Montag, Mai 29, 2017

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Kleinbasel

Zwölf neue Hochhäuser im Rankhof?

  • Mittwoch, 20 August 2014 00:00

196 000 Einwohner zählt der Kanton Basel-Stadt aktuell. Der Bund prognostiziert, dass sich diese Zahl bis 2030 um 40 000 Personen erhöhen könnte. Darum sehen Regierung und Grossrat an den Stadträndern vier Bauzonen vor, wo neue Wohnungen gebaut werden könnten. Gegen zwei dieser Areale wurde das Referendum ergriffen, weshalb am 28. September darüber abgestimmt wird. Die FDP Kleinbasel führte deshalb letzte Woche im Quartierzentrum Hirzbrunnen eine Podiumsdiskussion durch. Diese drehte sich ausschliesslich um die grössere der zwei umstrittenen Bauzonen, jene im Osten Kleinbasels zwischen Rankhof und Grenzach-Wyhlen. Wie Rainer Volman vom kantonalen Planungsamt darlegte, will der regierungsrätliche Rahmenplan dort in den nächsten 15 bis 20 Jahren den Bau von zwölf Hochhäusern ermöglichen – Wohnraum für etwa 2000 Personen. 25 Prozent der Wohnungen sollen von Wohngenossenschaften gebaut werden. Die Gebäude dürfen maximal 75 Meter hoch werden (20 Stockwerke).

 

Wenig Fläche für Wohnhäuser

In der Zonenplanrevision sei im Gegenzug aber auch festgelegt, dass der bestehende Grüngürtel zwischen Eglisee und Rhein zu einer Art «Stadtpark» werden soll: Drei noch bestehende Bauflächen würden zu Grünzonen, die aktuelle Zahl und Grösse der Sportplätze werde garantiert, ebenso die restlichen Freizeitgärten. Zudem sollen neue Spazierwege sowie Stege am Rhein angelegt werden. «Da, wo es viel Grün gibt, scheint es uns sinnvoll, Hochhäuser zu bauen, die wenig Fläche verbrauchen», sagte Volman, der auch von «Wohninseln im Park» sprach. Dass Basel mehr Wohnraum braucht, war auf dem Podium nicht bestritten, doch wie viel und wie rasch? FDP-GrossratElias Schäfer verwies auf die tiefe Leerwohnungsquote in Basel von aktuell 0,2 Prozent und berichtete von eigenen Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. Weil zudem nur wenig Fläche verbaut werde, bezeichnete er die Zonenplanrevision als «Ei des Kolumbus». Thomas Grossenbacher, Grossrat der Grünen, plädierte hingegen für einen Planungstopp: Erst sollte man die bereits belegten Gebiete (Erlenmatt, Claraturm, Dreispitz, Hafen, BASF-Areal) nutzen, statt jetzt schon auf Vorrat Grünareale zu verplanen. «Die nächste Generation soll hier die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden», sagte er.

Bevölkerung einbeziehen

René Thoma, FDP-Mitglied, Meister der Ehrengesellschaft zum Hären und Mitglied zweier Wohngenossenschaften, lehnte die Zonenplanrevision ebenfalls ab, weil er dort Hochhäuser als deplatziert betrachtet. «Die Bauform soll ähnlich sein wie die Bestehende im Hirzbrunnenquartier, also drei- bis maximal fünfgeschossige Gebäude», sagte er. Das sei auch tendenziell billiger als der Bau von Hochhäusern. Thoma forderte zudem, dass die Quartierbevölkerung bei der Planung mitwirken kann, und stellte in Frage, dass Basel so stark wachsen soll wie prognostiziert.

Grenzacherstrasse reicht aus

Das Podium unter Leitung von Matthias Zehnder, Chefredaktor der bz Basel, ging auch auf Fragen aus dem rund 40-köpfigen Publikum ein. So wurden etwa Zweifel laut, dass die Grenzacherstrasse den Mehrverkehr von 2000 weiteren Anwohnern verkraften könne. Volman hatte keine Bedenken, da der Zuwachs nicht auf einen Schlag erfolge. Zudem würden Personen, die hier wohnen, eher Bus und Tram benützen als Pendler von ausserhalb. Weiter hielten Volman und Schäfer fest, dass noch keine konkreten Hochhaus-Projekte vorlägen. Es sei auch nicht so, dass die Gebäude zwingend 75 Meter hoch oder alle gebaut werden müssen. Die Planung beinhalte keine Bauverpflichtung, sondern lege Richtwerte fest. Und selbst bei einem Ja zur Vorlage werde nicht vor 2018 gebaut.

