Samstag, September 22, 2018

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Kleinbasel

Staat saniert Fassade an Privathaus

  • Donnerstag, 30 Oktober 2014 00:00

Thomas Lachenmeier, Inhaber des Farbengeschäfts Lachenmeier, musste sich schon einiges anhören wegen der Wand vis-à-vis der Polizeiwache Clara. Die Fassade, die direkt neben der Liegenschaft von Lachenmeier steht, ist an sich schon ein Schandfleck. In letzter Zeit hat zudem der Zahn der Zeit an der Wand genagt. Als ein Helikopter in der Nähe zu tun hatte, seien wegen der aufgewirbelten Luft Fassadenteile durch die Luft geflogen, erzählt man sich im Quartier.

Fassade gehört dem Staat 

Kein Wunder fragte man sich, warum Thomas Lachenmeier die Fassade nicht saniert. «Weil die Fassade uns nicht gehört», sagt Lachenmeier dazu. Hinter der Wand befinde sich eine Brandmauer, und erst dahinter würden die Lachenmeierschen Liegenschaften beginnen. Ältere Leute können sich noch an den Durchbruch erinnern, der nötig war, um die kurze Gasse zwischen der Clarastrasse und dem Clarahofweg zu bauen. Aus unerfindlichen Gründen wurde die Fassade damals stehen gelassen. Seither «klebt» sie am Haus der Firma Lachenmeier. Vor einigen Wochen hat der Kanton nun mit der Sanierung begonnen. Wie ein Sprecher von Immobilien Basel-Stadt erklärte, könnte diese bis zum Frühling dauern. Wegen der OSZE-Ministerkonferenz vom 4. bis 5. Dezember müssten die Arbeiten unterbrochen werden. Je nach Witterung könnte danach erst wieder im Frühling gebaut werden.

Keine aufgemalten Fenster

Die künftige Farbe der Fassade sei noch nicht festgelegt. Dem Wunsch einiger Anwohner, die Fassade wenigstens mit aufgemalten Fenstern zu verschönern, könne Immobilien Basel-Stadt nicht entsprechen. «Das ist definitiv nicht geplant», erklärte der Sprecher.

 

Roche investiert drei Milliarden im Kleinbasel

  • Mittwoch, 22 Oktober 2014 00:00

zen. Der Pharmakonzern Roche setzt voll auf den Standort Basel. In den nächsten zehn Jahren werden auf dem Areal im Kleinbasel rund drei Milliarden Franken investiert, wie Konzernchef Severin Schwan am 22. Oktober erklärte. Kernstück des Ausbauprojekts ist der Neubau eines 50-stöckigen Bürogebäudes. Damit erhält der sich im Bau befindliche Roche-Turm einen Kollegen. Dieser soll gleich daneben –auf der anderen Seite der Grenzacherstrasse – erbaut und bis 2021 eröffnet werden. Der zweite Turm kostet 550 Millionen und wird mit 205 Metern und 50 Stockwerken noch etwas höher als der erste.

Auf dem Gelände des heutigen Baus 74 baut Roche bis 2018 zudem ein neues Forschungszentrum. Es besteht aus vier Büro- und Laborgebäuden von unterschiedlicher Höhe und soll 1,7 Milliarden kosten. Insgesamt steckt der Konzern weitere 700 Millionen in die Erneuerung bestehender Gebäude am Standort Basel. Un das architektonisch herausragende Verwaltungsgebäude (Bau 21) wird vollständig renoviert, was weitere 85 Millionen Franken verschlingt.

