Sonntag, August 19, 2018

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Kleinbasel

Erste Schritte für neuen Rheintunnel

  • Mittwoch, 04 Februar 2015 00:00

Im Durchschnitt brausen 100 000 Fahrzeuge täglich über die Basler Osttangente. Verständlicherweise haben die Anwohner, die teilweise sehr nahe an der Autobahn wohnen, daran wenig Freude. Eine gute Nachricht für die Anwohner ist jetzt immerhin, dass der Bund erste Schritte für die Realisierung des neuen Rheintunnels eingeleitet hat. Ein richtungsgetrennter Tunnel mit zwei Röhren soll dereinst zwischen der Basler Nordtangente im Raum Klybeck/Wiese und dem Zubringer Birsfelden gebaut werden.
«Mit dem Projekt sollen die verkehrliche Leistungsfähigkeit der Nationalstrasse durch eine Kapazitätserweiterung sichergestellt und die Quartiere im näheren und weiteren Umfeld der bestehenden Osttangente vom Durchgangsverkehr entlastet werden», schreibt das Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt in einer Medienmitteilung.
Das BVD und das Bundesamt für Strassen (Astra) haben Ende Januar eine Absichtserklärung zum neuen Rheintunnel unterzeichnet. In der gemeinsamen Erklärung wurde vereinbart, das Mögliche dazu beizutragen, das Projekt etwa ab 2025 zu realisieren. Als erster Schritt erarbeitet das Astra bis etwa 2018 das generelle Projekt für den neuen Tunnel unter dem Rhein hindurch.


Rund 1,4 Milliarden
Das Astra schätzt die Investi­tionskosten für den Rheintunnel auf rund 1,4 Milliarden Franken; für eine Anbindung von und nach Deutschland wären weitere 300 Millionen Franken fällig. Bei diesen Kostenschätzungen ist mit einer Ungenauigkeit von plus/minus 30 Prozent zu rechnen, wie das BVD in einer Medienmitteilung weiter schreibt. Wer genau wie viel ans Projekt bezahlt, bleibt noch unklar. Erst während der Erarbeitung des generellen Projekts soll der Kostenschlüssel festgelegt werden. Wann der geplante Rheintunnel fertig sein wird, bleibt noch ungewiss. «Nach der Genehmigung durch den Bundesrat und weiteren Projektierungsarbeiten kann aus heutiger Sicht mit einem Baubeginn etwa 2025 gerechnet werden», steht im Communiqué des BVD.
Für Bruno Keller-Sprecher, Anwohner der Osttangente im Kleinbasel und Präsident des Vereins «Ausbau Osttangente – so nicht!» ist das ein Wermutstropfen. «Deshalb ist es umso wichtiger, die dringend notwendigen Lärmschutzmassnahmen, wie von Regierungsrat Wessels versprochen, jetzt zügig voranzutreiben.» Die jetzige unerträgliche Situation sei den Anwohnerinnen und Anwohner nicht noch weitere 20 Jahre zuzumuten, betont Bruno Keller-Sprecher. «Übrigens besteht im Kleinbasel derselbe Lärmschutzbedarf wie im Grossbasel, was unverständlicherweise immer wieder vergessen wird.»
Astra-Direktor Rudolf Dieterle machte jedoch an einer Medienkonferenz im Rahmen der Unterzeichnung der Absichtserklärung bereits klar, dass der Kanton Basel-Stadt beispielsweise eine Einhausung oder allfällige Überdeckungen der Osttangente selbst bezahlen müsse. Einhausungen und Überdeckungen erachte der Bund nämlich nicht als notwendig; dabei handle es sich um städtische Bedürfnisse, betont das Astra.
Die Handelskammer beider Basel (HKBB) begrüsst die Absichtserklärung zwischen dem Astra und dem Kanton Basel-Stadt ausdrücklich, wie sie in einem Communiqué schreibt. Der stellvertretende HKBB-Direktor Martin Dätwyler ist überzeugt: «Am meisten Nutzen entsteht, wenn der Anschluss in Richtung Deutschland auch realisiert wird. So entsteht ein maximaler Nutzen für das Hochleistungsstrassennetz in der Region Basel.» Würde der Anschluss nach Deutschland erst in einem zweiten Schritt realisiert, müsste sich der Kanton mit mindestens 40 Prozent oder 120 Millionen Franken daran beteiligen. Damit würde eine ganzheitliche Lösung in weite Ferne rücken, unterstreicht Dätwyler.
Aus dem Baselbiet ist übrigens nicht mit Unterstützung zu rechnen. Ein finanzieller Beitrag an den Bau eines Rheintunnels wird dort kategorisch abgelehnt.

