Donnerstag, November 21, 2019

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x

Ein Walliser organisiert die Tattoo-Parade

Martin Steiner, der neue OK-Chef der Basel Tattoo-Parade. Martin Steiner, der neue OK-Chef der Basel Tattoo-Parade. Foto: zvg.

Am Samstag, 25. Juli, um 14 Uhr startet die Basel Tattoo-Parade in der Rittergasse/Bäumleingasse. Erwartet werden über 100 000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Neuer OK-Chef des Grossanlasses mit über 2600 Mitwirkenden ist Martin Steiner. Der 46-jährige Walliser, verheiratet und bald Vater des ersten Kindes, hat im Tambouren- und Pfeiferverein Naters (VS) alle Stationen bis zum Präsidenten durchlaufen. Er arbeitet bei der Basler Stadtreinigung als Leiter Dienste.

Herr Steiner, wie kommen Sie zur Ehre, als neuer OK-Chef die grosse Parade zum Jubiläum «10 Jahre Basel Tattoo» zu organisieren?
Martin Steiner: Ausschlaggebend war, dass die Stadtreinigung 2013 von der Basel Tattoo Productions GmbH den Auftrag bekommen hat, nach dem Auftritt der Tiere die Basel Tattoo-Arena zu reinigen. Wir haben beschlossen, in den 90 Sekunden, die uns dafür zur Verfügung stehen, eine Choreographie mit fünf Reinigungsfahrzeugen zu zeigen. So bin ich erstmals mit den Leuten vom Basel Tattoo in Kontakt gekommen. Erik Julliard habe ich vorher schon gekannt: Ich bin in der Walliser Tambouren- und Pfeiferszene gross geworden, und dort gibt es seit vielen Jahren Kontakte und Freundschaften zu Basler Tambouren und Pfeifern. Aus diesen Kontakten heraus kam die Anfrage, ob ich als neuer OK-Chef die Basel Tattoo-Parade organisieren würde.

Und Sie haben sofort zugesagt?
Ja, nach Rücksprache mit meiner Familie. Die Aufgabe reizt mich: Militärisch organisierte Formationen sind meine grosse Leidenschaft. Ich habe auch mitgeholfen, das eidgenössische Tambouren- und Pfeiferfest in Naters (VS) zu organisieren. Zudem habe ich selber fast 30 Jahre beim Tambouren- und Pfeiferverein Naters als Natwärischpfeifer* mitgewirkt. All diese Erfahrungen helfen mir, die Bedürfnisse der verschiedenen mitwirkenden Formationen zu erkennen und darauf reagieren zu können.

Wie lange braucht man, um so eine Parade zu organisieren?
Wir haben das OK neu strukturiert und somit praktisch bei null angefangen. Das 13-köpfige OK hat sich bis jetzt zu vier Sitzungen getroffen. Dabei muss man betonen, dass sich die allermeisten OK-Mitglieder – auch ich selbst – ausschliesslich in ihrer Freizeit für den Anlass engagieren.

Auf welche Szenarien müssen Sie sich besonders vorbereiten?
Wenn es ein Unwetter gibt oder wenn ein Unfall passiert. Auf beides sind wir sehr gut vorbereitet.

Wie vermeiden Sie Stockungen oder Lücken?
Das ist eine ziemliche Herausforderung. Bei der Parade machen verschiedene Formationen aus ganz verschiedenen Kulturen mit. Vier Streckenposten sorgen auf der Paraderoute dafür, dass es keine Lücken oder Aufläufe gibt. Es geht auch darum, den Zeitplan einzuhalten.

Erstmals werden dieses Jahr alle Teilnehmer der Parade vorgängig verpflegt.
Ja. Alle rund 2600 Mitwirkenden aus 56 Formationen werden zuerst an der Messe zum Mittagessen eingeladen. Danach werden sie mit BVB-Gelenkbussen direkt an den Ort gefahren, wo sie sich in die Parade einreihen.

Was machen Sie eigentlich während der Parade?
Ich laufe mit dem stellvertretenden OK-Chef Christoph Seibert selber die Parade ab. Dabei gibt es immer wieder Stationen, wo wir kontrollieren, ob alles funktioniert.

Worauf freuen Sie sich am meisten?
Am meisten freue ich mich auf einen reibungslosen und unfall­freien Ablauf der Parade. Zudem bin ich sehr froh, dass sich die Basler Formationen in der Öffentlichkeit präsentieren können. Sie haben ja ausserhalb der Fasnacht wenig Gelegenheit dafür. Sehr viel Freude bereitet mir die Tatsache, dass wir an der Jubiläumsparade eine derart grosse Vielfalt aus verschiedenen Kontinenten präsentieren können. Und als Walliser freue ich mich auf die drei Formationen aus meiner Heimat inklusive Lötschentaler Tschäggättä, die im historischen Block der Parade mitmachen dürfen. Dieses Jahr feiert ja das Wallis sein 200-Jahr-Jubiläum des Beitritts zur Schweiz. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erhalten übrigens ein Fähnchen und einen Flyer, um sich über die teilnehmenden Formationen informieren zu können.

Schlussfrage: Wer pfeift und trommelt nun besser? Die Walliser oder die Basler?
Basel gilt seit jeher als Hochburg des Trommel- und Pfeifenspiels. Wir Walliser Tambouren und Pfeifer haben immer mit einem gewissen Respekt nach Basel geschaut und darauf geachtet, dass wir annähernd dieselbe Qualität erreichen. Es ist vergleichbar mit dem Fussball: Die Basler sind Meister und wir Walliser sind Cupsieger.

www.baseltattoo.ch

*Die Natwärischpfeife ist ein im Oberwallis gespieltes Instrument mit langer Tradition. Die Pfeife ist ein Pendant zum Piccolo und besteht komplett aus Holz.

Gelesen 3605 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 22 Juli 2015 14:25

Schreibe einen Kommentar

Danke dass Sie diesen Beitrag kommentieren möchten. Aus rechtlichen Gründen müssen wir jeden Kommentar zuerst lesen, bevor wir ihn veröffentlichen können. Da unsere Redaktion nur tagsüber besetzt ist, kann es u.U, etwas dauern. Wir bitten Sie um Verständnis. Im Weiteren möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Kommentare, die gegen die akteulle Gesetzgebung verstossen, für deren Urheber rechtliche Konsequenzen zur Folge haben können. Ein Recht auf die zwingende Veröffentlichung eines Kommentars besteht explizit nicht.
Die Redaktion

Die mit einem * versehenen Kästchen müssen zwingend ausgefüllt werden.