9000 Mitarbeitende in Basel

Roche beschäftigt am Standort Basel gegenwärtig rund 9000 Mitarbeitende. Auch nach dem Bezug des sich im Bau befindlichen ersten Turms werden noch 3000 Mitarbeitende ausserhalb des Standortes über ganz Basel verteilt sein, wie Schwan weiter ausführte. Mit der Verdichtung des Standorts sollen bis etwa 2021 möglichst alle Mitarbeitenden auf dem Areal zusammen gezogen werden. «Roche setzt langfristig auf die Schweiz und Basel als Konzernhauptsitz und gleichzeitig einen unserer weltweit wichtigsten Standorte. Hier in Basel ist die gesamte Wertschöpfungskette vertreten. Mitarbeitende aller Unternehmensbereiche, für die wir ein attraktives Arbeitsumfeld wollen, leisten hier einen entscheidenden Beitrag zur Innovationskraft der Roche Gruppe», kommentierte Schwan die Ausbaupläne.

Lesen Sie mehr über die Pläne der Roche im nächsten «Vogel Gryff» vom 30. Oktober. In unserer gedruckten Ausgabe werden auch weitere Visualisierungen der geplanten Roche-Gebäude präsentiert.

Kleinbasel – ein kulinarisches Paradies

  • Mittwoch, 15 Oktober 2014 00:00

In der Deutschschweiz gibt es keinen Ort, an dem man besser isst als in Basel. Nirgendwo drängen sich so viele Gourmet­lokale auf derart engem Raum. Aus Kleinbasler Sicht braucht man nur einen Sprung über den Rhein zu tun, um beim «Koch des Jahres» Peter Knogl eine Mahlzeit einzunehmen. Der Bayer kocht mit seinem Team im Restaurant Cheval Blanc im Hotel Les Trois Rois. Für seine Spitzenküche wurde er von Gault Millau mit 19 Sternen ausgezeichnet – eine Bewertung, die kaum übertrumpft werden kann.

Auf einer Höhe mit Grandits

Nur einen Stern weniger hat Peter Moser (Bild) vom Restaurant Les Quatres Saisons an der Clarastrasse ergattert. Mit sage und schreibe 18 Punkten bewegt er sich auf derselben kulinarischen Hochebene wie das Stucki von Tanja Grandits. «Mit neuem Team und alter Klasse» habe er sich die Auszeichnung redlich verdient, schreibt die «Schweizer Illustrierte». Höhepunkte im Repertoire von Peter Moser sind eine Terrine de Foie gras, ein Turbot-Fisch mit frischer Meerwassernote, kleine Morcheln mit Spinat und Schalottenbrunoise, ein Scampo mit Zitronengras-Weinschaum und ein Loup de Mer mit Fregola. Stolz kann auch Roger Willi­mann sein. Mit seiner Crew kocht er im Restaurant Schifferhaus in Kleinhüningen auf 14-Punkte-Niveau. Eine Wucht seien dort das Kartoffelsavarin mit Brunnenkresse-Smoothie, das Crevettentatar, die Entenbrust und die Kaki-Cannelloni, schreiben die Experten von Gault Millau.

13 Punkte für das Hotel Krafft 

Den letzten Platz im Reigen der Gourmet-Lokale im Kleinbasel nimmt das Hotel Krafft ein. Die Küche von Silvio Wieland war den Testessern 13 Punkte wert. Gelobt wird dort das «Hin und Her zwischen klassischer Kochkunst und neuen Ansätzen». Als Beispiel genannt wird Schwarzwurzeltatar auf rohem, mildem Eigelb.

 

«Eine Ausbildung auf höchstem Niveau»

  • Mittwoch, 15 Oktober 2014 00:00

Der neue Jazzcampus der Musik-Akademie Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) wurde kürzlich eröffnet. Auf dem früheren Fabrikareal der Willy A. Bachofen AG an der Utengasse 15 haben die Architekten von Buol&Zünd historische Substanz und moderne Bauweise verbunden und den Gebäudekomplex behutsam in das Quartier integriert. Die Infrastruktur im Jazzcampus ist im internationalen Vergleich auf höchstem Niveau, wie Bernhard Ley (58), Leiter Abteilung Jazz bei der Musikhochschule der FHNW, im Interview erläutert.

