Freitag, März 24, 2017

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Kleinbasel

Das Hafendorf erhält einen Hafenkran

  • Mittwoch, 12 Oktober 2016 15:43

Novartis schenkt dem Kanton Basel-Stadt einen Hafenkran aus dem Hafen St. Johann. Er kommt an den Klybeckquai.

Der Regierungsrat hat die Schenkung gerne angenommen, weil damit ein Industriedenkmal aus der Basler Wirtschaftsgeschichte in die kürzlich vorgestellte Arealentwicklung klybeckplus integriert werden kann, heisst es in einem Communiqué. Der Hafenkran, der bis zum Jahr 2010 im ehemaligen Hafen St. Johann in Betrieb stand, könne am Klybeckquai zu einer attraktiven Rheinpromenade für die Basler Bevölkerung nördlich der Dreirosenbrücke beitragen. 

Ein Baugesuch ist nötig

Der Kran wird am Klybeckquai etwa 300 Meter nördlich der Dreirosenbrücke am Schnittpunkt Uferstrasse/Altrheinweg bis Ende 2016 oder Anfang 2017 wieder aufgebaut. Er wurde so demontiert und eingelagert, dass ein Wiederaufbau möglich war. Der nächste Schritt zur Realisierung des Wiederaufbaus des Krans ist die Einreichung eines Baugesuchs. Dieses wird in Kürze von Novartis als Bauherrin eingegeben. 

Denkmalschutz sagt Ja

Die Schweizerischen Rheinhäfen unterstützen den Wiederaufbau des Hafenkrans partnerschaftlich. Auch aus Sicht der kantonalen Denkmalpflege ist die Platzierung des Hafenkrans am Klybeckquai als Reminiszenz an die Hafenwirtschaft sehr zu begrüssen. 

Es ist vorgesehen, den Hafenkran für die Bevölkerung begehbar zu machen. Zudem ist geplant, den Kran als ganzjährig betriebenes Restaurant oder Bar zu nutzen. Ein Konzept zur gastronomischen Nutzung des Krans und zur Nutzung seiner Umgebung wird derzeit erarbeitet und soll voraussichtlich bis Ende Jahr kommuniziert werden. 

Der Wiederaufbau des ehemaligen Hafenkrans ist der erste Schritt zur Schaffung eines attraktiven Aufenthaltsbereiches am Übergang des Altrheinwegs zur Uferstrasse. Novartis und der Kanton Basel-Stadt sind gemeinsam bestrebt, das Kleinbasler Rheinufer als durchgehende Rheinpromenade einladend zu gestalten und damit das Klybeck-Areal mit dem Rhein in einen funktionalen Zusammenhang zu bringen.

Offeneres Industrieareal

Hinzu kommt, dass die Werk-areale von BASF und Novartis im Klybeck in Zukunft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt für industrielle Zwecke benötigt werden. Die Grundeigentümerinnen haben sich daher mit dem Kanton Basel-Stadt zusammengeschlossen und im Mai 2016 eine entsprechende Planungsvereinbarung unterzeichnet. Die Planungspartner wollen gemeinsam die Voraussetzungen schaffen, um die Industrieareale zu öffnen und unter Einbezug der bestehenden Bauten ein vielfältig genutztes, lebendiges Stadtquartier zu entwickeln.

Was macht eigentlich? ... Margrit Spörri (74)

  • Mittwoch, 12 Oktober 2016 15:28

Bei der Wohngenossenschaft wgn und beim Kunschtiverein Eglisee ist die ehemalige Grossratspräsidentin Margrit Spörri immer noch aktiv. Von Armin Faes.

Die Bushaltestelle heisst «Im Heimatland»; auch die angrenzende Wohnsiedlung trägt diesen Namen, vorgelagert stehen die unübersehbaren Backsteinhäuschen in der Paracelsus- und in der Eugen Wullschleger-Strasse, die sich Wohngenossenschaft «Im Vogelsang» nennen. Sie öffnet uns die Türe mit einem verschmitzten Lächeln und führt uns stolz in einen herrlich idyllischen Garten. Margrit Spörri wohnt, seit ihr Mann vor sechs Jahren verstorben ist, mit ihrem ältesten Grosskind im genossenschaftlichen Elternhaus ihres Mannes und «vis à vis steht mein Elternhaus; hier sind wir daheim, mit Herz und Seele.» Dies ist ihr Heimatland.

