Samstag, Oktober 20, 2018

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x
Kleinbasel

Greifengasse erhält ein neues Gesicht

  • Dienstag, 27 Januar 2015 00:00

Seit dem 5. Januar 2015 ist die Basler Innenstadt autofrei. Nun möchte die Regierung, dass man ihr das auch ansieht. Dafür hat das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) ein Konzept ausgearbeitet, das der Innenstadt ein klares und einheitliches Gesicht geben, sie für Fussgänger attraktiver machen und deren Aufenthaltsdauer verlängern soll. Bisher habe es bei der Gestaltung der Innenstadt bloss «Flickwerk» gegeben, sagte Baudirektor Hans-Peter Wessels an einer Pressekonferenz.


Gassen werden gepflästert
Das Konzept, das von der Regierung als verbindlich erklärt wurde, teilt die Innenstadt-Verbindungen in Kategorien: Strassen, auf denen Trams und Busse verkehren, werden geteert, die Trottoirs hingegen mit Platten aus Alpnacher Quarzsandstein bestückt (z.B. Greifengasse). Bei reinen Fussgängerzonen (z.B. Freie Strasse) verschwinden die Trottoirs, die ganze Strasse wird mit Platten ausgelegt. Andernorts werden Trottoirs bloss etwas abgesenkt. Gassen wiederum werden gepflästert, mit Steinen aus Alpnacher Quarzsandstein oder – wie auf dem Münsterplatz – mit  so genannter Kieselwacke.
Die Umgestaltung erstreckt sich allerdings über Jahrzehnte, da nur Strassen in Angriff genommen werden, die ohnehin saniert werden müssen. Geplant wird vorerst bis 2021. Für die Realisierung der ersten Projekte beantragt die Regierung vom Grossen Rat nun 24,5 Millionen Franken. Weitere zwei Millionen Franken beantragt sie, um für den Claraplatz und de Rümelinsplatz Gestaltungswettbewerbe durchführen zu können. Die beiden Plätze sind ebenfalls sanierungsbedürftig.
Den Anfang macht aber die Greifengasse. Hier bestehe ein hoher Sanierungsbedarf, sagte Martina Münch, Abteilungsleiterin Gestaltung  Stadtraum im BVD. Entsprechend ist das Projekt am weitesten fortgeschritten: Noch dieses Jahr werde das BVD für Anwohner und Gewerbe eine Mitwirkungsveranstaltung durchführen. Ziel sei es, die Umgestaltung der Greifengasse bis Ende 2017 abschliesen zu können, sagte Münch. Weitere Kleinbasler Strassen, die ebenfalls bis 2021 verschönert werden sollen, sind die Rheingasse und die Ochsengasse. Für sie besteht aber noch kein konkreter Zeitplan.

«Terror hat keine Religion»

  • Dienstag, 27 Januar 2015 00:00

Im Kleinbasel und Riehen existieren neun muslimische Vereine. Sie unterscheiden sich sprachlich und teilweise auch theologisch, doch alle gehören dem Verband «Basler Muslimkommission» (BMK) an, der Ansprechpartner für die Behörden ist. Auch die Kasernen-Moschee, eine der ältesten Moscheevereine der Schweiz, gehört der BMK an. Der «Vogel Gryff» traf sich mit Vorstandsmitglied Orhan Sahin.

Herr Sahin, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie von den Attentaten in Paris hörten?
Orhan Sahin: Mein erster Gedanke war: Wer so etwas tut, bringt immer unschuldige Menschen um – egal welcher Religion die Täter und die Opfer angehören. Denn Terror hat keine Religion. Wenn jemand tötet, hat das nichts mit dem Islam zu tun, auch wenn er sagt, er sei ein Muslim.

Wie reagierten die Menschen, die in die Kasernen-Moschee kommen?
Unsere Moschee hat eine türkische Trägerschaft, aber wir sind offen: Zu den Gebeten kommen beispielsweise auch Menschen aus Afrika, mit denen wir uns nicht verständigen können. Darum war dies hier kein grosses Thema. Aber es gab Leute, die ihr Bedauern über die Opfer äusserten.

