Samstag, April 29, 2017

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Kleinbasel

Der Physiker Remo Gallacchi, 48, arbeitet im Gymnasium Münsterplatz als Konrektor und Lehrer. Neben dem Engagement als Präsident der Baseldytschi Bihni ist er Grossrat der CVP und Statthalter des Fährivereins. Gallacchi trommelt bei der Fasnachtsclique die Antygge und spielt Waldhorn bei der Stadtmusik Basel. Er ist verheiratet und Vater eines 18-jährigen Sohnes.

 

Herr Gallacchi, welche Bedeutung hat das 125-Jahr-Jubiläum für die Baseldytschi Bihni?

Remo Gallacchi: Das Jubiläum hat eine grosse Bedeutung. Nicht nur für den Verein, sondern für ganz Basel. Die Baseldytschi Bihni ist ein Bedürfnis. Wir sind stolz, dass sich die Institution so lange halten konnte. Das Jubiläum ist für uns ein Startpunkt für weitere 50 oder 100 Jahre. Dank der ehrenamtlichen Arbeit sollte die Zukunft gesichert sein.

 

Wie kamen Sie zum Verein?

Daran ist meine Frau schuld, sie ist seit 30 Jahren Darstellerin auf der Baseldytschi Bihni. Zuerst war ich normales Mitglied, später Techniker. Nach einem Wechsel im Präsidium wurde ich angefragt und habe spontan zugesagt. Mich fasziniert die ehrenamtliche Arbeit der über 100 Aktiven.

 

Am 10. November war Premiere des neuen Stücks «Dr Otello daarf nit blatze». Wie ist die neue Saison angelaufen?

Das Stück ist sehr erfolgreich. Die meisten Vorstellungen sind schon sehr gut gebucht.

 

Worum geht es im Stück?

In der rasanten Komödie geht es darum, dass die Oper Otello nicht ausfallen darf. Der Startenor aus Italien verspätet sich; es passieren weitere Missgeschicke, man hat das Gefühl, die Vorstellung könne nicht durchgeführt werden. Plötzlich taucht ein Amateursänger auf, der sagt, er könne die Rolle übernehmen. So haben wir zwei Otellos auf der Bühne. Wer die Oper gesungen hat, erfährt man, wenn man zu uns ins Theater kommt.

 

Und wie geht es dem Theater im Allgemeinen?

In der Zeit der Finanzkrise hatten wir einen kleinen Einbruch. Es gab auch mal eine Zeit, in der die Inszenierungen vielleicht etwas unglücklich waren. Seit vier Jahren haben wir mit Tom Müller einen neuen Regisseur. Seither geht es bergauf, wir konnten kleine Reserven bilden. 

 

Es gibt auch andere Theater. Wieso kommt das Publikum zu Ihnen?

Wir führen unsere Boulevardkomödien rund 60-mal auf. Wir sind das einzige Theater, das keinen Eintritt verlangt, sondern eine freiwillige Kollekte. Und wir funktionieren als nichtkommerzieller Verein. Mit Ausnahme des Regisseurs, des Bühnenbildners und des Putzinstituts bekommt bei uns niemand eine Entschädigung. Dieses Modell spricht offensichtlich eine Menge Leute an. Für das neue Stück haben wir einen Profisänger engagiert, der unseren beiden Otellos dreiviertel Jahre lang Gesangsunterricht erteilt hat. Die Otellos singen nun live auf der Bühne.

 

Suchen die Leute in der heutigen schnelllebigen Zeit vermehrt Entspannung und Abwechslung?

Ja, das stellen wir auch fest. Unsere Komödien, bei denen man einen Abend lang sicher 40-mal lachen kann, sind ein Bedürfnis.

 

Wie wählen Sie die Stücke aus?

Dafür ist ein Team von fünf Personen zuständig. Wir wählen das Stück nach der Anzahl Schauspieler aus, die wir haben. Ausgewählt wird zwischen 20 und 25 Stücken, die alle gelesen werden. Ist das Stück bestimmt, wird es von einem Übersetzungsteam auf Baseldeutsch übersetzt.