Schritte in die Selbständigkeit

Die Primarschule absolvierte sie im Rosental-, die Realschule im Claraschulhaus. Ihre Mutter arbeitete im Kaiser’s Kaffeegeschäft, und der Vater war stolzer «Cibaianer», als Robert Käppeli das Unternehmen führte. «Meine Mutter wollte, dass ich eine Verkäuferinnenlehre absolviere. Mein Vater war darob nicht glücklich und holte mich in die Registratur der Ciba, wo ich auch den Telex bediente.» Auch sah es der Vater nicht gern, als sich Margrit Spörri entschloss, ein Englandjahr bei einer Lady in London in Angriff zu nehmen. «Wenn Madame betrunken war, kochte halt ich.» Nach der Rückkehr arbeitete Margrit für die Medizinischen Gesellschaft im Sekretariat.

Der politische Werdegang

Sie kämpfte damals für den genossenschaftseigenen Kinderspielplatz, stiess aber an politische Grenzen und holte sich bei einem SP-Grossrat Unterstützung. Ihre Gründlich- und Hartnäckigkeit führte sie bald in die SP Clara-Wettstein, wo sie nach nur einem Jahr Präsidentin wurde, weil sie am meisten arbeitete.

«Ich erlebte die heisse Phase, als Karl Schnyder zur SP austrat und die DSP gründete», erzählt sie. Zufällig sei sie dann 1988 in den Grossen Rat <reingerutscht> und kam früh ins Ratsbüro, wo sie unter Franz Heini die Grossrats-Sitzungen vorbereitete. «Ich war eine Anfängerin und ging deshalb bei den Anfragen, bei denen ich nicht richtig wusste, um was es ging, in die Verwaltung und fragte nach, womit ich mich nicht immer beliebt machte.» Wer Margrit Spörri kennt, weiss, dass sie nicht ehrgeizig ist; sie war eine Politikerin, die stets die besten Lösungen und auch parteiübergreifend den Dialog suchte.

Das höchste Amt

1997/98 wurde Margrit Spörri zur Präsidentin des Grossen Rates, zur höchsten Baslerin, gewählt.

Margrit Spörri nach der Wahl zur Grossratspräsidentin.

«Es war ein spannendes Jahr, ich habe viele tolle und interessante Leute kennen gelernt, habe zahlreiche erbauende Veranstaltungen besucht und unendlich viel gelernt, vor allem auch Respekt vor meiner Aufgabe.» Ihre erste Rede anlässlich eines Anlasses der Christoph Merian-Stiftung liess sie schreiben. «Das war das erste und das letze Mal, denn ich lag mit dem vorgetragenen Text völlig daneben.»

100 Jahre Zionistenkongress

Es war ihr prägendstes Ereignis: Das 100 Jahr-Jubiläum des ersten Zionistenkongresses, der 1897 unter der Leitung von Theodor Herzl in Basel stattgefunden hatte. Mehrere Veranstaltungen waren angesagt, Würdenträger und namhafte Politiker aus der ganzen Welt kamen angereist; im Wenkenhof fand ein feierliches Bankett statt. «Angereist war auch Dan Tichon, der Parla-
mentspräsident des Staates Israel, mit einer beachtlichen Entourage. Nach dem Bankett spazierte ich mit Regierungsrätin Veronica Schaller und der damaligen Bundesrätin Ruth Dreifuss Richtung Ausgangstor, als eine Motorradstaffel samt zahlreicher Staatslimousinen mit hohem Tempo an uns vorbei fuhren und wir, wie ängstliche Mauerblümchen, dem weltmännischen Spaktakel zuschauten. Das war schon etwas gar speziell.»

Auch heute nicht untätig

Margrit Spörri ist immer noch Vizepräsidentin des Wohnbaugenossenschaftverbands Nordwest wgn und hat zum 30-Jahr-Jubiläum des Verbandes und über den 30 Jahre im Präsidentenamt wirkenden Theo Meyer eine interessante und aufschlussreiche Broschüre verfasst, die das Wirken des wgn und seines «Motors»Theo Meyer schildert. Im Vorstand des Kunschtivereins Eglisee ist sie als Aktuarin tätig, und schliesslich hat sie noch eine Familie: Sie bietet ihren Grosskindern eine zweite Heimat. «Diese kommen gerne. Wir haben oft 'Fullhouse' und sind dabei happy».

