Samstag, September 23, 2017

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Kleinbasel

Claraturm verzögert sich weiter

  • Mittwoch, 26 November 2014 00:00

Knapp 53 Prozent der Basler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben im November 2013 ja gesagt zum geplanten Bau des 96-Meter hohen Claraturms. Andreas Bernauer, Betreiber der Piano-Bar und Gegner des Projektes, kümmert dies wenig. Er hat eine Beschwerde gegen die Abstimmung eingereicht. Seine Begründung: Die Behörden hätten in den Abstimmungsunterlagen vergessen zu erwähnen, dass die Häuserzeile am Riehenring, die dem Turm zum Opfer fallen soll, im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) eingetragen sei. Gemäss Bundesrecht müssten die Kantone das Bundesinventar bei der Erstellung von Richtplänen berücksichtigen, argumentiert Bernauer.
Das Appellationsgericht Basel-Stadt hat die Beschwerde des Wirts letzte Woche zwar abgewiesen. Doch kurz darauf erklärte Bernauer in einer Medienmitteilung, er ziehe das Urteil ans Bundesgericht weiter. «Der Bau des Claraturms verzögert sich um Jahre», meinte Bernauer. Wie weit dies wirklich stimmt, ist momentan ganz schwierig abzuschätzen. Sicher ist, dass sich die höchsten Richter in Lausanne normalerweise viel Zeit lassen bei ihren Entscheiden.
Die Bauherrschaft des Claraturms, der Immobilienfonds Sima der UBS, lässt sich wie folgt zitieren: «Den Rekurs an das Bundesgericht nehmen wir zur Kenntnis. Wir bedauern, dass Herr Bernauer die für uns positiven Entscheide des baselstädtischen Stimmvolks und des Appellationsgerichts nicht akzeptieren kann. Solange das Urteil nicht rechtskräftig ist, ist leider kein verbindlicher Fahrplan für den Baustart des Claraturms möglich.» Im Quartier ist durchgesickert, dass die Mietverhältnisse in den betroffenen Liegenschaften am Riehenring bis zum 30. September 2015 verlängert wurden. Dieses Gerücht wollte die Bauherrschaft weder bestätigen noch dementieren.

«Verein Landhof ist zu wenig offen»

  • Dienstag, 25 November 2014 00:00

Die Neugestaltung des Landhofs ist und bleibt umstritten. Zum vorliegenden Umgestaltungsprojekt hat der Verein Landhof Ende September eine Petition lanciert (der «Vogel Gryff» berichtete). Die Petition fordert, das neue Gebäude sei zu klein, um die Kinder- und Jugendarbeit in der heutigen Form weiterzuführen, und der bestehende Naturspielplatz dürfe nicht kleiner werden. Einige Wochen später hat der pensionierte Pfarrer Urs Joerg (69, Bild) eine zweite Petition ins Leben gerufen. Der frühere EVP-Grossrat verlangt, das Umgestaltungsprojekt möglichst rasch zu bewilligen.

Vogel Gryff: Herr Joerg, warum haben Sie sich entschlossen, diese Petition zu lancieren?
Urs Joerg: Ich war Mitglied des Initiativkomitees «Der Landhof bleibt grün», später Mitglied der Begleitgruppe und der Jury, die über das neue Projekt entschieden hat. Ursprünglich habe ich die Anliegen, wie sie jetzt wieder in der Petition des Vereins Landhof aufgenommen werden, auch befürwortet. Ein Freizeitzentrum wie der Landauer in Riehen wäre auch auf dem Landhof wünschenswert.

Dann ist ja alles in bester Ordnung, oder nicht?
Ich musste lernen, dass in einer Grünzone so etwas wie der Landauer – von der Gebäudestruktur und dem -volumen her – nicht möglich ist. Doch auch mit dem vorliegenden Projekt kann man viel erreichen. Mit meiner Petition will ich vor allem bekräftigen, dass es auf dem Landhof endlich vorwärts geht. Es sind viereinhalb Jahre her, seit das Volk ja gesagt hat zur Initiative «Der Landhof bleibt grün».

Wir behaupten, dass die Regierung das vorliegende Projekt auch ohne Ihre Petition weiterverfolgt hätte.
Das ist gut möglich. Jedoch will ich mit der Petition den Verantwortlichen der Stadtgärtnerei und der Regierung den Rücken stärken. Sie haben sich wirklich stark für das Projekt eingesetzt.

Sie argumentieren, nur die Vertreter des Vereins Landhof hätten in der Begleitgruppe gegen das vorliegende Projekt gestimmt; eine Mehrheit sei dafür gewesen.
Das stimmt. Ich begreife nicht, dass der Verein Landhof versucht, noch einmal die Gebäudestruktur in Frage zu stellen. Damit wird das Projekt nur unnötig verzögert.

Aber Sie haben Verständnis für die Anliegen der Kinder- und Jugendarbeit Oberes Kleinbasel?
Nein. Ich denke, das ist auch mit dem neuen Projekt möglich.

