Mittwoch, Dezember 19, 2018

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Kleinbasel

«Wir hatten auch Schweizer im Jasskurs»

  • Mittwoch, 15 April 2015 00:00

Das Projekt «Bärenjass» richtet sich an Migrantinnen und Migranten, die über das Erlernen des Schweizer Kartenspiels in Kontakt zu Einheimischen treten sollen. Initiantinnen und zugleich Kursleiterinnen sind die Zwillingsschwestern Maya und Karin Haeberli. Im Interview erklärt Maya Haerbli, wie die drei Kursabende verlaufen sind. Und warum sich das Schweizer Fernsehen für das von der Bärengesellschaft unterstützte Projekt interessiert.

Frau Haeberli, wie kam die Gesellschaft zum Bären auf die Idee, einen solchen Jasskurs zu veranstalten?
Maya Haeberli: Meine Zwillingsschwester Karin und ich jassen seit wir Kinder sind. Unsere Eltern haben uns das beigebracht, als wir etwa sechsjährig waren. Sie fanden das Spiel sehr lehrreich, es schulte ihrer Meinung nach das Sozialverhalten. Während meiner Arbeit im Kurszentrum K5, wo ich erwachsenen Fremdsprachigen Deutsch beibrachte, habe ich immer wieder Jassen als Sprachübung und Integrationsmittel eingeführt. Später haben meine Schwester und ich anderen Migrantinnen das Jassen beigebracht. Die Idee, einen Jasskurs für Migrantinnen und ­Migranten durchzuführen, hatten wir schon lange. Als dann ein Bekannter seinem Kleinbasler Hausarzt Ambros Isler von der Idee erzählte, war dieser sofort begeistert. Bald schon nahm das Projekt «Bärenjass» konkretere Gestalt an.

Warum gerade Jassen?
Jassen ist der Schweizer Volkssport Nummer eins. Einige Zeit galt das Jassen eher als etwas Spiessiges und wurde von vielen, vor allem eher linken Personen, belächelt. Das hat Karin und mich – obwohl selber politisch immer links der SP engagiert – nie gestört. Ganz im Gegenteil: Unsere Begeisterung für dieses Spiel und Spielen im Allgemeinen hat eher noch zugenommen. Gespielt wird weltweit, Spielen verbindet. Aber in der Schweiz wird im Bereich der Kartenspiele fast nur gejasst. Kennt man das Spiel nicht, ist man deshalb oft ausgeschlossen. Nicht nur Migranten geht das so, auch jassunkundigen Schweizern. Wir hatten demzufolge auch Schweizer im Kurs, die seit langer Zeit jassen lernen wollten. Denn es gibt ausser online-Kursen keinen Jassunterricht. Und geübte Jasser bringen oft nicht die Geduld auf, jemandem das Spiel didaktisch Schritt für Schritt beizubringen. Da hatten Karin und ich als ausgebildete Pädagoginnen einen grossen Vorteil.

Wie viele Leute haben am Kurs teilgenommen?
Insgesamt waren es 15 Personen: Fünf Deutsche, je zwei Personen aus dem Iran und der Türkei sowie je eine Person aus Bulgarien, Amerika und Österreich sowie zwei Schweizer.

Wie waren die Rückmeldungen der Teilnehmer?
Durchwegs positiv. Alle haben sich wohl gefühlt und sich zum Schluss umarmt. Es war ein fröhliches, unbeschwertes Zusammensein mit anderen Migrantinnen und Schweizern.

Läuft das Projekt weiter? Gibt es weitere Jasskurse?
Auf allgemeinen Wunsch werden wir einen «Stammtisch» einrichten, der erstmals am 7. Mai und dann jeweils am zweiten Donnerstag des Monats ab 19 Uhr im ehemaligen Restaurant «Erasmus» – jetzt «Didi Offensiv» – stattfinden soll. Ein Jasskundiger wird immer anwesend sein, um beim Erlernen zu helfen und mitzujassen. Ob im Herbst wieder ein Kurs durchgeführt wird, besprechen wir mit der Bärengesellschaft. Das Interesse ist da: Ich erhalte immer wieder Anfragen, wann der nächste Kurs stattfindet. Im Sommer wird die Sendung «Schweiz Aktuell» des Schweizer Fernsehens eine grossangelegte Reportage zum Thema Jassen machen. Dabei ist ein auch Beitrag über den Bärenjass geplant.