Auch ein muslimischer Polizist namens Ahmed Merabet wurde bei den Attentaten getötet. Er starb, damit andere in Freiheit weiterhin seinen Propheten Mohammed karikieren können.
Das ist eine schwierige Aussage. Ich denke, auch Ahmed Merabet ist umsonst gestorben. Die Frage ist doch, wie man diese Freiheit versteht. Gibt Ihnen die Demokratie die Freiheit, über meinen Gott zu lästern – und mir die Freiheit, über Ihren Gott zu lästern? Ist das der Sinn der Freiheit? Der Koran sagt in der 6. Sure, Zeile 107 sinngemäss: «Beleidige nicht den Gott und die Heiligtümer der andern, dann beleidigen auch sie deinen Gott und deine Heiligtümer nicht.» Dennoch: Eine Beleidigung rechtfertigt keine Gewalt. Der Koran erlaubt keine Selbstjustiz.

Ihr Dachverband, die Basler Muslimkommission, hat die Attentate in Paris sowie den Terrorismus im Allgemeinen und auch jene im Namen des Islam klar als «Verbrechen» verurteilt (siehe Kasten rechts). Stellen Sie und Ihr Verein sich hinter diese Erklärung?
Ja.

Haben Sie in Ihrer Gemeinschaft schon Radikalisierungstendenzen festgestellt?
Nein. Auch unser Vorbeter, der den ganzen Tag hier ist, sagt, dass er dies noch nie festgestellt hat.

Welche Koranstelle würden Sie jemandem entgegenhalten, der solche Attentate gutheisst?
Da würde ich auf Sure Maida 31 hinweisen: «Wer eine unschuldige Person tötet, egal aus welchem Grund, der tötet die ganze Menschheit.» Ein solches Attentat ist eine absolute Sünde und vom Koran verboten.

Gab es Drohungen oder Beschimpfungen Ihnen oder anderen Vereinsmitgliedern gegenüber?
Nein, gar nicht.

Die Kasernen-Moschee muss schon bald aus der Kaserne ausziehen. Das Gebäude wird renoviert. Haben Sie schon etwas Neues gefunden?
Wir müssen Ende Juni 2015 ausziehen, nach 37 Jahren! Leider haben wir noch nichts gefunden. Wir suchen verzweifelt. Nach den Attentaten in Paris ist die Suche für uns noch schwieriger geworden.

Nach was für Lokalitäten suchen Sie genau?
Wir benötigen eine Fläche von mindestens 300 Quadratmetern. Preislich sollte es so günstig wie möglich sein, denn die Kosten trägt unser Verein. Wir benötigen einen grossen, idealerweise rollstuhlgängigen Raum für das Gebet sowie Nebenräume für Büro, Café oder Arbeitsgruppen.

Die Kasernen-Moschee ist sehr zentral gelegen.
Ja, eine zentrale Lage wäre sehr wichtig, damit alle kommen können: Alte, Frauen, Durchreisende. Zudem haben wir als eine der ersten Moscheen der Schweiz eine grosse Integrationsfunktion: Es kommen viele Schulklassen. Deshalb sollten die neuen Räume in einer Zone sein, wo Menschen leben, damit überhaupt Begegnung und Integration stattfinden können.

Wie gross ist Ihr Verein?
Wir haben etwa 100 Mitglieder, die uns regelmässig unterstützen. Dazu kommen Besucher, die spenden. Andere finanzielle Unterstützungen haben und wollen wir nicht, auch nicht aus dem Ausland. Der Verein wurde 1978 von Menschen gegründet, die hier leben. Mein verstorbener Vater war Gründungsmitglied.

Möchten Sie noch etwas ergänzen?
Wir lieben alle Menschen, weil sie von Gott gemacht sind. Islam bedeutet Frieden: Deshalb steht jeder Angriff gegen Menschen dazu im Widerspruch. Der lslam erlaubt nur die Verteidigung.

Mit bald 86 Jahren ist die Kleinbaslerin Rose-Marie Joray-Muchenberger noch immer voll im Saft. Die Grand Old Lady unter den Basler Künstlerinnen steckt wie eh und je voller Ideen und Kreativität. Ab dem 23. Januar stellt Rose-Marie Joray-Muchenberger ihre Arbeiten unter dem Motto «Leben, Lernen, Lieben, Loslassen» beim Internationalen Lyceum Club im Haus Andlauerhof am Münsterplatz 17 aus. Gezeigt werden Bilder, Zeichnungen und Druckgrafiken. Die Hälfte des Ausstellungserlöses geht als Spende an die Stiftung Theodora.


