Dienstag, Oktober 16, 2018

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Kleinbasel

«Umnutzung Fitnessclub in Hinterhaus in Sex-Betrieb (mit bestehendem Restaurationsbetrieb)» steht seit Anfang März auf einer Baupublikation an der Amerbachstrasse 45. Mit «Fitnessclub» gemeint ist der FKK Saunaclub Basel im Hinterhof. Wie der «Vogel Gryff» weiss, hat diese Baupublikation mindestens acht Einsprachen ans Bau- und Gewerbeinspektorat ausgelöst, mitunterzeichnet von über 150 Anwohnenden. «Die Veröffentlichung unter dem Titel <Umnutzung Fitnessclub ... in Sexbetrieb> ist irreführend und missbräuchlich», schreiben etwa Käti Ensner und Fritz Witschi von der Amerbachstrasse 61 in ihrer Einsprache.
Ihre Begründung: Bereits die Bewilligung von 2008 für den «Fitnessclub» sei nur dank irreführenden Angaben erteilt worden; von Anfang an habe dort ein Sex-Betrieb und nie ein Fitnessclub bestanden. «Wenn heute von der Umwandlung eines Fitnessclubs (der nie existierte) in einen Sexbetrieb (der seit sieben Jahren existiert) gesprochen wird, müssen wir das als eine erneute Irreführung der Öffentlichkeit verstehen», halten sie fest. Das Baugesuch stelle bloss den Versuch dar, den illegalen Sexbetrieb zu legalisieren. Sie weisen ferner darauf hin, dass das FKK-Gebäude in einem Hinterhof stehe, umringt von Wohnblocks, in denen Familien wohnen und ein Behindertenwohnheim untergebracht sei. Auf der andern Strassenseite befänden sich zwei Kindergärten; auch das Bläsi- und Dreirosenschulhaus seien nicht weit. «Es ist ein Hohn, dass an einem solchen Ort ein Sexbetrieb eingerichtet wurde, der sich in der Eigenwerbung als <Grösster, erotischer Wellnessclub in Basel> bezeichnet.» Gemäss FKK-Website seien an Wochentagen 10 bis 15, an Wochenenden gar bis zu 25 Sexarbeiterinnen tätig.


Anwohner massiv gestört
In dieselbe Kerbe schlägt der Verein abilia, der in der Liegenschaft Amerbachstrasse 37 ein Behindertenwohnheim betreibt. Präsidentin Margreth Spöndlin schreibt in ihrer Einsprache, das FKK werdem von 11 Uhr morgens bis nach Mitternacht und am Wochenende bis in die frühen Morgenstunden betrieben. «Dadurch werden wir als in nächster Nachbarschaft Anwohnende massiv gestört» – durch zusätzlichen Autoverkehr, nächtliche Belästigungen, Lärm, Streitereien und Läuten an der Hausglocke. Spöndlins Fazit: «Ein solcher Sexbetrieb passt nicht in ins Wohnumfeld.»
Die abilia-Präsidentin führt an, beim Gesuch seien diverse Firmen involviert. Im Gesuch erwähnt sind die Mereas GmbH als Projektverfasserin und die MS Marketing Solutions AG als Mieterin des Hinterhauses und Betreiberin des FKK Saunaclubs Basel. Zudem teilen die HDO Service GmbH und die KMS Verwaltungs GmbH mit dem FKK Saunaclub den Briefkasten. Spöndlin: «Um die Verantwortlichkeiten zu klären, ist deshalb ein genaueres Betriebskonzept erforderlich.»


Neu: Fixe Zweckbestimmung
Ein weiterer Einsprecher hat festgestellt, dass diesmal die Eigentümerschaft selbst und nicht mehr die Mieterin die aktuelle Bewilligung beantragt hat. Damit würde aber die Liegenschaft neu eine fixe Zweckbestimmung als Sex-Betrieb erhalten, moniert er. Die Absicht sei klar: Sollte das Bordell bewilligt werden und danach mit der Nachbarschaft in Konflikt geraten, kann die Eigentümerschaft einfach die Betreiberin austauschen, ohne eine neue Bewilligung einholen zu müssen. Alle Einsprechenden kommen deshalb zum selben Schluss: Das Umnutzungsgesuch sei von den Behörden abzulehnen.
Der «Vogel Gryff» wollte die Eigentümerschaft des Hinterhauses Amerbachstrasse 45 mit den Vorwürfen konfrontieren. Doch eine E-Mail an die Miteigentümerin Tanja Hinze blieb unbeantwortet. Und die Telefonnummer eines Miteigentümers stellte sich als ungültig heraus.

Wird Rheingasse zur neuen Gastro-Meile?