Wie war in der Bevölkerung das Echo auf Ihre Petition?
Von vielen Leuten, die den Prozess begleitet haben oder im Initiativkomitee waren, hatte ich positive Rückmeldungen. Es sind etwas über 100 Unterschriften zusammen gekommen, ohne dass ich intensive Werbung gemacht habe. Ich habe sicher weniger Unterschriften als der Verein Landhof – das bin ich mir schon bewusst.

Es gibt also nun zwei Petitionen zum Landhof. Verstehen die Leute noch, um was es dort geht?
Das ist die Schwierigkeit, in der ich stecke. Für Leute, die den Prozess nicht kennen, ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Die Forderungen des Vereins Landhof sind einfacher zu vermitteln als meine.

Sie haben Vertrauen in das neue Projekt?
Ja. Ich weiss allerdings noch nicht, wie es betrieben werden kann. Leider gab es nie ein Betriebskonzept des Vereins Landhof. Die Stadtgärtnerei kann nicht viel mehr tun als eine Infrastruktur zur Verfügung stellen. Mittel für den Betrieb hat die Stadtgärtnerei keine. Meines Erachtens zeigt sich der Verein Landhof zu wenig offen für neue Gestaltungsmöglichkeiten. Ich meine, der Landhof müsse nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene und Senioren attraktiv sein. Ich kann mir vorstellen, dass es , wie dies im jetzigen Projekt vorgesehen ist, auf der Stehrampe so etwas wie eine Aussichtsplattform gibt, von der aus Senioren und andere  zuschauen können, was auf dem Spielfeld, dem ursprünglichen Fussballfeld, passiert.

Der Verein Landhof wirft Ihnen vor, Ihre Rolle als Präsident des Stadtteilsekretariats auszunutzen.
Diesen Vorwurf weise ich zurück. Ich habe die Petition als Privatperson lanciert. Das Stadtteilsekretariat hatte eine vermittelnde Rolle im Mitwirkungsprozess. Doch dieser Prozess ist jetzt abgeschlossen.

Wie geht es weiter?
Ich hoffe nun, dass die Tribüne abgerissen und das neue Projekt realisiert wird – lieber heute als morgen. Aber der politische Prozess kann noch dauern: Einerseits gibt es zwei Petitionen, die vom Grossen Rat behandelt werden müssen. Zweitens befindet sich das Umgestaltungsprojekt bei der Regierung in der Vorprüfung. Man muss bedenken, dass die Regierung unter Spardruck steht. Es besteht also die Gefahr, dass es Abstriche gibt beim vorliegenden Projekt. Das steht im Gegensatz zu den Forderungen, die der Verein Landhof stellt. Er möchte ja ein grösseres und damit teureres Gebäude. Deshalb wäre es sinnvoller jetzt das vorliegende Projekt zu unterstützen.

 

Beide Petitionen sind auf der Website des Stadtteilsekretariats Kleinbasel aufgeschaltet:
www.kleinbasel.stadtteilsekretariatebasel.ch

Alte Rosental-Häuser verschwinden

  • Mittwoch, 12 November 2014 00:00

Unglaublich, aber wahr. Das Baubegehren ist gemäss Luzia Wigger, Leiterin des Basler Bauinspektorats, längst bewilligt. Und der Bauentscheid seit drei Jahren gültig. Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die Behörde eine Einsprache des Mieterverbands gegen das im Mai 2013 publizierte Bauvorhaben abgewiesen. Der hiesige Mieterverband meldete daraufhin zwar Rekurs an, begründete diesen aber nicht, worauf die Baurekurskommission eine Nichteintretungsverfügung erliess.

Das Ende der Zürich-Häuser

Noch im März 2013 hatten sich die Zürich Versicherung und die Mieter vor Zivilgericht auf eine Erstreckung des Mietverhältnisses bis Dezember 2014 geeinigt. Obwohl die Liegenschaften nun früher als erwartet leer stehen, will die Zürich Versicherung nicht rascher bauen: Zu komplex ist das Vorhaben, um beschleunigt werden zu können. Die Bauarbeiten sollen aber anfangs 2015 beginnen. Es wird mit einer Bauzeit von zwei Jahren gerechnet, womit der Neubau 2017 stehen dürfte – fast 15 Jahre nach der Volksabstimmung über die Zonenänderung.

Kopfschütteln bei Besuchern

Eine mehr als nur traurige Geschichte, die noch ein paar Monate Kopfschütteln auslösen wird. «Hier in Basel, der Messe-, Chemie- und Kulturstadt eine solche Ruine gleich neben den Bauten der Weltmessen Art und Basel World – das ist unverständlich», meinte kürzlich ein Besucher aus den neuen Bundesländern: «Ich meinte, dies gebe es nur bei uns.»

 

Colette Studer und das Lampenfieber

  • Mittwoch, 12 November 2014 00:00

Nächstes Jahr führt die Kleinbaslerin Colette Studer (38) zum zweiten Mal Regie beim Glaibasler Chari­vari und spielt auch selbst im Ensemble mit. Die ausgebildete Schauspielerin hat neben dem Charivari verschiedene Regieaufträge und unterrichtet an einer Schauspielschule.

