Freitag, Juli 21, 2017

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Kleinbasel

Brot vom Begg – wieder dreifach

  • Mittwoch, 17 September 2014 00:00

Nach dem kurzen Gastspiel des Bäckerpaars Pérez/Rebòn in der ­Bäckerei an der Riehentorstrasse 17 ist nun Nicolas Fontana in den hellen Ladenraum eingezogen. «Café des Artistes» steht am Schaufenster. «Nein, wir haben keine Backstube», sagt der Geschäftsführer.

Er war zuvor zehn Jahre in der bekannten Auberge de la Bouége im Jura tätig. Doch das tägliche Pendeln von seinem Wohnort Allschwil dorthin wurde ihm zu mühsam. Darum stellte er sich einer neuen Herausforderung. Die Backwaren werden ihm von der Panissimo AG, einer Konditorei und Bäckerei mit mehreren Filialen, ins Kleinbasel geliefert. Nebst Backwaren verkauft Fontana auch feine Teigwaren, Speiseöle, Essig, Konfitüre, Honig und Fruchtsäfte. 

Luxusproblem für Kunden

Den Kunden bleibt nun die Qual der Wahl zwischen Sutter, Riehentor und eben Café des Artistes. Hinzu kommt: Im kleinen Lokal werden auch herrlich schmeckender Espresso, Kaffee, Säfte, Apéros und ein ganz besonderes Bier ausgeschenkt. «Trinken Sie ein Stück Leimental», steht auf der Etikette des Landskron Bräus, gebraut im ehemaligen Milchhüsli in Hofstetten.

Café des Artistes
Riehentorstr. 17

Öffnungszeiten:
Di – Fr, 9 – 18 Uhr und Sa, 9 – 14 Uhr

 

Stücki mit jüngerem Leiter

  • Mittwoch, 17 September 2014 00:00

Die Mitteilung kam überraschend: Am 15. September teilte die Betreiberin des Stücki Shoppingcenters, die ECE Europa Bau- und Projektmanagement GmbH Basel, mit, dass Tim Mayer per sofort die Gesamtverantwortung für die Centerleitung übernimmt. Der bisherigen Leiter Jan Tanner verlasse das Stücki «mit sofortiger Wirkung».

Merkwürdig: Während nor­ma­ler­weise der Ver­waltungs­rat einen solchen Kaderwechsel mitteilt, war es hier Mayer  selbst. «Mayer hat in den vergangenen Jahren bereits für die ECE ein Shoppingcenter in Berlin geleitet und verfügt über fundierte Kenntnisse im Detailhandel», so der 30jährige Mayer über sich selbst. Zudem sei er schon im Oktober 2013 als Co-Center Manager beim Stücki. Auch den 46jährigen Tanner lobte Mayer: Tan­ner habe seit Eröffnung des Stücki im 2009 die Markteinführung «ausgesprochen positiv vor­an­ge­trieben» und sich für das Center «zur vollsten Zufriedenheit seiner Auftraggeber sehr erfolgreich» eingesetzt. Und weiter: Wegen «ECE-internen Aufgabenanpassungen» im Center Management habe Tanner die ECE «auf eigenen Wunsch» verlassen. Man be­dauere dies. 

Das Communiqué gibt keine konkrete Auskunft darüber, was Mayer nun beim Stücki anders machen will. Für ein Interview mit dem «Vogel Gryff» ist er erst nächste Woche abkömmlich.

Der Leuchtturm zu Basel steht in den Wolken

  • Mittwoch, 17 September 2014 00:00

Luis Conzett, der Initiant und ehemalige Kapitän zur See, hatte bekanntlich eine Idee: Ein Leuchtturm am Dreiländereck. Erst sollte er 56 Meter, später 80 Meter hoch werden. Anfangs Juni wurde dann das Projekt eines 125 hohen Turms plus 30 Meter langer Antenne vorgestellt. Medienleute und Gäste ruderten auf der MS Christoph Merian bachab. «Eine Vision wird Realität», war der weit herum hörbare Tenor.Ein Investor würde in den Startlöchern stehen, wurde kommuniziert. Und die Trägerin des Projekts, die Pro Leuchtturm Basel AG, sei in Gründung. Nebst zwei Restaurants, Büros und Ateliers sei auch ein Hotel geplant. Hilton habe bereits mit einem «Letter of Intendend» schriftlich Interesse bekundet.

Hilton nicht an Bord

Doch in der Zentrale von Hilton Worldwide an der 7930 Jones Branche Drive Mc Lean, Virginia 22102, USA ist zu erfahren, dass in Basel zur Zeit keine Investitionen geplant sind. Und der stolze Hilton-Bau am Centralbahnplatz steht nur noch ein Jahr, dann wird er abgerissen. Im Neubau wird Mövenpick Hotels & Resorts eine Luxusherberge führen.

Nur ein Modellturm in Basel

Auch die Schweizer Rheinhäfen, die Grundeigentümer am Dreiländereck, haben vom Turm-Projekt nichts mehr gehört, sagt Mediensprecher Simon Oberbeck. Für eine Baubewilligung sei aber das schriftliche Einverständnis des Grundeigentürmers zwingend nötig, heisst es dazu im Bau- und Verkehrsdepartement. Am Hafenfest vom letzten Wochenende stand vor dem Seemansbaizli ein knapp zwei Meter hoher Leuchtturm. Jetzt steht das Modell wieder im Museum. Es wird wohl noch sehr lange der einzige Leuchtturm zu Basel bleiben.

