Mittwoch, November 20, 2019

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Firma Hunziker zieht nicht nur wegen Parkplätzen weg

  • Montag, 04 November 2019 11:04
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Inhaber Daniel Hunziker (rechts) und die Partner Gregorio Barbuto (links) und Marco Blanco. Inhaber Daniel Hunziker (rechts) und die Partner Gregorio Barbuto (links) und Marco Blanco. Foto: Archiv VG
Der Entscheid ist ihm unglaublich schwer gefallen. «Aus mentaler Sicht ist das für uns eine Katastrophe. Mir blutet das Herz», sagt Daniel Hunziker, der in Kleinhüningen aufgewachsen, zur Schule gegangen und mit dem Quartier immer noch stark verbunden ist. Hunziker spricht vom geplanten Teilumzug seiner Elektroinstallationsfirma Moritz Hunziker AG nach Birsfelden. Der Firmensitz bleibt in Basel, der Inhaber und seine Assistentin behalten ihre Büros an der Kleinhüningerstrasse 183. 
 
Neuer Standort am Hafen
Die Werkstatt und das Warenlager werden im Februar 2020 in ein ehemaliges Verwaltungsgebäude der Schweizerischen Rheinhäfen auf das Hafenareal von Birsfelden gezügelt. Dort nutzt die Firma künftig ein bodenebenes Gebäude, das auch verkehrstechnisch besser erschlossen ist als der bisherige Firmensitz, der sich seit über 70 Jahren in Kleinhüningen befindet.
Hunziker ist nicht einverstanden damit, dass einige Medien und Politiker den Wegzug seiner Firma fast allein auf das Parkplatzproblem reduziert haben. Klar habe es in Kleinhüningen zu wenig Parkplätze. «Doch das ist nicht unser Hauptproblem, damit leben wir seit Jahren.» Hunziker kann es nicht mehr verantworten, eine Elektroinstallationsfirma dieser Grösse in einem Wohnquartier zu betreiben.
 
«Das ist nicht mehr zeitgemäss.» So wird zum Beispiel das Material für sein Geschäft zwischen drei und fünf Uhr morgens angeliefert, was mit dem entsprechenden Lärm verbunden ist. Später stellen seine Mitarbeiter wegen Platzmangel die Servicewagen auf das Trottoir, um sie zu beladen. «Gleichzeitig laufen Schulkinder und ältere Menschen über das Trottoir», sagt Hunziker und kommt zum Schluss: «Ein Gewerbebetrieb in unserer Grösse hat in einem Wohnquartier nichts mehr verloren.» Nach der Ankündigung, dass auch die Firma Selmoni mit 600 Mitarbeitern ins Baselbiet zieht, verfassten Marcel Schweizer, Präsident des Gewerbeverbands Basel-Stadt, und Marc Jaquet, Präsident des Arbeitgeberverbands Basel, einen Artikel für die «Basler Zeitung».
 
Darin machen sie vor allem die «restriktive Politik» der Basler Regierung für den Wegzug der Firmen verantwortlich. «Besonders alarmierend ist die Verkehrs- und Parkiersituation», schreiben Jaquet und Schweizer. Um die Erreichbarkeit für alle Verkehrsträger zu verbessern, brauche es einen Wechsel in der Verkehrspolitik, so wie ihn die «Zämme besser»-Initiativen des Gewerbeverbands Basel-Stadt anstreben.
 
Zahl der Arbeitsplätze steigt
Anders sieht dies SP-Regierungsrat Christoph Brutschin, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, wie er dem Regionaljournal von Radio DRS erklärt. «Wir haben eine Fläche von 37 Quadratkilometern im Stadtkanton. Wenn eine Firma wächst, dann kann es ein Problem werden, dass sie hier Räumlichkeiten findet, die ihren Bedürfnissen entsprechen.» Die Zahl der Firmen sei in Basel-Stadt «ziemlich konstant», die Zahl der Arbeitsplätze nehme sogar zu. 

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