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Schweizerische Rheinhäfen auf Zukunftskurs

  • Montag, 12 November 2018 07:30
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Ein Blick auf den Hafen Ein Blick auf den Hafen Foto: Patrik Walde

Nach der Abstimmung vom 17. Juni 2007 war klar, dass die Stimmberechtigten des Kanton Basel-Landschaft mit grosser Mehrheit den sogenannten «Rheinhafen-Vertrag» angenommen haben. Am 1. Januar 2008 entstand so aus der Rheinschiffahrtsdirektion Basel und der Rheinhäfen des Kantons Basel-Landschaft, die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH). Aus Anlass dieses Jubiläums sprach der «Vogel Gryff» mit  SRH-Direktor Hans-Peter Hadorn.

 

 

Vogel Gryff: Herr Hadorn, was hat sich in den Jahren seit der Fusion am meisten verändert?

Hans-Peter Hadorn: Die Rheinschiffahrtsdirektion Basel war vor der Fusion noch Teil der Kantonalen Verwaltung. Danach wurden wir eine selbständige Institution und bekamen dadurch auch gewisse Freiheiten und Spielraum in einem öffentlich-rechtlichen Rahmen. Ein ganz wichtiger Punkt war unser veränderter Auftritt: Wir wurden nach der Fusion auf eine andere Weise wahrgenommen. Zum einen im Bereich Logistik: Da muss man als «Port of Switzerland» den Ausländischen Häfen und Logistikpartnern nicht mehr viel erklären. Und zum andern innenpolitisch: In Bundesbern konnten wir seither als Einheit auftreten. Das hat unser Leben deutlich vereinfacht (lacht) und sich beim Gütertransportgesetz ausgezahlt.

 

Gab es auch Nachteile der Fusion?

(er überlegt lange) Eigentlich nicht, nein. Weder für mich selber noch für die Rheinhäfen. Nein, wir hatten per saldo immer nur Vorteile.

 

Wo steht das Projekt «Gateway Basel Nord» aktuell? 

Der Bund hat dem Kanton und den Rheinhäfen bereits einen Beitrag an den Schiffsanschluss (Hafenbecken 3) zugsichert. Das Terminal seinerseits ist bereits im Plangenehmigungsverfahren beim Bund. Daher ist davon auszugehen, dass das Terminal gebaut wird. Was jetzt noch aussteht, ist ein Grossratskredit, also der Kantonsanteil für das Hafenbecken 3.

 

Neben «Gateway Basel Nord» gibt es noch die Projekte «Korrektur Schiffahrtsrinne» und «Südanbindung Hafenbahn Auhafen – Schweizerhalle», welche beide zum «Aktionsplan Schifffahrt» gehören und die Wettbewerbsfähigkeit und Erreichbarkeit der südlichen Häfen Birsfelden und Auhafen Muttenz fördern soll. Wenn man in die Vergangenheit schaut, gewinnt man den Eindruck, dass jahrzehntelang nicht viel in den Hafen investiert worden war, jetzt dafür aber umso mehr getan werden soll. Täuscht dieser Eindruck?  

Nein, das tut er nicht, aus zwei  Gründen. Der eine ist, dass unsere Vorgänger beim Hafenbau sehr langfristig und grosszügig in Kapazität und Infrastruktur investiert hatten. Damals transportierte man Massengüter wie Kohle oder Treibstoff wofür die bestehenden Anlagen ja auch gebaut worden waren. Das ging so bis circa 1980. Von da an wurden die ersten Container transportiert. Doch dafür reichte die bisherige Ausrichtung der Infrastruktur nicht mehr. Also musste umgedacht werden. Mit dem «Gateway Basel Nord» fährt die Bahn künftig nicht mehr zum Schiff, sondern das Schiff zur Bahn (Hafenbecken 3). Also sorgte zum einen der Strukturwandel zu den Containern für Veränderungen. Zum anderen war es die Fusion zu den Schweizerischen Rheinhäfen. Wir machten eine Analyse, um herauszufinden, was die neuen Anforderungen sind und für was sich die einzelnen Hafenteile am besten eignen. Klein­hüningen hat ­schmale Quais, also muss man in die Höhe bauen. Darum die Silologistik. Im Auhafen werden die flüssigen Güter umgeschlagen, weil dieser nicht im Wohngebiet liegt. Entsprechend stärken wir diese Standorte woraus sich die von Ihnen erwähnte Projekte ergeben haben.  Natürlich brauchen Infrastrukturprojekte aber ihre Zeit.

 

Was muss aus Ihrer Sicht ausserhalb des Hafens geschehen, damit sich die Schweizerischen Rheinhäfen weiter entwickeln können? 

Es braucht eine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft, um gemeinsam Lösungen zu finden. In der  Vergangenheit war dies der Fall, man konnte sich mit allen involvierten Stelle austauschen. Jeweils ein ganz spannender Prozess. Alle Beteiligten müssen aber auch bereit sein, nicht immer das Maximum zu verlangen. Nur auf dieser Grundlage entstehen tragfähige Lösungen.

 

Inwiefern können sich die Schweizerischen Rheinhäfen noch entwickeln? 

Es gibt auf jeden Fall räumliche Grenzen, weil die bestehenden Flächen fast vollständig besetzt sind. Wir müssen daher schauen, dass wir mit unseren Partnern beispielsweise am Oberrhein, bis Mannheim und Ludwigshafen, die Kooperationen im Schiffahrtsbereich vertiefen. Das betrifft unter anderem die digitale Hafeninfrastruktur und das Schleusenmanagement. Der Informationsaustausch wird künftig automatisiert, damit man auch zeitlich voraus planen kann. Wir fördern also die Kooperationen entlang des Rhein.  

 

Wo sehen Sie die Schweizerischen Rheinhäfen in 10 Jahren?  

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass die Hafentätigkeit künftig emissionsarm sein wird. Die Liegeplätze der Schiffe werden auch immer mehr mit Elektroanschlüssen ausgerüstet werden. Die Motoren werden leiser und sauberer sein. Die Häfen werden auch weiter ihre wichtige Funktion für die  Versorgung behalten, gerade im Bereich Nahrungsmittel. Denn es sieht danach aus, als ob wir in der Schweiz künftig weniger selber produzieren. Auch das Bild der Häfen wird sich verändern: Man wird modernere Gebäude sehen womit die Häfen  mit den Städten zusammenwachsen. Auf dem Klybeckquai und dem Westquai werden wird deshalb neue Nutzungen haben, unter denen bestimmt auch Gewerbe und Dienstleistungen zu finden sind, ebenso ein Teil Wohnen. Das wird die Zukunft sein, auch wenn man das heute noch nicht so erwartet. Logistisch wird der Rheinhafen im Containerbereich mit dem Anschluss an den «Gateway Basel Nord» in der Europaliga spielen, zum Wohl der Wirtschafts- und Arbeitsstandorts Nordwestschweiz. 

 

Herr Hadorn, Sie sind jetzt zehn Jahren Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen. Schleicht sich da so etwas wie Routine ein?   

Nein, bis jetzt nicht (lacht). Nein, überhaupt nicht. Wir haben spannende Themen, und der Hafen ist immer ein Ort, der vermittelt, sei es zwischen den Verkehrsträgern, den Hafenfirmen, der Nachbarschaft, der Politik, der Eignern, also den Kantonen, und dem Bund. Daher war es mir bis jetzt noch an keinem einzigen Tag langweilig.         

 

 

 

 

 
Letzte Änderung am Montag, 12 November 2018 07:49

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