Und wenn sie Ruhe braucht? «Dann fahre ich nach Dampierre (F), wo mein Wohnmobil auf einer Pferdeweide steht. Es gibt kein Wasser und kein Elektrisch, nur Gas ist vorhanden.»

Was sagt sie zur heutigen Politik? «Sie ist leider geprägt durch den Angriff auf Personen. Die Sachlichkeit geht oft verloren. Der Umgang bei uns war freundschaftlich: Hart in der Sache, aber immer im Bestreben, einen guten Weg für eine optimale Lösung zu finden.»

Wir wünschen Margrit Spörri noch viele schöne Stunden im idyllischen Garten in ihrem «Heimatland».

 

Das Gewerbe erhält nie Aufträge von Roche, sagen manche. Falsch: Roche hat allein unter den IGK-Mitgliedern 25 Lieferanten.

«Es geht im Kleinbasel das Gerücht, dass die Roche keine Aufträge an KMUs vergibt. Sich zu bewerben, habe keinen Wert.» Mit diesen Worten führte IGK-Präsident André Auderset am 10. Oktober in den Abend ein, der als Austausch zwischen IGK-Mitgliedern und fünf Roche-Vertreterinnen und Vertretern gedacht war. Allerdings fand nur ein knappes Dutzend IGK-ler den Weg in die Enothek an der Grenzacherstrasse 62.

Auch mal «blind» bewerben

Eines vorweg: Rolf Schweighauser, Leiter lokaler Einkauf am Standort Basel, Christof Hausammann, zuständig für das Beschaffungen im Bereich Automation und Anlagen, sowie Wolfgang Heutschi, Leiter Bau- und Gebäudetechnik, stellten klar, dass am Gerücht nichts wahr ist. «Das Gewerbe hat bei uns sehr wohl eine Chance, aber nicht immer sofort», sagte Schweighauser. Derzeit stünden mindestens 25 Mitglieder der Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK) bei Roche in einem Auftragsverhältnis, darunter Drucker, Schreiner, Wirte, Maler und Elektriker.

Schweighauser machte den Gewerblern zudem Mut, sich mit ihrer Dienstleistung quasi aufs Geratewohl bei Roche zu bewerben. In der Regel nehme dann jemand mit der Firma Kontakt auf, um sie genauer kennen zu lernen. Allerdings warnte Schweighauser vor allzu falschen Erwartungen: «Für viele Dinge haben wir bereits unsere Lieferanten und Dienstleister – oft mit laufenden Verträgen», erklärte er. Doch in Abständen würden diese Dienstleistungen wieder ausgeschrieben. «Darum dürfen Sie nach einer Bewerbung nicht sofort mit einem Auftrag rechnen, möglicherweise aber auf längere Sicht.» Eine Aussage, die mindestens einer der anwesenden IGK-Mitglieder klar bestätigte.

Betriebsgrösse ist sekundär

Wichtig sei auch: Wer bei einer Ausschreibung mal keinen Erfolg habe, sei deswegen bei Roche nicht einfach abgeschrieben, sagte Schweighauser, der auch darlegte, dass der Bedarf von Roche an Gütern sehr breit ist: Dieser reiche von Büromaterial über Möbel oder Blumen bis hin zu Aufzügen oder Autos. Ähnlich bei den Dienstleistungen: Roche müsse auf Gärtner- oder Putzpersonal zurückgreifen können und sei auf Hotels, Übersetzer und Tierfutter angewiesen. Wie gross ein Betrieb sei, spiele eine sekundäre Rolle, sofern er nachweisen kann, dass er die gewünschte Leistung in der erwarteten Frist und Qualität erfüllt. «Wir haben auch schon Gewerbebetriebe dazu animiert, sich zusammen zu tun und gemeinsam für einen grösseren Auftrag zu bewerben. Das gibt ihnen und uns mehr Sicherheit.»

