Dienstag, März 26, 2019

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«Däge» bricht ein Tabu der Fasnacht

  • Mittwoch, 27 Februar 2019 12:11
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«Däge» hat öffentlich eine Laterne gemalt. «Däge» hat öffentlich eine Laterne gemalt. Foto: Martin Stich.

Den Vorwurf des Tabubruchs musste sich Urs Degen bereits im Vorfeld anhören. Der Laternenmaler «Däge», der bald sein 50-jähriges Künstlerjubiläum feiert, war mit weiteren Exponenten der Basler Fasnacht an einem Stand der muba zu Gast und malte vor Publikum eine Laterne – allerdings mit der Einschränkung, das Werk nicht ganz fertigzustellen. Man konnte das Sujet zwar erraten, wirklich zu Ende gemalt und mit letzten Details wie den Versen versehen wird die Laterne erst vor dem Morgestraich. Trotzdem passte das einigen Fasnächtlern nicht. Sie warfen «Däge» einen Tabubruch vor. «Ich sage: Wenn es eine Tradition ist, so soll diese auch in Frage gestellt, ja sogar gebrochen werden. Dadurch entsteht auch etwas Neues. Das ist wichtig, sonst würden wir aussterben.» 

Viel verändert in 50 Jahren

Auch die Kunst des Laternenmalens sei nicht mehr gleich wie vor 50 Jahren, sagt «Däge». «Damals hatten wir ganz andere Farben und Techniken. Die Materialien haben sich beim Laternenmalen am meisten verändert. Die Farben sind wesentlich besser als früher. Man arbeitete noch mit Eierlasur und Holzbeizen, es wurde auch noch mit Ölfarben gemalt.» Zudem wurden andere Stoffe für die Laternen benutzt. Auch das Licht hat sich verändert. Zuerst waren es Kerzen, erzählt «Däge», dann Gas und heutzutage LED. «Ich habe viele neue Techniken gelernt, von denen ich vor 50 Jahren nur träumen konnte.» Das Lernen geht für den Künstler immer weiter. 

Berufskollegen inspirieren

Dabei lässt er sich auch von seinen Kollegen inspirieren. «Ja, das macht wunderfitzig, wenn ich an die Laternenausstellung gehe und sehe, was die anderen machen. Wenn ich zu mir sagen kann, ich liege im Durchschnitt, dann bin ich schon zufrieden. Es gibt unglaublich tolle Sache zu sehen – Sachen, vor denen ich den Hut ziehe.»

Neben «Däge» waren andere Fasnachtsexponenten am muba-Stand. So etwa Larven-Zingg, Musik Oesch, Plaketten Müller und auch Schlebach mit seinen Trommeln. Und nicht zu vergessen: Der Schauspieler und Regisseur Renato Salvi. Dieser war der eigentliche Grund, wieso «Däge» überhaupt an die muba kam. 

Salvi, der dieses Jahr mit dem Koopfladäärnli eine neue Vorfasnachtsveranstaltung lanciert hat, habe ihn im letzten Herbst gefragt, ob er für zwei Tage an einem muba-Stand Kopfladäärnli malen würde. Zuerst sagte er: «Sicher nicht, so einen Saich mach ich nicht mit.» 

Dann aber hat er sich mit muba-Leiter Daniel Nussbaumer und
Salvi geeinigt, unter dem Titel «Basler Fasnachtskultur auf 100 Quadratmetern» einen Stand auf die Beine zu stellen. Nun ging es darum eine Clique zu finden, die bereit war, ihre Laterne von «Däge» öffentlich malen zu lassen.
 

Die J.B.-Clique Santihans erklärte sich bereit, ihre Stammlaterne und die der Jungen Garde öffentlich malen zu lassen.

Viel Interesse für den Maler

Die Reaktionen auf den Stand waren durchwegs positiv: «Däge» staunte, wie viele der muba-Besucher sich für seine Arbeit und den Stand interessierten. «Das Echo war riesig. Viele Leute haben sowas noch nie gesehen. Es wurden viele Fragen gestellt: Wie baut man eine Laterne? Welche Farben benutzt man, was für einen Stoff verwendet man?» 

Beweis für Riesenaufwand

«Däge» ist überzeugt, dass der Stand richtig und wichtig war, um öffentlich zu zeigen, wie gross der Aufwand ist, der für die Fasnacht betrieben wird. «Wir wollten auch zeigen, was für ein Aufwand dahintersteckt. Wir reden hier von rund 200 bis 250 Laternen, die gemalt werden. Dazu werden auch neue Kostüme geschneidert und so weiter.»

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 27 Februar 2019 12:17

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