Samstag, November 18, 2017

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Kleinbasel

Der Leuchtturm zu Basel steht in den Wolken

  • Mittwoch, 17 September 2014 00:00

Luis Conzett, der Initiant und ehemalige Kapitän zur See, hatte bekanntlich eine Idee: Ein Leuchtturm am Dreiländereck. Erst sollte er 56 Meter, später 80 Meter hoch werden. Anfangs Juni wurde dann das Projekt eines 125 hohen Turms plus 30 Meter langer Antenne vorgestellt. Medienleute und Gäste ruderten auf der MS Christoph Merian bachab. «Eine Vision wird Realität», war der weit herum hörbare Tenor.Ein Investor würde in den Startlöchern stehen, wurde kommuniziert. Und die Trägerin des Projekts, die Pro Leuchtturm Basel AG, sei in Gründung. Nebst zwei Restaurants, Büros und Ateliers sei auch ein Hotel geplant. Hilton habe bereits mit einem «Letter of Intendend» schriftlich Interesse bekundet.

Hilton nicht an Bord

Doch in der Zentrale von Hilton Worldwide an der 7930 Jones Branche Drive Mc Lean, Virginia 22102, USA ist zu erfahren, dass in Basel zur Zeit keine Investitionen geplant sind. Und der stolze Hilton-Bau am Centralbahnplatz steht nur noch ein Jahr, dann wird er abgerissen. Im Neubau wird Mövenpick Hotels & Resorts eine Luxusherberge führen.

Nur ein Modellturm in Basel

Auch die Schweizer Rheinhäfen, die Grundeigentümer am Dreiländereck, haben vom Turm-Projekt nichts mehr gehört, sagt Mediensprecher Simon Oberbeck. Für eine Baubewilligung sei aber das schriftliche Einverständnis des Grundeigentürmers zwingend nötig, heisst es dazu im Bau- und Verkehrsdepartement. Am Hafenfest vom letzten Wochenende stand vor dem Seemansbaizli ein knapp zwei Meter hoher Leuchtturm. Jetzt steht das Modell wieder im Museum. Es wird wohl noch sehr lange der einzige Leuchtturm zu Basel bleiben.

«Die heutigen Konfirmanden sind braver»

  • Mittwoch, 17 September 2014 00:00

Nach fast 25 Jahren verlässt Pfarrer Felix Christ die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Kleinhüningen. Neu wird der 55-Jährige als Spitalseelsorger am Unispital arbeiten. Dem passionierten Velofahrer hat es in Kleinhüningen sehr gefallen.  

 

Vogel Gryff: Herr Christ, mit welchen Gefühlen verlassen Sie nach 25 Jahren Kleinhüningen?

Felix Christ: Es ist nicht so einfach zu gehen. Es war eine gute Zeit hier, denn Kleinhüningen ist ein extrem spannendes Quartier.

 

Was macht dieses Quartier spannend?

Kleinhüningen ist ein Dorf, obwohl es mitten in der Stadt ist. Es ist ein multikultureller Platz, den ich aber nie als schwierig empfunden habe. Hier fehlt es an gar nichts.

 

Ist es, verglichen mit anderen Stadtteilen, in Kleinhüningen schwieriger, Seelsorger zu sein?

Nein. Wenn man die Leute und ihre Sorgen ernst nimmt, sind sie sehr offen und ehrlich. In der Seelsorge ist es ein Vorteil, wenn man direkt sagt, was Sache ist. Hier muss man einander nichts vormachen.

 

Wie hat sich die Seelsorge in den letzten 25 Jahren verändert?

Nicht gross. Der Kirchenbesuch ist zahlenmässig etwas zurückgegangen. Selten sind weniger als 30 Leute im Gottesdienst, eher mehr. Zurück gegangen ist die Zahl der Konfirmanden.  

 

Und die Gesellschaft – ist sie schlechter geworden?

