Dienstag, März 26, 2019

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Kleinbasel

«Unsere Türen sind offen»

  • Mittwoch, 14 Oktober 2015 13:32

Im Erdgeschoss an der Feldbergstrasse 148 befindet sich der «Treffpunkt Glaibasel». Der «Vogel Gryff» sprach mit Stellenleiter Hüseyin Haskaya (51) über das Angebot und die neusten Projekte.

Der «Treffpunkt Glaibasel» existiert seit bald 40 Jahren. Wer trifft sich denn da?
Hüseyin Haskaya: Zu uns kommt der einsame AHV-Rentner, die Asylbewerberin, Personen mit Drogen- oder Alkohol-Problemen, Arbeitslose, Wohnungssuchende, Leute mit familiären Problemen – kurz Menschen in Situationen, in die jeder im Leben hineinrutschen kann. Wir haben offene Türen für alle, forschen aber niemanden aus. Bei uns gelten folgende Grundregeln: Keine Gewalt, keine Aggression, keine Waffen, keine Drogen, kein Alkohol. Auch eine 18-jährige Frau soll sich hier wohl fühlen. Oder Kinder; denn es kommen auch Alleinerziehende mit Kindern.

Wann ist der Treffpunkt offen?
Montag bis Freitag (inklusive Feiertage), von 8.30 bis 17 Uhr, und samstags von 8.30 bis 16 Uhr. Sonntags ist geschlossen. Das gilt für das ganze Jahr. Einzig von Weihnachten bis Neujahr sind wir zu.

Wie viele Gäste kommen vorbei?
Pro Tag 40 bis 50 Personen. Die Leute können sich selbständig in einem Raum aufhalten, ganz ohne Konsumzwang, die Zeitung lesen oder fernsehen. Wir haben auch einen Mittagstisch: Suppe und Brot sind gratis, die Menüs sehr günstig. Jede und jeder soll etwas Warmes erhalten. Und wer ein Problem hat, kann sich melden und erhält kostenlos Beratung oder administrative Hilfe.
 

Können Sie ein Beispiel nennen?
Ich bin Jurist und Sozialarbeiter. Personen, die mit Geld nicht umgehen können, bieten wir Lohn- oder Rentenverwaltungen oder auch Schuldensanierungen an. Und wir helfen, wenn jemand einen Antrag bei einer Behörde stellen oder einen Brief schreiben muss.

Wie gross ist das Team?
Insgesamt haben wir elf Personen, ein Teil ist in der Küche, andere sind in der Beratung tätig. Einige sind festangestellt, andere arbeiten im Stundenlohn oder helfen freiwillig. Auch unsere Gäste arbeiten oft mit – bei der Reinigung  oder beim Fensterputz.

Wie wird der Treffpunkt finanziert?
Wir sind ein Verein mit einem Jahresbudget von rund 245 000 Franken. Daran bezahlt der Kanton Basel-Stadt etwa ein Drittel, den Rest finanzieren wir über Zuwendungen der Christoph Merian Stiftung, der Kirchen und von Privaten.

Neuerdings richten Sie eine kleine Bibliothek ein. Weshalb?
Viele Leute denken,  es genüge, wenn unsere Besucher Essen und Kleider haben. Der Mensch braucht aber auch geistige Nahrung. Viele unserer Gäste lesen gerne. So kamen wir auf die Idee einer Bibliothek. Eine Stiftung bezahlte uns zwei Schränke und einige Bücher. Unsere Gäste können sie hier lesen oder auch gratis ausleihen.

Es gibt ja schon öffentliche Bibliotheken. Braucht es da eine Eigene?
Der Jahresbeitrag in solchen Bibliotheken ist für einige unserer Gäste bereits zu hoch. Auch beim Essen gibts ja Alternativen. Trotzdem kommen hungrige Menschen zu uns. Wir ergänzen also andere Angebote.

Was benötigen Sie für Ihre Bibliothek noch?
Ein Verlag stellt uns Zeitschriften zu. Jemand spendierte ein Zeitungsabo. Uns fehlen aber noch DVDs und CDs. Und wir nehmen auch gerne weitere Bücher entgegen.

Haben Sie noch Anderes vor?
Ja, ab 2016 wollen wir zweimal im Monat eine medizinische Sprechstunde anbieten, weil wir feststellten, dass einige unserer Gäste nie zum Arzt gehen – weil sie nicht krankenversichert sind, weil der Selbsbehalt für sie zu hoch ist – oder weil sie sich schlicht nicht trauen. Für das Projekt haben wir bereits feste finanzielle Zusagen, suchen aber noch das ärztliche Personal für diese Aufgabe.

Der Verein «Treffpunkt Glaibasel» hat ein Patronatskomitee. Wer gehört dazu?
Es ist sehr breit abgestützt, auch mit Personen aus dem Kleinbasel. Dem Komitee gehören unter anderen Regierungsrat Hans-­Peter Wessels, Anita Lachenmeier, ­Felix Eymann, Niggi Schoellkopf und Pfarrer Georg Vischer an.

Stadtgärtnerei ersetzt 169 Bäume

  • Mittwoch, 14 Oktober 2015 12:45

Im Laufe des Sommers unterzog die Stadtgärtnerei den gesamten Baumbestand auf öffentlichem Grund einer jährlichen Kontrolle. 169 Bäume wurden dabei als potenziell gefährlich eingestuft und müssen deshalb Jungbäumen Platz machen. Die Liste der zu fällenden Bäume ist im Internet unter www.stadtgaertnerei.bs.ch/baumersatz veröffentlicht – und zwar nach Quartier (Postleitzahl). Im Kleinbasel trifft es insgesamt 57 Bäume, 23 im Zustellkreis 4057, 34 im 4058.

