Freitag, November 16, 2018

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«Die Tomatenernte war sehr gut»

Peter Wirz (links) diskutiert mit Walter Schaffner, Delegierter des Schweizer Familiengärtner-Verbandes. Peter Wirz (links) diskutiert mit Walter Schaffner, Delegierter des Schweizer Familiengärtner-Verbandes. Foto: Walter Bucher.

Der Kleinbasler Peter Wirz, 68,  hält sich gern in seinem Familien­garten in den Spitalmatten auf. Seit anderthalb Jahren ist der frühere Einkäufer von Werkzeugmaschinen nun Vizepräsident des Zentralverbandes der Familiengärtnervereine Basel. Im «Vogel Gryff»-Interview berichtet Wirz über das 100-Jahr-Jubiläum des Verbands, über junge Biogärtner und den «Bohnen-Fritz».

 

Vogel Gryff: Herr Wirz, was passiert jetzt Mitte Oktober im Garten?

Peter Wirz: Langsam werden die Gärten geräumt; die Abfälle werden gehäckselt.

 

Wie war das Gartenjahr 2018?

Es war ein sehr gutes Jahr. Auch die Tomatenernte war sehr gut; es gab wenig Krankheiten.

 

Aber es war doch sehr trocken.

Wir sind in der komfortablen Lage, dass wir genug Wasser hatten und es deshalb keine Einschränkungen gab. Trotzdem haben wir die Pächter dazu angehalten, Wasser zu sparen, denn das ist auch ein Kostenfaktor. Wir empfehlen den Pächtern, auf ihrem Areal Regenwasser zu sammeln. Wenn man das richtig macht, können schon mal 200 Liter zusammenkommen.

 

Auch sonst war 2018 ein bewegtes Jahr für Sie: Der Zentralverband der Familiengärtnervereine Basel hat sein 100-jähriges Bestehen gefeiert.

Ja, darauf sind wir stolz, wir sind der älteste Verband der Schweiz. Das Jubiläum war ein grosses Ereignis. Am 14. September ist dann unser Jubiläumsfest mit 200 Gästen über die Bühne gegangen. Jeder angeschlossene Verein durfte fünf Gäste mitbringen. Der Anlass hat grossen Anklang gefunden.

 

Was sind die aktuellen Herausforderungen in den Freizeitgärten. Finden Sie noch genug Leute, die Gärten pachten?

Als ich vor 40 Jahren mit dem Gärtnern angefangen habe, mussten wir sieben Jahre auf einen Garten warten. Heute bekommt man problemlos einen Garten. Und es gibt leider auch Gärten, die verwahrlost sind. 

 

Worauf führen Sie das zurück?

Klar gibt es einige Pächter, die altershalber aufhören müssen. Aber die meisten, die ihren Garten wieder abgeben, haben gerade erst angefangen. Sie haben gemeint, sie könnten den Garten nur fürs Feiern am Wochenende nutzen. Sobald sie merken, dass es auch Arbeit gibt und man Regeln einhalten muss, geben sie den Garten wieder ab.

 

Fehlt es also am Nachwuchs?

Nicht unbedingt, es gibt auch einen gegenläufigen Trend. Erfreulicherweise stellen wir seit rund zwei Jahren fest, dass einige junge Leute wieder gärtnern möchten. Die meisten Jungen pflegen ihre Gärten biologisch.

 

Geht die Fläche der Freizeitgärten insgesamt zurück?

Ja, die Tendenz besteht, dass die Fläche scheibchenweise reduziert wird. Immer wieder werden kleine Stücke abgerissen. Es gehört natürlich zur Aufgabe des Zentralverbandes, dies zu verhindern. 

 

Wenn es genug Gärten hat, braucht es ja auch weniger Fläche.

Das kann man so sehen. Aber Gärten, die einmal verschwinden, kommen nie mehr zurück. Freizeitgärten werden im städtischen Gebiet auch als grüne Lunge immer wichtiger.

 

Läuft bei den Freizeitgärtnern immer noch ein Wettbewerb um die schönsten Tomaten oder um die grössten Broccoli?

So heftig wie früher ist es nicht mehr. Auf unserem Areal hatten wir mal einen Fritz, der immer die schönsten Bohnen hatte, und niemand wusste, wie er das macht. Wir nannten ihn den «Bohnen-Fritz».

 

Was meinen Sie, gibt es auch in 100 Jahre noch Freizeitgärten?

Ich hoffe es. Trotz des zunehmenden Trends, auf den Terrassen und Dächern zu gärtnern, sehen wir weiterhin einen Bedarf für Freizeitgärten. Man muss dort ja nicht unbedingt Gemüse pflanzen, sondern kann den Garten auch sonst grün halten, zum Beispiel mit einem
Rasen. 

 

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Hobby?

 

Ich bin für das Grobe zuständig; meine Frau ist eher die Gärtnerin. Das Schönste ist, das eigene Gemüse zu haben. Und den Grosskindern zu zeigen, wo das Gemüse herkommt.

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 10 Oktober 2018 13:27

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