Bei den Konfirmanden merke ich, dass sie braver und angepasster geworden sind. Vor 25 Jahren habe ich sie als happiger erlebt. Ich höre, dass die Gesellschaft gewalttätiger geworden ist. Ob das stimmt, weiss ich nicht. Lesen Sie Jeremias Gotthelf. Es gibt kein Buch von ihm, in dem nicht von irgendeiner Wirtshausschlägerei die Rede ist. Und das liegt ein paar Jahrhunderte zurück. 

 

Trotzdem gilt Kleinhüningen als schwieriges Quartier.  

Es ist kein schwieriges Quartier, aber es ist immer wieder unter die Räder gekommen. Vieles, was die Stadt nicht sonst irgendwo unterbringen konnte, ist in Kleinhüningen gelandet – die ARA, der Sondermüllofen, auch die Stücki wollte die Mehrheit der Leute hier nicht. Die Tramlinie 8 wurde nicht für Kleinhüningen gebaut, aber diese Baustelle hat uns jahrelang belastet. Bewundernswert finde ich, wie die Leute diese Belastungen ertragen und das Beste daraus machen.

 

Sie waren 30 Jahre alt, als sie nach Kleinhüningen kamen. Was hat sie am meisten erstaunt? 

Der Zusammenhalt der Leute. Und wie sie Feste feiern können. Die Verbundenheit hier ist beeindruckend.    

 

Wie hat man sie aufgenommen?

Die Kleinhüninger haben mir von Anfang an vertraut. Deshalb bin ich wohl so lange geblieben.

 

Gilt der Pfarrer heute immer noch als Respektsperson?

Respektsperson – in einem gewissen Sinn schon. Ich bin mit vielen Leuten per Du. Damit geht der Respekt nicht verloren, im Gegenteil, das ist ein Zeichen des Vertrauens. Und letztlich ist alles eine Frage des Umgangs. 

 

In Kleinhüningen kommen viele Religionen zusammen. Gerade im Zusammenhang mit extremistischen Muslimen hört man immer wieder von Problemen. Wie erleben Sie das? 

Ich denke, das Problem wird in den Medien überzeichnet. Wir haben im Quartier eine Moschee und mehrere muslimische Treffpunkte. Da gibt es kaum Probleme, alle Religionen haben ihren Platz. Mit den Katholiken pflegen wir einen regen Austausch. 

 

Was wünschen sich die Kleinhüningerinnen und Kleinhüninger am dringendsten? Als Pfarrer wissen Sie das ja.

Die Regierung hat Kleinhüningen entdeckt. Jetzt ist das Quartier nicht mehr nur die Endstation, sondern es wird einiges unternommen, um das Quartier aufzuwerten. Das ist gut so. Schwierigkeiten sehe ich beim Projekt Rheinhattan. Man sollte die Klybeckinsel nicht mit wenigen grossen Gebäuden überbauen, sondern klein parzellieren und die Parzellen an Private verkaufen. So würden Leute hierher ziehen, die mit dem Quartier verbunden bleiben. Ich hoffe, dass auch Genossenschaften dort zum Zug kommen. Mein Wunsch ist, dass dort keine Hype-Gegend nur für Reiche entsteht. Ein grosser Wunsch ist ferner, dass der Verkehr beruhigt und nicht noch mehr wird. Und natürlich, dass diesem Quartier der Dorfgeist und der Gemeinschaftssinn erhalten bleibt.

 

Warum verlassen Sie Kleinhüningen? War das Ihr Entscheidung?

Ja. Ich möchte noch einmal eine neue Herausforderung annehmen und habe mich deshalb entschieden, künftig als Spitalseelsorger zu arbeiten. Am Sonntag, 28. September feiere ich um 11 Uhr in der Kleinhüninger Dorfkirche meinen Schlussgottesdienst mit einem anschliessendem Apéro riche. Danach mache ich noch das Lager mit den aktuellen und früheren Konfirmanden, bevor ich Kleinhüningen verlasse.