Die Liste umfasst sämtliche bewilligungspflichtigen Bäume (über 90 cm Umfang respektive über 50 cm je nach Baumschutzgebiet). Für jeden Baum sind im Internet die Baumart, der Stammumfang, der Fällgrund sowie Angaben zur Ersatzpflanzung abrufbar. Auf der mitveröffentlichten Karte sind die Standorte der Bäume ersichtlich. Bäume über 90 cm Stammumfang (100 cm ab Boden) sind mit einem roten Punkt und Bäume über 50 cm Stammumfang sind mit einem blauen Punkt gekennzeichnet. In gleicher Weise sind die betroffenen Bäume auch vor Ort am Stamm markiert.

Durchschnittlich erneuert die Stadtgärtnerei jährlich rund 1% der Bäume im öffentlichen Raum. Dieses Jahr fällt mit 169 Bäumen erfreulich tief aus. Dank zusätzlichen Baumpflanzungen im Rahmen von Umgestaltungen und Neuprojekten von Grünanlagen sichert die Stadtgärtnerei den wertvollen Baumbestand und baut ihn kontinuierlich aus. Mit über 26 000 Bäumen ist die Stadt Basel heute grüner als noch vor einigen Jahren.

Kastanien für Hirsch und Wildschwein

  • Montag, 05 Oktober 2015 15:11

Bereits färben sich die Kastienblätter, die Kastanien sind reif. Hirsche und die Wildschweine im Kleinbasler Tierpark Lange Erlen haben diese fett- und eiweissreichen Kastanien zum Fressen gern.

Am Mittwoch, 7. Oktober 2015, findet deshalb der «11. Keschtenedaag» im Tierpark statt. Kinder können dann zwischen 10 und 12 sowie von 14 bis 16 Uhr ihre gesammelten «Keschtene» in den Tierpark Lange Erlen auf das Areal des neuen Betriebshofes bringen. Pro Kilo Keschtene erhalten sie zwanzig Rappen. Die Auszahlung erfolgt ausschliesslich am Keschtenedaag, eine Vergütung an anderen Tagen ist nicht möglich. Jedes Kind erhält zudem süssen Most und ein feines Biberli. Die Hirsche danken fürs Sammeln!

Achtung: Es besteht keine Zufahrtsmöglichkeit zum Betriebshof mit motorisierten Fahrzeugen. Der Tierpark kann auch keine Transportmittel zur Verfügung stellen.

In den Kleinbasler Primarschulhäusern Bläsi, Dreirosen, Hirzbrunnen, Schoren, Theodors und Vogelsang bot das Basler Erziehungsdepartement (ED) bis zum letzten Winter je einen Spiel- und Bastelhort für die 1. bis 4. Klassen an. Sie waren rege besucht. Nun stellt das ED dieses Betreuungsangebot per sofort ein – nicht nur im Kleinbasel, sondern flächendeckend in der ganzen Stadt. Dies geht aus einem internen Brief des ED hervor. Das Angebot hat eine über 100-jährige Tradition. Horte wurden im Winterhalbjahr von November bis Januar täglich von Montag bis Freitag angeboten.

ED spart eine halbe Million

Das ED streicht aber nicht nur die Horte, sondern auch den so genannten Lukasclub, der bisher an den OS-Schulen (5. bis 7. Klassen) angeboten wurde – im letzten Winter aber nur noch im Grossbasel. Mit dem Entscheid spart das ED jährlich insgesamt etwa 500’000 Franken, die neu in die Tagesstrukturen fliessen. Umgekehrt verlieren in der ganzen Stadt mindestens 200 Jugendliche und 400 Kinder und deren Eltern ausgerechnet in der dunkeln und kalten Winterzeit ein niederschwelliges Betreuungsangebot sowie rund 50 Hort- oder Lukasclubleiterinnen und -leiter ihre saisonale Teilzeitstelle.

ED verheimlichte Sparentscheid

Vier Hortleiterinnen und -leiter wehrten sich nun «gegen das Vorgehen und die mangelhafte Kommunikation des ED», wie sie in einem Pressetext schreiben. Obwohl Hort und Lukasclub jeweils kurz nach den Herbstferien begannen, seien Eltern und Kinder noch immer nicht über den Sparentscheid informiert worden. Aus diesem Grund seien sie nun selbst aktiv geworden und hätten diese Information publik gemacht.

«Es ist unanständig, Eltern und Kinder unnötig lange im Glauben zu lassen, weiterhin mit den beiden Betreuungsangeboten rechnen zu können. Und es ist unfair, der Öffentlichkeit diesen Sparentscheid zu verschweigen und diesen auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen auszutragen», sagt Stefanie Seidlitz, bisher Hortmitarbeiterin an verschiedenen Schulhäusern. Einige Hortleiterinnen und Hortleiter seien denn auch schon von Eltern und Kindern im Quartier gefragt worden, wann der Hort wieder beginnen würde.

Lukasclubs und Horte sind beliebt

In einem Brief an alle Hortleiterinnen und -leiter hatte Dieter Baur, Leiter Volksschulen, Ende August den Verzicht auf die beiden Angebote begründet: Die Streichung sei eine direkte Folge der «Generellen Aufgabenüberprüfung» GAP, die von allen Departementen Sparmassnahmen im Hinblick auf das Budget 2016 verlangt. Weil die Tagesstrukturen eine wachsende Nachfrage aufweisen würden, habe man sich entschieden, auf die rückläufigen Horte und Lukasclubs zu verzichten. Zwar würden sich diese «grosser Beliebtheit erfreuen», schrieb Baur, doch sie seien – verglichen mit den Tagesstrukturen – «teuer» und bloss von saisonalem Nutzen.