Montag, Juni 17, 2019

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«Das Kleinbasel geht immer leer aus»

In Sachen Lärmschutz werde das Kleinbasel vernachlässigt, klagen Anwohner. In Sachen Lärmschutz werde das Kleinbasel vernachlässigt, klagen Anwohner. Foto: Archiv VG.

Was in der Medienmitteilung vom 23. Mai steht, tönt verheissungsvoll. «Der Regierungsrat will Anwohner der Osttangente besser vor Lärm schützen – stärker als es die eidgenössische Lärmschutzverordnung verlangt.» Der Kanton solle dazu rund 1 900 Schallschutzfenster subventionieren. Und zum Schutz der Schulhäuser Gellert und Christoph Merian sowie drei Kindergärten sei eine neue, 300 Meter lange Lärmschutzwand vorgesehen. Für die Überdeckung der Osttangente auf der Höhe Breite West solle zudem ein Projekt erarbeitet werden. Für all dies beantragt die Regierung beim Grossen Rat rund fünf Millionen Franken. Bruno Keller-Sprecher, Präsident des «Vereins Ausbau Osttangente – so nicht», die sich seit Jahren für mehr Lärmschutz an der Stadtautobahn einsetzt, begrüsst zwar die vorgesehenen Massnahmen, kritisiert im gleichen Atemzug aber vehement das Fehlen spezifischer Lärmschutzprojekte für das Kleinbasel. «Abgesehen von durchgängigen Lärmschutzbelägen profitiert das Kleinbasel überhaupt nicht von den vorgesehenen Massnahmen.» 

Spürbarer Wille fehlt
Einst habe es geheissen, die Lärmschutzwände an der Schwarzwaldallee würden bis auf sieben Meter erhöht, doch passiert sei nie etwas. Die Anwohner im Kleinbasel würden auch nach vorgesehenen Massnahmenpaket unter dem Lärm zu leiden haben, moniert Keller. «Wir erwarten Massnahmen, die unsere Wohnqualität im Kleinbasel verbessern. Das ist weiterhin nicht der Fall.» Die Erhöhung der Lärmschutzwände sei technisch schwierig, erklärten die Vertreter des Bundesamtes für Strassen (Astra) an einer Informationsveranstaltung vor wenigen Wochen. Bruno Keller lässt dies nicht gelten. Es fehle beim Kanton und Bund ein spürbarer Wille, wirklich etwas für die Anwohner im Kleinbasel zu unternehmen. «Dass das Kleinbasel immer leer ausgeht, ist ein Skandal.» Der Lärmschutzbelag sei nur «ein Tropfen auf den heissen Stein». Keller fordert weiter Tempo 60, was vom Astra mehrfach abgelehnt wurde.

Gerade frühmorgens sei der Lärm immens, wenn Lastwagen mit 80 Stundenkilometern und mehr über die Autobahn rollen. Keller verlangt zudem auf der Kleinbasler Seite gekröpfte, gegen innen abgeknickte Lärmschutzwände, die das Ausbreiten des Lärms vermindernWeil auf der Kleinbasler Seite der Osttangente verhältnismässig wenig Menschen wohnen, sei die Wirtschaftlichkeit von Lärmschutzmassnahmen oftmals nicht gegeben, argumentiert dagegen das Astra. Dies lässt Keller nicht gelten: «Die Lärmschutzverordnung ist autofahrerfreundlich und anwohnerfeindlich. Auch die wenigen Anwohner haben ein Anrecht auf Wohnqualität.» Der Vereinspräsident gibt nicht auf. «Der Kampf für mehr Lärmschutz wird weitergehen!»

 

 

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 05 Juni 2019 09:10

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