Sonntag, Juni 24, 2018

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Kleinbasel

Top Secret trommelt für ein Wunderkind

  • Donnerstag, 26 März 2015 00:00

Die erfolgreiche britische Rave Band «The Prodigy» hat für ihr neues Album mit dem Titelsong «The Day Is My Enemy» das Top Secret Drum Corps (TSDC) aus Basel mit an Bord genommen. Die erste Kontaktaufnahme erfolgte anfangs Oktober 2014 durch das Bandmitglied Liam Howlett höchstpersönlich, wie das TSDC mitteilt. «Howlett meldete sich bei uns und outete sich als Fan des einzigartigen Stils des Top Secret Drum Corps.» Danach ging alles Schlag auf Schlag: Die Musik wurde zusammengestellt und verfeinert, bis kurz vor Jahresende der Song geboren war.

Das TSDC freue sich ausserordentlich, mit der weltberühmten Band The Prodigy zusammenzuarbeiten, sagt Patrick Stalder vom TSDC. «Der Kontakt wird rege gepflegt. Und wer weiss, vielleicht klappt es ja auch früher oder später mit gemeinsamen Liveauftritten der beiden Bands?». Mit weltweit über 20 Millionen verkauften Alben zählt die Band «The Prodigy» (englisch: das Wunderkind) zu den Superstars der britischen Clubkultur. Ihre einzigartige Mischung aus Techno, Rave, Big Beat, Jungle, Drum'n'Bass, Acid House und Punk elektrisiert seit über 20 Jahren die Fans.

Den Song, den die Basler Trommler mit «The Prodigy» aufgenommen haben, hören Sie hier:

https://www.youtube.com/watch?v=h1AaKBbNGkk
 

Oldies Revival im Schieffe Egg

  • Dienstag, 24 März 2015 00:00

Sechs Kleinbasler Beizerinnen und Beizer baten in die Kultgaststätte am Claraplatz zur Reise ins vergangene Jahrhundert

"Waisch no?" Das waren noch Zeiten, in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, als im legendären Bierkeller an der Ochsengasse nicht nur Gläser und Stühle, sondern manchmal auch Gäste von der Empore flogen. Und dies zu den Takten der auf der Bühne spielende Live-Musik, währenddessen Ruthli Pfeifer, Basel’s lustigste “Bar-Nuudle”, mit ihrem Busen dreiviertel der Theke versperrte. Stimmung pur.

Die gelungene Renaissance

War es damals wirklich schöner? War wirklich im letzten Jahrhundert alles besser und gemütlicher? Mit dem Rauchverbot, den Innenstadt- und Parkplatzproblemen, Promille- und andere Grenzen. Der Euro? Macht all dies unsere Stadt, das Kleinbasel wirklich kaputt? Nein, und nochmals nein, meinten sechs gestandene Glaibasler Baizerinnen und Baizer. Sie baten in das Kultetablissement "zem Schieffe Egg" zu einer Reise in die musikalische Vergangenheit. Gesang, Tanz und Musik, alles unter dem Motto "Waisch no?".

Ein Modewettbewerb – natürlich im Look der 60er bis 80er Jahre – wurde versucht im Gedränge durchzuführen. Bei "Sunshine-“ und „Babyli“-Drink" amüsierten sich die Gäste jeden Alters köstlich. Bravo dem federführenden Chef-Organisator Bernie Thommen, den kräftig mitservierenden Gastronomen und Schankwirtinnen, Aisha Schreiner vom „Alte Schluuch“, Tamara Sbardelotto aus dem heimeligen „Oechsli“, Sylvia Emmenegger aus der „Bermuda Bar“, Lucy Quarante aus der „Muus Falle“ und gar dem „Macho“ aus dem tiefen „Grotto“.

Als gar kurz vor Mitternacht ein Elvs Presley ähnlicher Solo-Sänger am Saalmikrophon knabberte, war die Stimmung auf dem Siedepunkt. "S'isch wie friener", murmelte Alt-Gossrat Albi Meier. Eines ist und war an diesem urgemütlichen Abend allen klar: Wer Ideen hat, wer seine Gäste hegt und pflegt, muss keine Angst haben, dass sein Zapfhahn bald nicht mehr zischt. Der erste Schritt ist getan, weitere sollen folgen.

 

Stehende Ovation für den Löwenkönig

  • Mittwoch, 18 März 2015 00:00

Wer kennt ihn nicht, den Disney-Zeichentrickfilm vom Löwenjungen Simba und seiner beschwerlichen Suche nach der wahren Lebensaufgabe. Millionen von Menschen hat der Streifen berührt. Nun gastiert das moderne Märchen, das in den afrikanischen Steppen spielt, als Broadway-Musical für fünf Monate im Basler Musical-Theater. Am
12. März war die Premiere.

