Mittwoch, April 25, 2018

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Kleinbasel

Erlenmatt-Anwohner kämpfen für Lärmschutz

  • Mittwoch, 18 Februar 2015 00:00

Anwohner der Erlenmatt fordern in einer Petition, Lärmschutzmassnahmen entlang der Osttangente zu ergreifen. Anwohner Heinz Seiler (links) und Christian Vontobel, Präsident des Neutralen Quartiervereins Unteres Kleinbasel (NQV), erklären das Anliegen.

Herr Seiler, Sie fordern mehr Lärmschutz an der Osttangente im Bereich Schwarzwaldtunnel. Worauf begründen Sie diese Forderung?
Heinz Seiler: Bevor wir auf der Erlenmatt eingezogen sind, hat man uns schönen Wohnraum, ruhig gelegen und geeignet für Familien, in den Abstimmungsunterlagen explizit in Aussicht gestellt. Die Hauptlärmquelle ist die nördliche Tunnelöffnung des Schwarzwaldtunnels plus die entsprechenden Zufahrtsgalerien. Geplant war, den Autobahnlärm mit der neuen Einkaufsgalerie Erlenmatt abzuschirmen, die bis 2012 stehen sollte.

Das Projekt konnte aber nicht realisiert werden.
Genau. Die Überbauung kam nicht zustande, weil die Investoren ausgestiegen sind. Seither hat dort niemand Lärmschutzmassnahmen unternommen. Es gibt ein neues Projekt von Losinger-Marazzi für eine Überbauung des Areals, wo früher die Erlenmattgalerie geplant war. Man rechnet mit einem Baubeginn ab 2016. Auch weiter nördlich beginnt die Stiftung Habitat momentan mit einem ersten Projekt entlang der Autobahn.


Das sind gute Neuigkeiten für Sie.
Nicht unbedingt. Denn bis die Gebäude stehen, leiden wir weiterhin unter dem Lärm. Und wer garantiert uns, dass die Gebäude die Lärmquelle beim Eingang des Schwarzwaldtunnels vollständig abschirmen? Es geht ja nicht nur um die Überbauung Erlentor, sondern um weitere Überbauungen im Osten des Areals. Bis Ende Jahr werden im Osten 450 weitere Wohnungen bezogen, 2016 folgt die nächste Etappe mit Wohnüberbauungen. Gesamthaft gesehen sind rund 1000 Wohnungen vom Lärm betroffen.

Wie genau zeigt sich der Lärm?
Es ist ein permanent rauschender Autobahnlärm mit viel Schwerkverkehr, verstärkt durch den Effekt der Einfahrt in einen Tunnel. Wir hören ein permanentes Rauschen und müssen unsere Fenster schliessen, um schlafen zu können. Sicher ist, dass es nicht ruhig ist, wie es in den Unterlagen vor der Erlenmatt-Abstimmung vom 27. Februar 2005 versprochen wurde.


Was sagen die Behörden zu Ihrer Forderung?
Der Betreiber der Autobahn, das Bundesamt für Strassen Astra, stellt sich auf den Standpunkt, dass die Bauten nach der Autobahn erstellt wurden. Und der Kanton hat uns erklärt, die Lärmgrenzwerte seien bei uns nicht überschritten, aber selbstverständlich bestehe eine permanente Lärmbelastung.

Wie wurden Sie zum Aushängeschild des Protests?
Ich möchte meine Person nicht in den Vordergrund stellen und vertrete nur das Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner. Zuerst sammelten wir nur informell Unterschriften, ohne eine Petition lancieren zu wollen. In Kürze waren 50 Unterschriften beisammen. Also haben wir uns entschlossen, dem Anliegen mehr Gewicht zu verleihen und eine Petition einzureichen. Diese konnten wir, versehen mit 256 Unterschriften, kürzlich der Petitionskommission des Grossen Rates übergeben.


Sind 256 Unterschriften nicht etwas wenig?
Auf den ersten Blick sieht das nicht nach sehr viel aus, das stimmt. Aber man muss berücksichtigen, dass sich in der Überbauung Erlentor 240 Wohnungen befinden.

Der geplante neue Rheintunnel wird eine grosse Entlastung vom Lärm bringen.
Ja, aber bis der Rheintunnel gebaut ist, dauert es mindestes bis ins Jahr 2032. Danach braucht es weitere Planungen und Analysen. Mit einer wirklichen Lösung des Lärmproblems rechnen wir also frühestens im Jahr 2040. Inzwischen nehmen der Autobahnverkehr und der Lärm weiter zu. Zuwarten ist keine Lösung. Wir verlangen, dass der Lärmschutz entlang der Osttangente zeitgleich mit den neuen Überbauungen im Jahr 2018 realisiert wird.

