Dienstag, März 26, 2019

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Kleinbasel

Als Reaktion auf die wachsende Zahl der Arbeitsplätze und der Wohnbevölkerung in Basel stellt das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) einen für die Tramnetzentwicklung vor. Es gehe vor allem darum, die wachsenden Pendlerströme zu bewältigen, ohne die Lebensqualität zu beeinträchtigen, schreibt das BVD. Zu diesem Zweck lässt der Kanton Vorstu­dien für drei neue Tramlinien im Kleinbasel anfertigen.

Tram in der Grenzacherstrasse
Die erste Linie soll vom Badischen Bahnhof durch die Schwarzwaldallee bis zum Tinguely-Museum und durch die Grenzacherstrasse bis zum Wettsteinplatz führen. «Ein Tram in der Grenzacherstrasse schafft auch die Voraussetzung, um Buslinien in der Achse Wettsteinplatz bis Tinguely-Museum zu reduzieren», betont das BVD.
Die zweite neue Linie soll durch den Claragraben führen. Damit würden die beiden Hauptübergänge zwischen Gross- und Kleinbasel, Wettsteinbrücke und Mittlere Brücke flexibler nutzbar; die neue Linie würde zudem direktere und schnellere Tramverbindungen vom zentralen Kleinbasel zum Bahnhof SBB erlauben. Die dritte geplante Linie heisst Klybeck-Kleinhüningen und soll hinter dem Musical-Theater beginnen und bis zum Hochbergerplatz führen. Diese drei Tramlinien geniessen gemäss einer Mitteilung des BVD erste Priorität und sollen bis Ende 2016 für die vom Bund mitfinanzierte dritte Etappe des Agglomerationsprogramms angemeldet werden.
Zweite Priorität hat eine Tramlinie 80, die vom Badischen Bahnhof durch die Schönau- und Feldbergstrasse über die Johanniterbrücke ins Grossbasel führen soll. Wie das BVD bereits abgeklärt hat, könnte die Johanniterbrücke mit einem Tram befahren werden, falls sie geeigneten Verstärkungsmassnahmen ergriffen würden. Weiter zeigt der kantonale Tram­entwicklungsplan eine Linie, die den Hafen Kleinhüningen vom Hochbergerplatz aus erschliesst. Diese Tramlinie trägt das Stichwort «langfristiger Fokus».

Am Samstag, 25. Juli, um 14 Uhr startet die Basel Tattoo-Parade in der Rittergasse/Bäumleingasse. Erwartet werden über 100 000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Neuer OK-Chef des Grossanlasses mit über 2600 Mitwirkenden ist Martin Steiner. Der 46-jährige Walliser, verheiratet und bald Vater des ersten Kindes, hat im Tambouren- und Pfeiferverein Naters (VS) alle Stationen bis zum Präsidenten durchlaufen. Er arbeitet bei der Basler Stadtreinigung als Leiter Dienste.

Herr Steiner, wie kommen Sie zur Ehre, als neuer OK-Chef die grosse Parade zum Jubiläum «10 Jahre Basel Tattoo» zu organisieren?
Martin Steiner: Ausschlaggebend war, dass die Stadtreinigung 2013 von der Basel Tattoo Productions GmbH den Auftrag bekommen hat, nach dem Auftritt der Tiere die Basel Tattoo-Arena zu reinigen. Wir haben beschlossen, in den 90 Sekunden, die uns dafür zur Verfügung stehen, eine Choreographie mit fünf Reinigungsfahrzeugen zu zeigen. So bin ich erstmals mit den Leuten vom Basel Tattoo in Kontakt gekommen. Erik Julliard habe ich vorher schon gekannt: Ich bin in der Walliser Tambouren- und Pfeiferszene gross geworden, und dort gibt es seit vielen Jahren Kontakte und Freundschaften zu Basler Tambouren und Pfeifern. Aus diesen Kontakten heraus kam die Anfrage, ob ich als neuer OK-Chef die Basel Tattoo-Parade organisieren würde.

Und Sie haben sofort zugesagt?
Ja, nach Rücksprache mit meiner Familie. Die Aufgabe reizt mich: Militärisch organisierte Formationen sind meine grosse Leidenschaft. Ich habe auch mitgeholfen, das eidgenössische Tambouren- und Pfeiferfest in Naters (VS) zu organisieren. Zudem habe ich selber fast 30 Jahre beim Tambouren- und Pfeiferverein Naters als Natwärischpfeifer* mitgewirkt. All diese Erfahrungen helfen mir, die Bedürfnisse der verschiedenen mitwirkenden Formationen zu erkennen und darauf reagieren zu können.

