Montag, April 24, 2017

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x
Kleinbasel

Mit Picasso und Chagall auf Du und Du

  • Mittwoch, 15 Februar 2017 15:49

Er stammt aus einer italienischen Einwandererfamilie. Der Vater war Textilreisender in der Südschweiz, die Mutter kam aus Verona, aufgewachsen ist er im St. Johann-Quartier. Nach der Primarschule durfte er in die Obere Realschule auf dem Münsterplatz. Sie waren fünf Kinder, er der zweitgeborene Sohn. In den katholisch-italienischen Fami­lien war es üblich, dass der Zweitgeborene Priester wurde. Er, Kurt Pauletto, wollte das aber nicht.

Künstlerisch begabt

Er kam in die Allgemeine Gewerbeschule, wo er zum Grafiker ausgebildet wurde. Der Beruf damals hatte ein anderes Berufsbild als heute. Kurt wurde im Aktzeichnen unterrichtet, im Schriften malen, in der Typographie und auch im Dekorationsmalen. Nach der Ausbildung arbeitete er in einer Firma, die Stände für die muba baute. Schon bald erhielt er Stipendien, die es ihm ermöglichten, nach Paris zu ziehen und dort in der «Académie de la Grande Chaumière», einer offenen Kunstschule, seine erste Schritte in der Kunstlandschaft zu gehen. Wichtig war für ihn die Begegnung mit Alberto Giacometti, der ihn sehr förderte. «Ich lernte auch Pablo Picasso kennen oder Marc Chagall, Namen, mit denen ich nicht so viel anfangen konnte. Ich war damals jung, naiv und erst noch katholisch.» Weitere Stipendien anfangs der 60er-Jahre führten ihn mehrmals nach Rom.

 

Wanderjahre

Zurück in Basel bewarb er sich als freier Grafiker – und siehe da, es zeigte doch ein gewisser Martin Burckhardt, seines Zeichens Architekt, Interesse an ihm. So wurde Kurt Pauletto bei der Firma Geigy zuständig für die Farbgestaltung. Dieser Job führte ihn auch nach Amerika in die dortige Geigy-Niederlassung. Später kam er nach Hollywood, nicht etwa als James Bond, sondern als Bühnenbildner. «Für James Bond hätte ich besser Englisch reden müssen», meint er mit Schalk in den Augen.

 

Zurück in Basel

Immer wieder kam Kurt Pauletto mit Persönlichkeiten in Kontakt, die ihn unterstützten und förderten. Heinrich Kuhn beispielsweise von der damaligen «National Zeitung», Bildhauer Alexander Zschokke, der ihm das Porträtmalen schmackhaft machte, oder auch Georg Schmid, der damalige Direktor des Kunstmuseums. Natürlich faszinierte ihn die Basler Fasnacht. Weil unterdessen sein Name ein Begriff war, malte er im Jahre 1958 erstmals die Laterne der Lälli Clique – insgesamt 14-mal. Später gab er der Laterne der Olympia den typischen Pauletto-Stil, dies auch zehn Mal. 

Seine Spezialität sind Porträts: «Mich hat der beseelte Mitmensch, das Gegenüber, immer zur Malerei animiert, nicht ihn wiederzugeben, sondern mit ihm Kontakt aufzunehmen, wie wenn man auf eine Safari geht. Jedes Porträt ist ein ureigenes Erleben des Menschen, der mir gegenüber sitzt. Es ist nie ein objektives Erlebnis, sondern mein ganz persönliches Empfinden, meine ganz eigene Vita.» Und da sind unzählige Porträts in seinem Atelier in der ersten Etage zu sehen. Das Atelier erklimmt man über eine Wendeltreppe, die es in sich hat. Nüchtern ist sie einigermassen zu bewältigen, aber wenn man mit dem Künstler angestossen hat, wird es ein abenteuerlicher Abstieg...

Die Rheingasse – sein Wohnort

Kurt Pauletto wohnt in der Rheingasse, Haus Nummer 41, das er in den 60er-Jahren erwerben konnte. «Damals hatte die Rheingasse einen Charme, der mich an Paris erinnerte, es hatte Handwerker, Schreiner, Schlosser, es lebten Prostituierte hier und oft tauschte ich mich mit dem Grafiker Robi Hiltbrand bei einem oder zwei Glas Roten aus. Es war eine familiäre Stimmung, bis die Rheingasse plötzlich zur Trend- und Partymeile wurde. Die typischen Rheingasse-Typen verschwanden, gekommen sind Leute, die keine Ahnung von der Geschichte dieser Gasse haben.»

