Sonntag, November 19, 2017

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«Das beste Charivari haben wir hinter uns»

Die regelmässig wiederkehrende Rolle als Hofnarr am Charivari gefällt mir am besten. Die regelmässig wiederkehrende Rolle als Hofnarr am Charivari gefällt mir am besten. Foto: Patrick Staub.

Stephanie Schluchter, 34, spielt dieses Jahr zum 11. Mal im Chari­vari-Ensemble. Hauptberuflich arbeitet die Kleinbaslerin bei der UBS als Privatkundenberaterin für Hypotheken, Anlagen und Vorsorge.

Vogel Gryff: Frau Schluchter, wie ist der Nervositätsstand zwei Wochen vor der Premiere?
Stephanie Schluchter: Im Moment hält er sich in noch in Grenzen (schmunzelt). Jetzt proben wir noch in einem Schulhauszimmer. Die Nervosität kommt am nächsten Montag, wenn wir erstmals im Volkshaus proben. Die grösste Anspannung entsteht vor den Vorstellungen. Dann frage ich mich jeweils: Wieso machst Du das überhaupt?

Wie äussert sich das Lampenfieber?
Bei mir entsteht das Gefühl, dass ich gar nicht mehr weiss, was ich sagen muss. Aber das sei normal, sagt unsere Regisseurin Colette Studer, die Erfahrenste von uns allen.

Wie gehen Sie mit Patzern um?
In diesem Fall ist es wichtig, einfach weiterzukämpfen. Der Fehler selbst ist weniger schlimm als das, was danach passiert. Je nachdem merkt es das Publikum gar nicht.

Was machen Sie bei unerwarteten Lachern?
Da müssen wir spontan reagieren. Es geht darum, das Publikum zu verstehen und auf seine Reaktionen einzugehen. Der nachfolgende Text muss dann einfach gut verständlich sein.


Letztes Jahr spielten Sie den sprechenden Clarakirchturm. In welche Rollen schlüpfen Sie dieses Jahr?
Dieses Jahr gibt es einen speziellen Prolog, in dem jede und jeder aus dem Ensemble einen Gegenstand spielt. Das ist ganz klar die schwierigste Rolle. Welche Gegenstände es sind, verraten wir natürlich nicht. Ich bin gespannt, wie das beim Publikum ankommt.

Welche Rollen verkörpern Sie sonst noch?
Alles verrate ich nicht. Nur so viel: Es gibt ein tolles Rahmenstück mit einem Waggis-Wagen und einer Chaise am Cortège. Wie es das Klischee will, sind die Waggis eher die Wilden, während die Chaisen die ruhigen Mehrbesseren verkörpern. Die Frauen aus dem Ensemble spielen die eingebildeten Chaisen; die Männer sind auf dem Waggis-Wagen.

Können Sie wählen, welche Rolle Sie spielen? Oder dürfen Sie Wünsche anbringen?
Weder noch. Beim Startschuss setzen wir uns alle an einen runden Tisch und lesen alle Texte durch, die wir spielen. Zu diesem Zeitpunkt hat unsere Regisseurin Colette Studer die Rollen bereits zugeteilt. Dabei beweist sie jeweils ein wahnsinnig gutes Händchen.

Letztes Jahr wurde das Charivari in den höchsten Tönen gelobt: Es sei das beste aller Zeiten gewesen, schrieb eine Zeitung. So gesehen sind Sie dieses Jahr wahnsinnig gefordert. Wie gehen Sie damit um?
Das beste Charivari aller Zeiten haben wir jetzt hinter uns (lacht). Aber wir sind natürlich überzeugt, auch dieses Jahr auf einem guten Weg zu sein. Es wird wieder ein toller Jahrgang!

Wie lange proben Sie jeweils für das Charivari?
Wir haben einen ganz straffen Zeitplan. Nachdem wir unsere Texte gelernt haben, probt das Ensemble täglich während fünf Wochen. Der Probenplan wird an den Erfolg angepasst. Wenn die Regisseurin und der Produzent zufrieden sind, können wir auch mal einen Tag frei bekommen.

Welche Bedeutung hat das Charivari für Sie?
Eine sehr grosse. Ich geniesse das Privileg, mein liebstes Hobby an einer der renommiertesten Basler Vorfasnachtsveranstaltungen ausüben zu dürfen. Ich arbeite zu 100 Prozent bei der UBS und habe keine weiteren Engagements als Schauspielerin.

Wie sind Sie zum Charivari gekommen?
Daran ist Armin Faes schuld. Ich war damals bei der UBS bei ihm in der Ausbildung, und er hat mich mit dem Charivari-Virus infiziert. Zuerst war ich als Helferin im Service und an der Cüpli-Bar im Einsatz, bevor ich vor elf Jahren zum Ensemble stossen durfte.

Ein Transfer zu einer anderen Vorfasnachtsveranstaltung kommt also nicht in Frage?
Nein, das ist absolut ausgeschlossen. Ich vergiesse so viel Herzblut für das Charivari, dass ein Transfer nicht in Frage kommt. Sollte ich beim Charivari mal aufhören, dann höre ich definitiv auf.

Glaibasler Charivari
16. bis 30. Januar 2016
Letzte Tickets unter:
www.charivari.ch

Letzte Änderung am Mittwoch, 06 Januar 2016 13:18

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Matthias Bohler Mittwoch, 06 Januar 2016 15:06 gepostet von Matthias Bohler

    Stephanie und das ganze Charivari-Team stellen jedes Jahr etwas Grosses auf die Beine. Ich freue mich jetzt schon auf das Charivari. Als Glaibasler einfach ein MUSS!

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