Freitag, März 24, 2017

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Kleinbasel

Ist der Claraplatz ein Unort?

  • Mittwoch, 09 Juli 2014 00:00

Der Claraplatz sei zu einem Unort geworden, an dem man sich nur aufhalte, wenn es gar nicht anders gehe, kritisiert Grossrat André Auderset (LDP). «Nicht nur die dortigen Gewerbetreibenden registrieren eine stark zunehmende Verschmutzung, ja sogar Verkotung», schreibt Auderset in einer schriftlichen Anfrage an den Regierungsrat. Auf der Sitzbank beim Kiosk würden sich unerwünschte Gruppierungen aufhalten, die aggressiv und lautstark auftreten. «Dazu sind trotz zeitweise verstärkter Polizeipräsenz nach wie vor viele dealende Schwarzafrikaner anzutreffen», meint Auderset und fragt den Regierungsrat, was er gegen diese Missstände zu unternehmen gedenke.

 

Und was denken Sie? Hat Auderset recht mit seiner Kritik?

Haben Sie Lösungsvorschläge? Schreiben Sie Ihren Kommentar in das Feld weiter unten.

 

VG. Seit Anfang 2014 ist die NKM Verlag AG Besitzerin der Verlagsrechte der Kleinbasler Zeitung «Vogel Gryff» und des «Basler Weihnachtsmagazins». Die Rechte wurden von der ebenfalls neu gegründeten Genossenschaft Neue Kleinbasler Medien (GNKM) von der BZM gekauft. Entsprechendes Genossenschaftskapital wurde im Verlaufe des letzten Dezember generiert. Die GNKM hat im Nachgang die entsprechend benötigten Gelder zur Gründung der NKM Verlag AG und des Betriebskapitals zur Verfügung gestellt. Hinter dem gesamten Konstrukt stehen Initianten, die den «Vogel Gryff» als unabhängige Zeitung weiterführen und einen Teil der Gewinne via GNKM sozialen Institutionen, Projekten und Vereinen im Kleinbasel und in Riehen zukommen lassen wollen. Ein halbes Jahr nach dem Start des Verlags zieht Christian Kern (Bild), Delegierter des Verwaltungsrates der NKM Verlag AG, Bilanz. Die Fragen stellte Rolf Zenklusen.

 

Herr Kern, haben Sie es bereut, den «Vogel Gryff» übernommen zu haben?

Christian Kern: Nein, sicher nicht (lacht). Wir haben von Anfang an das Projekt geglaubt. Mit uns auch viele Genossenschafterinnen und Genossenschafter, die Anteilscheine gekauft haben. Das Projekt ist gut unterwegs. Man bedenke, dass wir im Januar bei Null angefangen haben. So gesehen sind wir durchaus zufrieden. Wir sind uns aber auch bewusst, dass es noch sehr viel Anstrengungen braucht, um das Gewerbe zum Inserieren zu animieren.

 

Haben Sie im ersten Halbjahr alle Ziele erreicht?

Ja. Wie gesagt, der Start ist gut gelungen und die angestrebten Ziele wurden erreicht: Tipptoppes Personal, ein kompetenter und motivierter Verwaltungsrat mit Ernst Staehelin an der Spitze, eine sehr gute Stimmung im Betrieb, neue Infrastruktur, reibungslose Übernahme der Produktion (interne und externe), Prozesse neu definiert und ein entsprechendes Controlling, dass uns jederzeit Auskunft über den status quo gibt. Alles vorhanden. Wir haben ein tolles Redaktionsteam. Man stelle sich vor: am 30. Dezember 2013 haben wir die Rechte gekauft, ein paar Tage später mussten wir die Nummer 1 des «Vogel Gryff» herausgeben, gefolgt vom «Vogel Gryff äxtra».

 

Was hat Sie am meisten überrascht?

Positiv überrascht waren wir über die Professionalität der Redaktion und aller Mitarbeiter. Den Austausch mit ihnen gestalten wir sehr offen. Die Zeitung muss leben und mit jedem Beitrag eines Mitarbeiters entwickelt sich eine neue Sache. Alles wird im Sinne des «Vogel Gryff» und der Leserschaft diskutiert. Auf der anderen Seite waren die hohen Investitionskosten ein Minuspunkt, manchmal kostet die Entwicklung eines Unternehmens etwas mehr als angenommen. Aber das wirft uns nicht aus der Bahn.

