Sonntag, August 19, 2018

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Kleinbasel

Polizei leistet drei Einsätze für Tiere

  • Montag, 29 September 2014 00:00

VG. Die Polizistinnen und Polizisten der Polizeiwache Riehen sind am vergangenen Wochenende gleich dreimal wegen Tieren ausgerückt. Ein entlaufener Junghund konnte der Besitzerin zugeführt und je ein Lamm und ein Reh aus deren misslichen Lage befreit werden. Der entlaufene Junghund wurde am Samstag von einer Polizeipatrouille in der Mohrhaldenstrasse aufgegriffen und «für weitere Abklärungen» in die Polizeiwache Riehen gebracht. Die Polizisten lasen mit dem Lesegerät den Mikrochip des Hundes aus und konnten den Hund nur kurze Zeit später wieder seiner Besitzerin übergeben. Am frühen Sonntagmorgen meldete eine Anwohnerin bei der Riehener Polizeiwache, dass sich ein Reh in einem Zaun beim Chrischonaweg verfangen habe. Die ausgerückte Patrouille stellte einen jungen Rehbock fest, der sich in einem Maschendrahtzaun verfangen hatte. Das aufgebrachte Tier schrie derart laut, dass bereits mehrere weitere Anrufe besorgter Bürgerinnen und Bürger bei der Polizei eingingen. Den Polizistinnen und Polizisten gelang es nach rund zehn Minuten das Tier zu befreien und wieder in die Wildnis zu entlassen. Eine Passantin meldete der Polizeiwache nur kurze Zeit später, dass in den Lange Erlen ein Schaf durch den Weidezaun «ausgebrochen» sei und nun nicht mehr zur Herde gelange. Als die Polizisten eintrafen, hatte sich das Tier im Elektrozaun verfangen. Die Polizisten befreiten das in Panik geratene Tier (Bild: Kantonspolizei Basel-Stadt), welches anschliessend wieder von seiner Herde aufgenommen wurde.

Volk versenkt Wohntürme beim Rankhof

  • Montag, 29 September 2014 00:00

VG. Das Abstimmungsresultat war am 28. September sehr knapp: Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 842 Stimmen haben die Stimmbürger von Basel-Stadt das Siedlungsprojekt beim Rankhof abgelehnt. Damit ist der Bau der zwölf bis zu 72 Meter hohen Wohntürme (Visualisierung oben) nicht möglich. Für einmal hat Riehen bei der Abstimmung eine entscheidende Rolle gespielt. In der Landgemeinde legten 62 Prozent der Stimmenden ein Nein in die Urne und haben damit das Projekt verhindert. In Basel hatten die Ja-Sager mit einem Abstand von 1128 Stimmen die Oberhand. Die Pläne für eine zweite, allerdings viel kleinere Überbauung auf dem Bruderholz wurden ebenfalls abgelehnt: Dieses Projekt fand weder in Basel noch in Riehen noch in Bettingen eine Mehrheit.

Für die Grünen Basel-Stadt, die mit Unterstützung aus SVP-Kreisen die Hochhäuser bekämpft hatten, ist das Nein zu den beiden Stadtrandentwicklungen «eine Chance auf eine echte innere Verdichtung der Stadt Basel». Das Ja in Basel zu den Wohntürmen auf dem Rankhof zeige aber, dass sich viele Baslerinnen und Basler bewusst sind, dass es neuen Wohnraum in der Stadt braucht. «Die Grünen fordern nun eine intensive Debatte darüber, wie das Wohnbaupotenzial innerhalb des bebauten Gebietes besser genutzt werden kann.» Das Resultat stelle nicht in Frage, ob Basel neuen Wohnraum braucht, sondern wie.

Das Komitee «Stadtrandentwicklung 2x Ja» stellte hingegen fest, «dass wir uns von den Plänen eines modernen und offenen Landschaftsparks am Rhein sowie den neuen genossenschaftlichen und ökologischen Wohnhochhäusern verabschieden müssen». Die wenigen Gebiete und Areale, welche die Stadt Basel für neuen Wohnraum gehabt hätte, seien nun im Richtplan für die nächsten 20 bis 30 Jahre blockiert. «Die Zeche werden insbesondere Familien bezahlen, die auf stadtnahes Wohnen verzichten müssen.» Das Nein fördere auch die Zersiedelung der Landschaft, da die benötigten Wohnungen nun anderswo mit weit grösserem Flächenverbrauch gebaut werden.

 

Gekenterte «Merlin» wird bald aufgerichtet

  • Donnerstag, 25 September 2014 00:00

VG. Seit dem 4. August liegt das gekenterte Transportschiff «Merlin» kieloben am Kleinhüninger Hafen vor dem Dreiländereck (Bild). Am Mittwoch, 24. September, haben nun die Vorbereitungsarbeiten für die Bergung des Schiffes begonnen. Ab nächster Woche wird ein Ponton für das Bergungsmanöver vorbereitet, wie die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) mitteilen. Die eigentliche Bergung des umgekippten Schiffes beginnt voraussichtlich am 8. Oktober. Mit einem Schwimmkran wird das Schiff gedreht und aufgerichtet.

Wie weiter im Kleinbasler Rotlicht-Milieu?