Herr Vontobel, weshalb unterstützt der NQV Unteres Kleinbasel das Anliegen?
Christian Vontobel: Wir haben uns spontan dazu entschlossen, weil es ein Anwohneranliegen ist. Wir haben die Erlenmatt-Überbauung ja wesentlich mitgetragen und uns auch für einen hohen Grünanteil eingesetzt, der jetzt realisiert wird.

In Ihrer Petition fordern sie auch Lärmschutzmassnahmen beim Ausbau der Schnellzugslinie der Deutschen Bahn?
Heinz Seiler: Bis jetzt ist der Bahnlärm nicht so schlimm, weil die Züge abbremsen, wenn sie in den Badischen Bahnhof einfahren. Wir erwarten jedoch, dass bei einem Ausbau zur Schnellbahnlinie der Lärm deutlich zunimmt. Deshalb fordern wir, dass auch dort Lärmschutzmassnahmen getroffen werden.

muba verzeichnet weniger Besucher

  • Montag, 16 Februar 2015 00:00

Nach zehn Messetagen ging am 5. Februar die 99. muba zu Ende. Die 132'234 Besucher trafen auf das vielseitige Angebot der 616 Aussteller. Gut frequentierte Bereiche der Messe waren das Gastland
Marokko, der Stand von Betty Bossi sowie die Bereiche Herkunft Schweiz und Stadt und Land. Die Besucher zeigen sich laut ersten Umfrageergebnissen zufrieden mit dem Angebot und der Qualität der 99.muba: Rund 80 Prozent geben an, die Messe im nächsten Jahr bestimmt oder sehr wahrscheinlich wieder besuchen zu wollen – dies entspricht einem Plus von fünf Prozent gegenüber 2014.

Jedoch musste die Messeleitung bei der Besucherzahl einen Rückgang vermelden. Die Besucherfrequenz lag klar unter der Marke des Vorjahres. Gemäss der Messeleitung ist dies auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Eine Messe wie die muba sei heutzutage einer Vielzahl äusserer, zum Teil nicht vorhersehbarer Einflüsse, ausgesetzt. So mögen mehrere sonnige Tage nach einer längeren Schlechtwetterphase die Menschen ins Freie gezogen haben und die Euro/Franken-Thematik sowie andere parallel stattfindende Events oder Aktivitäten einige bisherige Besucher vom Gang an die muba abgehalten haben.

Nächstes Jahr feiert die muba ihren 100. Geburtstag. Dann sind vor und während der Messe verschiedene besondere Aktivitäten geplant.

5500 Kinder läuten die Fasnacht ein

  • Montag, 16 Februar 2015 00:00

Über 5500 Kindergarten- und Primarschüler aus Basel, Riehen und Bettingen haben am Donnerstag, 12. Februar, bei der Kinderfasnacht mitgemacht und sind durch die Innenstadt marschiert. Dabei wurden sie von rund 600 Helferinnen und Helfern, diversen Cliquen, Gruppen und Guggenmusiken begleitet. Die Route führte vom Münsterplatz durch Rittergasse, Bäumleingasse und Freie Strasse zur Mittleren Brücke. Danach ging es durch die Rheingasse bis zum Theodorskirchplatz, wo die Kinder verpflegt wurden.

Hier noch der Dank des Comités:

Für d Schuel- und Kindsgi- Fasnachts-Schau
Schyynt das Johr d Sunnen und s isch lau!
Mit Schränze, Drummel, Pfyffe, Bloose
Sinn 7000 uf de Stroosse!
Sy präsentiere voller Pracht:
Das hämmer alles sälber gmacht!
Stolz, kreativ und farbefroh
Sinn  alli Kinder d Stadt ab koh!
Dr gwaltig Ysatz duet sich lohne:
Mer danggen alle Lehrpersone
Mit Farb, Babyyr und Glaischterhänd
Isch s Resultat perfäggt am Änd!
Den eedle Spänder wämmer dangge
S bruucht halt schon e Hampfle Frangge!
Danggschön wämmer alle saage
Wo d Brugg absperren ohni z klaage,
De Samariter, Streggeposchte,
De Zvieri- Hälfer, wo nüt koschte.
De Junge Garde, Glygge, Gugge
Wänn mer vo Härze d Pfoote drugge!
De Schugger, won ys guet beroote,
Au d  BVB griegt gueti Noote !
Die guete Gaischter mit de Bääse
Solle do au „Danggschön“ lääse! 