 

Wie streng pflegen Sie das Baseldeutsche?

Wir arbeiten nach dem Baseldeutschen Wörterbuch von Rudolf Suter. Auf der Bühne sprechen wir so wie auf der Strasse. 

 

Und wenn ein Schauspieler aus dem Baselbiet kommt?

Baselbieter müssen sich anpassen und Baseldeutsch sprechen. 

 

Könnte auch ein Walliser spielen?

Das funktioniert! Wir würden ihm eine Rolle geben als Walliser, der nach Basel gezogen ist.

 

Haben Sie zu viele oder zu wenige Schauspieler?

Momentan ist es genau richtig. Wir haben zehn Schauspielerinnen und Schauspieler. Sie müssen sich für ein Jahr verpflichten. Und solange sie auf zwei Beinen gehen können, spielen sie auch – krank sein kommt nicht infrage.

 

Welche Rolle spielt der Präsident?

Ich repräsentiere den Verein gegen aussen und sorge dafür, dass er finanziell gut da steht. Meine Rolle besteht auch darin, das Theater so zu organisieren, damit im Verein alle glücklich und zufrieden sind.

 

 

Als der Klostergeist zu Ruedi Gröflin flog ...

  • Mittwoch, 23 November 2016 14:06

Von Armin Faes

 

Er hatte nicht weit, der Geist des ehemaligen Klosters Klingental, denn die «Zielperson» lebt keine 60 Flugsekunden vom Klostergebäude entfernt. Sein Arbeitszimmer erhellen zwei Fenster, aus dem einen blickt er direkt in den Klosterhof, aus dem anderen beschaut er das 700 Jahre alte Gemäuer, hinter dem die Laienbrüder wohnten. Seit 13 Jahren wohnt Ruedi Gröflin mit seiner Frau Charlotte im Klingental. In den ersten Jahren war er noch im Berufsleben als Gymnasiallehrer in Liestal tätig und erst nach der Pensionierung wurde er von der mystischen Geschichte des Klosters dermassen infiziert, dass er beschloss, einen Roman auf den Grundlagen der historischen Tatsachen zu schreiben.

Die Berufswahl

Ruedi Gröflins Vater war Depotchef bei den BVB. Sie wohnten am Wiesenplatz und Vater Gröflin, bodenständig und Schmied von Beruf, war mit Leib und Seele Kleinhüninger. Als beispielsweise die Anfrage der Drei E. E. Ehrengesellschaften kam, ob er nicht Mitglied werden wolle, winkte er ab: «Nei, die hänn jo immer no keini Fraue.» Ruedi ging damals ins Realgymnasium, notabene jeden Tag zu Fuss. «Als Kleinbasler war ich ein Outsider, ich wurde auch bald <Rhygässler> genannt, was mir anfänglich zu schaffen machte.» Später erkannte er, wie damals schon die Klassenunterschiede gelebt wurden. Was sollte aus Ruedi werden? Eigentlich hatte er im Sinn, die Familientradition weiter zu führen und Schmied zu werden. «Lueg emool dyni Händ aa», meinte sein Grossvater schelmisch. 

Und so kam es, dass Ruedi auf die Uni ging und dort Geschichte, Englisch und Deutsch studierte. Es folgte das Englandjahr und zwei Jahre USA zu Zeiten von Präsident Richard Nixon. In den USA lernte Ruedi auch seine Charlotte kennen, die er dann 1975 in Basel ehelichte. Die Eheleute Gröflin haben eine Tochter und einen Sohn. Gröflin unterrichtete im Inseli- und im Wettstein-Schulhaus, später erhielt er in Liestal eine Festanstellung. Der Geist des Ortes wurde aktiv, als Gröflins ins Klingental zügelten und dort ihre Wohnung umbauten. Ihr Architekt schenkte dem Ehepaar das Büchlein «Kleines Klingental» mit der Bemerkung: «Dermit iir wüsset, won iir woonet».