 

www.erk-bs.ch/kg/kleinbasel/kleinhueningen

Erik Julliard wird Ehrenspalebärglemer

  • Montag, 15 September 2014 00:00

Vor zehn Jahren lancierte Erik Julliard das erste Yshalle Tattoo. Bereits 2004 veranstaltete er sein erstes Tattoo, damals noch als hauptberuflicher Jurist. Am 12. September 2014, zehn Jahre später und ein Jahr vor dem 10-Jahresjubliäum des Basel Tattoo, wird Erik Julliard mit dem Ehrenspalebärglemer ausgezeichnet, für seine Verdienste, die Stadt Basel weit über ihre Grenzen hinaus bekannt zu machen. Das ist ihm innert weniger Jahre wie keinem anderen gelungen. So reisen nicht nur Tausende aus allen Kantonen der Schweiz und aus Deutschland nach Basel, sondern es kommen Besucher auch aus dem übrigen Europa und sogar aus Übersee, um sich in den Bann dieses Phänomens ziehen zu lassen. Erik Julliard habe erkannt, dass Militärmusik auch zeitgemäss sein kann und damit Jung und Alt gleichermassen zu begeistern weiss, hält Andrea Schäfer, Jullards PR-Leiterin, fest. «Hinter all dem Engagement und Glauben, dass sowas funktioniert, steckt wirklicher Pioniergeist.» 

Dass das Basel Tattoo, das weltweit zweitgrösste Tattoo, auch Auswirkungen auf die Welt der internationalen Militärmusik hat, sei ein Nebeneffekt. So ist Julliard als Produzent des Basel Tattoo gern gesehener Gast und Gesprächspartner bei allen namhaften Repräsentationsorchestern oder am königlichen Hof in England, Norwegen, Dänemark, Schweden oder sogar Tonga. Auch auf dieser Ebene werde der Name Basel bekannt.

Das Basel Tattoo sei aber längst nicht mehr die einzige Veranstaltung, welche unter der Leitung von Erik Julliard stehe, lobt Schäfer. Er habe 2011 auch das erste Berlin Tattoo veranstaltet und amte zudem als Programm-Chef des Glaibasler Charivari. 2013 initiierte Erik Julliard mit dem ersten Christmas Tattoo, welches in Zürich und Basel stattfand, auf Anhieb einen weiteren erfolgreichen Anlass, den es in dieser Art weltweit noch nie gegeben habe.

Erlenmatt-Projekte nehmen Gestalt an

  • Freitag, 12 September 2014 00:00

Rund 100 Personen strömten am 8. September in die International School an der Erlenstrasse, wo das Stadtteilsekretariat und das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) zu einem Informationsabend zur näheren Zukunft des neuen Erlenmattquartiers eingeladen hatten. Ein Grund für das grosse Interesse: Wohl erstmals in der Geschichte des neu entstehenden Quartiers stellten sich nahezu alle Seiten, die auf dem Areal bauen, vereint dem Publikum – angefangen vom Bauunternehmen Losinger Marazzi über die Stiftung Habitat bis hin zu Stadtgärtnerei, Tiefbau-, Hochbau- und Planungsamt. Weitere Organisationen, die im neuen Quartier aktiv sind oder werden, konnten sich an Ständen vorstellen – eine Kompostgruppe, der Quartiertreff, zwei Immobilienverwaltungen oder die Genossenschaft Zimmerfrei.

