 1958 ihren 60. Geburtstag in vollen Zügen. Dazu gehört ein Auftritt am Drummeli 2018 (Interview links). Für die Fasnacht 2018 hat die Clique zudem neue Trommeln und Pauken gekauft, und sie tritt in einem neuen Clownkostüm auf. Der typische  Negro-Clown, erschaffen im Jahr 1973 von Walti Goetz, kommt mit neuen Elementen daher – Markenzeichen wie die silbernen Clownschuhe und die Säuli auf den Larven bleiben im Grossen und Ganzen erhalten.

Die Ursprünge der Negro-Rhygass reichen zurück bis ins Jahr 1927. Damals machten einige Kleinbasler unter diesem Namen Guggenmusik. Negro heisst die Gugge wegen des Schweizer Flugpioniers Walter Mittelholzer (1894 bis 1937), der 1927 in 76 Tagen von Zürich nach Südafrika geflogen war. So entstand auch das Emblem der Gugge, der kleine Mohr mit einer Pauke. 1930 lief die Negro-Rhygass als Clique den Cortège trommelnd und pfeifend, 1948 bis 1950 wurde sie zur Wagenclique umfunktioniert, da die Trommler fehlten.

Die Neugründung erfolgte 1957 im Rebhaus unter der Initiative von Adolf «Spatz» Berchtold, der bis letztes Jahr noch aktiver Fasnächtler bei den Negro war. Ihm zur Seite standen ein paar «Glaibasler Buebe», die rund um den Lindenberg wohnten. 1968, 1983, 1998 und 2008 trat die Negro-Rhygass am Drummeli auf; 1985, 2012 und 2015 war die Clique am Charivari zu Gast. Das Jahr 1992 ging in die Geschichte ein: Mit dem Sujet «600 Joor Glai- und Grossbasel» hat die Clique den Volksbrauch «Vogel Gryff» umgesetzt. Voraus marschierten die drei Ehrenzeichen mit ihren Bannerherren, dahinter das Spiel im Ueli-Kostüm, angeführt vom Major als Lällekönig. Der Fasnachtsmontag begann für die Negro damals mit der Flossfahrt des Wild Maa. Eine Spezialität der Gugge sind zehn Tambouren, neun Pfeifer und vier Paukisten, die das Spiel ergänzen. Die Negro-Rhygass hat ein Repertoire von 30 Stücken und ist vor allem eine Marschmusik, die kaum einmal ein Ständchen auf einem Platz oder in einem Hinterhof gibt.

Am Cortège präsentiert sich die Negro-Rhygass traditionell mit einem Wagen, weshalb sie in der Fasnachtsszene auch als «Waagecliquegugge» bezeichnet wird. Auf dem Wagen am Schluss des Zugs machen vor allem ältere «Negro-Buebe» Fasnacht; zudem dient der Wagen als Proviantlager und Produktionsort für Grillwürste, wie Tambourmajor Roger Schätti schmunzelnd ausführt. «Unsere Wägeler sind seit dem Herbst daran, den Wagen zu gestalten. Auch er wird im Zeichen unseres 60. Geburtstages stehen.»

www.negro-rhygass.ch