Sonntag, August 19, 2018

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Kleinbasel

Kreativer Auftakt zur autofreien Innenstadt

  • Mittwoch, 07 Januar 2015 00:00

Anwohnende und Gewerbe der Rheingasse nutzen das neue Verkehrskonzept zur kreativen Belebung ihrer Strasse.
«Eine autofreie Innenstadt ist nicht nur positiv. Anwohnende und Gewerbetreibende befürchten, dass in manchen Strassenabschnitten nichts mehr läuft», erklärte Christian Fink, Sprecher der neu gegründeten IG Rheingasse. «Deshalb wollen wir das Beste daraus machen.»

Autos musikalisch verabschiedet
Was die IG Rheingasse dann am letzten Sonntagabend auf die Beine stellte, war originell. Rund 200 Personen, unter ihnen auch Polizeidirektor Baschi Dürr samt Familie, feierten symbolisch die Durchfahrt des letzten Autos. Das Sicherheitsorchester spielte dazu das Volkslied «Muss i denn zum Städtele hinaus», mehrere Restaurants boten auf der Strasse Getränke und Essen an, da und dort loderten gemütliche Feuer in Schalen, der Circus Maus präsentierte Kunststücke mit Ziegen und Hühnern (siehe S. 1) und «Super Gilli» jonglierte mit Messern.
Einem der Initianten, dem Anwohner Tino Krattiger, schwebt ab Frühjahr eine Boulevardgastronomie in der Rheingasse vor. Dazu plant die IG Rheingasse am 22. Januar ein erstes Treffen für Anwohnende, Gewerbler und Gastbetriebe. «Nur wenn sie alle die Idee unterstützen, kann sie funktionieren», sagte Krattiger.

Zahlreiche Begegnungszonen
«Die Rheingasse – eine Strasse für die Begegnung zwischen den Menschen», heisst es auf der IG-Website www.rheingasse.ch. Doch die Rheingasse ist nicht die einzige Begegnungszone: Dank des neuen Verkehrskonzeptes gibt es nun mehrere in der Innerstadt. Vielleicht auch weitere gute Ideen.

Diese Regeln gelten in der Basler Innenstadt
Güterumschlag in der motorfahrzeugfreien Kernzone ist von Montag bis Samstag, 5 bis 11 Uhr möglich. Anwohnenden stehen weitere Zeiten offen: Montag bis Freitag, 20 Uhr, bis 11 Uhr des folgenden Tages; am  Wochenende von Samstag, 20 Uhr, bis Montag, 11 Uhr.
Ausserhalb dieser Zeiten sind innert etwa 24 Stunden spezielle Bewilligungen für Anwohnende und Gewerbetreibende möglich – unter www.polizei.bs.ch oder bei der Motorfahrzeugkontrolle Basel-Stadt.
Die Bewilligungen müssen im Auto gut sichtbar sein. In Notfällen kann die Kantonspolizei rund um die Uhr unter Tel. 061 267 76 00 informiert werden – mit Angaben von Name und Nummer des Kontrollschildes.

Die neue Fasnachts-Plakette ist da!

  • Montag, 29 Dezember 2014 00:00

Tarek Moussalli ist der Plakettenkünstler der Plakette 2015.
Der gelernte Grafiker und Basler Fasnächtler gewinnt den
Wettbewerb zum ersten Mal. Sein Motto: «Mr basse in kai
Schublaade».

Fasnacht als Schubladenmöbel

Tarek Moussalli stellt die Fasnacht als Schubladenmöbel dar.
Die traditionellen Fasnachtsfiguren, der Ueli, die Alti Dante, der
Dummpeeter und der Waggis stehen sowohl für die Tradition als auch für
die Vielfalt der Basler Fasnacht. Die Fasnächtler lassen sich in ihrer
Individualität nicht in eine Schublade zwängen.

88 Entwürfe eingetroffen

Gemäss Comité sind 88 Entwürfe von 14 verschiedenen Künstlerinnen und 49 Künstlern
eingegangen. Die meisten der Entwürfe stellten einmal mehr allgemeine,
nichtsujetbezogene Fasnachtsthemen dar. Die sujetbezogenen
Motive waren unter anderem der «Roche-Turm», «500 Jahre
Rathaus» und erneut die «Baustellen in Basel».

Ausschreibung bereits im Frühjahr 2014

Im Mai 2014 hatte das Fasnachts-Comité alle Cliquenobleute mit der
Bitte angeschrieben, geeignete Künstlerinnen und Künstler auf den
diesjährigen Plakettenentwurfs-Wettbewerb aufmerksam zu machen.
Zudem waren alle Informationen auf der Homepage des Comités
www.fasnachts-comite.ch einzusehen.

Kirche vor dem Abriss

  • Dienstag, 23 Dezember 2014 00:00

Die Römisch-katholische Kirche Basel-Stadt (RKK) plant den Abriss der Kirche St. Christophorus in Kleinhüningen. Auch das zugehörige Pfarreiheim sowie das Pfarr- und Sakristanenhaus sollen rückgebaut werden. An deren Stelle will die RKK ein neues kirchliches Zentrum mit Wohnraum für Familien und einem Ersatz für den bestehenden Kindergarten errichten.