Gröflin hat die Geschichte fasziniert. Viele Fragen haben sich plötzlich in seinem Kopf eingenistet. Unzählige Stunden verbrachte er im Staatsarchiv, wo er überraschend viele Dokumente aus dem 14. Jahrhundert fand. «Ich wollte möglichst viel Wissen in mein Buch fliessen lassen, aber die Lektorin hat mir bald einmal beigebracht, dass der Roman auch leserfreundlich sein muss.» Er weiss, dass das Buch immer noch anspruchsvoll ist. «Es ist ein Buch für jene Leserinnen und Leser, die sich für die spannende Geschichte des Klosters interessieren.» In der Einleitung schreibt er zum Beispiel: «Einmalig finde ich den Beleg der Umstellung von der Natural- zur Geldwirtschaft von 1342.»

Das Buch «Küentzi» (Diminutiv für Konrad) feierte seine Vernissage am 23. November und ist in den Buchhandlungen erhältlich. Es ist eine spannende Liebesgeschichte und im Klappentext kommt die Frage auf: «Werden die Liebenden es wagen, sich gegen alle Konventionen zu wenden und ein gemeinsames Leben zu führen?»Die Antwort steht im Buch. Was kommt nach dem Buch? «Grundsätzlich will ich vorerst mein wichtigstes Hobby weiterpflegen. Ich singe in einem grossen und in einem kleinen Chor; das gibt mir Energie und macht den Kopf frei.»

«Fühle mich hier sicher» 
Und wie gefällt es dem Autor im Kleinbasel? «Ich wohne ja mitten im Herzen Kleinbasels. Ich muss voraus schicken, ich fühle mich hier sicher. Was mich stört, ist die Entwicklung im Rotlichtviertel. Als wir hier hinzogen, war die Szene fast familiär. Heute herrscht ein wöchentlicher Umschlag von Sexarbeiterinnen, die wegen des Überangebots oftmals aggressiv auftreten und uns Anwohner nicht mehr kennen.» Aber sonst? «Sonst: Kleinbasel ist vital!». Dieser Satz könnte ohne Weiteres aus einem Psalmenbüchlein einer heiteren Nonne aus dem Kloster Klingental entstammen ...

 

 

Auf Quarzsand durch die Greifengasse flanieren

  • Mittwoch, 23 November 2016 13:29

«In der Greifengasse und auf der Mittleren Brücke sind die Fahrbahn, die Trottoirs, die unterirdischen Versorgungsleitungen und die Tramgleise in einem schlechten Zustand und müssen erneuert werden», teilt Daniel Hofer mit. Wie der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) weiter erklärt, soll im Rahmen der Umbauarbeiten die Greifengasse attraktiver und als wichtige Einkaufsstrasse mit Boulevardgas­tronomie gestärkt werden. Analog zur Gerbergasse werden auf den Trottoirs der Greifengasse Platten aus Quarzsandstein verlegt. Das entspricht dem übergeordneten Gestaltungskonzept Innenstadt, das der Grosse Rat 2015 verabschiedet hat. 

Randsteine absenken

Im Rahmen der Umgestaltung wird die Greifengasse fussgängerfreundlicher: «Der Randstein wird auf 2.5 Zentimeter abgesenkt, damit Fussgängerinnen und Fussgänger die Strasse leichter überqueren können», teilt das BVD weiter mit.

Stufenlos in Tram und Bus

Eine Ausnahme bildet der Randstein entlang der Haltestelle Rheingasse. Dort werden die Haltekanten erhöht, so dass Fahrgäste stufenlos in Tram und Bus steigen können. Die Haltestellen erhalten zudem Wartehäuschen. Mehr Platz für Fussgängerinnen und Fussgänger gibt es künftig auf der Mittleren Brücke: Dort werden die Trottoirs auf beiden Seiten um 40 Zentimeter verbreitert. Ab April 2017 werden zunächst die unterirdischen Leitungen erneuert, wie das BVD in einer Medienmitteilung schreibt. Bezüglich des Bauablaufs stehe das Tiefbauamt in engem Austausch mit Gewerbetreibenden und Anwohnerinnen und Anwohnern vor Ort. 