Vier Bauphasen

Auf diese Weise war ein erster Gesamtüberblick möglich – auch in zeitlicher Hinsicht. So war zu erfahren, dass der gesamte Erlenmattpark samt Naturschon- und Naturschutzzonen im Nordtangentenbogen in insgesamt vier Bauphasen realisiert wird, von denen erst eine beendet ist. Die Zweite erfolgt Mitte 2015, und zwei stehen noch bevor und enden nach 2023. Der heutige Park (Baufeld K) und die Triangel-Anlage (L) zur Erlenstrasse hin entstanden 2010 und 2011, nach dem Bau der Siedlung Erlentor (B). Aktuell ist vor allem das Unternehmen Losinger Marazzi auf der Erlenmatt aktiv. Losinger Marazzi erstellt auf den Baufeldern C das Seniorenzentrum Senevita und auf den Feldern E, F und G insgesamt 574 Wohnungen sowie mehrere Gewerberäume. Während Senevita schon in diesem Dezember seinen Betrieb aufnehmen wird, sind die Wohnungen auf den Feldern E und F im nächsten April bezugsbereit, jene auf Feld G im September 2015. Ab diesem Zeitpunkt steht dann dort auch ein Durchgang vom Erlenmattpark zum Riehenring zur Verfügung.

Landstreifen aufschütten

Anschliessend folgt die erwähnte zweite Park-Bauphase: Dazu wird 2015 zwischen der heutigen Parkgrenze und der Baustelle von Losinger Marazzi ein zusätzlicher Landstreifen aufgeschüttet. Auch ist vor der Bahnkantine noch ein naturnaher Spielplatz mit Wasser, Sand und Holz geplant. Die beiden Stadtplätze F und N sind bereits fertig geplant. Neben der Rampe (N1) ist ein wellenartiges, sich neigendes Dach vorgesehen, unter dem eine Trendsporthalle sowie Aufenthaltsräume für Jugendliche untergebracht sind. Die Pläne für Plätze und Halle werden noch dieses Jahr der Regierung vorgelegt, später kommen sie vor den Grossen Rat. Deshalb kann die Realisierung gemäss BVD frühestens 2016 beginnen. Schon kurz vor dem ersten Spatenstich steht hingegen das Erlenmattschulhaus, das wie ein Keil zwischen Erlentor (B) und Erlenstrasse zu stehen kommt und Platz bietet für zwölf Klassen, zwei Kindergärten samt Tagesstrukturen und eine Dreiach-Sporthalle. Für das Schulgebäude wird noch in diesem Herbst die Baubewilligung erwartet. Im Dezember soll mit dem Ausheben der Baugrube begonnen werden, bezugsbereit ist die Schule dann im Sommer 2017.

Filiale von Migros oder Coop

Am wenigsten konkret ist das Bauprojekt auf Feld A. Hier war einmal ein Einkaufszentrum geplant, doch ein Investor nach dem andern hat kalte Füsse bekommen und das Projekt fallen gelassen. Gemäss Jakob Zophiniasson von Losinger Marazzi ist nun eine Mischnutzung aus Hotel, Wohnen, Gewerbe und einer durchschnittlichen Coop- oder Migros-Filiale vorgesehen. Doch man stehe noch ganz am Anfang; Baubeginn sei frühestens 2016, die Bauzeit dauere etwa zwei Jahre. Im Bereich Erlenmatt Ost entlang der Signalstrasse besitzt die Stiftung Habitat die drei Baufelder H, I und J. Diese hat sie in 13 kleinere Parzellen unterteilt und einige im Baurecht an kleine Investoren abgetreten, etwa ans Bläsistift (für eine Kinderkrippe), an Wohnbaugenossenschaften, an die Behinderten-Institution Mobilia und für ein Studentenhaus.

Fertigstellung erst 2023

Auf eine Schwimmhalle wird definitiv verzichtet, die BLG-Halle hingegen bleibt bestehen – möglicherweise für Büros, ein Restaurant und einen Multifunktionsraum. Habitat wird zudem auf vier Parzellen direkt an der Signalstrasse selbst investieren und primär Gewerberäume errichten. Erste Bautätigkeiten dürften Mitte 2016 beginnen, die letzten nach 2023.  Denn die Firma Ziegler ganz im Norden des Habitat-Bereichs hat bis dahin ein Bleiberecht. Das ist auch der Grund, weshalb sich die Fertigstellung des Erlenparks gegen den Nordtangentenbogen hin ebenfalls bis etwa 2023 hinzieht. Ein Teil wird aber schon 2017 in Angriff genommen.