 

Vogel Gryff: Herr Ley, was ist das für ein Gefühl, die neuen Räume im Jazzcampus beziehen zu dürfen?

Bernhard Ley: Ich bin sehr glücklich; es ist ein langer Traum in Erfüllung gegangen. Wir arbeiten seit bald sieben Jahren am Projekt Kleinbasel. Nun freut es uns, in diesen international einzigartigen Musikräumen arbeiten zu dürfen. Vorher haben wir auf dem Dreispitzareal gearbeitet. Dort waren wir etwas isoliert und wurden weniger beachtet. Das Kleinbasel ist für mich der schönste Ort in Basel überhaupt – weil er so viele Optionen offen lässt. Wir werden hier ein Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und empfinden das als absoluten Luxus. 

 

Wie nimmt der Normalbürger den Jazzcampus wahr?

Es gibt viele Interessierte, die sich bei uns im Innenhof umschauen. Dabei sehen wir viele strahlende Gesichter. Wir wollen ein offenes Haus sein. Über 4000 Menschen haben die Konzerte besucht, die wir während dem dreitägigen Eröffnungsevent im vergangenen September organisiert haben. Links neben dem Eingang wollen wir bis Mitte 2015 einen Jazzclub mit einem regelmässigen Programm einrichten. 

 

Wie gestaltet sich das Leben im Jazzcampus?

Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler sowie über 60 Studierende lernen bei international renommierten Lehrerinnen und Lehrern, Dozentinnen und Dozenten alles über die Feinheiten des Jazz. Gegenüber der früheren Infrastruktur haben wir hier an der Utengasse modernste Räume, die es auch erlauben, mit der Musik zu experimentieren. Wir haben sehr gut ausgerüstete Aufnahmestudios, Musik-Labs mit Klavieren, Bandräume, Seminarräume und auch Studentenwohnungen.

 

Lärmklagen sind keine zu befürchten?   

Wenn das passiert, haben wir beim Bau Fehler gemacht (lacht). Alle Räume sind gegen innen und aussen isoliert. Wichtig ist bei uns auch die Akustik: Sie wird mit architektonischen Massnahmen gewährleistet. Absolut toll war die Unterstützung der beiden Stiftungen Habitat (für den Bau des Hauses) und Levedo (Ausbau der Jazzschule). Die beiden Stiftungen haben ihre Qualitätsansprüche sehr konsequent verwirklicht.    

 

Was ist spannend am Jazz, im Vergleich etwa zur Klassik?

Jazz erlaubt einen freieren Umgang mit der Musiksprache. In der Klassik interpretiert man und hält sich wenn möglich an den Text – im Jazz darf man verformen, verändern, umgestalten. Jedes Mal, wenn man ein Jazzstück spielt, darf es anders daherkommen, aber man geht von einer gemeinsamen Sprache aus. Dies dürfte man meines Erachtens auch in der Klassik mehr machen. Ich stelle sowieso eine langsame, aber stetige Verschmelzung der beiden Richtungen fest.

 

Haben sich die Studentenzahlen im Bereich Jazz verändert? 

Die Zahlen waren in den letzten Jahren konstant. Es ist ja nicht so, dass der Bedarf an Musikern steigt. Unsere Aufgabe ist es, denen, die Talent dafür haben, eine Ausbildung auf höchstem Niveau  anzubieten.

 

Wo sehen Sie Ihre grösste Herausforderung als Leiter des Hauses?

Ich führe das Haus zusammen mit Alain Veltin, Leiter der Jazzmusikschule der Musik-Akademie. Unsere grösste Herausforderung ist, das Versprechen, das dieses Haus mit sich bringt, zu erfüllen. Wir wollen den Jazzcampus als Leuchtturm für die internationale Musikszene etablieren und als lebendiger Ort einen Beitrag an das gesellschaftliche Leben der Stadt leisten.

www.jazzcampus.com