Verschiedene Sperrungen

«Um den Gleis- und Strassenbau möglichst effizient und rasch durchzuführen, werden voraussichtlich im Sommer 2017 die Greifengasse und die Mittlere Brücke acht Wochen lang für den öffentlichen Verkehr sowie den motorisierten Verkehr gesperrt.» Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Velofahrerinnen und Velofahrer können die Brücke weiterhin überqueren. Anders die Greifengasse: Sie ist in dieser Zeit für den Veloverkehr gesperrt. 

Bauende im Sommer 2018

Nach der Sperrung werden ab Spätsommer bis Herbst 2017 in der Greifengasse auf dem Trottoir bei den geraden Hausnummern etappenweise Platten aus Quarzsandstein verlegt. Ab März bis Sommer 2018 folgen die Plattenbeläge auf der anderen Strassenseite. Nach Angaben von Daniel Hofer belaufen sich die Kosten für die Umgestaltung der Greifengasse und der Mittleren Brücke auf über zwölf Millionen Franken.

 

 

Nach zwei Jahren Bauzeit ist die Gesamtsanierung des Spezialtraktes der Sekundarschule/WBS Bäumlihof und des Gymnasiums Bäumlihof abgeschlossen. Am Samstag, 19. November, konnte die Bevölkerung das Prunkstück der Schule an einem Tag der Offenen Türe ausgiebig besichtigen. Im sanierten Spezialtrakt befinden sich die Aula, die Mensa, die Mediothek sowie die Räume für die Naturwissenschaft. Ebenfalls sind dort Räumlichkeiten für das Bildnerische Gestalten und für den Musikunterricht der Sekundarschule untergebracht. 

Optimale Bedingungen

Die Büros der beiden Schulleitungen, die Sekretariate und die Zimmer für die Lehrpersonen sind ebenfalls im neu sanierten Trakt zu finden. «Das Resultat der Sanierung lässt sich sehen. Wir freuen uns riesig über den neuen Trakt – denn er zeigt, dass mit dieser Sanierung optimale Bedingungen für die beiden Bäumlihofschulen geschaffen werden», steht in «Pluspunkte», der Broschüre für das Gymna­sium Bäumlihof.

Ein Energiefresser

Das grösste Schulhaus der Stadt wurde 1973 auf dem Bäumlihof eröffnet. Nach 40 Jahren Schulbetrieb war klar, dass die Fenster saniert werden mussten – das Haus war im Laufe der Jahre zum regelrechten Energiefresser geworden. Die gebäudetechnischen Abklärungen im Jahr 2011 zeigten aber schnell, dass die Fenster nicht das einzige Problem waren: Es gab Mängel zum Beispiel in den Bereichen Brandschutz und Erdbebensicherheit. So kam das Erziehungsdepartement zum Schluss, dass eine Gesamtsanierung unumgänglich ist.

Im Sinne der Schulreform

Dass gleichzeitig eine Schulreform anstand, erwies sich als glücklicher Zufall. So konnte der Umbau auf die Bedürfnisse einer modernen Schule ausgerichtet werden. Das Gymnasium und die Sekundarschule, die sich das Schulhaus teilen, mussten sich innerhalb der bestehenden Mauern auf ein für Beide akzeptables Raumprogramm einigen. Damit die Sanierung  mehr oder weniger bei laufendem Schulbetrieb vonstatten gehen kann, wurde der Bauprozess in Etappen geplant und auf vier Jahre verteilt. Während dieser Zeit wird jeweils ein Teil des Schulbetriebs in ein Provisorium ausgelagert. Im Sommer war nun Halbzeit des grossen Bauprojekts: Bereits nach den Sommerferien konnten die Schulen den neuen Spezialtrakt beziehen, was die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte mit dem Tag der Offenen Tür ausgiebig feierten.