 

Kürzlich wurde ja eine neue Website aufgeschaltet. Wie ist dieses Projekt angelaufen?

Erstaunlich gut. Fünf Monate lang haben wir auf dem Internet mit einer Übergangslösung gearbeitet, um Zeit zu haben für eine neue, nachhaltige Lösung. Über die neue Website habe ich ausschliesslich Positives gehört, auch die Redaktion ist damit hochzufrieden. Ziel ist, täglich News aus Kleinbasel und Riehen-Niederholz aufzuschalten. Natürlich bieten wir auch dort eine Werbeplattform für das Gewerbe an.

 

Was haben Sie im zweiten Halbjahr vor?

Momentan arbeiten wir mit Hochdruck an der Spezialausgabe «Vogel Gryff Basel Tattoo äxtra», die am 17. Juli erscheint. Daneben bereiten wir in Zusammenarbeit mit der Pro Innerstadt das «Basler Weihnachtsmagazin» vor; die Akquisition für das Magazin mit rund 230 000 Exemplaren beginnt nach den Sommerferien. Des Weiteren streben wir beim «Vogel Gryff» eine Stabilisierung der Seitenzahl auf 20 Seiten an. Dies bedingt einen höheren Umsatz, aber unser kompetenter Verkaufsberater Daniel Gubler hat sich der Sache angenommen. Ausbauen wollen wir die Berichterstattung über Sport und Freizeitgestaltung. Alle Vereine sind aufgerufen, sich bei uns zu melden, damit wir über sie berichten können. Weitere Projekte sind eine Beilage zum Hafenfest vom 12. bis 14. September sowie in den Wintermonaten die Durchführung von öffentlichen Gesprächsrunden über spannende und aktuelle Kleinbasler Themen.

 

Und über das Jahr hinaus?

Da möchte ich noch nicht zu viel verraten (lacht). Es ist eine Expansion in den nördlichen Raum von Basel denkbar. Wir denken auch über Kooperationen mit anderen Zeitungen nach – zum Beispiel im Bereich der Beilagen. Wir glauben, wir sind auf dem richtigen Weg. Man muss ehrlich sein: Wir brauchen noch Zeit, um das Unternehmen nachhaltig aufzu­bauen. Und wir brauchen noch mehr Genossenschafter, um den Verlag für künftige Investi­tionen abzu­sichern und den «Vogel Gryff» und dessen Arbeitsplätze sehr langfristig zu sichern.

 

Der «Vogel Gryff» ist offizielles Publikationsorgan der Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK). Was heisst das genau?

Im Grundsatz bietet der «Vogel Gryff» der IGK eine Plattform für ihre Mitteilungen. Die IGK kann ihre Botschaften in der Zeitung – unter Berücksichtigung der redaktionellen Grundsätze – platzieren. Der «Vogel Gryff» gehört aber nicht zur IGK; die Redaktion arbeitet absolut unabhängig. Wir haben auch einen Auftrag, alle Facetten abzubilden – im Sinne eines «service public».

www.gnkm.ch

 

Roche bestätigt Lohndumping beim Turmbau

  • Dienstag, 01 Juli 2014 00:00

VG. Beim Bau des Roche-Turms haben polnische Fassadenarbeiter für einen Stundenlohn von 15 Franken gearbeitet und damit gegen das Gesetz verstossen. Das gesetzliche Minimum wäre nämlich ein Stundenlohn von 26 Franken. Die Gewerkschaft Unia hatte die Dumpinglöhne am 1. Juli publik gemacht. «Insgesamt wurde bereits über eine Million Franken zu wenig an Lohn ausbezahlt», schrieb die Gewerkschaft. Roche hat einen deutschen Fassadenbauer beauftragt, der die Arbeiten an einen polnischen Subunternehmer vergeben hat. Die polnischen Arbeiter hatten den Kontrolleuren anscheinend gefälschte Arbeitsverträge vorgelegt und sie damit getäuscht.