Wie lange braucht man, um so eine Parade zu organisieren?
Wir haben das OK neu strukturiert und somit praktisch bei null angefangen. Das 13-köpfige OK hat sich bis jetzt zu vier Sitzungen getroffen. Dabei muss man betonen, dass sich die allermeisten OK-Mitglieder – auch ich selbst – ausschliesslich in ihrer Freizeit für den Anlass engagieren.

Auf welche Szenarien müssen Sie sich besonders vorbereiten?
Wenn es ein Unwetter gibt oder wenn ein Unfall passiert. Auf beides sind wir sehr gut vorbereitet.

Wie vermeiden Sie Stockungen oder Lücken?
Das ist eine ziemliche Herausforderung. Bei der Parade machen verschiedene Formationen aus ganz verschiedenen Kulturen mit. Vier Streckenposten sorgen auf der Paraderoute dafür, dass es keine Lücken oder Aufläufe gibt. Es geht auch darum, den Zeitplan einzuhalten.

Erstmals werden dieses Jahr alle Teilnehmer der Parade vorgängig verpflegt.
Ja. Alle rund 2600 Mitwirkenden aus 56 Formationen werden zuerst an der Messe zum Mittagessen eingeladen. Danach werden sie mit BVB-Gelenkbussen direkt an den Ort gefahren, wo sie sich in die Parade einreihen.

Was machen Sie eigentlich während der Parade?
Ich laufe mit dem stellvertretenden OK-Chef Christoph Seibert selber die Parade ab. Dabei gibt es immer wieder Stationen, wo wir kontrollieren, ob alles funktioniert.

Worauf freuen Sie sich am meisten?
Am meisten freue ich mich auf einen reibungslosen und unfall­freien Ablauf der Parade. Zudem bin ich sehr froh, dass sich die Basler Formationen in der Öffentlichkeit präsentieren können. Sie haben ja ausserhalb der Fasnacht wenig Gelegenheit dafür. Sehr viel Freude bereitet mir die Tatsache, dass wir an der Jubiläumsparade eine derart grosse Vielfalt aus verschiedenen Kontinenten präsentieren können. Und als Walliser freue ich mich auf die drei Formationen aus meiner Heimat inklusive Lötschentaler Tschäggättä, die im historischen Block der Parade mitmachen dürfen. Dieses Jahr feiert ja das Wallis sein 200-Jahr-Jubiläum des Beitritts zur Schweiz. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erhalten übrigens ein Fähnchen und einen Flyer, um sich über die teilnehmenden Formationen informieren zu können.

Schlussfrage: Wer pfeift und trommelt nun besser? Die Walliser oder die Basler?
Basel gilt seit jeher als Hochburg des Trommel- und Pfeifenspiels. Wir Walliser Tambouren und Pfeifer haben immer mit einem gewissen Respekt nach Basel geschaut und darauf geachtet, dass wir annähernd dieselbe Qualität erreichen. Es ist vergleichbar mit dem Fussball: Die Basler sind Meister und wir Walliser sind Cupsieger.

www.baseltattoo.ch

*Die Natwärischpfeife ist ein im Oberwallis gespieltes Instrument mit langer Tradition. Die Pfeife ist ein Pendant zum Piccolo und besteht komplett aus Holz.

Wenn gleich zwei Regierungsräte kommen, passiert meistens etwas Wichtiges. Hans-Peter Wessels (SP), Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartement, und Christoph Eymann (LDP), Vorsteher des Erziehungsdepartement, haben am 3. Juli die Grundsteinlegung für das Primarschulhaus auf der Erlenmatt vorgenommen. Das neue Schulgebäude bildet den Abschluss der Wohnüberbauung «Erlentor» und markiert den Auftakt zum südlichen Teil des Areals.