Nein erzeugt Mehrverkehr

Was aber passiert, wenn die Zonenplanrevision abgelehnt wird? «Dann kann nicht gebaut werden, aber es fallen auch die Schutzvorschriften für Familiengärten und Sportplätze weg», sagte Volman. Einzig die drei Umzonungen zu Grünzonen seien so oder so definitiv. Auf den übrigen Arealen sei aber eine schleichende Bebauung möglich. Und Schäfer fügte hinzu: «Die Menschen – etwa die neuen Mitarbeiter der Roche – kommen trotzdem. Sie werden dann halt pendeln und unsere Strassen verstopfen, was niemandem dient.»

 

Der 15. Jahrgang der Flosskonzerte war ein schwieriger. Flosskapitän Tino Krattiger kämpfte mit Hochwasser und musste elf von 17 Konzerten auf eine provisorische Bühne an Land verlegen.

 

Vogel Gryff: Kaum sind die Flosskonzerte vorbei, wird das Wetter besser. Das nervt, oder, Herr Krattiger?

Tino Krattiger: Ja, das ist fies. Wobei wir nicht das erste Mal schlechtes Wetter hatten.

 

Was war dieses Jahr das grösste Problem?

Mit dem Hochwasser können wir umgehen, denn so lange die Schifffahrt nicht gesperrt ist, dürfen wir auf dem Floss spielen. Neu für uns war, dass das Floss nicht gebracht werden konnte. Darauf waren wir nicht vorbereitet, haben aber Konsequenzen daraus gezogen.

 

Welche?

Künftig bereiten wir uns so vor, dass wir bei schlechten Wetterprognosen das Floss vor Ort aufbauen können. 

 

Das Schlimmste für Sie ist wohl der finanzielle Verlust.

Ja, das spüren wir deutlich. Weil weniger Leute kamen, hatte es auch weniger Geld in den Fischernetzen. Auch die Gastronomie hatte einen Einbruch. Mittlerweile hat sich ein Verlust von 40 000 Franken angehäuft.

 

Können Sie das irgendwie wettmachen?

Wir müssen das Defizit tragen, Punkt. Vielleicht gibt es von irgendwoher solidarische Hilfe.

 

Vielleicht springt ein Sponsor ein?

Daran zu glauben wäre illusorisch. Sponsoring ist ein hartes Geschäft. Wir sind froh, wenn wir unsere Sponsoringbeiträge halten können.

 

Haben Sie je an eine Absage der Flosskonzerte gedacht?

Nein, das käme nicht in Frage, dann würden wir Konkurs gehen. Das Floss bewegt viele Leute, an gewissen Konzerten hören mehrere 10 000 Menschen zu. Da kann man nicht einfach aufhören.

 

Welches Konzert war für Sie der Höhepunkt?

Es war wieder Baschi, der mich stark beeindruckt hat. Die Kraft seiner Musik hat sehr viele überzeugt. Auch Moop Mama, unser erstes Konzert, war speziell schön. Klar, wir haben dieses Jahr keine ganz grossen Sachen bekommen. Dann hat Stiller Has wegen Krankheit noch abgesagt. Dazu gab es Abmachungen, die nicht eingehalten wurden: Bands, die zusagten, sich aber wieder abmeldeten, weil sie anderswo mehr Geld bekamen. Fette Gewinne und Konkurse sind im Open-Air-Business sehr nahe beeinander. Die Preise sind explodiert, da können wir teilweise nicht mehr mithalten. Es war ein schwieriges Jahr für uns; aber es gab auch Positives: Zum Beispiel hat es kein einziges Mal in eine Vorstellung hinein geregnet.

 

Haben Sie bei der Bewilligung für die Konzerte an Land die nötige Unterstützung vom Kanton bekommen?

Ja, das war hervorragend. Diese unbürokratische Leistung hat letztlich den Event gerettet.

 

Welche Ziele setzen Sie sich für das nächste Jahr?

Ich möchte das Abendsponsoring ausbauen und die Aufenthaltsqualität an Land verbessern.

 

Wann kommt die Zeit, wo Sie Ihr Engagement für das Floss zurückfahren können?

Diese Zeit kommt im Oktober, dann ist die Nachbearbeitung vorbei. Kurz nach der Fasnacht fahre ich dann mein Engagement wieder hoch. 