Rose-Marie Joray-Muchenberger
Bilder, Zeichnungen, Druckgrafiken
Internationaler Lyceum Club Basel
Haus Andlauerhof, Münsterplatz 17
23. Januar – 8. März 2015
jeweils Samstag / Sonntag 11 – 17 Uhr

Charivari übertrifft alle Erwartungen

  • Montag, 26 Januar 2015 00:00

Colette Studer ist mit dem Charivari 2015 ein Jahrzehnte-Wurf gelungen. Die Regisseurin, die auch gleich mehrfach in Rahmestiggli auftritt, hat einen neuen Massstab für Vorfasnachtsveranstaltungen gesetzt. Noch nie in der jüngeren Geschichte war das Charivari derart unterhaltend, derart tiefsinnig sowie derart mit Humor durchsetzt wie in diesem Jahr. Der (Basler) Gesellschaft wurde wahrlich der Spiegel vorgehalten. Der bis auf den letzten Platz besetzte Volkshaus-Saal bebte an der Premiere vor Begeisterung. Am Schluss gab es verdientermassen eine Standing Ovation.

Exzellentes Bühnenbild

Der Gast wird von Anfang an abgeholt und in das bunte Allerlei des Charivaris mit einbezogen. Direkt aus dem Leben, frisch auf die Bühne. Dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch das von Christoph Knöll konzipierte und gebaute Bühnenbild: links das Münster und rechts die Clara-Kirche, die sich subtile Dialoge mit Bezug zum Stadtleben und darüber hinaus liefern. Und dazwischen wechselnde, auf die Leinwand projizierte Helgen von bekannten Basler «Hotspots». Ein Augenschmaus.

Perfekte schauspielerische Leistungen

Hervorragend vorgetragen ist alles. Colette Studer brilliert unter anderem als «Schuelmaitli», das über die Standardsprache «Hauchdeutsch» parliert oder später als «Guggetussi» oder eine sich über die Sitten im Glaibasel auslassende Dame der besseren Basler Gesellschaft. Mats Brenneis referiert in einer Solonummer, die die Unverzichtbarkeit des Vorträblers an der Fasnacht erklärt – einfach hinreissend. Ein Augenschmaus auch die SMS-Konversation eines Pärchen beim Halt am Cortège (Basler, diese «Konversation» ist das Leben pur).  

Die hohe Schule des Schnitzelbanggs...

...wird einmal mehr am Charivari zelebriert. Satirik pur, pointiert, mit Schalk versetzt – so präsentierten sich sowohl der Schwoobekäfer im ersten Teil als auch d Gwäägi im zweiten. Tosender Applaus und manch von Lachen gezeichnetes, tränendes Auge im Saal. Einen sehr gelungen Einstand im Ensemble feiert auch Martin Stich, der als Fährimaa aus seinem Leben erzählt. Ebenso virtuos der Auftritt der Six Chicks: A capella begeistern sie mit dem «Anggewegglimaitli» als Kanon und vereinen sich mit den Pfyffer Schäärede – ein Ohren- und Augenschmaus, der in der Kombination des Arrangements seinesgleichen sucht. Und nicht zu vergessen der grandiose Auftritt der Top Secret alias Trommelgruppe aus dem Land der aufgehenden Sonne sowie d Negro Rhygass (Kannibalen in Baströckchen), die als letzte Nummer vor der Pause Lust auf Mehr vermittelt.

Jahrzehnte-Wurf

Produzent Erik Julliard hat mit der Wahl von Colette Studer als Regisseurin alles richtig gemacht. Das Ensemble (mea culpa, wenn an dieser Stelle nicht alle namentlich erwähnt werden können) brilliert ausnahmslos, die musikalischen Vorträge bestechen mit Präzision. Das Glaibasler Charivari hat seine Spur wieder: frech, lustig und mit Tiefgang. Bravo, bravissimo – und da capo.

Charivari 2015

bis 7. Februar im Volkshaus Basel

www.charivari.ch

Schwoobekäfer

Rahmestiggli am Claraplatz

Negro Rhygass

Colette Studer in Hochform