  • Mittwoch, 24 September 2014 00:00

Das Kleinstadtgespräch zum Thema «Hat der Strassenstrich in der Kleinbasler Innenstadt Zukunft?» im Hotel Balade brachte keine Lösungen für das Rotlichtmilieu. Dennoch war es ein Erfolg: Zum einen kamen die aktuellen Probleme ungeschminkt auf den Tisch. Zweitens vereinte es rund 80 Personen, darunter Anwohner, Salonbesitzer, Behörden, Politiker und sogar einige Prostituierte – wobei letztere sich nie zu Wort meldeten.

Doch der Reihe nach: Eigentlich beschränkt sich die Toleranzzone für das Kleinbasler Rotlichtmilieu auf das «Hufeisen» aus Weber- und Ochsengasse sowie Teichgässlein. Doch daran hält sich das Milieu nicht mehr. Seit zwei Jahren böten Frauen auch an der Kasernenstrasse, an der Untere Rebgasse und in der ganzen Webergasse ihre Körper an, berichteten Anwohner. Denn es seien zu viele. Die Zunahme mitverursacht habe ein Immobilienbesitzer, der im Geviert mehrere Gebäude besitzt und im Klingental 18 ein weiteres Bordell eröffnet hat. Unter den Prostituierten gäbe es zwei Sorten, sagten Anwohner in der Diskussion, die von der Journalistin Martina Rutschmann geleitete wurde: Solche, die sich ans Rayon halten und diskret auftreten. Andrerseits junge Osteuropäerinnen, die alle drei Wochen ausgewechselt werden, sich oft zu Zweit oder Dritt ein Zimmer teilen und Mieten zwischen 100 bis 150 Franken pro Nacht bezahlen müssten. Sie stünden deshalb unter Druck, würden Männer oft aggressiv anmachen und ihre Dienste zu Dumpingpreisen offerieren. Nachts käme es deshalb oft zu Streitereien zwischen Frauen oder unter Zuhälterbanden. Zudem würden Drogen gedealt und auch die Notdurft in Hauseingängen verrichtet.

Auderset sorgt sich um Claramatte

In der Diskussion ging es deshalb um zwei Aspekte: Einerseits suchte Rutschmann nach Lösungsansätzen. Andrerseits stand die Frage im Raum, ob das Verkehrskonzept Innenstadt, das per Ende Jahr umgesetzt wird, das Milieu verdrängen wird. Martin Sandtner, Leiter des Hochbau- und Planungsamtes, sah das neue Verkehrskonzept eher als Teil einer Lösung. Denn damit würde die Zone autofrei, weshalb schon mal der Suchverkehr der Freier wegfalle. LDP-Grossrat André Auderset befürchtet jedoch, dass die Freier dann vermehrt um die Claramatte herumkurven würden und sich dort wieder ein Strassenstrich etabliere.

Tatsache ist: Das Rotlichtmilieu ist im Verkehrskonzept Innenstadt nicht erwähnt. Damals sei die Situation eben noch nicht eskaliert und man sei davon ausgegangen, dass die Toleranzzone wie seinerzeit durchgesetzt werde, sagte Sandtner dazu. Auch erinnerte er daran, dass die Quartierbevölkerung beim Ausarbeiten des Konzepts habe mitwirken können, von niemandem aber ein Vorbehalt betreffend Milieu eingebracht worden sei. «Zudem ist die Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK) schon früh aus der Mitwirkung ausgestiegen», gab er den Ball an das IGK-Mitglied Auderset zurück.

Lösungsvorschläge, wie die Situation wieder ins Lot gebracht werden könnte, gab es viele. So wurde mehr Polizeipräsenz verlangt – und Kontrollen in den Etablissements, um festzustellen, ob diese überbelegt sind oder Wohnungen illegalerweise zu Gewerberäumen umfunktioniert wurden. Lukas Faulstich von der Polizeiwache St. Clara wehrte sich: Eine 24-Stunden-Präsenz sei nicht möglich. Die Polizei habe aber im letzten halben Jahr 120 Prostituierte verzeigt. Doch oft seien die Frauen wieder weg, bevor ihnen die Busse zugestellt sei. Zudem würde die Polizei bei allen Vorkommnissen und Kontrollen Rapporte erstellen und an die zuständigen Stellen weiterleiten. «Aber wir sind nicht die Bewilligungsbehörde», sagte er an die Adresse des Gastgewerbeinspektorates.

«Nicht nur bellen, sondern beissen»

Beat Gerber, Direktor des Hotels Balade, sah dies ähnlich. «Es gibt Gesetze, um etwas zu ändern, doch es braucht den politischen Willen, sie durchzusetzen», sagte er. Thomas Mächler vom Komitee «Heb Sorg zum Glaibasel» doppelte nach: Es gebe Salons, die nicht stören. Doch wenn ein Immobilienbesitzer die Situation aus dem Ruder laufen lasse, müssten die Ämter zusammenstehen und auch mal ein Gebäude polizeilich räumen. So wie kürzlich in Zürich oder vor 25 Jahren an der Sperrstrasse 45/47. «Man darf eben nicht nur bellen, man muss auch beissen», sagte Mächler.

Davon aber scheint man in Basel derzeit weit entfernt zu sein. «Ich kann Ihnen den Eindruck, dass nichts geschieht, nicht nehmen», sagte etwa Lukas Faulstich resigniert. Und Basta-Grossrat Urs Müller kritisierte, das Bau- und Verkehrsdepartement habe sich bisher kaum um das Problem gekümmert. Auch Regierungspräsident Guy Morin zeige sich in dieser Thematik «nicht sehr handlungsorientiert».