 

Vogel Gryff: Am 24. Januar 2015 feiert das Charivari seine Premiere. Frau Studer, wo stehen Sie mit den Vorbereitungen?

Colette Studer: Alle Rahmenstücke und das musikalische Programm sind schon definiert. Zu 80 Prozent steht das Programm. Ende August hatten wir die erste Autorensitzung. 

 

Vieles muss ja noch abgeändert und der Aktualität angepasst werden. 

Genau. Praktisch ist deshalb die Figur des News-Männleins, das sich letztes Jahr bewährt hat. Die Aktualität wird vor allem in diesem Gefäss abgehandelt. Aber klar: Wenn etwas Grösseres passiert, werden wir auch die Rahmenstücke anpassen.

 

Die Rahmenstücke werden immer wieder kritisiert. Sie seien zu lang und zu wenig lustig.

Das ist mir bewusst. Ich habe früher für das Pfyfferli gearbeitet und weiss, wie sich dort die Zuschauer auf die Rahmenstücke freuen. Das Charivari hat diesen Bonus nicht. Dort müssen wir mehr um die Aufmerksamkeit des Publikums kämpfen – auch wegen der Konsumationsbestuhlung.

Wir arbeiten ständig an einer besseren Qualität der Rahmenstücke. Und wir haben auf die Kritik reagiert, die Stücke seien zu lang: Am Charivari 2015 zeigen wir mehr Stücke, dafür viel kürzere.

 

Was war bis jetzt die grösste Herausforderung?

Die kleinen Rahmenstücke in einen dramaturgisch schönen Ablauf zu bringen, ist eine riesige Herausforderung. Es ist wie ein Kartenspiel. Bei mir zuhause liegen Karten mit den Rahmenstücken, und diese vertausche ich untereinander. 

 

Reissen sich die Schauspieler drum, ins Charivari zu kommen, oder müssen Sie sie zwingen?

(lacht). Nico Jacomet musste ich fast zwingen, denn er weiss natürlich, wie schwierig es ist, als Zürcher in Basel aufzutreten. Er muss übrigens nur beim Prolog und beim Epilog Baseldeutsch reden.

 

Und die anderen haben sich darum gerissen?

Ja. Es ist schon so, dass ich viele Bewerbungen ablehnen muss.

Welche Neuerungen bringt das Charivari 2015?

Produzent Erik Julliard hat wieder ein musikalisch hochstehendes Programm zusammen gestellt. Besonders freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit dem japanischen Taiko Trommelensemble – ich bin gespannt, wie wir uns mit ihnen verständigen (lacht). Die siebenköpfige a cappella-Frauenformation «Six Chicks» verspricht einen weiteren Höhepunkt. Ihre feine, einfühlsame Musik in den Ablauf zu integrieren, erwies sich als weiterer Knackpunkt.

 

Wie stark ist das Charivari noch spezifisch kleinbaslerisch?

Ich selbst bin Vollblutkleinbaslerin, ebenso wie mein Vater Walter F. Studer, der ja Obmann beim Charivari ist. Wir versuchen, den Humor der Kleinbasler zu treffen. Auch das Bühnenbild ist sehr kleinbaslerisch: Rechts ist das Münster, links der Claraturm – und dazwischen bewegt sich die Fähri. Wir versuchen, die Probleme, die uns im Kleinbasel betreffen, auf die Bühne zu bringen ...

... obwohl ja viele Zuschauer keine Kleinbasler sind.

Ja, das ist so. Wir haben letztes Jahr mit ein wenig Schrecken festgestellt, dass einige Zuschauer nicht wussten, was der Bär ist. Das zeigte uns, dass wir viele auswärtige Gäste am Charivari haben.

 

Welche Themen werden nächstes Jahr ausgespielt?

Der FCB wird thematisiert. Bei einer Nummer suchen wir neue Fanlieder für den Club. Und das Charivari 2015 wird, verglichen mit früheren Ausgaben, politischer und bissiger.

 

Wie lange beschäftigt Sie jeweils das Charivari?

Eigentlich ständig. Es ist wie bei der Fasnacht: Kaum ist sie vorbei, beginnt die neue.

 

Eine typische Frage an eine Schauspielerin: Wie ist Ihr Befinden eine halbe Stunde vor der Premiere?

Schrecklich. Ich dachte immer, mit zunehmender Bühnenerfahrung würde ich weniger nervös sein. Eingetreten ist das Gegenteil – es ist viel schlimmer geworden. Ich glaube, es liegt daran, dass die Leute inzwischen mehr von mir erwarten als früher. Versprecher oder unbeholfene Bewegungen würde man mir wahrscheinlich nicht verzeihen ...

 

Ist denn das schon passiert?

Nein, zum Glück nicht. Aber ich habe immer wieder Horror davor, dass es passiert. Letztes Jahr – jetzt darf ich es verraten – hatte ich für die Auftritte als News-Männlein sogar einen Spickzettel versteckt. Aber ich habe ihn nicht gebraucht.

 

Und wie äussert sich das Lampenfieber?

Ich werde, was bei mir selten der Fall ist, ganz ruhig und sitze still ein einer Ecke.

 

www.charivari.ch