Formulare gehören dazu

Bei Aufträgen ab 100 000 Franken würden deshalb die Firmen  genau unter die Lupe genommen. «Denn Roche will sicher gehen, dass die Auftragnehmer Gesetze, Sicherheits- oder Umweltnormen sowie Gesamtarbeitsverträge einhalten.» Das bedinge halt auch mal, dass man einen umfangreicheren Fragebogen ausfüllen müsse, sagt Schweighauser. Gleichzeitig versicherte er, dass Roche bemüht sei, den bürokratischen Teil einer Ausschreibung so gering wie möglich zu halten.

In der anschliessenden Diskussion wies ein IGK-Mitglied darauf hin, dass es oftmals die tägliche Qualitätsarbeit sei, die den Weg zu einem Auftrag ebne. Sein Betrieb sei jedenfalls schon von Roche zu einer Ausschreibung eingeladen worden, weil er von Dritten, etwa von Architekten, für die man mal gearbeitet hatte, empfohlen worden war.

 

Was die Roche alles so «einkauft»:
knö. Roche Basel allein vergibt jährlich Aufträge für 3 Milliarden Franken
an externe Lieferanten, davon gehen 25 Prozent oder 700 Millionen
Franken an Firmen in der Nordwestschweiz, 60 Prozent an Firmen in der
übrigen Schweiz, der Rest ins Ausland. 10 Millionen Franken werden für
Gastronomie (Restaurants, Hotels, Sitzungszimmer) ausgegeben.

Im Baubereich sind derzeit 120 Aufträge zu vergeben, der grösste beläuft
sich auf 60 Millionen Franken (Turmfassade). Bei 60 dieser Aufträge geht
es aber um weniger als 100 000 Franken.
Jährlich lässt Roche Basel zudem 130 000 bis 150 000 Bestellungen raus
– vom Radiergummi bis zur Fassadenverkleidung.

Auf dem Gebiet des ehemaligen DB-Rangierareals im Norden Basels soll künftig ein trimodales Containerterminal für den Umschlag zwischen Bahn, Schiff und Camion erstellt werden. Dazu wurden kürzlich die Pläne des Basisterminals für den Verlad zwischen Strasse und Schiene aufgelegt (Phase 1). Später sollen dann noch die Pläne für den Anschluss an die Geleise der Deutschen Bahn und für das Hafenbecken 3 folgen (Phase 2). Doch der WWF Region Basel hat dagegen Einsprache erhoben. Der «Vogel Gryff» wollte von WWF-Geschäftsführer Jost Müller Vernier wissen, weshalb.

 

 

Blick von Norden: Das Containerterminal (gelb/orange), rechts davon das geplante Hafenbecken 3. Fotomontage: zvg.

 

Der WWF sagt, das Gebiet, auf dem das Containerterminal zu stehen kommen soll, sei ökologisch wertvoll. Weshalb?

Jost Müller Vernier: Das ehemalige DB-Rangierareal gehört zu den wichtigsten Naturgebieten des Kantons Basel-Stadt und ist von nationaler Bedeutung. Es figuriert deshalb im «Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung». Das Gebiet besitzt aber auch internationale Relevanz und nimmt eine Schlüsselfunktion für die ökologische Vernetzung von der Oberrheinischen Tiefebene bis ins Mittelland ein.

Und deshalb ist der WWF gegen ein Zusammenspiel von Wasserweg, Schiene und Strasse?

Wir sind nicht dagegen. Im Gegenteil: Der WWF Region Basel anerkennt die Wichtigkeit von effizienten Verlademöglichkeiten zwischen Schiff, Bahn und Camion. Aber beim nun publizierten Projekt geht es eben nicht um dieses trimodale Gesamtprojekt, sondern bloss um das Containerterminal Schiene-Strasse. Das Hafenbecken 3 ist gar nicht enthalten.

Die Pläne fürs Hafenbecken 3 kommen halt etwas später.

Möglich. Aber es könnte auch der Fall eintreten, dass zwar das jetzt aufgelegte Basisterminal gebaut wird, das Hafenbecken 3 jedoch nicht realisiert würde – beispielsweise wegen fehlender Finanzierung oder Konzeptänderung. In diesem Fall stünde dann das Basisterminal ohne Hafenbecken da – und erst noch auf einem ökologisch wertvollen Gebiet.

