Samstag, April 29, 2017

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Kleinbasel

Schlägerbande wütet auf dem Claraplatz

  • Montag, 18 August 2014 00:00

VG. Eine gewalttätige Gruppe von Jugendlichen hat am Samstag, 16. August, morgens um 2.30 Uhr auf dem Claraplatz drei Männer und eine Frau angegriffen und spitalreif geschlagen. Die drei Männer im Alter von 19, 21 und 30 Jahren und deren 20-jährige Kollegin warteten bei der Tramhaltestelle am Claraplatz, als eine Gruppe von vier bis fünf jüngeren Männern und zwei bis drei Frauen erschien. Einer aus dieser Gruppe verlangte Zigaretten. Als er keine erhielt, wurden die vier Personen angepöbelt und in der Folge mit Pfeffersprays angegriffen und geschlagen. Dabei stürzte der 30-Jährige zu Boden und wurde mit Fusstritten traktiert. Die vier Opfer wurden leicht verletzt und mussten in Spitalpflege gebracht werden. Anschliessend flüchteten die Angreifer in Richtung Kaserne. Kurze Zeit später konnte die Polizei drei der mutmasslichen Täter festnehmen. Es handelt sich um einen 16-jährigen Marokkaner, einen 16-jährigen Ungarn sowie einen 17-jährigen Türken. 

Nach wie vor gesucht wird der Rest der Schlägerbande, zwei jüngere Männer und zwei bis drei jüngere Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Gemäss Angaben der Opfer stammen die Täter vermutlich aus Osteuropa.

Die Polizei klärt noch ab, ob die Schlägerbande für andere Delikte in Frage kommt. Einige Stunden zuvor, am 15. August gegen 23.30 Uhr, kam es im Drei-König-Weglein (am Rheinufer hinter dem Hotel des Trois Rois) zu einem Raub. Zwei junge Männer im Alter von 17 und 18 Jahren sassen auf einer Mauer und hörten Musik. Unvermittelt wurden die beiden von einer Gruppe von mehreren Jugendlichen angegriffen und geschlagen. Zudem wurde einem der Opfer eine Musikbox geraubt. «Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei den Tätern um die gleiche Gruppierung handelt, welche am Claraplatz die vier Personen angriff», schreibt die Basler Staatsanwaltschaft.

 

 

Fünf Generationen in Kleinhüningen

  • Mittwoch, 06 August 2014 00:00

Wenn Sylvia und Bruno Bossert mit dem Kinderwagen durch Kleinhüningen spazieren, kann es sein, dass jemand fragt: «Ist das Euer Enkelkind?». «Nein», antworten die beiden dann jeweils leicht amüsiert. «Es ist das Urenkelkind!». Der Wonneproppen im Kinderwagen heisst Raffael und ist anderthalb Jahre alt. Seit Raffaels Geburt kann die Familie das seltene Ereignis von fünf Generationen feiern. Raffael ist der Sohn von Isabelle Schuler (23) und Patrick Schönbächler (27). Seine Mutter heisst Patricia Rösli (47) und ist mit Beat Rösli (52) verheiratet. Patricia Rösli ist die Tochter von Sylvia (66) und Bruno Bossert (69). Die Vertreterin der ersten Generation heisst Paula Bauer (94) und ist die Mutter von Sylvia Bossert. Die Ururgrossmutter ist geistig noch sehr fit und besorgt den Haushalt selber.

 


Vierte und fünfte Generation. Patrick Schönbächler (27) und Isabelle Schuler (23) mit Sohn Raffael (1½)
 

Zweite Generation. Sylvia (66) und Bruno Bossert (69) sind bereits Urgrosseltern.

 

Erste und dritte Generation. (von links) Ururgrossmutter Paula Bauer (94), Grossvater Beat Rösli (52), Grossmutter Patricia Rösli (47), der jüngste Spross Raffael Schuler (1½) und Willi Zehner (80), Lebenspartner von Paula Bauer.