Kurt Pauletto ist mit dem Kleinbasel eng verbunden. Er ist Gesellschafter in der E. E. Gesellschaft zum Hären, wo ihn der damalige Meister Karl Schweizer förderte. Selbstverständlich beobachtet er mit seinem immer noch hellwachen Geist, was im kleinen Stadtteil geschieht. Ein bleibendes Objekt schuf er im Auftrag von Niggi Schoellkopf, der den «Ueli Brunnen» vor der Kaserne stiftete – Kurt Pauletto durfte den Brunnen entwerfen und gestalten.

 

 

Gasladärne singt zum Jubiläum im Kleinbasel

  • Mittwoch, 15 Februar 2017 15:33

Der Comité-Bangg Gasladärne feiert dieses Jahr das 40-Jahr-Jubiläum. Wie ist der Schnitzelbangg damals entstanden? Gehören Sie zu den Gründern?

Obmann: Ja, ich bin der einzige, der seit dem Anfang dabei ist. Mit einem Arbeitskollegen und einem Kollegen meiner damaligen Frau habe ich 1977 den Schnitzelbank Gasladärne gegründet. Wir sind der älteste Bangg von Basel. Dr Schorsch vom Hafebeggi 2 war zwar länger unterwegs, jedoch nicht immer unter demselben Namen.

 

Wie sind Sie auf den Namen gekommen?

Damals sind wir auf einer Nostalgiewelle geritten. Jeder der damals drei Aktiven machte eine Liste mit möglichen Namen, die Gasladärne ging als Sieger hervor.  

 

Wo haben Sie gelernt, Verse zu drechseln?

Bereits meine Mutter hat Gedichte geschrieben. Von ihr habe ich viel gelernt. Übers Jahr sammle ich jeweils Zeitungsausschnitte, daraus entsteht eine Themenliste, die wir ab Herbst bearbeiten und daraus die Verse machen. Dabei helfen mir zwei Aussenstehende, die nicht beim Bangg mitmachen.

 

Wie lange dauert es, bis die Verse stehen?

Früher habe ich fast das ganze Jahr daran gearbeitet. Heute habe ich mehr Erfahrung und wie gesagt auch Unterstützung von Aussenstehenden. Die allermeisten Verse schreiben wir zwischen Weihnachten und dem Vogel Gryff. Dieses Jahr hatten wir 29 Verse, 10 davon lernen wir auswendig. Auf die Route gehen wir mit acht Versen, davon wird noch der eine oder andere gestrichen. Je kürzer der Auftritt, desto besser.

 

Wer bestimmt, was lustig ist?

Das Publikum.

 

Wie viele Verse werden wir dieses Jahr über Trump hören?

Ich schätze rund 200. Aber wir bringen keinen (lacht). Und wir haben auch keinen Vers über Zürcher oder über Deutsche.

 

Seit 40 Jahren treten Sie mit der gleichen Melodie auf. Dachten Sie nie daran, sie zu wechseln?

Nein, wir haben von Anfang gesagt, wir möchten ein traditioneller Bangg bleiben. Wir singen dreistimmig, haben weder einen Langvers noch einen Refrain, und wir spielen auch kein Theater. Es gab Ideen aus der Gruppe, zum Beispiel zum 40-Jahr-Jubiläum etwas anderes zu machen. Aber diese Ideen haben wir wieder verworfen.

 

Sie singen auswendig?

Klar, für uns ist das Ehrensache – und auch Tradition. 

 

Wie viele Leute wissen, wer bei der Gasladärne unter den Larven steckt?

Nur ganz wenige Bekannte und Freunde, sonst niemand. Wenn uns jemand fragt, welcher Bangg wir sind, antworten wir immer: Das habe ich jetzt grad vergessen.

 

Wie viele Proben machen Sie vor der Fasnacht?

Wir haben drei Proben angesetzt, an denen wir unsere Bängg jeweils fünfmal durchsingen. Am letzten Probetag singen wir ohne Blatt. Aus Rücksicht auf unsere Nachbarn proben wir in einem Zimmer im Allmendhaus. Die Proben sind sehr wichtig, damit die Stimmen zusammenpassen. Im Gegensatz etwa zu den Schlyffstai hat bei uns niemand eine Gesangsausbildung.

 

Tritt nach 40 Jahre nicht eine Art Sättigung ein?

Doch. Mit dem fortgeschrittenen Alter wird es immer schwieriger, Verse zu schreiben.

 

Die hohe Belastung war ja auch eine Begründung, wieso die allermeisten Bängg kaum mehr Auftritte im Kleinbasel absolvieren. Wie gehen Sie als Kleinbasler Bangg damit um?

