Donnerstag, Juli 19, 2018

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Milizfeuerwehr spürt zu wenig Wertschätzung

Sechs Monate ohne Sold, zu wenig Wertschätzung, mangelnde Ausrüstung: Bei den Milizfeuerwehrleuten ist Feuer im Dach. Sechs Monate ohne Sold, zu wenig Wertschätzung, mangelnde Ausrüstung: Bei den Milizfeuerwehrleuten ist Feuer im Dach. Foto: ter.

Die Taufe der drei neuen Kleinen Tanklöschfahrzeuge (KTLF) für die Milizfeuerwehr Basel-Stadt ging letzter Woche bei schöner Frühlingssonne auf dem Gemeindeparkplatz in Riehen über die Bühne. Doch im Korps der Milizfeuerwehr herrscht nicht nur eitel Sonnenschein. Wie ein Feuerwehrmann, der anonym bleiben möchte, dem «Vogel Gryff» berichtet, wollte Regierungsrat Baschi Dürr zuerst nur eine beschränkte Anzahl freiwilliger Feuerwehrleute zur Taufe der KTLF einladen. Erst nach einer Intervention verschiedener Exponenten seien alle eingeladen worden. «Dass die Einladung erst am Tag des Anmeldeschluss eintraf, hat uns sehr erstaunt.»
Auch sonst fühlen sich die Milizfeuerwehrleute oft wie das fünfte Rad am Feuerwehrauto. «Die Wertschätzung gegenüber unserer Arbeit fehlt», sagt der Betroffene. Bei den Kollegen der Berufsfeuerwehr werde die Unterstützung der Milizkorps zwar sehr geschätzt und die Zusammenarbeit klappe sehr gut. Anders sehe dies bei der Regierung und auch bei Roger Willen aus, dem neuen Kommandanten der Berufsfeuerwehr Basel-Stadt. Willen sei an einer Übung der Milizfeuerwehr zu Besuch gewesen, ohne ein einziges Wort zu sagen. «Die Mannschaft hätte es begrüsst, wenn er sich vorgestellt und ein paar Worte an uns gerichtet hätte.»
Kürzlich haben die «Milizler» erfahren, sie könnten bei der Bewässerung der Grünanlagen helfen, falls bei der Stadtgärtnerei Personalnot herrsche. «Ich opfere nicht meine Freizeit, um Bäume und Sträucher zu wässern», empört sich der Milizfeuerwehrmann. Er übe drei Stunden monatlich an einem Abend, um für die Einsätze bereit zu sein – «nicht für die Bewässerung von Grünanlagen.» «Für uns ist die Milizfeuerwehr nicht nur ein Hobby, sondern wir engagieren uns mit Herzblut und viel Schweiss.» Als Gipfel der Frechheit führt er die Tatsache ins Feld, dass er und seine Kollegen letztes Jahr während mehr als sechs Monaten auf ihren Sold warten mussten.

Engagement wird geschätzt
«In einem Stadtkanton mit einer Berufsfeuerwehr ist die Position der Milizfeuerwehr nicht ganz einfach», sagt Martin Schütz, Mediensprecher im Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD). Umso mehr schätze das JSD das «freiwillige, wertvolle und auf hohem Niveau erbrachte Engagement der Milizfeuerwehrleute». Gerade die Beschaffung der drei neuen Tanklöschfahrzeuge sei «ein Zeichen dieser Anerkennung.» «Auch sonst unternehmen wir viel, um die Attraktivität der Milizfeuerwehr zu steigern», sagt Schütz. So seien unter anderem die Magazine erneuert und die Einsatzbekleidung und die Motorspritzen jenen der Berufsfeuerwehr angepasst worden. Die Einladungen zur TLF-Taufe seien wirklich sehr spät verschickt worden – «wegen der Ferienzeit», entschuldigt sich Schütz. Nur eine Zehnerdelegation einzuladen, sei ein übliches Vorgehen bei früheren Einweihungen gewesen. Baschi Dürr selbst habe danach jedoch entschieden, alle einzuladen, widerspricht er den Aussagen des Milizfeuerwehrmannes.

JDS gibt Fehler zu
Wenn die Stadtgärtnerei in sehr trockenen Sommern an ihre Kapazitätsgrenzen stösst, kann sie per Gesetz bei der Milizfeuerwehr tatsächlich Unterstützung beantragen, wie Schütz bestätigt. «Diesen Anträgen wird in der Regel stattgegeben.» Seit 2003 sei sei dies aber nur zweimal vorkommen – bei den Kompanien Gross- und Kleinbasel im Jahr 2003, bei der Kompanie Riehen-Bettingen im 2014.
«Es bestanden und bestehen in Einzelfällen Probleme mit Soldauszahlungen», gibt Schütz weiter zu. Die Zahlungsrückstände seien etwa auf fehlerhafte Kontoverbindungen oder andere administrative Probleme zurückzuführen. «Die Probleme sind erkannt und alle Stufen arbeiten an einer raschen Lösung.» Sowieso werde derzeit die Organisa­tionsstruktur der Milizfeuerwehr hinsichtlich aktueller und zukünftiger Bedürfnisse überprüft, verspricht Schütz. «Ziel ist es, der Miliz­feuerwehr zeitgemässe, den heutigen Anforderungen entsprechende Strukturen zu geben – mit einem hohen Grad an Selbständigkeit.»

Letzte Änderung am Mittwoch, 15 April 2015 14:03

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