Mittwoch, Juni 28, 2017

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Kleinbasel

Bund will Kleinbasel entlasten

  • Mittwoch, 09 Juli 2014 00:00

Die Anwohnerinnen und Anwohner der Osttangente können ein wenig aufatmen. Anstelle des ursprünglich vorgesehenen oberirdischen Ausbaus schlägt das Bundesamt für Strassen (Astra) nun eine Tunnelvariante vor. Zwischen Birsfelden und der Nordtangente bei der Verzweigung Wiese soll ein neuer Tunnel unter dem Rhein hindurch gebaut werden. Vorläufig ist geplant, pro Röhre je eine Fahrspur und einen Pannenstreifen zu bauen. Später sei auch ein Ausbau der Tunnelröhren auf zwei Fahrspuren möglich, teilte das Astra diese Woche mit.

Tunnel kostet 1,4 Milliarden

Neu würde die Autobahn beim Zubringer Birsfelden in einen Tunnel abtauchen; die Anbindung an die Nordtangente würde bei der heutigen Ausfahrt Klybeck und bei der Rampenbrücke Wiese erfolgen. «Damit kann die bestehende Nationalstrasse vom Verkehr von und nach Frankreich sowie Basel Kannenfeld und Allschwil entlastet werden», schreibt das Astra. Die heutige A2 würde in ihrer heutigen Form bestehen bleiben. Eine zusätzliche Anbindung des Verkehrs von und nach Deutschland wäre bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt realisierbar. Die Tunnelvariante soll rund 1,4 Milliarden Franken kosten; die allfällige Erweiterung von und nach Deutschland ist in diesem Betrag aber nicht inbegriffen. Verglichen mit der oberirdischen Lösung kostet die Tunnelvariante 300 Millionen Franken mehr. Um diese Mehrkosten wird nun verhandelt.

Baselbiet will nicht zahlen 

Das Astra vertritt die Ansicht, die beiden Basler Halbkantone müssten sich an den Kosten beteiligen, «da die Nationalstrasse einen beträchtlichen Teil des regionalen und innerstädtischen Verkehrs aufnimmt und stark zur Entlastung des nachgelagerten Verkehrsnetzes beiträgt». Davon profitiere die ganze Region. Doch es zeichnet sich ab, dass Basel-Stadt allein gelassen wird.Aus dem Baselbiet kam nämlich bereits ein ziemlich kategorisches Nein. Baudirektorin Sabine Pegoraro (FDP) erklärte der «Basler Zeitung», sie sehe den Kanton Baselland nicht in der Pflicht, denn er habe keine Wünsche angebracht. Bis die neuen Tunnelröhren gebaut werden, müssen sich die Anwohner auf jeden Fall noch lange gedulden. Gemäss Astra ist ein Baubeginn frühestens für 2025 vorgesehen. Auch die Verkehrsprognosen sind für die Anwohner wenig beruhigend: Laut Astra brausen bei der Schwarzwaldbrücke zwischen Montag und Freitag schon jetzt täglich fast 90 000 Fahrzeuge über die Auto­bahn. Prognosen gehen davon aus, dass der Verkehr auf den Nationalstrassen bis 2030 um 20 bis 25 Prozent zunehmen wird. Das dürfte in Basel nicht anders sein.

Umleitung über Deutschland?

Kurzfristige Massnahmen zur Entlastung sind keine in Sicht. Möglich wäre zum Beispiel, den Transitverkehr nahe Rheinfelden auf die Deutsche Autobahn A98 zu führen und erst nach Basel wieder ins Schweizer Netz einzufädeln. Dass die Deutschen damit einverstanden sind, darf allerdings stark bezweifelt werden. 

