Sonntag, Januar 20, 2019

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Bald wieder Tram auf der Johanniterbrücke?

  • Dienstag, 18 Dezember 2018 14:46
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Die Vergangenheit als Zukunft? In den 30er-Jahren fuhr das Tram bereits einmal über die Johanniterbrücke. Die Vergangenheit als Zukunft? In den 30er-Jahren fuhr das Tram bereits einmal über die Johanniterbrücke. Ansichtskarte: zvg. Sammlung Dominik Madörin

Mit dem Fahrplanwechsel gab es am 10. Dezember im öffentlichen Verkehr wieder etliche Änderungen und Neuerungen. Eine davon betrifft die Buslinie 30, die vom Bahnhof SBB bis zum Badischen Bahnhof und zurückfährt. Von Montag bis Freitag wurde der Fahrplan am Morgen verdichtet: Mit zusätzlichen Bussen zwischen 6.55 und 8.35 Uhr gibt es in beiden Richtungen neu alle drei bis vier Minuten eine Verbindung.

Taktverdichtung wird gelobt

Wer schon einmal mit dem Bus 30 unterwegs war, kann diese Massnahme nachvollziehen. Praktisch den ganzen Tag sind die Busse auf der Strecke überfüllt. Deshalb lobt das Komitee «Pro Tram» unter der Federführung der Grossräte Jörg Vitelli (SP) und Beat Leuthardt (Grünes Bündnis) die vorgenommene Taktverdichtung. Diese sei überfällig gewesen, schreibt Pro Tram in einer Medienmitteilung. Mit der Taktverdichtung auf der Linie 30 würde das Tram 8 entlastet – und damit auch die Innenstadt: Der Weg zum Bahnhof SBB sei mit dem Bus 30 via Johanniterbrücke kürzer als mit dem Tram 8. 

Mehr Busse, mehr Abgase

Nichtsdestotrotz sieht Pro Tram auch Nachteile der Taktverdichtung: Der Bus bleibe weiterhin im Autostau stecken. Zudem fragt sich das Komitee, ob die eingeführte Taktverdichtung gesetzeskonform sei. Gemäss den Luftberichten würden die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung in der Feldbergstrasse am meisten überschritten.Darum sei es umweltrechtlich fraglich, dort den Strassenverkehr weiter zu verdichten, schreibt Pro Tram und bringt eine alte Forderung wieder ins Spiel. Bereits 2009 verlangte das Komitee mit der so genannten Tram-Initiative, anstelle der Busse ein Tram über die Johanniterbrücke fahren zu lassen. Diese Forderung wird nun erneut gestellt. Das Tram soll im Kleinbasel ab Badischer Bahnhof wieder auf der alten 2er-Linienführung durch Schönau- und Feldbergstrasse ins Grossbasel verkehren. Dazu stellt Pro Tram den Vorwurf in den Raum, das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) würde das Projekt hinauszögern und eine Verhinderungstaktik betreiben. Der Grosse Rat habe mit dem Tramkredit von 350 Millionen das Geld für den Ausbau ja längst bewilligt. 

Tram 30 im Fahrplan 

Nicole Ryf-Stocker, Mediensprecher beim BVD, bestätigt, dass der Grosse Rat bereits 2012 den Plan über den Ausbau des Tramstreckennetzes – basierend auf dem Studienauftrag «Tramnetz 2020» – genehmigt und damit einen Rahmenkredit von 350 Millionen Franken bewilligt habe. Doch sie fügt hinzu: «Für die einzelnen Ausbauten muss der Grosse Rat die nötigen Gelder für die Tram­infrastruktur aber jeweils separat bewilligen.»

Nicht vom Tisch

Zudem, so betont Ryf-Stocker, sei das Tram 30 ein Bestandteil des Plans über den Ausbau des Tramstreckennetzes, der Ende 2015 vom Grossen Rat genehmigt worden. «Entsprechend ist das Tram 30 keineswegs vom Tisch. Nun stehen die nächsten politischen Entscheide an. Dieser Fahrplan ist Pro Tram sehr wohl bekannt.» Diesen Winter werde der Regierungsrat zu Handen des Grossen Rates über die nächsten Schritte in der Tramnetzentwicklung entscheiden und dann entsprechend kommunizieren, so Ryf-Stocker.   

Schon früher fuhr ein Tram 

Was genau die nächsten Schritte beim Projekt «Tram 30» sind, bleibt allerdings vorerst unklar. Wenn man der Homepage des BVD Glauben schenkt, wird zurzeit abgeklärt, welche Streckenführung für das Tram 30 gewählt werden soll. Möglich wäre die Führung über den Steinenring und die Schützenmattstrasse oder über die Heuwaage und den Petersgraben. Eine Kombination der beiden Varianten sei ebenfalls möglich. Ein Tram über die Johanniterbrücke wäre übrigens kein Novum: Bis 1964 verkehrte das Tram­ 2 als eine Art Ringbahn und verband den Badischen Bahnhof und den Bahnhof SBB miteinander. Ein Teil der Linie wurde dann durch einen Trolleybus ersetzt, der 2008 aber wieder abgeschafft wurde.

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 18 Dezember 2018 15:12

1 Kommentar

  • Kommentar-Link André Guillaume Donnerstag, 20 Dezember 2018 09:28 gepostet von André Guillaume

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem Artikel über das Projekt "Tram 30". Die Einstellung des Westastes der einstigen Ringtramlinie 2 anlässlich des Neubaus der Johanniterbrücke um 1966 war ein kapitaler Fehler aus Zeiten der "autogerechten Stadtplanung". Die Tram-Initiative wollte eine möglichst zügige Wiedereinführung des Trambetriebes auf der stark ausgelasteten Linie 30, wurde aber 2012 zugunsten des Tramnetzplanes 2020 zurück gezogen. Dies war ebenfalls ein Fehler, denn seither dümpelt das Projekt vor sich hin, ohne dass sich
    abzeichnet, in welchem Zeitrahmen und in welcher Form es umgesetzt werden soll. Nach der verlorenen
    Erlenmatttram-Abstimmung (und nach dem BL-Nein zum Margarethenstich) scheint dem Bau- und Verkehrsdepartement Mut und Schwung abhanden gekommen zu sein, sich energisch für Tramprojekte einzusetzen resp. diese zu ausführungsreifen Projekten weiter zu entwicklen. So verstreichen wertvolle Jahre, ohne dass konkrete Fortschritte erkennbar werden und die Schadstoff- und Verkehrsbelastung in den betroffenen Quartieren weiterhin alarmierend hoch bleiben. Paris und Kattowitz lassen grüssen!

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