Freitag, November 16, 2018

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«Der Patient NQV liegt auf der Intensivstation»

Christian Vontobel, Präsident des Neutralen Quartiervereins  Unteres Kleinbasel. Christian Vontobel, Präsident des Neutralen Quartiervereins Unteres Kleinbasel. Foto: zvg
Der Neutrale Quartierverein Unteres Kleinbasel (NQV) sucht dringend neue Vorstandsmitglieder. Ein Gespräch mit Präsident Christian Vontobel über Überalterung, einen Brandanschlag, Senatoren und neue Konkurrenz.
 
Herr Vontobel, Ihr Ruf nach neuen Vorstandsmitgliedern tönt ziemlich dramatisch. Steht es so schlecht um den NQV Kleinbasel?
Christian Vontobel: Mit Ausnahme von einem Vorstandsmitglied sind wir alle über 70 Jahre alt; ein Vorstandsmitglied ist gesundheitlich angeschlagen. Uns fehlt einfach die Kraft, um weiterzumachen; deshalb laufen unsere Aktivitäten auf Sparflamme. Letztes Jahr konnten wir das 20-jährige Bestehen feiern. Leider haben wir es verpasst, einen Generationenwechsel einzuleiten.
 
Wie akut ist das Problem?
Der Patient NQV Kleinbasel liegt
auf der Intensivstation und braucht
dringend frisches Blut. Wenn keine
Rettung kommt, sind wir nächstes Jahr nicht mehr da.
 
Was haben Sie in den letzten Jahren erreicht?
Zu unserem Leistungsausweis gehört vieles, was wir im Rahmen des Projekts «Werkstadt Basel» für das Untere Kleinbasel realisieren konnten. Dank des Mitwirkungsverfahrens im Rahmen des Paragraphen 55 der Kantonsverfassung wird die Bevölkerung stärker in Entwicklungsprojekte einbezogen; es wurden die Stadtteilsekretariate geschaffen. Dies hatte aber auch einen gegenteiligen Effekt: Es sind die Stadtteilsekretariate, die beim Mitwirkungsverfahren eine aktive Rolle spielen im Austausch mit den Behörden und der Bevölkerung. Je nach Quartier tangiert dies die Substanz der NQV.
 
Also braucht es Ihren Verein gar nicht mehr?
Doch, es braucht ihn noch. Wir möchten den Titel NQV unbedingt in einer bestimmten Form am Leben erhalten – allein schon, um die Vernetzung mit den anderen NQVs pflegen zu können. Wir sehen uns als eine Art Senatoren für das Untere Kleinbasel; wir stellen Öffentlichkeit her für unser Quartier. 
 
Es gibt Leute, die sagen, Ihr Verein stehe politisch ziemlich links.
Ja, wir haben linke Gene, aber ich würde unseren Verein hemmungslos jemandem übergeben, der klar bürgerlich ist. Wir vertreten die Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner: Da geht es um Lärm, Littering, Verkehrsanliegen. Wir haben erfolgreich Tempo 30 lanciert und uns etwa für die Aufwertung der Klybeckstrasse und für die Entwicklung der Kaserne engagiert. Klar, wir sind kein Verein von Hausbesitzern. Aber wir haben auch viel weniger Probleme als früher.
 
Trotzdem gibt es noch brennende Themen im Unteren Kleinbasel.
Natürlich. Aber gerade zum Thema Klybeck plus engagiert sich eine Aktionsgruppe rund um Christoph Mörikofer in unserem Sinne. Rund um die Hafenentwicklung gibt es auch eine Aktionsgruppe, ebenso wie für die Probleme am Rheinufer. Dadurch haben wir auch eine Art Konkurrenz bekommen durch andere Interessengruppen.
 
Wie motivieren Sie jemanden dazu, Vorstandsmitglied beim NQV zu werden?
Ich sage ihm, er könne mithelfen, das Quartierleben zu fördern  und mit der städtischen Quartierentwicklung zu verbinden.
 
Woher kommt Ihr Engagement für das Quartier?
Der Auslöser war ein Brandanschlag auf eine Papeterie in der Feldbergstrasse. Man vermutete, die Türkenmafia stecke dahinter. Es galt, eine Reaktion aus der Quartierbevölkerung zu zeigen. So bin ich 1995 in die Quartierkontaktstelle beim Matthäusplatz eingestiegen. 

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