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Ein Walliser, der sein Herz an die Basler Fasnacht verlor

  • Dienstag, 12 März 2019 14:05
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Dauergast seit 20 Jahren: Dominique Russi unter der Larve der Spale-Clique. Dauergast seit 20 Jahren: Dominique Russi unter der Larve der Spale-Clique. Foto: mst.

Dominique Russi aus Susten (VS) verdankt seine Faszination für die Basler Fasnacht einem anderen Walliser, der schon lange in Basel lebt und ihn vor 20 Jahren an die Basler Fasnacht eingeladen hat. Von diesem Moment an war es um den 40-jährigen geschehen. Er sitzt in seiner Wohngemeinde Leuk im Gemeinderat und amtet auch als «Mageran» (eine Art Präsident) der örtlichen Fasnachtsgesellschaft «Schlangu-Doru». Der «Vogel Gryff» hat den Walliser am Fasnachtsdienstag zum Gespräch getroffen.

 

Vogel Gryff: Herr Russi, zuerst einmal herzliche Gratulation. Sie wurden vor ein paar Tagen 40 Jahre alt. Ist dieses aktive Mitmachen an der diesjährigen Basler Fasnacht ein Geschenk an Sie selber?
Dominique Russi: (schmunzelt) Ja. Wenn ich schon 40 Jahre auf diesem Planeten bin und noch nie aktiv an der Basler Fasnacht dabei war, habe ich mir gedacht: Das wäre ein tolles Geburtstagsgeschenk. Ich war vorher 19 Mal passiv an der Fasnacht dabei.  

 

Wie wurde es möglich, als Aktiver dabei zu sein?

Ich bin schon lange Passivmitglied in der Spale-Clique. Es hiess, wenn ich mal Lust hätte mitzumachen, habe es im Vortrab immer Platz. Diese Möglichkeit habe ich dieses Jahr sehr gern wahrgenommen. Zur Spale-Clique kam ich, weil ich den Morgestraich immer im Spalenquartier miterleben durfte. Für mich ist es eines der schönsten Stadtquartiere von Basel. Die Kulisse ist wunderschön, man kann viel von der Fasnacht aufnehmen und schöne Emotionen erleben.

 

Und wie war es jetzt, den ersten Morgestraich und die erste Fasnacht als Aktiver mitzuerleben?

Sehr anstrengend (lacht). Meine Füsse tun momentan einfach nur weh, aber das muss so sein. Wir sind doch so einige Kilometer gelaufen. Das Entscheidende ist für mich aber das familiäre Gefühl innerhalb der Clique. Dazu gehören die Emotionen und Bilder, die man zusammen erlebt, speziell jetzt am Spalenberg beim Morgestraich. Wenn Du unter der Larve wartest, bis es vier Uhr schlägt und das Licht ausgeht – die Laterne neben dir, die Pfeifer und Tambouren fangen mit dem Marsch an. Das war sehr emotional und ein wahres Gänsehaut-Gefühl. Das sind Bilder, die ich nie im Leben vergessen werde. 

 

Was macht die Basler Fasnacht sonst noch speziell?

Wenn ich es mit der Fasnacht im Wallis vergleiche – sofern man das überhaupt kann, ist für den Basler seine Fasnacht eine weitaus grössere Selbstverständlichkeit. Im Wallis braucht es viel mehr Durchsetzungsvermögen: Es ist den Leuten nicht immer klar, dass sie auch einen Beitrag dazu leisten sollen wie etwa die Basler, die für drei Tage eine Laterne bauen. Das kannst du vergessen; der Aufwand lohnt sich nicht, heisst es da im Wallis. Aber in Basel ist das selbstverständlich, dies zu tun. Baslerinnen und Basler sind an der Fasnacht sehr offen und tolerant. Wenn man sich an einen Tisch setzt, kommt man sehr schnell ins Gespräch, man hat es lustig zusammen. Und auch wenn man die Zunahme der sogenannten «Alkohol­leichen» – vor allem bei den Jungen in den letzten Jahren – beobachten konnte und dies sehr verpönt ist: Der Basler Fasnächtler ist nicht der, der Alkohol braucht, sondern er braucht die Clique, die Stimmung – das ist das Schöne an der Basler Fasnacht.  

 

Haben Sie sich schon mal überlegt, zu trommeln oder zu pfeifen?

Ja, das habe ich mir schon überlegt. Vor allem das Pfeifen finde ich faszinierend. Aber der Aufwand ist zu gross. Schliesslich müsste ich das in Basel lernen und auch hier mit anderen üben. Von daher ist es im Moment kein Thema. 

 

Hatten Sie in den letzten 20 Jahren nie Probleme, die drei Tage für die Basler Fasnacht frei zu bekommen?

Nein. Sonst bin ich einfach krank (lacht lange und laut). Aber das sage ich dem Chef auch ins Gesicht. Hör mal zu: Entweder gibst du mir drei Tage frei oder ich bin krank. 

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 12 März 2019 14:34

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