 

Die fünf Generationen wohnen in Kleinhüningen in unmittelbarer Nachbarschaft. Während die erste Generation am Schäferweg 85 lebt, hat sich die zweite, dritte, vierte und fünfte Genera­tion in der Wohngenossenschaft Klein­hüningen niedergelassen. Die Familien wohnen verteilt auf die Liegenschaften an der Klein­hüningeranlage 82 bis 90. Präsident der Wohn­genossen­schaft ist Bruno Bossert. «Es war Zufall, dass alle hier wohnen. Es ist jeweils zum richtigen Zeitpunkt etwas frei geworden.» Die fünf Generationen sehen sich oft und feiern immer wieder Familienfeste zusammen – besonders an Weihnachten und Ostern. «Auch den ersten Geburtstag von Raffael haben wir gemeinsam gross gefeiert», berichtet Sylvia Bossert. Die fünf Generationen sind stark in Kleinhüningen verwurzelt – die meisten haben das ganze oder einen grossen Teil ihres Lebens im ehemaligen Fischerdorf ver­bracht. «Am meisten freuen wir uns, dass meine Mutter ihren Ururenkel noch geniessen kann», sagt Sylvia Bossert.

 

 

Wilder Stadtgarten auf dem Landhof

  • Mittwoch, 06 August 2014 00:00

1893 fand auf dem Landhof das erste Spiel des neu gegründeten FC Basel statt. 1908 wurde für das Länderspiel Schweiz gegen Deutschland die erste Zuschauer­tribüne des Landes errichtet. (Das Spiel gewann die Schweiz vor 4 000 Zuschauern mit 5:3). Bis 1920 war der Landhof auch das erste Schweizer Nationalstadion. 1953 feierte der FCB dort seinen ersten Schweizer Meister-Titel. Der Landhof war bis 1967 die Heimspielstätte des FCB.

Raum für Freizeitaktivitäten 

Bis 2017 soll auf dem geschichtsträchtigen Areal ein Umgestaltungsprojekt mit dem Namen «stranger than paradise» realisiert werden. Der Landhof soll als wilder Stadtgarten weiter leben. Die Stehtribüne bleibt vollständig erhalten und lässt grosszügig Raum für Freizeitaktivitäten. Das baufällige Tribünengebäude soll abgerissen und durch ein Zentrum für die Quartierbevölkerung ersetzt werden. Das Umgestaltungsprojekt würdigt die Geschichte des FCB, indem das Spielfeld in voller Grösse bestehen bleibt. Die Verfasser des Projekts sind Matthias Krebs und Stefan Rotzler aus Winterthur, in Zusammenarbeit mit Peter Märkli aus Zürich. Das Planertrio hat im Mai 2013 einen Projektwettbewerb gewonnen, für den insgesamt 49 Vorschläge eingereicht wurden. Eine elfköpfige Jury hatte das Projekt von «Rotzler Krebs Partner Landschaftsarchitekten» auserkoren und dabei unter anderem betont, es erfülle die Bedürfnisse des Quartiers. 

Zumindest Letzteres darf bezweifelt werden. Denn an der Generalversammlung des Vereins Landhof äusserten sich im Mai 2014 viele Mitglieder kritisch zum Umgestaltungsprojekt. «Die deutliche Mehrheit der Vereinsmitglieder lehnte die vorgesehene Grösse und Gestaltung des Hauses sowie die Verkleinerung und Umgestaltung des Naturspielplatzes ab», gab der Verein bekannt. Der Verein setzt sich nach eigenen Angaben für die Erhaltung des Landhofareals im Sinne des Quartiers sein. Der Verein Vision Landhof –Mitglieder sind unter anderem der FCB, Fanclubs und das Sportmuseum – hatte unter anderem gefordert, das Rasenfeld in seiner ursprünglichen Grösse sowie die Stehrampen zu erhalten. Zum Projekt «stranger than paradise» hat sich der Verein bis jetzt nicht öffentlich geäussert.

Vorprojekt bis Ende 2014

Die Stadtgärtnerei, die beim Projekt die Federführung hat, will die Umgestaltung bis Ende 2014 zu einem Vorprojekt überarbeiten.   Dieses soll danach dem Regierungsrat sowie dem Grossen Rat vorgelegt werden, um die entsprechenden Mittel für die Neugestaltung zu beantragen.

 

Im Mai wurde Peter Feiner (72) zum neuen Präsidenten der Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK) gewählt. Vor seiner Pensionierung im Dezember 2001 war der gelernernte Kaufmann Generalsekretär der Messe Basel. Und von 1992 bis 2013 sass er für die FDP Klein­basel im Grossen Rat.

