Freitag, November 16, 2018

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Kleinbasel

Lachenmeier gibt Währungsgewinne weiter

  • Mittwoch, 04 Februar 2015 00:00

«Wir mussten damit rechnen, dass die Untergrenze zum Euro irgendwann aufgehoben wird», sagt Thomas Lachenmeier. Weil der Zeitpunkt offen war, habe er sich jedoch nicht darauf vorbereiten können, erklärt der Inhaber von Lachenmeier Farben an der Clarastrasse 46 bis 48. Lachenmeier importiert etwa die Hälfte seiner Produkte aus dem Euro-Raum. Als die Nationalbank die Untergrenze aufgegeben hat, hat Lachenmeier sofort darauf reagiert. Er hat mit den Produzenten aus dem Euro-Raum direkt verhandelt und in vielen Fällen Erfolg gehabt. «Wo wir reagieren können, haben wir es getan», erklärt der Kleinbasler Unternehmer.
Rund 600 Produkte aus dem Sortiment sind bereits günstiger geworden. Weitere Preisabschläge würden folgen, versichert Lachenmeier. Er rechnet damit, mit der Zeit rund 1000 Produkte billiger anbieten zu können. Kurzfristig verzichtet Lachenmeier damit auf einen Teil der Marge, denn er hat noch Produkte im Lager, die er vor der Aufhebung der Untergrenze zu einem höheren Euro-Kurs eingekauft hatte.


Rabatt auf Schildern deklariert
Bei Produkten, auf denen die Preise fest eingraviert sind, deklariert das Farbengeschäft Lachenmeier den Währungsrabatt mit einem Schild und zieht den Rabatt dann an der Kasse ab – etwa auf Pinsel (10 Prozent Rabatt), auf Faber-Castell-Produkte (acht Prozent Rabatt) und einige Autolackierer-Produkte (10 bis 20 Prozent). Bei anderen Produkten wird der neue Preis am Regal angeschrieben.
Nicht immer kann Thomas Lachenmeier aber einen Währungsrabatt gewähren. So gestalten sich etwa Verhandlungen mit Generalimporteuren manchmal schwierig. «Eine pauschale Lösung gibt es nicht», sagt Lachenmeier deshalb. Dafür zu sorgen, dass man konkurrenzfähig sei, gehöre sowieso zur Daueraufgabe eines Unternehmers. In seinem Geschäft hat er bis jetzt wegen des starken Frankens keinen Umsatzeinbruch erlebt. «Vielleicht liegt das vor allem an der Stärke unseres Sortiments», meint Lachenmeier. Etwas Verständnis zeigt er für Leute, die wegen des starken Frankens über die Grenze einkaufen gehen. «Grundsätzlich sägen aber diese Leute am Ast, auf dem sie sitzen», unterstreicht der Unternehmer.

Wieder ein Wirtewechsel im Basilisk

  • Dienstag, 27 Januar 2015 00:00

Die Gerüchteküche im Kleinbasel brodelt. Dem Wirt René Torzi und seiner Lebenspartnerin Corina Caspescha sei von der Erbengemeinschaft Cavegn, der Besitzerin von Hotel und Restaurant Basilisk, nach nur eineinhalb Jahren gekündigt worden. An ihrer Stelle werde Andreas Cavegn die Kleinbasler Beiz an der Klingentalstrasse 1 übernehmen. Cavegn gehört der Erbengemeinschaft an und hatte das Parkrestaurant Lange Erlen bis zu dessen Umbau betrieben.
Wie so oft sind Gerüchte nur teilweise wahr. «Uns wurde nicht gekündigt, wir haben gekündigt», stellt Caspescha auf Anfrage klar. Der Grund: Der bisherige Pachtvertrag fürs «Basilisk»  läuft Ende Jahr aus. Das Paar wünschte neu einen Fünfjahresvertrag, die Erbengemeinschaft Cavegn bot dagegen maximal zwei Jahre an – wegen möglicher Interessenten aus der eigenen Familie. «Um etwas Sinnvolles aufzubauen, war uns das aber zu kurz», sagt Torzi. Das Paar begann sich deshalb anderweitig umzusehen – und wurde fündig: Am 29. August eröffnen die Beiden den Landgasthof «Tanne» in Rosshäusern bei Bern.


