Samstag, September 22, 2018

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Kleinbasel

«Im Kleinbasel ist die Kadenz höher»

  • Mittwoch, 01 April 2015 00:00

Der 38-jährige Lucas Rinaldi ist seit dem 1. April neuer Leiter der UBS-Geschäftsstelle Claraplatz. Rinaldi ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt im Gellert. Im Interview mit dem «Vogel Gryff» berichtet er über die neue Herausforderung am Claraplatz und über das Kleinbasel, wo er aufgewachsen ist. In der Freizeit engagiert er sich als Finanzverantwortlicher für den Unihockeyclub (UHC) Basel United.

Herr Rinaldi, bis Ende März haben Sie die UBS-Geschäftsstelle Riehen geleitet, jetzt übernehmen Sie die Leitung der Geschäftsstelle Kleinbasel am Claraplatz. Was bedeutet dieser Karriereschritt für Sie?
Lucas Rinaldi: Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung. Schon 1997, als ich am Claraplatz in der Lehre war, habe ich davon geträumt, einmal die Kleinbasler Geschäftsstelle leiten zu dürfen. Für mich ist diese Ernennung auch ein Zeichen, dass meine Leistung stimmt.

Sie wechseln von Riehen, dem eher reichen Dorf, ins Arbeiterviertel Kleinbasel. Wie gehen Sie damit um?
Da gibt es keinen Unterschied; wir bieten gute Lösungen für alle Kundinnen und Kunden an. Im Kleinbasel arbeiten wir nicht anders; die Kadenz ist einfach höher. Es gibt sieben Bancomaten – viel mehr als in Riehen – und auch viel mehr Kunden. All dies macht meinen Job sehr spannend und vielfältig.


Wie speziell ist die Geschäftsstelle Kleinbasel am Claraplatz im Vergleich mit anderen?
UBS ist seit über 100 Jahren am Claraplatz. Und es ist eine der grösseren Filialen der Stadt. Zudem ist der Stadtteil sehr interessant und vielfältig. Das Kleinbasel für UBS zu repräsentieren, sehe ich als grosse Verpflichtung. Der Claraplatz ist für UBS ein Zukunftsstandort. In der Geschäftsstelle Kleinbasel zählen wir Kundinnen und Kunden aus allen Einkommensschichten.

Obwohl der Claraplatz problembehaftet ist?
Probleme kann man lösen, wenn man miteinander redet. Offene Kommunikation ist das Mittel zum Erfolg, so heisst mein Motto.

Wie gut kennen Sie das Kleinbasel?
Sehr gut. Ich bin an der Rosentalanlage in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen und ins Bläsischulhaus gegangen. Insgesamt habe ich 25 Jahre im Kleinbasel gelebt. Danach bin ich mit der Familie ins Gellert gezogen, weil wir dort das Haus meiner Schwiegereltern übernehmen konnten. Ich freue mich, ins Kleinbasel zurückkehren – da werden viele alte Erinnerungen wach.

Wie gehen Sie mit dem schlechten Ruf der Banker um?
Wie die allermeisten Banker übe ich meinen Beruf mit grosser Freude aus und arbeite täglich daran, den Ruf mit Leistung und mit Beratungsqualität zu korrigieren.

Man hat in letzter Zeit den Eindruck, dass eine jüngere Generation von Bankern am Werk ist, die anders an die Sache rangeht.
Ich glaube, da haben Sie recht! Die Transparenz ist gestiegen, wir arbeiten weniger hierarchisch und sind näher bei den Kundinnen und Kunden.

Wie gross ist Ihr Team?
Inklusive Lehrlinge zählt mein Team am Claraplatz 13 Mitarbeitende. Weiter sind in der Geschäftsstelle auch Mitarbeiter aus der Vermögensverwaltung sowie dem Unternehmenskundengeschäft unter einem Dach vereint. So können wir unseren Kunden sämtliche Dienstleistungen vor Ort anbieten.

Mit der roten Krawatte heben sich die UBS-Angestellten von der Konkurrenz ab. Was machen Sie sonst noch anders?
Wir bieten eine hohe Wertschätzung gegenüber unserer Kundinnen und Kunden. Wir sehen uns als Gastgeber, der die Kundinnen und Kunden beim Hinausgehen bis zur Türschwelle begleitet.

Sind Sie ein Banker zum Anfassen?
Ich glaube schon. In Riehen war ich immer wieder halbtags persönlich am Welcome-Desk in der Kundenhalle präsent. Dies möchte ich auch in der Geschäftsstelle Kleinbasel so handhaben. In der Kundenhalle erhält man viel mehr Verständnis für die Anliegen der Kundinnen und Kunden. Wichtig ist mir, dass die Kunden nicht die Faust im Sack machen, sondern uns mitteilen, was sie bedrückt.

Nach acht Tagen ist am 26. März die weltgrösste Uhren- und Schmuckmesse Baselworld zu Ende gegangen. Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz:«Die grössten und renommiertesten Marken der Welt, die exklusivsten Händler sowie die Weltpresse haben sich erneut unter einem Dach versammelt und die zahlreichen Gelegenheiten für Geschäfte und Networking genutzt.» 150 000 Personen aus über 100 Ländern haben die Messe besucht; darunter waren 4300 Journalisten aus 70 Ländern.

