Montag, Juni 17, 2019

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Erste Schritte für neuen Rheintunnel

Auch im Kleinbasel wohnen viele Leute ganz nah an der Osttangente Auch im Kleinbasel wohnen viele Leute ganz nah an der Osttangente Foto: zvg Archiv VG.

Im Durchschnitt brausen 100 000 Fahrzeuge täglich über die Basler Osttangente. Verständlicherweise haben die Anwohner, die teilweise sehr nahe an der Autobahn wohnen, daran wenig Freude. Eine gute Nachricht für die Anwohner ist jetzt immerhin, dass der Bund erste Schritte für die Realisierung des neuen Rheintunnels eingeleitet hat. Ein richtungsgetrennter Tunnel mit zwei Röhren soll dereinst zwischen der Basler Nordtangente im Raum Klybeck/Wiese und dem Zubringer Birsfelden gebaut werden.
«Mit dem Projekt sollen die verkehrliche Leistungsfähigkeit der Nationalstrasse durch eine Kapazitätserweiterung sichergestellt und die Quartiere im näheren und weiteren Umfeld der bestehenden Osttangente vom Durchgangsverkehr entlastet werden», schreibt das Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt in einer Medienmitteilung.
Das BVD und das Bundesamt für Strassen (Astra) haben Ende Januar eine Absichtserklärung zum neuen Rheintunnel unterzeichnet. In der gemeinsamen Erklärung wurde vereinbart, das Mögliche dazu beizutragen, das Projekt etwa ab 2025 zu realisieren. Als erster Schritt erarbeitet das Astra bis etwa 2018 das generelle Projekt für den neuen Tunnel unter dem Rhein hindurch.


Rund 1,4 Milliarden
Das Astra schätzt die Investi­tionskosten für den Rheintunnel auf rund 1,4 Milliarden Franken; für eine Anbindung von und nach Deutschland wären weitere 300 Millionen Franken fällig. Bei diesen Kostenschätzungen ist mit einer Ungenauigkeit von plus/minus 30 Prozent zu rechnen, wie das BVD in einer Medienmitteilung weiter schreibt. Wer genau wie viel ans Projekt bezahlt, bleibt noch unklar. Erst während der Erarbeitung des generellen Projekts soll der Kostenschlüssel festgelegt werden. Wann der geplante Rheintunnel fertig sein wird, bleibt noch ungewiss. «Nach der Genehmigung durch den Bundesrat und weiteren Projektierungsarbeiten kann aus heutiger Sicht mit einem Baubeginn etwa 2025 gerechnet werden», steht im Communiqué des BVD.
Für Bruno Keller-Sprecher, Anwohner der Osttangente im Kleinbasel und Präsident des Vereins «Ausbau Osttangente – so nicht!» ist das ein Wermutstropfen. «Deshalb ist es umso wichtiger, die dringend notwendigen Lärmschutzmassnahmen, wie von Regierungsrat Wessels versprochen, jetzt zügig voranzutreiben.» Die jetzige unerträgliche Situation sei den Anwohnerinnen und Anwohner nicht noch weitere 20 Jahre zuzumuten, betont Bruno Keller-Sprecher. «Übrigens besteht im Kleinbasel derselbe Lärmschutzbedarf wie im Grossbasel, was unverständlicherweise immer wieder vergessen wird.»
Astra-Direktor Rudolf Dieterle machte jedoch an einer Medienkonferenz im Rahmen der Unterzeichnung der Absichtserklärung bereits klar, dass der Kanton Basel-Stadt beispielsweise eine Einhausung oder allfällige Überdeckungen der Osttangente selbst bezahlen müsse. Einhausungen und Überdeckungen erachte der Bund nämlich nicht als notwendig; dabei handle es sich um städtische Bedürfnisse, betont das Astra.
Die Handelskammer beider Basel (HKBB) begrüsst die Absichtserklärung zwischen dem Astra und dem Kanton Basel-Stadt ausdrücklich, wie sie in einem Communiqué schreibt. Der stellvertretende HKBB-Direktor Martin Dätwyler ist überzeugt: «Am meisten Nutzen entsteht, wenn der Anschluss in Richtung Deutschland auch realisiert wird. So entsteht ein maximaler Nutzen für das Hochleistungsstrassennetz in der Region Basel.» Würde der Anschluss nach Deutschland erst in einem zweiten Schritt realisiert, müsste sich der Kanton mit mindestens 40 Prozent oder 120 Millionen Franken daran beteiligen. Damit würde eine ganzheitliche Lösung in weite Ferne rücken, unterstreicht Dätwyler.
Aus dem Baselbiet ist übrigens nicht mit Unterstützung zu rechnen. Ein finanzieller Beitrag an den Bau eines Rheintunnels wird dort kategorisch abgelehnt.

Letzte Änderung am Mittwoch, 04 Februar 2015 15:33

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