Sonntag, Juli 21, 2019

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Charivari reicht Frau Fasnacht die Hand

Das Charivari-Ensemble zeigt sich von seiner besten Seite. Das Charivari-Ensemble zeigt sich von seiner besten Seite. Foto: Patrick Straub/Basel Tattoo Productions.

Das Charivari besticht durch eine fantastische Umsetzung der musikalischen Beiträge und durch die hohe Qualität der Schnitzelbänke. Die beiden grossen Hände auf der Bühne setzen einen Fixpunkt, der das Motto «s ligt uff dr Hand» visuell manifestiert. Das Charivari bietet «E weeneli mehr Melancholie», kommt etwas ruhiger, aber deshalb nicht weniger fesselnd daher.  Die Schnitzelbängg D Gryysel und Gwäägi treten sehr pointiert sowie melodiös auf und treffen mit ihren Versen – vor allem mit den Langversen – den Nerv des Publikums. Die Gryysel – eher dem brachialen zuneigend – nehmen die Plastikabfall-Bewegung aufs Korn, und die Gwäägi – eher dem feinen Humor zugetan – nehmen sich vor allem den lokalen, kleinbaslerischen Themen wie «muba-Untergang» oder dem Abbruch des «Alten Warteck» an. Das Publikum dankt es mit tosendem Applaus. 

Starke Fasnachtsmusik

Die Naarebaschi überzeugen musikalisch mit dem Marsch «Waggis» und «Fritzli», und die Spitzbuebe zeigen dem Publikum, was mit einem Piccolo überhaupt möglich ist. Ihr Medley von Star-Wars-Melodien ist auf jeden Fall hervorragend, ebenso ihre Begleitung von Sir Francis im Finale oder zusammen mit den Naarebaschi mit dem «Lumpesammler». Auch eine Klasse für sich ist die Guggenmusik, die jeden Abend wechselt. 

Trommeln auf Mistkübeln

Die Fasnacht Zunft Rhyburg Möhlin rund um den Spitzentambour Ivan Kym zeichnet sich einmal mehr durch gnadenlose, aber grandiose Trommelpräzision aus. Ihr «Generation Y» und der «Stärne-Sound» lassen den Saal begeistern. Kann man diese Vorträge noch toppen? Wohl kaum. Dass Stickstoff ein sicherer Wert für jede Veranstaltung ist, beweist die Trommlergruppe auch bei der Premiere. So begeistert sie mit Virtuosität und Kreativität auf umgedrehten Plastik-Mistkübeln oder mit einer unglaublichen Dynamik mit Leuchtschlegeln. Das Charivari-Ensemble um Colette Studer zeigt sich spielerisch wohl von seiner besten Seite, sei dies als Whiskey-Flasche (Stephanie Schluchter), Dääfi (Nico Jacomet), Orange (Martin Stich) oder als Mimösli (Tatjana Pietro­paolo) im Stiggli über Wagen-Wurf­geschosse. 

Mehr Biss wäre gut

Auch die Hyylgschicht ist in Ordnung; Peter Richner und Suzanne Thommen überzeugen wortstark mit ihrem bekannten, aber immer wieder begeisternden Baseldytsch. Das News-Männli von TeleCharivari (Colette Studer) hätte aber bissiger sein dürfen, ja müssen. Warum diese Zurückhaltung? Und ob es jetzt auch noch einen hauseigenen Charivari-Schnitzelbangg braucht, soll jeder selbst entscheiden...


Das Finale ist dann wieder ein Leckerbissen. Das Kleinbasler Original Sir Francis kehrt nach 40 Jahren auf die Charivari-Bühne zurück. Musikalisch begleitet von den Spitzbuebe gibt der Entertainer seine alten Klassiker wie Fährimaa oder «D ­Schyssi isch verstopft ...» zum Besten. Es klingt wie damals in der Ueli-­Stube – wieder kommt «e weeneli» Melancholie auf

Glaibasler Charivari
9. bis 23. Februar 2019
Volkshaus.
Jeweils um 20 Uhr

Sonntag 18 UhrTickets: www.charivari.ch, Ticketcorner oder Basel Tattoo Shop an der Glockengasse 4

 

Letzte Änderung am Montag, 18 Februar 2019 12:29

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