Mittwoch, Juni 20, 2018

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Kleinbasel

Wie weiter im Kleinbasler Rotlicht-Milieu?

  • Mittwoch, 24 September 2014 00:00

Das Kleinstadtgespräch zum Thema «Hat der Strassenstrich in der Kleinbasler Innenstadt Zukunft?» im Hotel Balade brachte keine Lösungen für das Rotlichtmilieu. Dennoch war es ein Erfolg: Zum einen kamen die aktuellen Probleme ungeschminkt auf den Tisch. Zweitens vereinte es rund 80 Personen, darunter Anwohner, Salonbesitzer, Behörden, Politiker und sogar einige Prostituierte – wobei letztere sich nie zu Wort meldeten.

Doch der Reihe nach: Eigentlich beschränkt sich die Toleranzzone für das Kleinbasler Rotlichtmilieu auf das «Hufeisen» aus Weber- und Ochsengasse sowie Teichgässlein. Doch daran hält sich das Milieu nicht mehr. Seit zwei Jahren böten Frauen auch an der Kasernenstrasse, an der Untere Rebgasse und in der ganzen Webergasse ihre Körper an, berichteten Anwohner. Denn es seien zu viele. Die Zunahme mitverursacht habe ein Immobilienbesitzer, der im Geviert mehrere Gebäude besitzt und im Klingental 18 ein weiteres Bordell eröffnet hat. Unter den Prostituierten gäbe es zwei Sorten, sagten Anwohner in der Diskussion, die von der Journalistin Martina Rutschmann geleitete wurde: Solche, die sich ans Rayon halten und diskret auftreten. Andrerseits junge Osteuropäerinnen, die alle drei Wochen ausgewechselt werden, sich oft zu Zweit oder Dritt ein Zimmer teilen und Mieten zwischen 100 bis 150 Franken pro Nacht bezahlen müssten. Sie stünden deshalb unter Druck, würden Männer oft aggressiv anmachen und ihre Dienste zu Dumpingpreisen offerieren. Nachts käme es deshalb oft zu Streitereien zwischen Frauen oder unter Zuhälterbanden. Zudem würden Drogen gedealt und auch die Notdurft in Hauseingängen verrichtet.

Auderset sorgt sich um Claramatte

In der Diskussion ging es deshalb um zwei Aspekte: Einerseits suchte Rutschmann nach Lösungsansätzen. Andrerseits stand die Frage im Raum, ob das Verkehrskonzept Innenstadt, das per Ende Jahr umgesetzt wird, das Milieu verdrängen wird. Martin Sandtner, Leiter des Hochbau- und Planungsamtes, sah das neue Verkehrskonzept eher als Teil einer Lösung. Denn damit würde die Zone autofrei, weshalb schon mal der Suchverkehr der Freier wegfalle. LDP-Grossrat André Auderset befürchtet jedoch, dass die Freier dann vermehrt um die Claramatte herumkurven würden und sich dort wieder ein Strassenstrich etabliere.

Tatsache ist: Das Rotlichtmilieu ist im Verkehrskonzept Innenstadt nicht erwähnt. Damals sei die Situation eben noch nicht eskaliert und man sei davon ausgegangen, dass die Toleranzzone wie seinerzeit durchgesetzt werde, sagte Sandtner dazu. Auch erinnerte er daran, dass die Quartierbevölkerung beim Ausarbeiten des Konzepts habe mitwirken können, von niemandem aber ein Vorbehalt betreffend Milieu eingebracht worden sei. «Zudem ist die Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK) schon früh aus der Mitwirkung ausgestiegen», gab er den Ball an das IGK-Mitglied Auderset zurück.

Lösungsvorschläge, wie die Situation wieder ins Lot gebracht werden könnte, gab es viele. So wurde mehr Polizeipräsenz verlangt – und Kontrollen in den Etablissements, um festzustellen, ob diese überbelegt sind oder Wohnungen illegalerweise zu Gewerberäumen umfunktioniert wurden. Lukas Faulstich von der Polizeiwache St. Clara wehrte sich: Eine 24-Stunden-Präsenz sei nicht möglich. Die Polizei habe aber im letzten halben Jahr 120 Prostituierte verzeigt. Doch oft seien die Frauen wieder weg, bevor ihnen die Busse zugestellt sei. Zudem würde die Polizei bei allen Vorkommnissen und Kontrollen Rapporte erstellen und an die zuständigen Stellen weiterleiten. «Aber wir sind nicht die Bewilligungsbehörde», sagte er an die Adresse des Gastgewerbeinspektorates.

«Nicht nur bellen, sondern beissen»

Beat Gerber, Direktor des Hotels Balade, sah dies ähnlich. «Es gibt Gesetze, um etwas zu ändern, doch es braucht den politischen Willen, sie durchzusetzen», sagte er. Thomas Mächler vom Komitee «Heb Sorg zum Glaibasel» doppelte nach: Es gebe Salons, die nicht stören. Doch wenn ein Immobilienbesitzer die Situation aus dem Ruder laufen lasse, müssten die Ämter zusammenstehen und auch mal ein Gebäude polizeilich räumen. So wie kürzlich in Zürich oder vor 25 Jahren an der Sperrstrasse 45/47. «Man darf eben nicht nur bellen, man muss auch beissen», sagte Mächler.

Davon aber scheint man in Basel derzeit weit entfernt zu sein. «Ich kann Ihnen den Eindruck, dass nichts geschieht, nicht nehmen», sagte etwa Lukas Faulstich resigniert. Und Basta-Grossrat Urs Müller kritisierte, das Bau- und Verkehrsdepartement habe sich bisher kaum um das Problem gekümmert. Auch Regierungspräsident Guy Morin zeige sich in dieser Thematik «nicht sehr handlungsorientiert».