Zurück in die Heimat
«Nach fast 50 Jahren im Kleinbasel habe ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu diesem Schritt entschlossen», sagt Torzi. Hier sei er aufgewachsen, habe die Lehre gemacht und 23 Jahre in der «Eintracht» an der Oetlingerstrasse 64 gekocht, bis Mitte 2013 der Wechsel zum «Basilisk» erfolgte. Andrerseits sei er Langnauer Bürger und habe auch schon in Bern gearbeitet. «Insofern ist es eine Art Rückkehr in die Heimat.»
Doch was passiert mit dem «Basilisk», wenn sich Torzi und Caspescha spätestens ab Mitte Jahr intensiv mit ihrem Landgasthof beschäftigen müssen? «Das ist noch offen», sagt Caspescha. «Entweder wir teilen uns auf und stellen hier vorübergehend noch jemanden an, oder Familie Cavegn findet eine andere Lösung.» Gemäss Prisca Cavegn Schlumpf, Betreiberin des «Hotels Basilisk», steht jedoch «noch alles in den Sternen.» Angesprochen auf ihren Bruder Andreas, dem übrigens auch nachgesagt wird, er interessiere sich fürs Restaurant Schlüssel in Reinach BL, reagiert sie unwirsch: «Ich weiss nicht, was mein Bruder will.» Und auf die Frage, wie viele Cavegn-Kinder Interesse für das Restaurant «Basilisk» haben könnten, meint sie bloss: «Einige Kinder.»
Andreas Cavegn selbst war trotz mehrmaliger Anrufe nicht erreichbar. Klar ist nur: Im Restaurant «Schliessi» an der Wiese (Wildschutzweg 30) wirtet er weiterhin. Dies hatte der Erlenverein im Dezember mitgeteilt, als er bekannt gab, dass er sich von Cavegn nach 16 Jahren trennen, das Parkrestaurant  umbauen und am 5. April 2015 mit Lionel und Alexandre Schmitt neu eröffnen will (der «Vogel Gryff» berichtete).

Greifengasse erhält ein neues Gesicht

  • Dienstag, 27 Januar 2015 00:00

Seit dem 5. Januar 2015 ist die Basler Innenstadt autofrei. Nun möchte die Regierung, dass man ihr das auch ansieht. Dafür hat das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) ein Konzept ausgearbeitet, das der Innenstadt ein klares und einheitliches Gesicht geben, sie für Fussgänger attraktiver machen und deren Aufenthaltsdauer verlängern soll. Bisher habe es bei der Gestaltung der Innenstadt bloss «Flickwerk» gegeben, sagte Baudirektor Hans-Peter Wessels an einer Pressekonferenz.


Gassen werden gepflästert
Das Konzept, das von der Regierung als verbindlich erklärt wurde, teilt die Innenstadt-Verbindungen in Kategorien: Strassen, auf denen Trams und Busse verkehren, werden geteert, die Trottoirs hingegen mit Platten aus Alpnacher Quarzsandstein bestückt (z.B. Greifengasse). Bei reinen Fussgängerzonen (z.B. Freie Strasse) verschwinden die Trottoirs, die ganze Strasse wird mit Platten ausgelegt. Andernorts werden Trottoirs bloss etwas abgesenkt. Gassen wiederum werden gepflästert, mit Steinen aus Alpnacher Quarzsandstein oder – wie auf dem Münsterplatz – mit  so genannter Kieselwacke.
Die Umgestaltung erstreckt sich allerdings über Jahrzehnte, da nur Strassen in Angriff genommen werden, die ohnehin saniert werden müssen. Geplant wird vorerst bis 2021. Für die Realisierung der ersten Projekte beantragt die Regierung vom Grossen Rat nun 24,5 Millionen Franken. Weitere zwei Millionen Franken beantragt sie, um für den Claraplatz und de Rümelinsplatz Gestaltungswettbewerbe durchführen zu können. Die beiden Plätze sind ebenfalls sanierungsbedürftig.
Den Anfang macht aber die Greifengasse. Hier bestehe ein hoher Sanierungsbedarf, sagte Martina Münch, Abteilungsleiterin Gestaltung  Stadtraum im BVD. Entsprechend ist das Projekt am weitesten fortgeschritten: Noch dieses Jahr werde das BVD für Anwohner und Gewerbe eine Mitwirkungsveranstaltung durchführen. Ziel sei es, die Umgestaltung der Greifengasse bis Ende 2017 abschliesen zu können, sagte Münch. Weitere Kleinbasler Strassen, die ebenfalls bis 2021 verschönert werden sollen, sind die Rheingasse und die Ochsengasse. Für sie besteht aber noch kein konkreter Zeitplan.

«Terror hat keine Religion»

  • Dienstag, 27 Januar 2015 00:00

Im Kleinbasel und Riehen existieren neun muslimische Vereine. Sie unterscheiden sich sprachlich und teilweise auch theologisch, doch alle gehören dem Verband «Basler Muslimkommission» (BMK) an, der Ansprechpartner für die Behörden ist. Auch die Kasernen-Moschee, eine der ältesten Moscheevereine der Schweiz, gehört der BMK an. Der «Vogel Gryff» traf sich mit Vorstandsmitglied Orhan Sahin.

