Mittwoch, Juni 20, 2018

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«Ich verursache mehr Abgase, wenn ich Parkplatz suche»

Dawn Sarah Ramseier (links) und Silvia Rietschi Jenny setzen sich für die Tiefgarage unter dem Landhof ein. Dawn Sarah Ramseier (links) und Silvia Rietschi Jenny setzen sich für die Tiefgarage unter dem Landhof ein. Foto: zen.

Die Unternehmerin Silvia Rietschi Jenny (62) und die Software-Entwicklerin Dawn Sarah Ramseier (43) setzen sich für das geplante Parkhaus unter dem Landhof ein. Beide wohnen im Quartier und leiden unter der Parkplatznot, wie sie im Interview mit dem «Vogel Gryff» sagen.

 

Sie gehören zu den Befürwortern der geplanten Tiefgarage mit 200 Plätzen unter dem Landhof. Wieso sind Sie so vehement dafür?
Dawn Sarah Ramseier: Weil wir im Quartier ganz dringend Parkplätze brauchen. In der letzten Zeit wurden immer wieder Parkplätze abgebaut: Bei der Umgestaltung der Wettsteinallee gingen mehr als zehn Parkplätze verloren, in der Riehenstrasse wurden Parkplätze abgebaut, in vielen Strassen wurde zwei Autoparkplätze durch Veloparkplätze ersetzt. 

 

Es gibt Leute, die das entspannter sehen und sagen, es habe genug Parkplätze.

Es gab bis vor kurzem tatsächlich Tageszeiten, wo man mit Glück vielleicht fünf freie Parkplätze gefunden hat. Seit im Innenhof des Gevierts Wettsteinallee/Riehenring/Turnerstrasse der Neubau der Genossenschaft Wohnstadt – ohne Parkplätze für die 36 neuen Wohnparteien – begonnen hat, kann dort nicht mehr parkiert werden. Früher gab es dort Platz für rund 100 Autos. Bei der Suche nach einem Parkplatz im Quartier verursache ich Lärm und Abgase, benötige Energie und viel Zeit. Zudem bezahle ich unzählige Parkbussen.

 

Sind Sie denn auf das Auto angewiesen?

Ja, ich brauche es beruflich.

Silvia Rietschi Jenny: Ich kenne Krankenschwestern, die vom Nachtdienst zurückkehren und keinen Parkplatz finden. Es ist eine unhaltbare Situation!

 

Die Gegner des Parkings behaupten, damit würde mehr Verkehr angezogen.

Das Gegenteil ist wahr. Wenn 200 Anwohner nicht mehr im Quartier herumkurven, um einen Parkplatz zu finden, gibt es doch weniger Verkehr. Sobald das neue Parking steht, fahren sie direkt dort hinein.

 

Frau Ramseier, wären Sie bereit, für einen Platz im neuen Parking 170 Franken im Monat zu zahlen?

Ja, natürlich, ich bekomme dafür einen nummerierten Platz, den nur ich allein benutzen kann. Die Regierung hat uns zugesichert, dass das Parking nur von Anwohnern benutzt werden soll.  

Rietschi: Von den 200 geplanten Parkplätzen sind mehr als die Hälfte bereits vorvermietet.

 

Die Gegner des Parkhauses sagen, mit dem Projekt werde der Landhof zerstört.

Dort, wo das Parking hinkommt, steht kein einziger Baum. Das Parking ist kleiner als das bestehende Fussballfeld, unter dem es gebaut werden soll. Zwischen dem Rasen und der Tiefgarage wird ein Meter Humus angelegt. Von Zerstörung kann also keine Rede sein.

Ramseier: Die Einfahrt beim Kreisel Wettsteinallee/Riehenring besteht ja praktisch heute schon. Wegen der Umgestaltung des Landhofs gibt es ja sowieso eine Baustelle, und das Parkhaus soll gleichzeitig gebaut werden. 

 

Auch die Gemeinschaftsgärtner auf dem Landhof wehren sich gegen das Parking.

Die Gemeinschaftsgärtner sind offenbar falsch informiert. Die Einfahrt wird beim Kreisel Wettsteinallee/Riehenring, und dort wird auch die Baustellenzufahrt sein. Der Gemeinschaftsgarten auf der anderen Seite des Landhofs wird überhaupt nicht tangiert

 

Die Gegner sagen, ein solches Parking habe nichts zu tun mit modernen Mobilitätskonzepten.

Im Gegensatz zum Grossbasel wurden im Kleinbasel in den letzten Jahren keine neuen Parkhäuser gebaut. Zudem ist das Parking unterirdisch und steht explizit den Anwohnern zur Verfügung.

Rietschi: Ich weiss, dass viele Gegner des Parkings in Häusern wohnen, in denen damals pro Wohnung ein Parkplatz gebaut wurde. Diese Leute müssen sich keinen Parkplatz suchen. Dass sie jetzt die geplante Tiefgarage kritisieren, ist schon etwas frech!

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 28 März 2018 12:23

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