Wer hat eigentlich das abschliessende Jassturnier gewonnen?
Gewonnen hat eine deutsche Frau, gefolgt von einer Frau aus der Türkei. Die Kursgruppe war super sympathisch, es wurde enorm viel gelacht. Für uns und die Vertreter der Bärengesellschaft war es ein unbeschreiblich schönes und befriedigendes Erlebnis. Ein Riesendank gebührt der Bären­gesellschaft, die für alle Kosten aufgekommen ist – und der BraubudeBasel, die uns ihre Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Das Trio, das Unternehmen fördern will

  • Dienstag, 14 April 2015 00:00

Drei Basler Persönlichkeiten wollen sich dafür engagieren, dass die fundamentale Bedeutung des Unternehmertums für die Gesellschaft und die Wirtschaft stärker ins öffentliche Bewusstsein rückt. Zu diesem Zweck gründen sie am 14. April 2015 die Vereinigung «Gruppe23».

Lucie Trevisan, Martin Cron und Bruno Mazzotti haben mindestens drei Dinge gemeinsam: Sie haben erfolgreich Unternehmen geführt und sie haben sich während vielen Jahren politisch engagiert. Die dritte Gemeinsamkeit ist ihre Überzeugung, dass die Bedeutung des Unternehmertums in der Öffentlichkeit stärker ins öffentliche Bewusstsein rückt. Mit der Gründung der «Gruppe23» leisten sie einen Beitrag dazu. Die Vereinigung soll zur Meinungsbildung bei gewerblichen und gewerbepolitischen Themen beitragen, politische Aktivitäten zu Gunsten des Gewerbes initiieren und mittragen, aktive Unternehmerinnen und Unternehmer ideell unterstützen und weitere, dem Gewerbe und seinen Mitarbeitenden dienende Aktivitäten fördern.

Mitglied werden können langjährige und ehemalige Unternehmerinnen und Unternehmer sowie dem Gewerbe wohlgesinnte Persönlichkeiten aus anderen Bereichen. Inspiriert zur Bezeichnung «Gruppe23» hat die Strassennummer des Gewerbeverbandes Basel-Stadt, in dessen Räumlichkeiten die Kick-off-Veranstaltung stattfand und wo die Geschäftsstelle domiziliert sein wird. Die Initianten und Initiantinnen legen aber grossen Wert darauf, dass die Vereinigung in jeder Beziehung unabhängig agiert.

Nach der Gründung der «Gruppe23» hat im Hinblick auf die eidgenössische Volksabstimmung vom 14. Juni bereits eine erste öffentliche Podiumsveranstaltung mit dem Titel «Erbschaftssteuer – Folgen für Basel und das Gewerbe» stattgefunden.

62-Jähriger beim Claraplatz überfallen

  • Montag, 13 April 2015 00:00

Am Samstag, 11. April, wurde um 3.15 Uhr morgens beim Claraplatz ein 62-jähriger Mann überfallen. Er war durch die Rebgasse in Richtung Claraplatz gelaufen, als er unvermittelt von einem Unbekannten von hinten heftig angestossen wurde. Im gleichen Moment wurde ihm die schwarze Umhängetasche, unter anderem mit Bargeld in Höhe von mehreren hundert Franken, geraubt. Der Täter konnte in unbekannte Richtung flüchten; das Opfer blieb unverletzt.

Gesucht wird ein unbekannter 30- bis 35-Jähriger mit weisser Hautfarbe. Er ist 170 bis 175 cm gross, von mittlerer Statur und hatte seine langen Haaren zu einem Zopf gebunden. Der mutmassliche Täter trug eine blaue Jeanshose, graue Jacke, einen beige-schwarzen Rucksack und Turnschuhe.