Verstehe ich es richtig: Sie wollen weder Hafenbecken 3 noch Basisterminal verhindern, sondern bloss, dass das eine ohne das andere realisiert und so das Naturgebiet entwertet wird?

Richtig. Wir wollen, dass das Gateway Basel Nord zwingend als Gesamtvorhaben inklusive Hafenbecken 3 aufgelegt wird und beurteilt werden kann. Das haben wir in unserer Einsprache auch so beantragt. Das nun publizierte Basisterminal hingegen erfüllt für sich gesehen die Grundanforderungen für einen Eingriff in diesem Naturgebiet nicht: Gemäss der eidgenössischen «Verordnung über den Schutz der Trockenwiesen» ist ein Eingriff nur möglich «für unmittelbar standortgebundene Vorhaben» von «nationaler Bedeutung». Doch ein Containerterminal Schiene-Strasse für sich allein ist weder von nationalem Interesse, noch ist es an diesen Standort gebunden. Erst mit der Anbindung an die Schifffahrt erfüllt es diese Voraussetzung. Aber genau das fehlt in den nun aufgelegten Plänen. Übrigens: Wir können nichts verhindern, sondern mit einer Einsprache bloss eine Überprüfung unter Berücksichtigung unserer Einwände veranlassen.

Bringen Sie mit Ihrer Einsprache nicht ein an sich sinnvolles Verkehrsprojekt in zeitliche Not?

Ich denke nicht. Zum einen führen wir seit bald zwei Jahren Gespräche mit den Projektträgern. Unsere Position ist also bekannt. Dann liegen zwischen der vorgesehenen Vollendung des jetzt aufgelegten Basisterminals im Jahr 2019 und dem geplanten Endausbau gerade mal drei Jahre. Die Bauphase 2 mit Hafenbecken müsste ohnehin so weit fortgeschritten sein, dass sie bald aufgelegt werden kann.

Hier auf dem ehemaligen DB-Rangierareal in Kleinhüningen plant die Gateway Basel Nord AG ein Containerterminal für Bahn und Camions.   Foto: zvg.

 

Angenommen, Ihrem Anliegen würde stattgegeben: Würde der WWF dann von einer Einsprache gegen das Gesamtprojekt absehen – obwohl ja das Naturgebiet damit fast vollständig zerstört würde?

Ja, vorausgesetzt, dass bei einer Neuauflage des Gesamtprojekts auch ökologische Ersatzflächen in angemessener Grösse ausgewiesen werden, die zudem rechtlich gesichert werden. Ein angemessener ökologischer Ersatz ist nach Gesetz zwingend. Eine Koordination mit dem Vierspurausbau der Deutschen Bahn am Rande des Geländes ist zudem unabdingbar.  Es ist kaum möglich, das Areal dauerhaft und integral für die Natur zu erhalten – aus raumplanerischen Gründen.

Nochmals zum ehemaligen DB-Rangierareal: Was ist so besonders an diesem Gebiet, das dem Durchschnittsbürger eher öd erscheint?

Das Areal verfügt über ein gros-ses Spektrum an Arten, die Wärme und Trockenheit lieben. Es figuriert beim Bund unter dem Titel einer «Singularität» – es hat somit nationale Einmaligkeit. Unter den mehreren hundert gezählten Pflanzenarten gibt es etliche, die gesamtschweizerisch selten sind oder sogar nur hier vorkommen, so der Sand-Wegerich. Das Gebiet beherbergt auch viele regional und na-
tional seltene Insektenarten. Abends hört man etwa die wohlklingenden Töne des Weinhähnchens, einer Grillenart, tagsüber die recht lauten Töne der Südlichen Grille.

 

«Ein Öko-Ausgleich war bereits geplant»
knö. Der «Vogel Gryff» bat auch die Gateway Basel Nord AG um eine Stellungnahme zur Einsprache
des WWF. Dort gibt man sich aber wegen dem laufenden Verfahren wortkarg. Sprecherin Miriam
Wassmer: «Gateway Basel Nord hat von Anfang an ökologische Ausgleichsmassnahmen vorgesehen.
Dazu gehören auch Umsiedlungspläne für Fauna und Flora.» Man handle gegenüber der Natur
verantwortungsbewusst.