 

www.imfluss.ch

 

Schlägerbande wütet auf dem Claraplatz

  • Montag, 18 August 2014 00:00

VG. Eine gewalttätige Gruppe von Jugendlichen hat am Samstag, 16. August, morgens um 2.30 Uhr auf dem Claraplatz drei Männer und eine Frau angegriffen und spitalreif geschlagen. Die drei Männer im Alter von 19, 21 und 30 Jahren und deren 20-jährige Kollegin warteten bei der Tramhaltestelle am Claraplatz, als eine Gruppe von vier bis fünf jüngeren Männern und zwei bis drei Frauen erschien. Einer aus dieser Gruppe verlangte Zigaretten. Als er keine erhielt, wurden die vier Personen angepöbelt und in der Folge mit Pfeffersprays angegriffen und geschlagen. Dabei stürzte der 30-Jährige zu Boden und wurde mit Fusstritten traktiert. Die vier Opfer wurden leicht verletzt und mussten in Spitalpflege gebracht werden. Anschliessend flüchteten die Angreifer in Richtung Kaserne. Kurze Zeit später konnte die Polizei drei der mutmasslichen Täter festnehmen. Es handelt sich um einen 16-jährigen Marokkaner, einen 16-jährigen Ungarn sowie einen 17-jährigen Türken. 

Nach wie vor gesucht wird der Rest der Schlägerbande, zwei jüngere Männer und zwei bis drei jüngere Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Gemäss Angaben der Opfer stammen die Täter vermutlich aus Osteuropa.

Die Polizei klärt noch ab, ob die Schlägerbande für andere Delikte in Frage kommt. Einige Stunden zuvor, am 15. August gegen 23.30 Uhr, kam es im Drei-König-Weglein (am Rheinufer hinter dem Hotel des Trois Rois) zu einem Raub. Zwei junge Männer im Alter von 17 und 18 Jahren sassen auf einer Mauer und hörten Musik. Unvermittelt wurden die beiden von einer Gruppe von mehreren Jugendlichen angegriffen und geschlagen. Zudem wurde einem der Opfer eine Musikbox geraubt. «Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei den Tätern um die gleiche Gruppierung handelt, welche am Claraplatz die vier Personen angriff», schreibt die Basler Staatsanwaltschaft.

 

 

Fünf Generationen in Kleinhüningen

  • Mittwoch, 06 August 2014 00:00

Wenn Sylvia und Bruno Bossert mit dem Kinderwagen durch Kleinhüningen spazieren, kann es sein, dass jemand fragt: «Ist das Euer Enkelkind?». «Nein», antworten die beiden dann jeweils leicht amüsiert. «Es ist das Urenkelkind!». Der Wonneproppen im Kinderwagen heisst Raffael und ist anderthalb Jahre alt. Seit Raffaels Geburt kann die Familie das seltene Ereignis von fünf Generationen feiern. Raffael ist der Sohn von Isabelle Schuler (23) und Patrick Schönbächler (27). Seine Mutter heisst Patricia Rösli (47) und ist mit Beat Rösli (52) verheiratet. Patricia Rösli ist die Tochter von Sylvia (66) und Bruno Bossert (69). Die Vertreterin der ersten Generation heisst Paula Bauer (94) und ist die Mutter von Sylvia Bossert. Die Ururgrossmutter ist geistig noch sehr fit und besorgt den Haushalt selber.

 


Vierte und fünfte Generation. Patrick Schönbächler (27) und Isabelle Schuler (23) mit Sohn Raffael (1½)
 

Zweite Generation. Sylvia (66) und Bruno Bossert (69) sind bereits Urgrosseltern.

 

Erste und dritte Generation. (von links) Ururgrossmutter Paula Bauer (94), Grossvater Beat Rösli (52), Grossmutter Patricia Rösli (47), der jüngste Spross Raffael Schuler (1½) und Willi Zehner (80), Lebenspartner von Paula Bauer.

 

Die fünf Generationen wohnen in Kleinhüningen in unmittelbarer Nachbarschaft. Während die erste Generation am Schäferweg 85 lebt, hat sich die zweite, dritte, vierte und fünfte Genera­tion in der Wohngenossenschaft Klein­hüningen niedergelassen. Die Familien wohnen verteilt auf die Liegenschaften an der Klein­hüningeranlage 82 bis 90. Präsident der Wohn­genossen­schaft ist Bruno Bossert. «Es war Zufall, dass alle hier wohnen. Es ist jeweils zum richtigen Zeitpunkt etwas frei geworden.» Die fünf Generationen sehen sich oft und feiern immer wieder Familienfeste zusammen – besonders an Weihnachten und Ostern. «Auch den ersten Geburtstag von Raffael haben wir gemeinsam gross gefeiert», berichtet Sylvia Bossert. Die fünf Generationen sind stark in Kleinhüningen verwurzelt – die meisten haben das ganze oder einen grossen Teil ihres Lebens im ehemaligen Fischerdorf ver­bracht. «Am meisten freuen wir uns, dass meine Mutter ihren Ururenkel noch geniessen kann», sagt Sylvia Bossert.