S het Gspass und vyl Vergniege gmacht!
Häärzligscht – s OK Schuel-Fasnacht!


Solides Drummeli mit Höhen und Tiefen

  • Mittwoch, 11 Februar 2015 00:00

Wie immer präsentiert sich das Drummeli als grosse Leistungsschau der Cliquen. Spätestens mit dem Umzug ins Musical Theater wurden die Darbietungen immer origineller; im 2015 wirkt es jedoch teilweise bemüht originell. Doch natürlich gibt es im Drummeli Cliquen-Auftritte, die positiv herausstechen. Etwa die «Glunggi» mit einem fein intonierten Marsch namens «Tutti-Frutti» oder die «Rhyschnoogge» mit einem super performten «Hofnaar», der zum «Planet der Affen» wird. Dasselbe gilt für die «Wettstai», die als Tannenwald die «Route-Symphonie» auf die Bühne bringen. Auch hier stimmt die musikalische wie optische Umsetzung, vor allem, wenn man sich über vorbeiflanierende Nacktwanderer amüsieren kann.
Ein weiterer musikalischer Höhepunkte ist zweifellos die Trommel- und Pfeiferschule: Früher am Drummeli meist eher eine Pflichtübung, nimmt die Junge Garde der „Seibi“ das Publikum auf ein kurzweiliges «Schwyzerreisli» mit Schweizer Melodien bis hin zum Sechseläutenmarsch mit. Den Hut ziehen kann man vor Ramona Zimmerli, die als Maturarbeit den Pfeifertext des „Mässmogge“ verfasste (Trommeltext: Ivan Kym); die «Junteressli» setzen die Uraufführung gekonnt um.

«Alte Glaibasler» als Kellertiere
Ein gelungenes Gesamtwerk für Auge und Ohr bringen die «Alte Glaibasler» mit einem groovigen «AGB-Käller-Jam», bei dem Kellertiere mit vier bis acht Beinen sich auf allen möglichen Klangkörpern versuchen. Die Kakophonie endet erst, als die Putzfrau das Licht anmacht. Die «Breo» verspürt Frühlingsgefühle, spielt und singt (!) im Frack und zwingt mit «Veronika» die Zuschauer zum Mitsummen. Dazu läuft einem beim «Nunnefirzli» der VKB das Wasser im Mund zusammen, liefert die VKB doch noch das Rezept dazu auf der Leinwand mit.
Es gibt aber auch Umsetzungen, bei denen man die Absicht dahinter höchstens dann versteht, wenn man sich intensiv ins Programmheft vertieft. So bei der «J.B-Clique Santihans», die aber eine rassige «Daagwach» ruesst. Bei der «Spale» schützt auch der Blick ins Programmheft nicht vor Stirnrunzeln, denn die ganze Clique spielt in Bodysuits mit aufgesetzten primären Geschlechtsmerkmalen. Hauptsache auffallen, hiess hier wohl das Motto.
Bei den Rahmestiggli gibt es enorme Schwankungen in der Qualität. Grandios eine Sepp-Blatter-Persiflage, schlechter eine Eric-Weber-Parodie, da dieser im Original so schrill ist, dass er schlicht nicht überzeichnet werden kann. Toll dafür die Einlage zur gescheiterten Fusion mit einer umwerfenden Susanne Hueber als Prinzessin. Und auch der rote Faden mit einem verzweifelten Blind-Dater – urkomisch Daniel Buser – kommt gut an. Ziemlich pointenfrei ist dafür ein Abgesang auf die Hasenburg. Dies ist bei einer regelrecht beklemmenden Neufassung des Schlagers «Atemlos» gewollt – und auch das muss und soll Platz haben am Drummeli.

Bei den  Schnitzelbänklern hat «Dr Heiri» als rappender Bauer die Nase vorn. Seine landwirtschaftliche Erklärung des FCB-Rotationsprinzips – einfach riesig! Traditioneller, aber ebenfalls gut ist «Seibi-Stroossebängg». Und für gute Stimmung sind auch die «Schotte» und die «Grachsymphoniker» als «Gugge» besorgt.
Alles in allem verlässt man das Musical Theater nach fast drei Stunden etwas erschöpft und nicht unzufrieden, aber doch mit dem Gefühl: Es war nicht alles schlecht, aber bei weitem nicht alles gut.

Text: André Auderset
Fotos: Ivo Birrer


In diesem Rahmenstück wird das Verhältnis zwischen Stadt und Land thematisiert.

Die Sans Gêne-Clique mit dem Ungar.

Der Nachwuchs der Seibi-Clique präsentierte sich vor einem schönen Bühnenbild.