Ein Elefant in voller Grösse
Schon die erste Szene, in der sich alle Tiere vor dem Felsen versammeln, auf dem der Löwenkönig Mufasa und Königin Sarabi erstmals ihren neugeborenen Sohn und Thronfolger Simba präsentieren, löst tosenden Applaus aus. Zum einen reisst die afrikanische Melodie mit. Zum andern aber sind das Bühnenbild und vor allem die Tierkostüme schlicht gigantisch. Ein Elefant in voller Grösse trottet auf die Bühne, Giraffen stelzen in elegantem Gang heran, Antilopen springen graziös hinzu, ein Jaguar schleicht herum, Zebras traben und Vögel aller Art fliegen und kreisen im Saal.
Es ist ein buntes Treiben. Faszinierend dabei sind die gekonnten tänzerischen Bewegungen der Schauspielerinnen und Schauspieler, die den Charakter eines jeden Tieres treffend widergeben. Die Zuschauenden staunen aber auch über den Einfallsreichtum bei der Kreation und der Technik der Kostüme.

Hyänen bewegen Schnauzen
Technik? Ja, einfachste Mechanik, aber effektiv eingesetzt. So kann das Wildschwein Pumbaa nicht nur sein Maul aufsperren, sondern auch seinen Rüssel bewegen oder mit seiner Zunge lecken. Die Hyänen bewegen ihre Schnauzen jeweils exakt zum Sprechen, Fressen und Kichern, gleichzeitig können sie den Hals recken und einziehen. Auch die Löwenmasken lassen sich dank Hebeln drohend nach vorne oder stolz nach oben strecken. Wer Freude an solchen Details hat, kann sich während des Musicals kaum satt sehen.
Das Bühnenbild ist ebenso vielfältig. Sonnenauf- und -untergänge, Hitze und Dürre, Fruchtbarkeit und Dschungel, Pflanzen und Wasser, Felsen und Schluchten – alles wird dargestellt. Hinzu kommen Gefühle wie Angst, Trauer, Freude, Liebe, die ebenfalls zum Ausdruck gebracht werden.

Eine ganze Herde Gnus
Erreicht wird dies teils mit klassischen Mitteln wie Licht und Schatten, doch kommen auch aufwändige Lichtprojektionen vor, sei es, als eine ganze Herde Gnus auf den kleinen Simba losstürmen, als Mufasa von seinem Bruder Scar in den Tod gestürzt wird oder als das Erdmännchen Timon in einem Baum über einem Wasserfall hängt, wo zudem hungrige Krokodile warten. Grosse Kunst ist auch jene Szene, als Mufasa seinem herangewachsenen Sohn als Geist erscheint und ihn auf seine wahre Lebensaufgabe hinweist.

Englisch und Swahili
Inhaltlich und musikalisch gibt es wenig zu ergänzen. Wer den Film sah, findet im Musical die Handlung sowie die Lieder von Elton John und Tim Rice nahezu identisch wieder. Wer jedoch das Märchen vom König der Löwen nicht kennt und über wenige Englischkenntnisse verfügt, tut gut daran, sich vorher den Film zu Gemüte zu führen oder sich im Programmheft einzulesen.
Denn gesprochen und gesungen wird auf Englisch (und Swahili). Und weil zudem die 52-köpfige Truppe aus verschiedenen Nationen kommt, finden sich in deren Englisch auch zahlreiche Dialekte, was das Verstehen etwas erschwert.
Das Musical-Theater bietet (glücklicherweise) keine Untertitel. Wer jedoch die Geschichte grob kennt, kann gut folgen und den Inhalt meist erahnen.

Bravo für Simba und Zazu
Das Premierenpublikum, darunter auch zahlreiche Prominente, war jedenfalls vom Gebotenen begeistert. Es bedankte sich mit einer stehenden Ovation. Die Ersten, die die schauspielerische Leistung vor allem des kleinen Simba und des Mandrills Zazu auf diese Weise lobten, waren die vordersten Reihen mit den Basler Regierungsräten Guy Morin und Christoph Eymann.
Nach und nach folgte der gesamte Saal, in dem sich unter vielen anderen  auch die Baselbieter SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer, die Musiker Marc Sway und Bo Katzmann sowie
Matthias Hagemann, Inhaber von Radio Basilisk und Arthur Rutishauser, Chefredaktor der Sonntagszeitung, aufhielten.