Wir haben Mühe damit. Die Hauptbegründung liegt darin, dass alle Comité-Bängg am Montag- und am Mittwochabend im Theater und im Schauspielhaus singen. Wenn sie gleichzeitig noch im Kleinbasel auftreten, müssen sie weite Wege gehen. Deshalb bieten wir dem Kleinbasler Volk eine Alternative an: Wir treten am Dienstagabend in den Kleinbasler Kellern auf. Dort kann man ohne Reservierung nach Lust und Laune Schnitzelbängg hören. Am Dienstag haben wir die schönsten Erlebnisse.

 

Und wie geht es mit der Gasladärne nach dem Jubiläum weiter?
Das geben wir erst am Schlussabend bekannt.

 

 

Der Strassenwischer «Hampe», der nicht redet

  • Mittwoch, 01 Februar 2017 15:43

Die Kleinbaslerin Lara Schenk, 23, führt gemeinsam mit Ramona Schwarz Regie am Kinder-Charivari 2017. Ein Gespräch über das aktuelle Stück, das Auswendiglernen und das Lampenfieber.

 

Frau Schenk, Sie stecken in der Ausbildung zur Lehrerin für Kindergarten Primarstufe; im Sommer machen Sie Ihren Abschluss. Inwiefern hilft Ihre pädagogischen Ausbildung als Co-Regisseurin am Kinder-Charivari?

Lara Schenk: Das hilft natürlich. Ich kann den Kindern zum Beispiel weitergeben, dass es viel Disziplin und Konzentration braucht und dass man selbstständig für etwas arbeiten muss. Im Theater ist es wie in der Schule: Man hat Verpflichtungen, die man einhalten muss, sonst funktioniert es nicht.

 

Und wie vermitteln Sie das den Kindern?

Indem wir ihnen spielerisch erklären, dass wir nicht weiter kommen bei den Proben und schliesslich alle nicht auftreten können, wenn sie den Text nicht lernen.  

 

Das Auswendiglernen war ein Problem?

Es gab einfach ein paar Kinder, die das nicht so ernst genommen haben. Nachdem wir ihnen ein paar Tricks beigebracht haben, ging es aber ganz gut.

 

Wo sehen Sie die grösste Herausforderung für die Regie?

Den Überblick über alle Bereiche zu behalten, über Kostüme, Musik, Schauspiel, aber auch im Theater hinter der Bühne und beim Bühnenbau. Wer steht wo, was ist schon gemacht, was müssen wir noch tun? Da meine Kollegin Ramona Schwarz und ich früher schon als Schauspieler aufgetreten sind, haben wir etwas Erfahrung.

 

Sie haben früher also selbst am Kinder-Charivari mitgewirkt?

Ja. Als ich vor zehn Jahren bei der Förnbacher Theater Company auf der Bühne stand, lernte ich die Regisseurin des Kinder-Charivari kennen. Sie fragte mich, ob ich auch mitmachen möchte. So bin hineingerutscht. Ab 2008 habe ich am Kinder-Charivari gespielt, seit 2016 führe ich Regie gemeinsam mit Ramona Schwarz. Als Kind war ich bereits an den Aufführungen dabei, und ich fand es immer megatoll.  

 

Das Schauspielensemble besteht aus 13 Kindern und Jugendlichen zwischen elf und 19 Jahren. Auftreten wollen aber viel mehr.

Das stimmt. Wir erhalten jeweils ein Stück von Christoph Knöll. Je nachdem, welche Rollen dort vorkommen, wählen wir die Schauspielerinnen und Schauspieler aus. Leider müssen wir jedes Jahr einigen Kindern absagen, vielleicht kommen sie nächstes Jahr dran.

 

Wie wählen Sie das Stück aus?

Es sind jeweils die Kinder, die ihre Ideen in einem Workshop einbringen. Mit der Zeit kristallisieren sich einige Themen heraus, und schliesslich wird abgestimmt, welches zum Zug kommt. Dieses Jahr heisst das Stück «...schwiege isch Gold». Es geht um den Strassenwischer «Hampe», der nicht redet. Die Kinder wollen herausfinden, wieso das so ist. Im Laufe des Stücks wird die Frage beantwortet.

 

Wann beginnen Sie mit den Proben?

Nach den Sommerferien. Dann proben wir ein- bis zweimal pro Woche jeweils am Freitag oder Samstag. 

 

Sind Sie als Co-Regisseurin nur für das Schauspielensemble zuständig?

Wir arbeiten mit dem musikalischen Leiter Philipp Gallacchi zusammen und bestimmen gemeinsam, wie die musikalischen Auftritte in die Show eingebaut werden können.

 

Ist es auch möglich, den Text aufgrund von aktuellen Ereignissen kurzfristig anzupassen?

Ja, das haben wir auch schon gemacht. Einige Sätze kann man kurzfristig austauschen oder anpassen.

