Montag, Juni 24, 2019

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Das Nestlé-Plastikmonster zieht durch Basel

Greenpeace demonstrierte in Basel gegen die Zunahme von Plastikmüll. Greenpeace demonstrierte in Basel gegen die Zunahme von Plastikmüll. Foto: zvg Greenpeace

Am 6. und 7. April lag das Greenpeace-Schiff Beluga II in Basel an der Schifflände vor Anker. Das Schiff hat ein Monster mitgebracht — hergestellt aus in den Philippinen im Meer oder am Strand gefundenem Plastikmüll der Schweizer Firma Nestlé. Rund 35 Aktivistinnen und Aktivisten bewegten das 16 Meter lange Plastikmonster am Sonntagmittag durch die Innenstadt, um ihrer Forderung weiter Nachdruck zu verleihen: «No excuse, stop single-use!» Nestlé soll aufhören, das Plastikmonster stetig zu nähren und stattdessen künftig komplett auf alternative Mehrweg-Liefersysteme umstellen. 

Mit dabei auf dem bewilligten Umzug war auch eine aus Pappmaché hergestellte «tote» Schildkröte in einem Sarg, welche die Folgen der Plastikkatastrophe auf die Meerestiere versinnbildlicht. Für die Schildkröte war der Umzug der Start einer «Stafette» der verschiedenen Greenpeace-Regionalgruppen, welche die Schildkröte innerhalb der nächsten Woche von Basel, via Delémont, Biel, Neuchâtel und Fribourg nach Lausanne transportieren werden. An den verschiedenen Orten finden ähnliche Monsterumzüge, Ausstellungen zur Thematik und das Mini-Festival «Le monstre plastival» statt.

Zusammen mit über 1400 Organisationen der Bewegung #BreakFreeFromPlastic führte Greenpeace im letzten September 239 Strandräumungen in 42 Ländern durch und identifizierte die weltweit grössten Plastikverschmutzer: Der Schweizer Konzern Nestlé ist in der nicht ruhmreichen Tabelle unter den ersten drei. Gleichzeitig ergab eine Greenpeace-Umfrage bei FMCG-Firmen (Fast Moving Consumer Goods), zu denen auch Nestlé gehört: Kein Unternehmen kann konkrete Pläne oder Zusagen zur Reduzierung der Gesamtmenge der von ihnen hergestellten Artikel aus Wegwerfplastik vorweisen. Transparenz fehlt völlig: Trotz öffentlicher Ankündigung zur Reduzierung von Plastikabfällen durch mehr Recycling können die multinationalen Firmen keine Pläne vorweisen, wie sie ihr Problem angehen und die wachsende Produktion von Einweg-Plastik bremsen, geschweige denn stoppen wollen. Das heisst: Das Plastik-Monster wird immer grösser.

 «Es kann nicht sein, dass ein Konzern wie Nestlé an anderen Orten dieser Welt wertvolle Ökosysteme gefährdet, den Menschen vor Ort regelrechte Müllberge beschert und dann als Lösungsansatz Recycling und eine Umlagerung zu anderen Einweg- bzw. Wegwerfverpackungen wie Papier vorschlägt», sagt Frederika Schmidt, Aktivistin der Greenpeace Regionalgruppe Basel. 90 Prozent des weltweit hergestellten Plastiks werde nicht rezykliert oder könne nicht rezykliert werden. «Und für Zellstoff müssen klimarelevante Wälder abgeholzt oder biodiversitätsschädliche Mono-Kulturen angebaut werden» Greenpeace fordert Nestlé und auch andere Konsumgüter-Firmen auf, ihren detaillierten Plastik- und Verpackungs-Fussabdruck transparent zu machen und konkrete Pläne zur Reduktion von Einwegverpackungen zu unternehmen. Nur alternative Mehrweg-Liefersysteme (Nachfüllung und Wiederverwendung) können den Teufelskreis von Verschwendung und Verschmutzung durchbrechen.

Letzte Änderung am Montag, 08 April 2019 12:55

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