Nach eingehenden Abklärungen hat Roche das Lohndumping am 3. Juli bestätigt. Roche verurteile das Verhalten des polnischen Subunternehmers Poko-AL – inklusive der Täuschung der Kontrollorgane – aufs Schärfste, schrieb der Pharmariese gleichentags. Mit der deutschen Gartner GmbH, welche die Poko-AL als Subunternehmen beauftragt hat, seien Massnahmen vereinbart worden, um sicherzustellen, dass die Differenz zu den korrekten Löhnen umgehend ausgezahlt wird. «Die Gartner GmbH bietet zudem den Monteuren vor Ort eine Anstellung an und gewährleistet eine Bezahlung gemäss den geltenden Lohnbestimmungen», teilte Roche mit.

 

 

Das Verkehrskonzept Innenstadt wurde im Sinne des Gewerbes angepasst. Doch es gibt immer noch Härtefälle.

 

In grossen Jubel brechen sie nicht gerade aus. Doch die allermeisten Kleinbasler Gewerbetreibenden sind mit dem abgeänderten Verkehrskonzept Innenstadt (VKI) zufrieden. «Für rund 80 Prozent aller Betroffenen konnte eine gute Lösung gefunden werden», erklärt Benny Zeuggin, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK). Er vertritt die IGK in der Begleitgruppe, welche die Umsetzung des VKI diskutiert.

Um zwei Stunden verlängert

Grundlage für die Änderungen im VKI sind fünf politische Vorstösse, die im Grossen Rat eingereicht wurden (der «Vogel Gryff» berichtete). Als Antwort darauf schlägt der Regierungsrat in einer neuen VKI-Version vor, dass der Güterumschlag in der Innenstadt von Montag bis Samstag einheitlich von 5 bis 11 Uhr möglich sein. Dies ist eine wesentliche Verbesserung für das Gewerbe: Denn ursprünglich hatte der Kanton für den Samstag Güterumschlagszeiten von 6 bis 9 Uhr vorgesehen.

Festgeschrieben werden soll im VKI zudem, dass sich «Unternehmen mit einem regelmässigen Bedarf an Kurzbewilligungen registrieren lassen und über ein Kundenkonto preislich stark reduzierte Kurzbewilligungen beziehen können». Gemäss aktuellem Stand soll eine solche Bewilligung 20 Franken kosten. Eine Dauerbewilligung sollen Bäckereien, Cateringbetriebe oder Blumenläden bekommen «zum regelmässigen Bringen und Abholen ihrer rasch verderblichen Waren» erhalten. Sind in der Innenstadt stationiert, soll die Dauerbewilligung kostenlos sein. Bleibt die Frage, wie ein Sanitärinstallateur vorgeht, der seinen Geschäftssitz in der Kleinbasler Innenstadt hat. Muss er, wenn er am Nachmittag dringend wegen eines Rohrbruchs zu einem Kunden fahren muss, zuerst eine Sonderbewilligung einholen? Ja, steht in der neuen Version des VKI. Allerdings könne der Sanitär die Bewilligung «telefonisch und ohne Verzug» am Clara­posten bestellen.

René Krämer, Geschäftsführer der Stieber+Ehret AG an der Utengasse 16, weiss noch nicht, was er davon halten soll. «Ich kann keine Stellungnahme abgeben, solange nicht klar ist, was genau gilt.» Einmal sei auch die Rede gewesen von einer Internetseite, auf der man sich anmelden könne, sagt Kramer und plädiert für eine möglichst unbürokratische Lösung. Für Benny Zeuggin zählt die Stieber+Ehret zu den so genannten Härtefällen, bei den das VKI nicht gewerbefreundlich geregelt ist. Sobald die neue Version des VKI publiziert sei, werde die Begleitgruppe noch einmal zusammensitzen und über die Härtefälle diskutieren.

Bis Ende Oktober umgesetzt

Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) setzt sich zum Ziel, das VKI bis Ende Oktober umzusetzen. «Die bereits begonnene Umsetzung der Tempobeschränkungen innerhalb des Cityringes wird wie bereits angekündet bis Ende Juni 2014 im Kleinbasel, anschliessend bis Ende August 2014 im Grossbasel umgesetzt», teilt das BVD in einer Medienmitteilung mit.