Lachenmeier gibt Währungsgewinne weiter

  • Mittwoch, 04 Februar 2015 00:00

«Wir mussten damit rechnen, dass die Untergrenze zum Euro irgendwann aufgehoben wird», sagt Thomas Lachenmeier. Weil der Zeitpunkt offen war, habe er sich jedoch nicht darauf vorbereiten können, erklärt der Inhaber von Lachenmeier Farben an der Clarastrasse 46 bis 48. Lachenmeier importiert etwa die Hälfte seiner Produkte aus dem Euro-Raum. Als die Nationalbank die Untergrenze aufgegeben hat, hat Lachenmeier sofort darauf reagiert. Er hat mit den Produzenten aus dem Euro-Raum direkt verhandelt und in vielen Fällen Erfolg gehabt. «Wo wir reagieren können, haben wir es getan», erklärt der Kleinbasler Unternehmer.
Rund 600 Produkte aus dem Sortiment sind bereits günstiger geworden. Weitere Preisabschläge würden folgen, versichert Lachenmeier. Er rechnet damit, mit der Zeit rund 1000 Produkte billiger anbieten zu können. Kurzfristig verzichtet Lachenmeier damit auf einen Teil der Marge, denn er hat noch Produkte im Lager, die er vor der Aufhebung der Untergrenze zu einem höheren Euro-Kurs eingekauft hatte.


Rabatt auf Schildern deklariert
Bei Produkten, auf denen die Preise fest eingraviert sind, deklariert das Farbengeschäft Lachenmeier den Währungsrabatt mit einem Schild und zieht den Rabatt dann an der Kasse ab – etwa auf Pinsel (10 Prozent Rabatt), auf Faber-Castell-Produkte (acht Prozent Rabatt) und einige Autolackierer-Produkte (10 bis 20 Prozent). Bei anderen Produkten wird der neue Preis am Regal angeschrieben.
Nicht immer kann Thomas Lachenmeier aber einen Währungsrabatt gewähren. So gestalten sich etwa Verhandlungen mit Generalimporteuren manchmal schwierig. «Eine pauschale Lösung gibt es nicht», sagt Lachenmeier deshalb. Dafür zu sorgen, dass man konkurrenzfähig sei, gehöre sowieso zur Daueraufgabe eines Unternehmers. In seinem Geschäft hat er bis jetzt wegen des starken Frankens keinen Umsatzeinbruch erlebt. «Vielleicht liegt das vor allem an der Stärke unseres Sortiments», meint Lachenmeier. Etwas Verständnis zeigt er für Leute, die wegen des starken Frankens über die Grenze einkaufen gehen. «Grundsätzlich sägen aber diese Leute am Ast, auf dem sie sitzen», unterstreicht der Unternehmer.

Wieder ein Wirtewechsel im Basilisk

  • Dienstag, 27 Januar 2015 00:00

Die Gerüchteküche im Kleinbasel brodelt. Dem Wirt René Torzi und seiner Lebenspartnerin Corina Caspescha sei von der Erbengemeinschaft Cavegn, der Besitzerin von Hotel und Restaurant Basilisk, nach nur eineinhalb Jahren gekündigt worden. An ihrer Stelle werde Andreas Cavegn die Kleinbasler Beiz an der Klingentalstrasse 1 übernehmen. Cavegn gehört der Erbengemeinschaft an und hatte das Parkrestaurant Lange Erlen bis zu dessen Umbau betrieben.
Wie so oft sind Gerüchte nur teilweise wahr. «Uns wurde nicht gekündigt, wir haben gekündigt», stellt Caspescha auf Anfrage klar. Der Grund: Der bisherige Pachtvertrag fürs «Basilisk»  läuft Ende Jahr aus. Das Paar wünschte neu einen Fünfjahresvertrag, die Erbengemeinschaft Cavegn bot dagegen maximal zwei Jahre an – wegen möglicher Interessenten aus der eigenen Familie. «Um etwas Sinnvolles aufzubauen, war uns das aber zu kurz», sagt Torzi. Das Paar begann sich deshalb anderweitig umzusehen – und wurde fündig: Am 29. August eröffnen die Beiden den Landgasthof «Tanne» in Rosshäusern bei Bern.