 

Wie bereiten Sie die Kinder auf Pannen vor – etwa, dass jemand den Text vergisst?

Zum Glück kennen die Kinder jeweils auch die Texte der anderen. So können sie einspringen, wenn etwas passiert.

 

Werden die Kinder auch auf Lampenfieber vorbereitet?

Ja, vor allem mit Konzentrationsübungen vor der Aufführung. Dadurch werden sie viel ruhiger.

 

Was ist für Sie das Spannendeste an diesem Projekt?

Sehr spannend ist zu sehen, wie die Kinder an ihrer Aufgabe wachsen. Faszinierend ist auch, wie sich die Gruppendynamik entwickelt.

 

 

Kinder-Charivari «...schwiege isch Gold»

Theater Basel, Kleine Bühne

Samstag, 11.2., 14 Uhr

Sonntag, 12.2., 11 und 14.30 Uhr

Samstag, 18.2., 14 und Uhr

Sonntag, 19.2., 14 Uhr

Vorverkauf im Theater Basel sowie am Ticketschalter der Migros Claramärt

www.kindercharivari.ch

 

 

 

 

Roger Borgeaud erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Zuerst regte er sich ein wenig auf über den Film, der für die Kandidatur der Basler Fasnacht für das UNESCO-Weltkulturerbe gedreht wurde. «Im 10-minütigen Film sieht man nur während 10 Sekunden einen Waggis. Die Wagencliquen, ein wichtiger Bestandteil der Fasnacht, wurden gar nicht erwähnt», erzählt Borgeaud. Als einige Tage später vom Fasnachts-Comité die Anfrage kam, ob die Wagencliquen am Drummeli 2017 teilnehmen möchten, hellte sich die Miene von Roger Borgeaud wieder auf.

«Denen zeigen wir's»

Als Obmaa der Interessengemeinschaft Wagencliquen Basel (Wage-IG) vertritt Borgeaud insgesamt 118 Wagencliquen mit schätzungsweise über 1500 Aktivfasnächtlern. Bei den «Wägelern» sei die Idee eines Auftritts am Drummeli sehr gut angekommen. «Denen zeigen wir es, haben viele Kollegen gesagt.» Als es aber konkret wurde, musste die Wage-IG dann doch «bei einigen zweimal nachfragen». Immerhin sei es für die Wagencliquen eine Mehrbelastung, während der intensivsten Zeit des Wagenbaus auch noch im Musical Theater aufzutreten. Ab 18. Februar treten nun an jedem Drummeli-Abend 60 bis 80 Mitglieder von ganz unterschiedlichen Wagencliquen auf. Es gibt Waggis, die jeden Abend mitmachen; andere kommen nur einen oder zwei Abende – je nach Lust und Verfügbarkeit. «Wir freuen uns wahnsinnig auf den Auftritt», erklärt Borgeaud, der bei den Ammedysli Wagenfasnacht macht. Was genau die «Wägeler» am Drummeli aufführen, kann und will der Obmaa nicht verraten. Nur so viel: «Wir zeigen einen wilden Haufen von Waggis. Und sicher ist das Intrigieren ein Thema», sagt Borgeaud.  Welche Larven oder Kostüme sie tragen, sei ihnen freigestellt.

Kommen Räppli zum Einsatz? 

Er habe den «Wägelern» keine Vorgaben gemacht, bestätigt der Drummeli-Regisseur Laurent Gröflin. «Wenn jemand Fragen hat, beantworte ich sie gerne.» Vielleicht würden auch Räppli zum Einsatz kommen, schmunzelt Gröflin. Natürlich würden die «Wägeler» den anderen Cliquen gleichgestellt, versichert Thierry Moosbrugger, Kommunikationschef beim Drummeli. «Zeitlich geht der Auftritt der Wagencliquen sogar über den Auftritt der Cliquen hinaus.» Der Auftritt der «Wägeler» am Drummeli zeige, dass eben die ganze Fasnachtsfamilie zusammengehört, meint Gröflin. Roger Borgeaud teilt diese Meinung. Der Auftritt werde dem Zusammenhalt der Fasnächtler sicher förderlich sein.  Ein bisschen nervös ist Borgeaud schon, wie er zugibt. «Wir haben Respekt davor, im Scheinwerferlicht zu stehen – auch wenn wir Larven anhaben.»

 

Drummeli

18. bis 24. Februar, Musical Theater Basel

Tickets sind erhältlich bei:

«Bider & Tanner - Ihr Kulturhaus in Basel» 

Aeschenvorstadt 2

Telefon direkt 061 206 99 96 

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!   

www.drummeli.ch/tickets und bei allen üblichen Vorverkaufsstellen