Primarschule und Kindergarten
Das neue Schulhaus ist nötig, weil auf der Erlenmatt 1300 neue Wohnungen entstehen. Mit der Schulharmonisierung – das heisst einer Verlängerung der Primarschule auf sechs Jahre – erhöht sich der Raumbedarf für die Primarschule zusätzlich. Für das Einzugsgebiet der neuen Primarschule Erlenmatt wurde ein Bedarf von zwei Klassen pro Jahrgang, also insgesamt 12 Klassen, plus Raum für Tagesstrukturen und zwei Kindergärten ermittelt. Nach Fertigstellung des Schulhauses werden auch die Kinder aus dem Horburg-Schulhaus ins neue Schulhaus auf die Erlenmatt umziehen.
Bei den Kindergärten ist der Zuzug von jungen Familien auf die Erlenmatt bereits spürbar: Weil der Platz in den umliegenden Kindergärten nicht mehr ausreicht, musste bereits ein zusätzliches Provisorium eingerichtet werden. Den Wettbewerb für das neue Schulhaus gewann die Basler Firma Luca Selva Architekten mit ihrem Projekt Twix. Die Dachterrassen des gestaffelten Neubaus erweitern das nutzbare Angebot an Pausenflächen und können auch für Unterrichtszwecke verwendet werden.

Strom kommt vom Auladach
Das Schulhaus wird nach Minergie-P-ECO zertifiziert und erfüllt damit sehr hohe Anforderungen in Bezug auf Energieeffizienz, Bauökologie und Nachhaltigkeit. Auf dem Dach der Aula ist eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung vorgesehen. Die Schulanlage soll im Sommer 2017 in Betrieb gehen. Die Gesamtbaukosten betragen rund 35 Millionen Franken, darin inbegriffen ist die Altlastensanierung des Grundstücks.

Der Verein Shift Mode will auf dem früheren Migrol-Areal auf der Klybeckinsel vier unterschiedlich grosse Holzhallen bauen, die teils miteinander verbunden werden können (siehe Abbildung rechts). Das 1,75-Millionen-Projekt, auch bekannt unter dem Namen «Holzpark», sollte ursprünglich bis Ende Mai 2015 realisiert sein. Einige Anwohner – allen voran die Wohngenossenschaft Klybeck (WGK) – haben daran allerdings wenig Freude. Eine frühere Einsprache der WGK gegen die Baubewilligung von Shift Mode haben die Behörden zwar abgelehnt. Doch dagegen hat die WGK kürzlich Rekurs eingelegt, wie sie am 30. Juni in einem offenen Brief mitteilt.
«Der Rekurs der WGK richtet sich nicht gegen die schon bestehenden Zwischennutzungen, auch nicht gegen die des Vereins Shift Mode», schreibt Martin Brändle im offenen Brief. Aber die WGK wehre sich gegen die Absicht von Shift Mode, an bis zu 180 Tagen pro Jahr kommerzielle Grossveranstaltungen mit bis zu 800 Personen durchzuführen.
Die vier Gebäude seien zusammen nur knapp kleiner als die Halle 3 der Mustermesse an der Maulbeerstrasse. «Die grösste Halle bildet eine 117 Meter lange und 9 Meter hohe Mauer gegen das Quartier», schreibt Brändle weiter. Die Anwohner fürchten auch den Mehrverkehr: Denn Shift Mode habe kein taugliches Verkehrskonzept präsentiert. «Welcher Besucher wird schon das Auto beim Badischen Bahnhof abstellen, wie von Shiftmode angedacht?», fragt Brändle.

«Keine Katastrophe»
Für Katja Reichenstein, Sprecherin des Vereins Shift Mode, ist der Rekurs «keine Katastrophe». «Wir halten die Kulturpavillons auf der Warteposition und arbeiten an unseren anderen, kleinen Projekten weiter», sagt sie zum «Vogel Gryff». Aber schade sei es schon, dass sich die Kulturhallen verzögern. Denn der Verein habe viele Anfragen für Veranstaltungen absagen müssen. Auch aus dem Quartier seien Anfragen gekommen – etwa für eine Theaterproduktion. Die Anwohner haben angekündigt, dass sie ihren Rekurs bis vor Bundesgericht weiterziehen. Deshalb kann Reichenstein nicht sagen, bis wann die Kulturpavillons stehen. Die Finanzierung sei gesichert, und es lohne sich auf jeden Fall noch, die Hallen zu bauen. Der Vertrag zwischen dem Kanton und dem Verein Shift Mode für die Zwischennutzung läuft bis 2019. Reichenstein geht aber davon aus, dass die Zwischennutzung darüber hinaus verlängert wird.