Zudem sollen eine neue Kapelle und Räumlichkeiten für die kirchliche Sozial- und Jugendarbeit in die Gesamtüberbauung integriert werden. Das benachbarte Pflegewohnheim St. Christphorus interessiert sich auch für die Einrichtung von Alterswohnungen auf dem Gelände. Bevor der Architekturwettbewerb für die Neuüberbauung ausgeschrieben wird, muss das Projekt im Frühjahr 2015 der Pfarreiversammlung St. Clara und der Synode der RKK zur Genehmigung unterbreitet werden.

Getrennt und wieder zusammengelegt

Die Kirche St. Christophorus wurde 1935 an der Kleinhüningeranlage gebaut. Erst 1960 wurde St. Christophorus zu einer eigenständigen Pfarrei, bevor sie 2004 wieder mit der Pfarrei St. Joseph zusammengelegt wurde. Seit Anfang 2009 gehört Klein­hüningen zur Pfarrei St. Clara.
In der Kirche St. Christophorus wird jeweils am 2. und 4. Mittwoch des Monats Eucharistie gefeiert. Jeden Sonntag trifft sich in dieser Kirche die eritreisch-orthodoxe Gemeinde zur Feier der Liturgie.

Coiffeur Giuliano muss umziehen

  • Montag, 22 Dezember 2014 00:00

1968, als 19-Jähriger, ist Giuliano Tramacere nach Basel eingewandert – nur mit einem Koffer und mit vielleicht 100 Franken in der Tasche. Der gelernte Coiffeur stammt aus dem Dorf Aradeo in der Provinz Lecce in Süditalien. «2000 Leute aus meinem Dorf sind damals in die Region Basel ausgewandert. Alle haben hier Arbeit gefunden», berichtet er. Tramacere bewohnte zuerst ein Zimmer an der Clarastrasse – für 50 Franken pro Monat. Tramacere konnte sofort als Coiffeur anfangen – bei «Cavaliere» Enzo Cuzzucoli an der Erlenstrasse. «Enzo war mein Maestro.» Später arbeitete Tramacere bei Domenico Cerrullo an der Haltingerstrasse, bevor er 1977 zu Rocco Bronesti an die Rebgasse 23 kam.

1984 hat er an gleicher Stelle seinen eigenen Salon eröffnet. Coiffeur ist er geworden, weil auch sein Vater Coiffeur war – und weil dieser Beruf in Süditalien eine grosse Tradition hat. «Süditalienische Coiffeure gibt es auf der ganzen Welt», sagt er mit einem Anflug von Stolz. Dass sein Sohn Antonio die Familiendynastie fortsetzt und ebenfalls einen Coiffeursalon hat, macht ihn besonders stolz. Aus seiner Ehe mit einer Südspanierin ging ein zweiter Sohn hervor. «Er ist nicht Coiffeur, sondern Lichtspezialist.»


«Mehr Ferien als andere» 
Täglich steht Giuliano Tramacere in seinem Coiffeursalon an der Rebgasse 23. «Ich arbeite sechs Tage pro Woche, andere nur fünf», sagt Giuliano Tramacere, während ein Schmunzeln über sein Gesicht huscht. «Vielleicht mache ich aber ein wenig mehr Ferien als andere.» Er empfängt den «Vogel Gryff», während er gerade einen Kunden bedient. «Kein Problem, ist einguter Kollege von mir, ein Portugiese», sagt der Coiffeur.
Sein Salon versprüht ein Gefühl von italienischer Gemütlichkeit, gepaart mit südländischem Temperament. Tramacere wuselt unermüdlich herum, serviert feinen Espresso und diskutiert laut und gestikulierend mit einem Kollegen, der zur Türe hereinkommt, auf italienisch. Die Stühle, auf denen die Kunden Platz nehmen, sehen nicht nur alt aus, sie sind es auch. «Ich habe sie vor fast 40 Jahren in Italien gekauft – Occasion», erzählt er lachend.

Was ihm am meisten fehlt? «Mein Dorf natürlich und mein kleines Haus», sagt Giuliano Tramacere, ohne lange zu überlegen. Sonst sei er aber sehr zufrieden in Basel. «Wenn es mir nicht gefallen würde, wäre ich ja nicht hier geblieben. Die Schweiz ist eine paradiesische Nation – etwas Besseres gibt es nicht. Schreiben Sie das bitte so!», sagt der Coiffeur mit Nachdruck. Ebenso betont er aber, ohne harte Arbeit komme man nicht vorwärts, auch in der Schweiz nicht. Im März 2015, fast pünktlich zu seinem 65. Geburtstag, muss Giuliano Tramacere seinen Salon schliessen. «Leider wird das Haus abgerissen. Das tut mir weh.» Die frühere Hausbesitzerin habe die Liegenschaft dem Zoologischen Garten geschenkt, dieser habe es an zwei Architekten verkauft, die dort einen Neubau planen. Giuliano Tramacere zieht mit seinem Salon an die Rebgasse 44. «Der Salon wird sehr klein. Ich habe nur 15 Quadratmeter, bin aber sehr froh, überhaupt etwas gefunden zu haben.» Ob er denn nicht aufhören wolle mit arbeiten, möchte der Journalist wissen. «Ein bisschen arbeite ich schon noch – vielleicht so drei oder vier Jahre», gibt er zur Antwort. Danach erwägt er, zurück in seine Heimat zu gehen.