  • Mittwoch, 01 April 2015 00:00

Ab Mitte Mai soll die Rheingasse zur neuen Basler Gastromeile werden. Die Gastrobetriebe 8-bar, Restaurant zum schmalen Wurf, Eiscafé Acero, Hotel Krafft, Restaurant Brauerzunft, Grenzwert/Bären, Rhycafébar/Hotel Sonne, Restaurant Linde und Café con Letras wollen ihre Lokale mit neuen Boulevardflächen erweitern. Alle neun Restaurants sind in der IG Rheingasse zusammengeschlossen und möchten für die warme Jahreszeit eine Attraktivitätssteigerung sowohl für ihre Lokale als auch für das ganze Gebiet in und um die Rheingasse anstreben.

Dorfcharakter statt Defilee
Der Kopf des Projekts ist Tino Krattiger, der selber in der Rheingasse wohnt und sich unermüdlich für die Boulevardmeile eingesetzt hat. Der frühere SP-Grossrat ist überzeugt, dass das Konzept funktioniert. «In der Rheingasse zu sitzen, hat mit Dorfcharakter zu tun.» Das Rheinufer ziehe hingegen eine andere Klientel an, meint Krattiger. «Am Rhein findet das grosse Defilee statt, dort verkehren andere Leute.»
Krattiger meint, die neue Boulevard-Meile sei eine letzte Chance für die Rheingasse, in der mit der Umsetzung des Verkehrskonzepts Innerstadt alle Parkplätze aufgehoben wurden. Bis jetzt hat er übrigens wenig positive Reaktionen zum neuen Verkehrskonzept erhalten: «Von heller Begeisterung habe ich nichts gespürt.» Vor 11 Uhr, wenn Lieferanten noch in die Rheingasse fahren können, habe es jetzt umso mehr Autos; dafür sei es danach unruhig. Umsomehr brauche es eine Belebung. «Die Rheingasse verkommt sonst zur Dekoration.»


Ein Markt als Idee
Natürlich genüge es nicht, einige Stühle auf die Strasse zu stellen, weiss Krattiger. Gefragt seien weitere Attraktionen. So sind etwa im Rahmen des Summerblues am 3. Juli spezielle Aufführungen in der Rheingasse geplant. Und während der kalten Jahreszeit brauche es weitere Anziehungspunkte wie etwa einen Markt. «Welcher Markt das sein könnte, überlegen wir noch», sagt Krattiger.
Neu stehen 142 Quadratmeter Boulevardfläche zur Verfügung. Der Boulevardbetrieb beginnt in allen Lokalen um 11 Uhr und dauert von Sonntag bis Donnerstag bis 22 Uhr, am Freitag und Samstag bis 23 Uhr. Einzige Ausnahme bildet das Café con Letras, das von Sonntag bis Donnerstag bereits um 20 Uhr, am Freitag und Samstag um 22 Uhr schliesst. «Mit diesen moderaten Öffnungszeiten wird auf die Ruhebedürfnisse der Anwohnerschaft Rücksicht genommen», erklärt Patrick Solèr, Leiter Bewilligungen bei der Allmendverwaltung. Den Behörden stellt Krattiger ein gutes Zeugnis aus: «Die Verwaltung hat uns bei unseren Plänen gut unterstützt.» Das Projekt der IG Rheingasse habe den Anwohnern und Gastronomen auch eine neue Identität vermittelt. «Einige Anwohner haben im Rahmen des Projekts die Gastronomen zum ersten Mal getroffen», freut sich Krattiger.

 

«Im Kleinbasel ist die Kadenz höher»

  • Mittwoch, 01 April 2015 00:00

Der 38-jährige Lucas Rinaldi ist seit dem 1. April neuer Leiter der UBS-Geschäftsstelle Claraplatz. Rinaldi ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt im Gellert. Im Interview mit dem «Vogel Gryff» berichtet er über die neue Herausforderung am Claraplatz und über das Kleinbasel, wo er aufgewachsen ist. In der Freizeit engagiert er sich als Finanzverantwortlicher für den Unihockeyclub (UHC) Basel United.

Herr Rinaldi, bis Ende März haben Sie die UBS-Geschäftsstelle Riehen geleitet, jetzt übernehmen Sie die Leitung der Geschäftsstelle Kleinbasel am Claraplatz. Was bedeutet dieser Karriereschritt für Sie?
Lucas Rinaldi: Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung. Schon 1997, als ich am Claraplatz in der Lehre war, habe ich davon geträumt, einmal die Kleinbasler Geschäftsstelle leiten zu dürfen. Für mich ist diese Ernennung auch ein Zeichen, dass meine Leistung stimmt.

Sie wechseln von Riehen, dem eher reichen Dorf, ins Arbeiterviertel Kleinbasel. Wie gehen Sie damit um?
Da gibt es keinen Unterschied; wir bieten gute Lösungen für alle Kundinnen und Kunden an. Im Kleinbasel arbeiten wir nicht anders; die Kadenz ist einfach höher. Es gibt sieben Bancomaten – viel mehr als in Riehen – und auch viel mehr Kunden. All dies macht meinen Job sehr spannend und vielfältig.