Herr Sahin, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie von den Attentaten in Paris hörten?
Orhan Sahin: Mein erster Gedanke war: Wer so etwas tut, bringt immer unschuldige Menschen um – egal welcher Religion die Täter und die Opfer angehören. Denn Terror hat keine Religion. Wenn jemand tötet, hat das nichts mit dem Islam zu tun, auch wenn er sagt, er sei ein Muslim.

Wie reagierten die Menschen, die in die Kasernen-Moschee kommen?
Unsere Moschee hat eine türkische Trägerschaft, aber wir sind offen: Zu den Gebeten kommen beispielsweise auch Menschen aus Afrika, mit denen wir uns nicht verständigen können. Darum war dies hier kein grosses Thema. Aber es gab Leute, die ihr Bedauern über die Opfer äusserten.

Auch ein muslimischer Polizist namens Ahmed Merabet wurde bei den Attentaten getötet. Er starb, damit andere in Freiheit weiterhin seinen Propheten Mohammed karikieren können.
Das ist eine schwierige Aussage. Ich denke, auch Ahmed Merabet ist umsonst gestorben. Die Frage ist doch, wie man diese Freiheit versteht. Gibt Ihnen die Demokratie die Freiheit, über meinen Gott zu lästern – und mir die Freiheit, über Ihren Gott zu lästern? Ist das der Sinn der Freiheit? Der Koran sagt in der 6. Sure, Zeile 107 sinngemäss: «Beleidige nicht den Gott und die Heiligtümer der andern, dann beleidigen auch sie deinen Gott und deine Heiligtümer nicht.» Dennoch: Eine Beleidigung rechtfertigt keine Gewalt. Der Koran erlaubt keine Selbstjustiz.

Ihr Dachverband, die Basler Muslimkommission, hat die Attentate in Paris sowie den Terrorismus im Allgemeinen und auch jene im Namen des Islam klar als «Verbrechen» verurteilt (siehe Kasten rechts). Stellen Sie und Ihr Verein sich hinter diese Erklärung?
Ja.

Haben Sie in Ihrer Gemeinschaft schon Radikalisierungstendenzen festgestellt?
Nein. Auch unser Vorbeter, der den ganzen Tag hier ist, sagt, dass er dies noch nie festgestellt hat.

Welche Koranstelle würden Sie jemandem entgegenhalten, der solche Attentate gutheisst?
Da würde ich auf Sure Maida 31 hinweisen: «Wer eine unschuldige Person tötet, egal aus welchem Grund, der tötet die ganze Menschheit.» Ein solches Attentat ist eine absolute Sünde und vom Koran verboten.

Gab es Drohungen oder Beschimpfungen Ihnen oder anderen Vereinsmitgliedern gegenüber?
Nein, gar nicht.

Die Kasernen-Moschee muss schon bald aus der Kaserne ausziehen. Das Gebäude wird renoviert. Haben Sie schon etwas Neues gefunden?
Wir müssen Ende Juni 2015 ausziehen, nach 37 Jahren! Leider haben wir noch nichts gefunden. Wir suchen verzweifelt. Nach den Attentaten in Paris ist die Suche für uns noch schwieriger geworden.

Nach was für Lokalitäten suchen Sie genau?
Wir benötigen eine Fläche von mindestens 300 Quadratmetern. Preislich sollte es so günstig wie möglich sein, denn die Kosten trägt unser Verein. Wir benötigen einen grossen, idealerweise rollstuhlgängigen Raum für das Gebet sowie Nebenräume für Büro, Café oder Arbeitsgruppen.

Die Kasernen-Moschee ist sehr zentral gelegen.
Ja, eine zentrale Lage wäre sehr wichtig, damit alle kommen können: Alte, Frauen, Durchreisende. Zudem haben wir als eine der ersten Moscheen der Schweiz eine grosse Integrationsfunktion: Es kommen viele Schulklassen. Deshalb sollten die neuen Räume in einer Zone sein, wo Menschen leben, damit überhaupt Begegnung und Integration stattfinden können.

Wie gross ist Ihr Verein?
Wir haben etwa 100 Mitglieder, die uns regelmässig unterstützen. Dazu kommen Besucher, die spenden. Andere finanzielle Unterstützungen haben und wollen wir nicht, auch nicht aus dem Ausland. Der Verein wurde 1978 von Menschen gegründet, die hier leben. Mein verstorbener Vater war Gründungsmitglied.

Möchten Sie noch etwas ergänzen?
Wir lieben alle Menschen, weil sie von Gott gemacht sind. Islam bedeutet Frieden: Deshalb steht jeder Angriff gegen Menschen dazu im Widerspruch. Der lslam erlaubt nur die Verteidigung.