 

zen. Die von der Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK) und bürgerlichen Politikern lancierte Volksinitiative «Ja zur offenen Mittleren Brücke für alle» sollte verhindern, dass die Mittlere Brücke für den Individualverkehr gesperrt wird. In der Bevölkerung wie auch bei den Verkehrsverbänden habe die Initiative aber wenig Unterstützung erfahren; deshalb werde die Unterschriftensammlung eingestellt und die Initiative fallen gelassen, schrieb das Initiativkomitee am 8. Juli. Schuld am Scheitern der Initiative sei vor allem die «nahezu erpresserische Haltung» der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission des Grossen Rates (UVEK). Diese hatte im Sinne eines politischen Kompromisses beschlossen, das Parkhaus St. Alban werde nur gebaut, wenn im Gegenzug die Mittlere Brücke für den Individualverkehr gesperrt werde.

Ist der Claraplatz ein Unort?

  • Mittwoch, 09 Juli 2014 00:00

Der Claraplatz sei zu einem Unort geworden, an dem man sich nur aufhalte, wenn es gar nicht anders gehe, kritisiert Grossrat André Auderset (LDP). «Nicht nur die dortigen Gewerbetreibenden registrieren eine stark zunehmende Verschmutzung, ja sogar Verkotung», schreibt Auderset in einer schriftlichen Anfrage an den Regierungsrat. Auf der Sitzbank beim Kiosk würden sich unerwünschte Gruppierungen aufhalten, die aggressiv und lautstark auftreten. «Dazu sind trotz zeitweise verstärkter Polizeipräsenz nach wie vor viele dealende Schwarzafrikaner anzutreffen», meint Auderset und fragt den Regierungsrat, was er gegen diese Missstände zu unternehmen gedenke.

 

Und was denken Sie? Hat Auderset recht mit seiner Kritik?

Haben Sie Lösungsvorschläge? Schreiben Sie Ihren Kommentar in das Feld weiter unten.

 

VG. Seit Anfang 2014 ist die NKM Verlag AG Besitzerin der Verlagsrechte der Kleinbasler Zeitung «Vogel Gryff» und des «Basler Weihnachtsmagazins». Die Rechte wurden von der ebenfalls neu gegründeten Genossenschaft Neue Kleinbasler Medien (GNKM) von der BZM gekauft. Entsprechendes Genossenschaftskapital wurde im Verlaufe des letzten Dezember generiert. Die GNKM hat im Nachgang die entsprechend benötigten Gelder zur Gründung der NKM Verlag AG und des Betriebskapitals zur Verfügung gestellt. Hinter dem gesamten Konstrukt stehen Initianten, die den «Vogel Gryff» als unabhängige Zeitung weiterführen und einen Teil der Gewinne via GNKM sozialen Institutionen, Projekten und Vereinen im Kleinbasel und in Riehen zukommen lassen wollen. Ein halbes Jahr nach dem Start des Verlags zieht Christian Kern (Bild), Delegierter des Verwaltungsrates der NKM Verlag AG, Bilanz. Die Fragen stellte Rolf Zenklusen.

 

Herr Kern, haben Sie es bereut, den «Vogel Gryff» übernommen zu haben?

Christian Kern: Nein, sicher nicht (lacht). Wir haben von Anfang an das Projekt geglaubt. Mit uns auch viele Genossenschafterinnen und Genossenschafter, die Anteilscheine gekauft haben. Das Projekt ist gut unterwegs. Man bedenke, dass wir im Januar bei Null angefangen haben. So gesehen sind wir durchaus zufrieden. Wir sind uns aber auch bewusst, dass es noch sehr viel Anstrengungen braucht, um das Gewerbe zum Inserieren zu animieren.

 

Haben Sie im ersten Halbjahr alle Ziele erreicht?

Ja. Wie gesagt, der Start ist gut gelungen und die angestrebten Ziele wurden erreicht: Tipptoppes Personal, ein kompetenter und motivierter Verwaltungsrat mit Ernst Staehelin an der Spitze, eine sehr gute Stimmung im Betrieb, neue Infrastruktur, reibungslose Übernahme der Produktion (interne und externe), Prozesse neu definiert und ein entsprechendes Controlling, dass uns jederzeit Auskunft über den status quo gibt. Alles vorhanden. Wir haben ein tolles Redaktionsteam. Man stelle sich vor: am 30. Dezember 2013 haben wir die Rechte gekauft, ein paar Tage später mussten wir die Nummer 1 des «Vogel Gryff» herausgeben, gefolgt vom «Vogel Gryff äxtra».