Unter den Einkäufern wurde zwar ein Minus von drei Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2014 registriert. Trotzdem sei die Messe für die Uhren- und Schmuckmarken positiv verlaufen, steht in einer Mitteilung der Baselworld. François Thiébaud, Präsident des Schweizer Ausstellerkomitees, kommt aufgrund von Rückmeldungen der Aussteller zum Schluss, «dass 2015 ein positives Jahr für die Branche wird, da alle mit spektakulären Innovationen aufgewartet haben». Es seien nicht nur neue Produkte vorgestellt worden, sondern die Branche habe auch viel in die Kommunikation zu den Medien und zu den Einkäufern investiert.

Jean-Claude Biver, Präsident der Uhrensparte von LVMH, äussert sich enthusiastisch über die Baselworld 2015: «Bei Tag Heuer, Hublot und Zenith ist die Messe grossartig verlaufen; alle Erwartungen wurden übertroffen.» Und Sylvie Ritter, Direktorin der Baselworld, meinte: «Die Baselworld erzielt als Dreh- und Angelpunkt der gesamten Branche weltumspannende Resonanz. Diese Aussage bewahrheitet sich von Jahr zu Jahr noch mehr, denn die Baselworld stärkt ihre Position als führende Messe mit jeder Auflage.» Die beneidenswerte Position als weltweite Nummer eins müsse unermüdlich verteidigt werden.

Top Secret trommelt für ein Wunderkind

  • Donnerstag, 26 März 2015 00:00

Die erfolgreiche britische Rave Band «The Prodigy» hat für ihr neues Album mit dem Titelsong «The Day Is My Enemy» das Top Secret Drum Corps (TSDC) aus Basel mit an Bord genommen. Die erste Kontaktaufnahme erfolgte anfangs Oktober 2014 durch das Bandmitglied Liam Howlett höchstpersönlich, wie das TSDC mitteilt. «Howlett meldete sich bei uns und outete sich als Fan des einzigartigen Stils des Top Secret Drum Corps.» Danach ging alles Schlag auf Schlag: Die Musik wurde zusammengestellt und verfeinert, bis kurz vor Jahresende der Song geboren war.

Das TSDC freue sich ausserordentlich, mit der weltberühmten Band The Prodigy zusammenzuarbeiten, sagt Patrick Stalder vom TSDC. «Der Kontakt wird rege gepflegt. Und wer weiss, vielleicht klappt es ja auch früher oder später mit gemeinsamen Liveauftritten der beiden Bands?». Mit weltweit über 20 Millionen verkauften Alben zählt die Band «The Prodigy» (englisch: das Wunderkind) zu den Superstars der britischen Clubkultur. Ihre einzigartige Mischung aus Techno, Rave, Big Beat, Jungle, Drum'n'Bass, Acid House und Punk elektrisiert seit über 20 Jahren die Fans.

Den Song, den die Basler Trommler mit «The Prodigy» aufgenommen haben, hören Sie hier:

https://www.youtube.com/watch?v=h1AaKBbNGkk
 

Oldies Revival im Schieffe Egg

  • Dienstag, 24 März 2015 00:00

Sechs Kleinbasler Beizerinnen und Beizer baten in die Kultgaststätte am Claraplatz zur Reise ins vergangene Jahrhundert

"Waisch no?" Das waren noch Zeiten, in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, als im legendären Bierkeller an der Ochsengasse nicht nur Gläser und Stühle, sondern manchmal auch Gäste von der Empore flogen. Und dies zu den Takten der auf der Bühne spielende Live-Musik, währenddessen Ruthli Pfeifer, Basel’s lustigste “Bar-Nuudle”, mit ihrem Busen dreiviertel der Theke versperrte. Stimmung pur.

Die gelungene Renaissance

War es damals wirklich schöner? War wirklich im letzten Jahrhundert alles besser und gemütlicher? Mit dem Rauchverbot, den Innenstadt- und Parkplatzproblemen, Promille- und andere Grenzen. Der Euro? Macht all dies unsere Stadt, das Kleinbasel wirklich kaputt? Nein, und nochmals nein, meinten sechs gestandene Glaibasler Baizerinnen und Baizer. Sie baten in das Kultetablissement "zem Schieffe Egg" zu einer Reise in die musikalische Vergangenheit. Gesang, Tanz und Musik, alles unter dem Motto "Waisch no?".

Ein Modewettbewerb – natürlich im Look der 60er bis 80er Jahre – wurde versucht im Gedränge durchzuführen. Bei "Sunshine-“ und „Babyli“-Drink" amüsierten sich die Gäste jeden Alters köstlich. Bravo dem federführenden Chef-Organisator Bernie Thommen, den kräftig mitservierenden Gastronomen und Schankwirtinnen, Aisha Schreiner vom „Alte Schluuch“, Tamara Sbardelotto aus dem heimeligen „Oechsli“, Sylvia Emmenegger aus der „Bermuda Bar“, Lucy Quarante aus der „Muus Falle“ und gar dem „Macho“ aus dem tiefen „Grotto“.

Als gar kurz vor Mitternacht ein Elvs Presley ähnlicher Solo-Sänger am Saalmikrophon knabberte, war die Stimmung auf dem Siedepunkt. "S'isch wie friener", murmelte Alt-Gossrat Albi Meier. Eines ist und war an diesem urgemütlichen Abend allen klar: Wer Ideen hat, wer seine Gäste hegt und pflegt, muss keine Angst haben, dass sein Zapfhahn bald nicht mehr zischt. Der erste Schritt ist getan, weitere sollen folgen.