Montag, April 22, 2019

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Aprilscherz mit «Sparkässeli» auf dem Marktplatz

Die Spuren eines mittelalterlichen Betrugsskandals erwiesen sich als Aprilscherz. Die Spuren eines mittelalterlichen Betrugsskandals erwiesen sich als Aprilscherz. zvg. Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt.

Mit einem Aprilscherz hat die Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt am Montag einige Leute auf den Marktplatz gelockt. Bei der aktuellen Sanierung des Marktplatzes sei in unmittelbarer Nähe des Rathauses ein prall gefülltes, mittelalterliches «Sparkässeli» zum Vorschein gekommen, hatten die Archäologen letzte Woche mitgeteilt. Bereits in den 1970er Jahren seien im Bereich des Marktplatzes zwei Sparbüchsen entdeckt worden. Um den Inhalt zu bestimmen, sei das Kässeli mit einem Computertomographen durchleuchtet worden. «In der Sparbüchse befinden sich 15 Silbermünzen. Bei den Münzen dürfte es sich um Geld handeln, das beim Neubau des Rathauses im 14. Jahrhundert unterschlagen wurde», schrieben die Archäologen, verbunden mit dem Hinweis, das Ganze könne am am Montag, 1. April zwischen 10 und 11 Uhr auf dem Marktplatz besichtigt werden. Wer sich dort einfand, wurde auf den Aprilscherz aufmerksam gemacht: Kantonsarchäologe Guido Lassau verteilte Schoggitaler an die Anwesendn.

Allerdings steckt im Ganzen auch ein Körnchen Wahrheit. Bei Bauarbeiten in den 1970er Jahren kamen auf dem Marktplatz tatsächlich zwei mittelalterliche Sparbüchsen zum Vorschein. Die beiden Kässeli waren in einem Keller zurück gelassen worden. Der Grund dafür ist leider nicht mehr nachvollziehbar. Einer der Sparhafen enthielt 15 Brakteaten, d. h. Münzen aus dünnem Silberblech, und wurde 1972 vom Finder – keinem Archäologen – mit einem Messer aufgebrochen. Die aktuelle Ausgrabungskampagne auf dem Marktplatz bot bis Anfang März Einblick ins mittelalterliche Basel: Da der Marktplatz im Mittelalter viel kleiner war als heute, kamen in den geplanten Leitungsgräben Reste der mittelalterlichen Bebauung zum Vorschein. Am 26. Februar 1377 zerstörte ein Brand am Marktplatz eine Häuserzeile mit zwölf Liegenschaften, die sich am Südende zwischen dem damals noch offenen Birsig und der unteren Freien Strasse befanden. Der Rat beschloss, die Parzellen aufzukaufen, um den Platz zu vergrössern. In der Folge liess er die Gebäuderuinen niederreissen. Die letzten Überreste dieser Gebäude befinden sich noch heute unter der Pflästerung des Marktplatzes.

Letzte Änderung am Montag, 01 April 2019 11:26

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