Brot vom Begg – wieder dreifach

  • Mittwoch, 17 September 2014 00:00

Nach dem kurzen Gastspiel des Bäckerpaars Pérez/Rebòn in der ­Bäckerei an der Riehentorstrasse 17 ist nun Nicolas Fontana in den hellen Ladenraum eingezogen. «Café des Artistes» steht am Schaufenster. «Nein, wir haben keine Backstube», sagt der Geschäftsführer.

Er war zuvor zehn Jahre in der bekannten Auberge de la Bouége im Jura tätig. Doch das tägliche Pendeln von seinem Wohnort Allschwil dorthin wurde ihm zu mühsam. Darum stellte er sich einer neuen Herausforderung. Die Backwaren werden ihm von der Panissimo AG, einer Konditorei und Bäckerei mit mehreren Filialen, ins Kleinbasel geliefert. Nebst Backwaren verkauft Fontana auch feine Teigwaren, Speiseöle, Essig, Konfitüre, Honig und Fruchtsäfte. 

Luxusproblem für Kunden

Den Kunden bleibt nun die Qual der Wahl zwischen Sutter, Riehentor und eben Café des Artistes. Hinzu kommt: Im kleinen Lokal werden auch herrlich schmeckender Espresso, Kaffee, Säfte, Apéros und ein ganz besonderes Bier ausgeschenkt. «Trinken Sie ein Stück Leimental», steht auf der Etikette des Landskron Bräus, gebraut im ehemaligen Milchhüsli in Hofstetten.

Café des Artistes
Riehentorstr. 17

Öffnungszeiten:
Di – Fr, 9 – 18 Uhr und Sa, 9 – 14 Uhr

 

Stücki mit jüngerem Leiter

  • Mittwoch, 17 September 2014 00:00

Die Mitteilung kam überraschend: Am 15. September teilte die Betreiberin des Stücki Shoppingcenters, die ECE Europa Bau- und Projektmanagement GmbH Basel, mit, dass Tim Mayer per sofort die Gesamtverantwortung für die Centerleitung übernimmt. Der bisherigen Leiter Jan Tanner verlasse das Stücki «mit sofortiger Wirkung».

Merkwürdig: Während nor­ma­ler­weise der Ver­waltungs­rat einen solchen Kaderwechsel mitteilt, war es hier Mayer  selbst. «Mayer hat in den vergangenen Jahren bereits für die ECE ein Shoppingcenter in Berlin geleitet und verfügt über fundierte Kenntnisse im Detailhandel», so der 30jährige Mayer über sich selbst. Zudem sei er schon im Oktober 2013 als Co-Center Manager beim Stücki. Auch den 46jährigen Tanner lobte Mayer: Tan­ner habe seit Eröffnung des Stücki im 2009 die Markteinführung «ausgesprochen positiv vor­an­ge­trieben» und sich für das Center «zur vollsten Zufriedenheit seiner Auftraggeber sehr erfolgreich» eingesetzt. Und weiter: Wegen «ECE-internen Aufgabenanpassungen» im Center Management habe Tanner die ECE «auf eigenen Wunsch» verlassen. Man be­dauere dies. 

Das Communiqué gibt keine konkrete Auskunft darüber, was Mayer nun beim Stücki anders machen will. Für ein Interview mit dem «Vogel Gryff» ist er erst nächste Woche abkömmlich.

Der Leuchtturm zu Basel steht in den Wolken

  • Mittwoch, 17 September 2014 00:00

Luis Conzett, der Initiant und ehemalige Kapitän zur See, hatte bekanntlich eine Idee: Ein Leuchtturm am Dreiländereck. Erst sollte er 56 Meter, später 80 Meter hoch werden. Anfangs Juni wurde dann das Projekt eines 125 hohen Turms plus 30 Meter langer Antenne vorgestellt. Medienleute und Gäste ruderten auf der MS Christoph Merian bachab. «Eine Vision wird Realität», war der weit herum hörbare Tenor.Ein Investor würde in den Startlöchern stehen, wurde kommuniziert. Und die Trägerin des Projekts, die Pro Leuchtturm Basel AG, sei in Gründung. Nebst zwei Restaurants, Büros und Ateliers sei auch ein Hotel geplant. Hilton habe bereits mit einem «Letter of Intendend» schriftlich Interesse bekundet.

Hilton nicht an Bord

Doch in der Zentrale von Hilton Worldwide an der 7930 Jones Branche Drive Mc Lean, Virginia 22102, USA ist zu erfahren, dass in Basel zur Zeit keine Investitionen geplant sind. Und der stolze Hilton-Bau am Centralbahnplatz steht nur noch ein Jahr, dann wird er abgerissen. Im Neubau wird Mövenpick Hotels & Resorts eine Luxusherberge führen.

Nur ein Modellturm in Basel

Auch die Schweizer Rheinhäfen, die Grundeigentümer am Dreiländereck, haben vom Turm-Projekt nichts mehr gehört, sagt Mediensprecher Simon Oberbeck. Für eine Baubewilligung sei aber das schriftliche Einverständnis des Grundeigentürmers zwingend nötig, heisst es dazu im Bau- und Verkehrsdepartement. Am Hafenfest vom letzten Wochenende stand vor dem Seemansbaizli ein knapp zwei Meter hoher Leuchtturm. Jetzt steht das Modell wieder im Museum. Es wird wohl noch sehr lange der einzige Leuchtturm zu Basel bleiben.