Zurück in die Heimat
«Nach fast 50 Jahren im Kleinbasel habe ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu diesem Schritt entschlossen», sagt Torzi. Hier sei er aufgewachsen, habe die Lehre gemacht und 23 Jahre in der «Eintracht» an der Oetlingerstrasse 64 gekocht, bis Mitte 2013 der Wechsel zum «Basilisk» erfolgte. Andrerseits sei er Langnauer Bürger und habe auch schon in Bern gearbeitet. «Insofern ist es eine Art Rückkehr in die Heimat.»
Doch was passiert mit dem «Basilisk», wenn sich Torzi und Caspescha spätestens ab Mitte Jahr intensiv mit ihrem Landgasthof beschäftigen müssen? «Das ist noch offen», sagt Caspescha. «Entweder wir teilen uns auf und stellen hier vorübergehend noch jemanden an, oder Familie Cavegn findet eine andere Lösung.» Gemäss Prisca Cavegn Schlumpf, Betreiberin des «Hotels Basilisk», steht jedoch «noch alles in den Sternen.» Angesprochen auf ihren Bruder Andreas, dem übrigens auch nachgesagt wird, er interessiere sich fürs Restaurant Schlüssel in Reinach BL, reagiert sie unwirsch: «Ich weiss nicht, was mein Bruder will.» Und auf die Frage, wie viele Cavegn-Kinder Interesse für das Restaurant «Basilisk» haben könnten, meint sie bloss: «Einige Kinder.»
Andreas Cavegn selbst war trotz mehrmaliger Anrufe nicht erreichbar. Klar ist nur: Im Restaurant «Schliessi» an der Wiese (Wildschutzweg 30) wirtet er weiterhin. Dies hatte der Erlenverein im Dezember mitgeteilt, als er bekannt gab, dass er sich von Cavegn nach 16 Jahren trennen, das Parkrestaurant  umbauen und am 5. April 2015 mit Lionel und Alexandre Schmitt neu eröffnen will (der «Vogel Gryff» berichtete).

Greifengasse erhält ein neues Gesicht

  • Dienstag, 27 Januar 2015 00:00

Seit dem 5. Januar 2015 ist die Basler Innenstadt autofrei. Nun möchte die Regierung, dass man ihr das auch ansieht. Dafür hat das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) ein Konzept ausgearbeitet, das der Innenstadt ein klares und einheitliches Gesicht geben, sie für Fussgänger attraktiver machen und deren Aufenthaltsdauer verlängern soll. Bisher habe es bei der Gestaltung der Innenstadt bloss «Flickwerk» gegeben, sagte Baudirektor Hans-Peter Wessels an einer Pressekonferenz.


Gassen werden gepflästert
Das Konzept, das von der Regierung als verbindlich erklärt wurde, teilt die Innenstadt-Verbindungen in Kategorien: Strassen, auf denen Trams und Busse verkehren, werden geteert, die Trottoirs hingegen mit Platten aus Alpnacher Quarzsandstein bestückt (z.B. Greifengasse). Bei reinen Fussgängerzonen (z.B. Freie Strasse) verschwinden die Trottoirs, die ganze Strasse wird mit Platten ausgelegt. Andernorts werden Trottoirs bloss etwas abgesenkt. Gassen wiederum werden gepflästert, mit Steinen aus Alpnacher Quarzsandstein oder – wie auf dem Münsterplatz – mit  so genannter Kieselwacke.
Die Umgestaltung erstreckt sich allerdings über Jahrzehnte, da nur Strassen in Angriff genommen werden, die ohnehin saniert werden müssen. Geplant wird vorerst bis 2021. Für die Realisierung der ersten Projekte beantragt die Regierung vom Grossen Rat nun 24,5 Millionen Franken. Weitere zwei Millionen Franken beantragt sie, um für den Claraplatz und de Rümelinsplatz Gestaltungswettbewerbe durchführen zu können. Die beiden Plätze sind ebenfalls sanierungsbedürftig.
Den Anfang macht aber die Greifengasse. Hier bestehe ein hoher Sanierungsbedarf, sagte Martina Münch, Abteilungsleiterin Gestaltung  Stadtraum im BVD. Entsprechend ist das Projekt am weitesten fortgeschritten: Noch dieses Jahr werde das BVD für Anwohner und Gewerbe eine Mitwirkungsveranstaltung durchführen. Ziel sei es, die Umgestaltung der Greifengasse bis Ende 2017 abschliesen zu können, sagte Münch. Weitere Kleinbasler Strassen, die ebenfalls bis 2021 verschönert werden sollen, sind die Rheingasse und die Ochsengasse. Für sie besteht aber noch kein konkreter Zeitplan.