Wie speziell ist die Geschäftsstelle Kleinbasel am Claraplatz im Vergleich mit anderen?
UBS ist seit über 100 Jahren am Claraplatz. Und es ist eine der grösseren Filialen der Stadt. Zudem ist der Stadtteil sehr interessant und vielfältig. Das Kleinbasel für UBS zu repräsentieren, sehe ich als grosse Verpflichtung. Der Claraplatz ist für UBS ein Zukunftsstandort. In der Geschäftsstelle Kleinbasel zählen wir Kundinnen und Kunden aus allen Einkommensschichten.

Obwohl der Claraplatz problembehaftet ist?
Probleme kann man lösen, wenn man miteinander redet. Offene Kommunikation ist das Mittel zum Erfolg, so heisst mein Motto.

Wie gut kennen Sie das Kleinbasel?
Sehr gut. Ich bin an der Rosentalanlage in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen und ins Bläsischulhaus gegangen. Insgesamt habe ich 25 Jahre im Kleinbasel gelebt. Danach bin ich mit der Familie ins Gellert gezogen, weil wir dort das Haus meiner Schwiegereltern übernehmen konnten. Ich freue mich, ins Kleinbasel zurückkehren – da werden viele alte Erinnerungen wach.

Wie gehen Sie mit dem schlechten Ruf der Banker um?
Wie die allermeisten Banker übe ich meinen Beruf mit grosser Freude aus und arbeite täglich daran, den Ruf mit Leistung und mit Beratungsqualität zu korrigieren.

Man hat in letzter Zeit den Eindruck, dass eine jüngere Generation von Bankern am Werk ist, die anders an die Sache rangeht.
Ich glaube, da haben Sie recht! Die Transparenz ist gestiegen, wir arbeiten weniger hierarchisch und sind näher bei den Kundinnen und Kunden.

Wie gross ist Ihr Team?
Inklusive Lehrlinge zählt mein Team am Claraplatz 13 Mitarbeitende. Weiter sind in der Geschäftsstelle auch Mitarbeiter aus der Vermögensverwaltung sowie dem Unternehmenskundengeschäft unter einem Dach vereint. So können wir unseren Kunden sämtliche Dienstleistungen vor Ort anbieten.

Mit der roten Krawatte heben sich die UBS-Angestellten von der Konkurrenz ab. Was machen Sie sonst noch anders?
Wir bieten eine hohe Wertschätzung gegenüber unserer Kundinnen und Kunden. Wir sehen uns als Gastgeber, der die Kundinnen und Kunden beim Hinausgehen bis zur Türschwelle begleitet.

Sind Sie ein Banker zum Anfassen?
Ich glaube schon. In Riehen war ich immer wieder halbtags persönlich am Welcome-Desk in der Kundenhalle präsent. Dies möchte ich auch in der Geschäftsstelle Kleinbasel so handhaben. In der Kundenhalle erhält man viel mehr Verständnis für die Anliegen der Kundinnen und Kunden. Wichtig ist mir, dass die Kunden nicht die Faust im Sack machen, sondern uns mitteilen, was sie bedrückt.

Nach acht Tagen ist am 26. März die weltgrösste Uhren- und Schmuckmesse Baselworld zu Ende gegangen. Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz:«Die grössten und renommiertesten Marken der Welt, die exklusivsten Händler sowie die Weltpresse haben sich erneut unter einem Dach versammelt und die zahlreichen Gelegenheiten für Geschäfte und Networking genutzt.» 150 000 Personen aus über 100 Ländern haben die Messe besucht; darunter waren 4300 Journalisten aus 70 Ländern.

Unter den Einkäufern wurde zwar ein Minus von drei Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2014 registriert. Trotzdem sei die Messe für die Uhren- und Schmuckmarken positiv verlaufen, steht in einer Mitteilung der Baselworld. François Thiébaud, Präsident des Schweizer Ausstellerkomitees, kommt aufgrund von Rückmeldungen der Aussteller zum Schluss, «dass 2015 ein positives Jahr für die Branche wird, da alle mit spektakulären Innovationen aufgewartet haben». Es seien nicht nur neue Produkte vorgestellt worden, sondern die Branche habe auch viel in die Kommunikation zu den Medien und zu den Einkäufern investiert.

Jean-Claude Biver, Präsident der Uhrensparte von LVMH, äussert sich enthusiastisch über die Baselworld 2015: «Bei Tag Heuer, Hublot und Zenith ist die Messe grossartig verlaufen; alle Erwartungen wurden übertroffen.» Und Sylvie Ritter, Direktorin der Baselworld, meinte: «Die Baselworld erzielt als Dreh- und Angelpunkt der gesamten Branche weltumspannende Resonanz. Diese Aussage bewahrheitet sich von Jahr zu Jahr noch mehr, denn die Baselworld stärkt ihre Position als führende Messe mit jeder Auflage.» Die beneidenswerte Position als weltweite Nummer eins müsse unermüdlich verteidigt werden.