 

Vogel Gryff: Herr Feiner, was ist seit Ihrer Wahl passiert?

Peter Feiner: Lassen Sie mich zuerst festhalten, dass der Rücktritt meines Vorgängers Peter Winiker völlig überraschend kam. Ich wollte nach 32 Jahren im Vorstand selbst zurücktreten. Aber als langjähriger Vizepräsident sah ich mich verpflichtet einzuspringen, weil niemand zur Verfügung stand. Irgendwie musste es ja weitergehen. Wir haben vor zwei Jahren eine Reorganisation eingeleitet und vor einem Jahr Benny Zeuggin als Geschäftsführer im Teilzeitpensum eingestellt. Vieles war schon auf gutem Weg; deshalb läuft alles normal weiter – Business as usual. 

 

Vor Ihrer Wahl gab es vereinzelt Stimmen, die sagten, Sie seien zu alt. Hat Sie das getroffen?

Nein, die Kritik ist berechtigt: Wir haben ja immer gesagt, wir möchten den Vorstand verjüngen. Ich suchte dieses Amt nicht, sondern habe aus einer Zwangslage heraus gehandelt. Ich habe einige Dankesschreiben erhalten dafür, dass ich mich trotz meines Alters für das Amt zur Verfügung stellte.

 

Was nehmen Sie nun als Erstes in Angriff?

In drei Wochen führen wir eine Klausur durch. Jedem Vorstandsmitglied wird neu ein Ressort zugeteilt. Zudem verfolgen wir das Ziel, nicht nur an der Clarastrasse und Umgebung das Gewerbe zu vertreten, sondern in der ganzen «Stadt Kleinbasel», die mit 60 000 Einwohnern zu den grössten der Schweiz gehört. Wir müssen also in den Aussenquartieren des Kleinbasels besser wahrgenommen werden. Wir können aber nicht mit Pauken und Trompeten verkünden, was wir für die Mitglieder tun. Viele Gespräche und Kontakte mit der Verwaltung, mit dem Gewerbeverband, der Pro Innerstadt, der Verkehrsliga und anderen Organisationen finden im Hintergrund  statt – unter dem Motto «Steter Tropfen höhlt den Stein».

 

Hinter vorgehaltener Hand wird aber immer wieder kritisiert, die IGK sei zu wenig dynamisch und werde zu wenig wahrgenommen.

Die Dynamisierung ist in vollem Gang. Wir haben den Vorstand verjüngt und sind auch daran, neue Mitglieder zu gewinnen.

 

Trotzdem verstehen viele nicht, dass nicht genug Unterschriften für die Volksinitiative gegen die Sperrung der Mittleren Brücke zusammengekommen sind.

Ich bedaure sehr, dass die Initiative nicht zustande gekommen ist. Für die Unterschriftensammlung war aber nicht allein die IGK verantwortlich, sondern ein Komitee. Momentan kann sich niemand vorstellen, wie es wird, wenn die Brücke für den Individualverkehr gesperrt wird. Unter diesen Umständen ist es schwierig, Unterschriften zu sammeln.

 

Welche Schwerpunkte möchten Sie als Präsident setzen?

Die Schwerpunkte haben sich in den letzten Jahren nicht gross verändert: Wir setzen uns in den Bereichen Verkehr, Bekämpfung des Drogenhandels und der Kriminalität und für Sauberkeit ein. Wir wollen dafür sorgen, dass unsere Mitglieder ihre Tätigkeit in einem möglichst guten Umfeld ausüben können. Wir möchten die Mitglieder möglichst gut über die OSZE-Ministerratskonferenz vom 4. und 5. Dezember informieren und sie darüber aufklären, wie sie davon profitieren können.

 

Wenn Sie die nötige Macht hätten, was würden Sie sofort ändern im Kleinbasel?

Das neue Verkehrskonzept würde ich rückgängig machen, denn die heutige Verkehrssituation ist nicht gewerbefreundlich. Zudem sollte man die Sicherheit und die Rahmenbedingungen für das Gewerbe fördern.

 

Wie lange bleiben Sie Präsident?

Das ist schwierig zu sagen. Mit Daniel Hunziker haben wir einen jungen Vizepräsidenten, der im Idealfall übernehmen kann. Wann und ob dies der Fall ist, weiss ich nicht. 

www.igkleinbasel.ch