«Die heutigen Konfirmanden sind braver»

  • Mittwoch, 17 September 2014 00:00

Nach fast 25 Jahren verlässt Pfarrer Felix Christ die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Kleinhüningen. Neu wird der 55-Jährige als Spitalseelsorger am Unispital arbeiten. Dem passionierten Velofahrer hat es in Kleinhüningen sehr gefallen.  

 

Vogel Gryff: Herr Christ, mit welchen Gefühlen verlassen Sie nach 25 Jahren Kleinhüningen?

Felix Christ: Es ist nicht so einfach zu gehen. Es war eine gute Zeit hier, denn Kleinhüningen ist ein extrem spannendes Quartier.

 

Was macht dieses Quartier spannend?

Kleinhüningen ist ein Dorf, obwohl es mitten in der Stadt ist. Es ist ein multikultureller Platz, den ich aber nie als schwierig empfunden habe. Hier fehlt es an gar nichts.

 

Ist es, verglichen mit anderen Stadtteilen, in Kleinhüningen schwieriger, Seelsorger zu sein?

Nein. Wenn man die Leute und ihre Sorgen ernst nimmt, sind sie sehr offen und ehrlich. In der Seelsorge ist es ein Vorteil, wenn man direkt sagt, was Sache ist. Hier muss man einander nichts vormachen.

 

Wie hat sich die Seelsorge in den letzten 25 Jahren verändert?

Nicht gross. Der Kirchenbesuch ist zahlenmässig etwas zurückgegangen. Selten sind weniger als 30 Leute im Gottesdienst, eher mehr. Zurück gegangen ist die Zahl der Konfirmanden.  

 

Und die Gesellschaft – ist sie schlechter geworden?

Bei den Konfirmanden merke ich, dass sie braver und angepasster geworden sind. Vor 25 Jahren habe ich sie als happiger erlebt. Ich höre, dass die Gesellschaft gewalttätiger geworden ist. Ob das stimmt, weiss ich nicht. Lesen Sie Jeremias Gotthelf. Es gibt kein Buch von ihm, in dem nicht von irgendeiner Wirtshausschlägerei die Rede ist. Und das liegt ein paar Jahrhunderte zurück. 

 

Trotzdem gilt Kleinhüningen als schwieriges Quartier.  

Es ist kein schwieriges Quartier, aber es ist immer wieder unter die Räder gekommen. Vieles, was die Stadt nicht sonst irgendwo unterbringen konnte, ist in Kleinhüningen gelandet – die ARA, der Sondermüllofen, auch die Stücki wollte die Mehrheit der Leute hier nicht. Die Tramlinie 8 wurde nicht für Kleinhüningen gebaut, aber diese Baustelle hat uns jahrelang belastet. Bewundernswert finde ich, wie die Leute diese Belastungen ertragen und das Beste daraus machen.

 

Sie waren 30 Jahre alt, als sie nach Kleinhüningen kamen. Was hat sie am meisten erstaunt? 

Der Zusammenhalt der Leute. Und wie sie Feste feiern können. Die Verbundenheit hier ist beeindruckend.    

 

Wie hat man sie aufgenommen?

Die Kleinhüninger haben mir von Anfang an vertraut. Deshalb bin ich wohl so lange geblieben.

 

Gilt der Pfarrer heute immer noch als Respektsperson?

Respektsperson – in einem gewissen Sinn schon. Ich bin mit vielen Leuten per Du. Damit geht der Respekt nicht verloren, im Gegenteil, das ist ein Zeichen des Vertrauens. Und letztlich ist alles eine Frage des Umgangs. 

 

In Kleinhüningen kommen viele Religionen zusammen. Gerade im Zusammenhang mit extremistischen Muslimen hört man immer wieder von Problemen. Wie erleben Sie das? 

Ich denke, das Problem wird in den Medien überzeichnet. Wir haben im Quartier eine Moschee und mehrere muslimische Treffpunkte. Da gibt es kaum Probleme, alle Religionen haben ihren Platz. Mit den Katholiken pflegen wir einen regen Austausch. 

 

Was wünschen sich die Kleinhüningerinnen und Kleinhüninger am dringendsten? Als Pfarrer wissen Sie das ja.

Die Regierung hat Kleinhüningen entdeckt. Jetzt ist das Quartier nicht mehr nur die Endstation, sondern es wird einiges unternommen, um das Quartier aufzuwerten. Das ist gut so. Schwierigkeiten sehe ich beim Projekt Rheinhattan. Man sollte die Klybeckinsel nicht mit wenigen grossen Gebäuden überbauen, sondern klein parzellieren und die Parzellen an Private verkaufen. So würden Leute hierher ziehen, die mit dem Quartier verbunden bleiben. Ich hoffe, dass auch Genossenschaften dort zum Zug kommen. Mein Wunsch ist, dass dort keine Hype-Gegend nur für Reiche entsteht. Ein grosser Wunsch ist ferner, dass der Verkehr beruhigt und nicht noch mehr wird. Und natürlich, dass diesem Quartier der Dorfgeist und der Gemeinschaftssinn erhalten bleibt.

 

Warum verlassen Sie Kleinhüningen? War das Ihr Entscheidung?

Ja. Ich möchte noch einmal eine neue Herausforderung annehmen und habe mich deshalb entschieden, künftig als Spitalseelsorger zu arbeiten. Am Sonntag, 28. September feiere ich um 11 Uhr in der Kleinhüninger Dorfkirche meinen Schlussgottesdienst mit einem anschliessendem Apéro riche. Danach mache ich noch das Lager mit den aktuellen und früheren Konfirmanden, bevor ich Kleinhüningen verlasse.

 

www.erk-bs.ch/kg/kleinbasel/kleinhueningen