 

Was hat Sie am meisten überrascht?

Positiv überrascht waren wir über die Professionalität der Redaktion und aller Mitarbeiter. Den Austausch mit ihnen gestalten wir sehr offen. Die Zeitung muss leben und mit jedem Beitrag eines Mitarbeiters entwickelt sich eine neue Sache. Alles wird im Sinne des «Vogel Gryff» und der Leserschaft diskutiert. Auf der anderen Seite waren die hohen Investitionskosten ein Minuspunkt, manchmal kostet die Entwicklung eines Unternehmens etwas mehr als angenommen. Aber das wirft uns nicht aus der Bahn.

 

Kürzlich wurde ja eine neue Website aufgeschaltet. Wie ist dieses Projekt angelaufen?

Erstaunlich gut. Fünf Monate lang haben wir auf dem Internet mit einer Übergangslösung gearbeitet, um Zeit zu haben für eine neue, nachhaltige Lösung. Über die neue Website habe ich ausschliesslich Positives gehört, auch die Redaktion ist damit hochzufrieden. Ziel ist, täglich News aus Kleinbasel und Riehen-Niederholz aufzuschalten. Natürlich bieten wir auch dort eine Werbeplattform für das Gewerbe an.

 

Was haben Sie im zweiten Halbjahr vor?

Momentan arbeiten wir mit Hochdruck an der Spezialausgabe «Vogel Gryff Basel Tattoo äxtra», die am 17. Juli erscheint. Daneben bereiten wir in Zusammenarbeit mit der Pro Innerstadt das «Basler Weihnachtsmagazin» vor; die Akquisition für das Magazin mit rund 230 000 Exemplaren beginnt nach den Sommerferien. Des Weiteren streben wir beim «Vogel Gryff» eine Stabilisierung der Seitenzahl auf 20 Seiten an. Dies bedingt einen höheren Umsatz, aber unser kompetenter Verkaufsberater Daniel Gubler hat sich der Sache angenommen. Ausbauen wollen wir die Berichterstattung über Sport und Freizeitgestaltung. Alle Vereine sind aufgerufen, sich bei uns zu melden, damit wir über sie berichten können. Weitere Projekte sind eine Beilage zum Hafenfest vom 12. bis 14. September sowie in den Wintermonaten die Durchführung von öffentlichen Gesprächsrunden über spannende und aktuelle Kleinbasler Themen.

 

Und über das Jahr hinaus?

Da möchte ich noch nicht zu viel verraten (lacht). Es ist eine Expansion in den nördlichen Raum von Basel denkbar. Wir denken auch über Kooperationen mit anderen Zeitungen nach – zum Beispiel im Bereich der Beilagen. Wir glauben, wir sind auf dem richtigen Weg. Man muss ehrlich sein: Wir brauchen noch Zeit, um das Unternehmen nachhaltig aufzu­bauen. Und wir brauchen noch mehr Genossenschafter, um den Verlag für künftige Investi­tionen abzu­sichern und den «Vogel Gryff» und dessen Arbeitsplätze sehr langfristig zu sichern.

 

Der «Vogel Gryff» ist offizielles Publikationsorgan der Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK). Was heisst das genau?

Im Grundsatz bietet der «Vogel Gryff» der IGK eine Plattform für ihre Mitteilungen. Die IGK kann ihre Botschaften in der Zeitung – unter Berücksichtigung der redaktionellen Grundsätze – platzieren. Der «Vogel Gryff» gehört aber nicht zur IGK; die Redaktion arbeitet absolut unabhängig. Wir haben auch einen Auftrag, alle Facetten abzubilden – im Sinne eines «service public».

www.gnkm.ch