Musical «The Lion King»
Musical Theater Basel
bis 16. August 2015
Di + Mi, jeweils 18.30 Uhr
Do + Fr, jeweils 19.30 Uhr
Sa jeweils 14.30 Uhr und 19.30 Uhr
So jeweils 13.30 Uhr und 18.30 Uhr
www.thelionking.ch
www.thelionking.com

«Neuer Dorfkern wird wunderschön»

  • Mittwoch, 18 März 2015 00:00

Trotz Gedanken an die schwierige Zeit zwischen April und Oktober vergisst Peter Zinkernagel, Präsident des Handel- und Gewerbevereins Riehen (HGR), nicht, sich auf die Zeit danach zu freuen. «Der neue Dorfkern wird wunderschön. Wir müssen diese positive Stimmung auf die Kunden ausstrahlen, damit diesen bewusst wird, dass sie sich auf das Einkaufen und den Aufenthalt im neuen Dorfkern freuen können.» Zinkernagel ist bewusst, dass das laufende halbe Jahr kompliziert wird. Er appelliert deshalb an die Sensibilität der Kunden. «Wir müssen ihnen klarmachen, welch enorme Herausforderung diese Grossbaustelle für die Dorfgeschäfte darstellt – und dies parallel zum starken Franken.»

Verschiebung des Baustarts?
Nachdem das Volk der neuen Dorfkernplanung deutlich zugestimmt hatte, begannen die Gespräche zwischen Gewerbe und Gemeinde. Allen Beteiligten war klar, dass die oberste Prämisse eine möglichst rasche und effektive Abwicklung der Bauarbeiten sein muss. Dies bestätigt auch Gemeindepräsident Hansjörg Wilde (parteilos), der – wenn immer möglich – dem Gewerbe zur Seite steht: «Es wird eine kurze, aber heftige Bauzeit mit Lärm, Staub und Dreck. Im Oktober sind wir fertig und der Detailhandel hat für das Weihnachtsgeschäft einen wunderbaren Dorfplatz.»
Nach der Aufhebung der Frankenbindung durch die Nationalbank kam von Seite Gewerbe der Wunsch auf, die Bauarbeiten zu verschieben, um zusätzliche Belastungen zu vermeiden. «Das war eine emotionale Reaktion nach dem Schock», sagt rückblickend Andreas Cenci, Inhaber von Cenci-Sport und Co-Präsident der Vereinigung Riehener Dorfgeschäfte (VRD). Nach guten Gesprächen mit der Gemeinde sei man zum Entschluss gekommen, die Umgestaltung durchzuziehen.
Knapp drei Wochen vor Baustart diskutieren die Gewerbetreibenden über Massnahmen, um den Kundenstrom aufrecht zu erhalten. «Wir müssen den Kunden bewusst machen, dass der Service und das Angebot trotz Baustelle gleich bleiben», findet Cenci. Eine erste Aktion findet noch vor Baustart statt: Ein verkleideter Osterhase wird am Ostersamstag bemalte Ostereier als Gutscheine für die einzelnen Geschäfte verteilen. Während der Bauzeit werde es immer wieder Tage der offenen Tür geben.
Mit einem externen Büro erarbeitete die Gemeinde einen sogenannten «Ideenspeicher» für mögliche Massnahmen. Dabei unterscheidet Gemeindepräsident Wilde zwei Bereiche: «Einerseits gibt es kurzfristig wirksame Aktionen wie Showacts im Webergässlein, eine Guggenmusik, die werbend durchs Dorf schränzt, rote Teppiche oder Ballone vor den Ladeneingängen. Es geht darum, Aufmerksamkeit zu erregen.» Die andere Sparte betreffe mehr die emotionale Seite. «Die schon jetzt vorhandene Identifikation mit Riehen muss noch stärker werden. Alle sollen zusammenstehen und gemeinsam diese schwierige Situation anpacken.»

Papeterie Wetzel wie 1930
Jürg Blattner, Inhaber der Papeterie Wetzel und Co-Präsident des VRD, läutet die Bauzeit auf ganz spezielle Weise ein. Am Ostersamstag verwandelt sich seine Papeterie in die 1930er Jahre zurück, als auch der jetzige Dorfkern entstand. «Das Personal wird sich in Kleidern dieser Zeit werfen und die Kunden werden samt ihren Einkäufen mit einem Oldtimer nach Hause gefahren.» Blattner zeigt mit Fantasie und Humor, worauf es während der für die Dorfgeschäfte schwierigen Bauzeit ankommt.