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150 Nasen laichen in Kleinhüningen

In Kleinhüningen befindet sich ein national bedeutender Laichplatz für die Fischart Nase. In Kleinhüningen befindet sich ein national bedeutender Laichplatz für die Fischart Nase. Foto: Michel Roggo

Pünktlich zum Frühlingsbeginn kommt Bewegung in die Unterwasserwelt: Die Nasen (lat. Chondrostoma nasus) ziehen in diesen Tagen in mehreren Gruppen vom Rhein zu ihren Laichplätzen in der Birs, Wiese und Ergolz, um sich dort fortzupflanzen. Die Laichzeit findet von Mitte April bis Mitte Mai statt. Die Phase des Ablaichens dauert meist nur wenige Tage und wird durch eine Schönwetterperiode mit ansteigenden Wassertemperaturen ausgelöst. «Die Nasen halten sich während dieser Zeit in Schwärmen an den Laichplätzen auf», erklärt der kantonale Fischereiaufseher Hans-Peter Jermann.

Eine gefährdete Fischart
Früher, als die Nasen mit weit über 100 000 Tieren die Laichplätze aufsuchten und von den Fischern gefangen wurden, sprach noch niemand von einem möglichen Aussterben. Heute ist die Nase eine der am meisten gefährdeten Fischarten der Schweiz und wird auf der Roten Liste des Bundes als «vom Aussterben bedroht» aufgeführt. Zudem ist sie durch die Berner Konvention europaweit geschützt. Die Erhaltung der Nase hat also eine nationale und internationale Bedeutung. Die Ursachen für den Bestandesrückgang in der Schweiz sind vielfältig. Faktoren wie Wanderhindernisse (Wehre, Abstürze), fehlende Laichplätze und Lebensräume für Jungfische, Kolmation (verstopftes Kiesbett) und der Verlust schnell fliessender Gewässerabschnitte bedrohen nicht nur die Nase, sondern auch viele andere heimische Fischarten, wie der Fischeraufseher berichtet.

Bedeutender Laichplatz in Kleinhüningen
Mit der Revitalisierung des untersten Birsabschnittes hat sich in den letzten Jahren ein national bedeutender Laichplatz für die Fischart Nase entwickelt. Bei den jährlichen Laichbeobachtungen können jeweils rund 700 bis 800 Exemplare gesichtet werden. Ebenso sind die Laichplätze in der Ergolz bei Augst mit rund 200 Tieren und in der Wiese bei Kleinhüningen mit ca. 150 Laichtieren lokal von grosser Bedeutung. Letzterer gilt zudem als Laichplatz von nationaler Bedeutung.

In diesem Jahr konnte erstmals eine Populationszunahme festgestellt werden, wie Jermann weiter ausführt. «Dies ist umso erfreulicher, als auch der Laichplatz in der Wiese nach zwei Jahren wieder von rückkehrenden Laichpaaren aufgesucht wurde.» Während des Laichzugs sind die Nasen besonders gut zu beobachten und bieten vom Ufer aus betrachtet ein eindrückliches Schauspiel. Die Weibchen können auf kiesigem Grund bis zu 50`000 Eier ablaichen, die anschliessend von den Männchen befruchtet werden.

Berichte aus dem Jahr 1664 belegen Nasenfänge von über 200‘000 Stück. Auch wenn es heute weit weniger sind, zeigen die Bemühungen und Massnahmen von Bund und Kantonen zum Schutz der Nase und ihrer Laichplätze eine positive Entwicklung. «Die Chancen verbessern sich, dass uns diese einzigartige Fischart auch in Zukunft erhalten bleibt», erklärt Jermann.

 

Letzte Änderung am Montag, 20 April 2015 13:26

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