Kampf um Parkplätze in der Wettsteinallee

  • Mittwoch, 08 April 2015 00:00

Das westliche Ende der Wettsteinallee hat mit einer Allee wenig gemeinsam. Im Bereich zwischen dem Wettsteinplatz und dem Riehenring fehlen nämlich die Bäume entlang der Strasse. Die Regierung will das ändern und plant, nächstes Jahr zwischen dem Riehenring und der Rheinfelderstrasse eine Baumreihe zu pflanzen und die Trottoirs zu verbreitern. Die Umgestaltung soll im Rahmen der Erneuerung der Strasse und der Werkleitungen erfolgen.
Vor allem die Tatsache, dass für die Bäume rund 20 Parkplätze geopfert werden müssten, passt einer Mehrheit der Anwohnerinnen und Anwohner nicht. «Mehr als 70 Prozent der Anwohner sind gegen eine Parkplatzreduktion und gegen die Verbreiterung des Trottoirs», erklärt Daniel Seiler, Präsident der FDP Kleinbasel. Zwei Drittel der Anwohner sprechen sich zudem deutlich gegen die Pflanzung von neuen Bäumen aus, wie Seiler erklärt. Die Zahlen gehen aus einer Umfrage hervor, die der Neutrale Quartierverein Oberes Kleinbasel (NQV) durchgeführt hat. Auf die Umfrage haben 105 Anwohner geantwortet.
Der Kleinbasler FDP-Grossrat Mark Eichner hat zum Thema eine Interpellation eingereicht. Darin hat er die Regierung unter anderem gefragt, ob sie mit Zahlen belegen kann, welche Auswirkungen die Parkplatzreduktion auf das Quartier hat. «Nein. In Basel stehen rund 100 000 private und öffentliche Parkplätze zur Verfügung. Die Auswirkungen einer lokalen Aufhebung einer verhältnismässig geringen Anzahl von Parkplätzen lassen sich nicht mit einem im Vergleich zum Nutzen vertretbaren Aufwand untersuchen», schreibt die Regierung in ihrer Antwort.


Noch immer 42 Parkplätze
Grossrat Eichner wollte ebenfalls wissen, wie der Regierungsrat die Parkplatzsituation im Wettsteinquartier einschätzt. Die Antwort lautet folgendermassen: «In allen Basler Wohnquartieren ist das Angebot an Parkplätzen auf Allmend beschränkt. Je nach Quartier ist die Auslastung unterschiedlich gross.» Auch nach der vorgesehenen Umgestaltung stünden auf der Allmend noch immer rund 42 Parkplätze im Abschnitt Rheinfelderstrasse bis Rührbergerstrasse zur Verfügung, meint die Regierung. Weitere Parkmöglichkeiten bestünden in der näheren Umgebung auch auf Privatgrund, so etwa in der Neuüberbauung des alten Kinderspitals. Daniel Seiler schliesst daraus, «dass die Reduktion der Parkplätze rein aufgrund politischer Motive erfolgte». So habe die Regierung keine konkreten Zahlen über die Anzahl Parkplätze im Quartier genannt. «Für die FDP Kleinbasel ist diese Situation nicht akzeptierbar. Wir werden das Projekt weiter bekämpfen und uns auch in Zukunft für mehr Transparenz bezüglich Parkplätze einsetzen», betont Seiler.

Petition eingereicht
Auch die LDP Kleinbasel kämpft für den Erhalt der Parkplätze in der Wettsteinallee. Genau 508 Personen haben eine LDP-Petition gegen das Umgestaltungsprojekt unterschrieben. Am 15. April wurden die Unterschriften im Rathaus der Petitionskommission übergeben.
Die Kosten für die Sanierung des besagten Strassenabschnitts belaufen sich übrigens auf insgesamt 1,4 Millionen Franken, wovon 609 000 Franken zulasten der Werkleitungseigentümer IWB und Swisscom gehen. Die Umgestaltung selbst kostet 290 000 und die Baumpflanzungen 195 000 Franken.