Sonntag, Februar 18, 2018

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Charivari geht über sechs Basler Brücken

Das Charivari-Männli philosophiert über Brücken. Das Charivari-Männli philosophiert über Brücken. Foto: Patrick Straub/Basel Tattoo.

Brücken bauen? Eine Brücke schlagen? Nein, darum geht es nicht an der Vorfasnachtsveranstaltung Glaibasler Charivari. Denn an der Fasnacht grenzt man sich eher ab, macht sich über andere lustig – über die Mächtigen, die Baselbieter, die Zürcher, die BaZ oder «d Schwoobe». Trotzdem spielen die sechs Basler Brücken – von der Kraftwerkbrücke bei Birsfelden bis zur Dreirosenbrücke – eine wichtige Rolle in der diesjährigen Charivari-Ausgabe, ja sie bilden sozusagen den genialen roten Faden durch die ganze Aufführung. So wird jede der sechs Übergänge mindestens einmal besucht und gewissermassen charakterisiert. Die Brücke der Spanner, der Rapper, der Hipster, der Velofahrer... und immer mit dabei ist eine Stadttaube, die alles beobachtet, vieles weiss, aber mit ihrer Rolle unzufrieden ist.

Eine Taube muckt auf

Starke Auftritte gibt es viele, dennoch bleibt die erste Halbzeit eher Mittelmass, während die zweite Hälfte einen Höhepunkt an den andern reiht. Zu den herausragendsten schauspielerischen Leistungen gehört die Szene, als die Stadttaube – gespielt von Tatjana Pietropaolo – endlich einmal ihrem Frust Luft macht. Eindrücklich und originell zugleich ist auch der Auftritt von Mirjam Buess als singende Wettsteinbrücke, während sich oben drüber ein Velofahrer die Brücke hinaufkämpft.

Ebenfalls von schauspielerischem Können zeugt eine Art Liebesszene von Regisseurin Colette Studer – oder müsste man eher von einer Liebeskummerszene mit Selbstmord-Ende sprechen? Ein paar Fragen bleiben offen. Doch wie bisher in jeder von Studers Charivari-Ausgaben kommt hier einmal mehr auch das Nachdenkliche, Melancholische oder Beklemmende an der Basler Fasnacht – und in diesem Fall auch an den Basler Brücken – zum Ausdruck.

 

Promi-Beteiligung

Doch in erster Linie geht es lustig zu am Charivari 2018. Einen grossen Lacher holt sich der Blaggedde-Verkäufer Mathias Brenneis, als er aufzeigt, wie er den Preis für die Goldblaggedde berechnet. Wunderbar auch das Rahmenstiggli «Sie haben neun Nachrichten». Dass hier keine Geringeren als Ex-Stadtpräsident Guy Morin, Baudirektor Hanspeter Wessels und BaZ-Besitzer Christoph Blocher dazu gewonnen werden konnten, auf dem Telefonbeantworter des Basel Tattoo Shops eine Nachricht zu hinterlassen, mit der jeder sich über sich selbst lustig macht, ist unvergesslich – und ein Geniestreich, sowohl des Charivari-Teams als auch der drei Promis.

Stark auch das Rahmestiggli, als Frau Fasnacht zwei einfache Basler Bürger aus dem Gängelband, genauer: aus den Marionettenfäden zweier grauer Herren befreit und sie zum Fasnachtmachen  richtiggehend „aufstellt“. Und natürlich ist auch der Schnitzelbangg D Gwäägi zu erwähnen, der mit jeder Pointe den Applaus des Publikums auf sicher hat. Doch auch hier ragt ein Bangg heraus – ein (fast) endloser zum Thema #MeToo.

Leuchtende Trommelschläger

Musikalisch hat das Charivari ebenfalls einiges zu bieten. So bleibt die Pfyffergruppe Spitzbuebe in Erinnerung mit ihrem rhythmischen Stück «Synkopia» und andern wunderschönen Melodien. Auch die Drummelgruppe der Basler Rolli begeistert das Publikum, nicht zuletzt mit einem Auftritt im Dunkeln, bei dem nur die leuchtenden Trommelschläger-Spitzen zu sehen sind – in Grün, Rot und Blau. Und nicht zu vergessen die Guggemusik Ohregribler, die nicht allein durch ihre Grösse und Lautstärke, sondern auch durch das perfekte Zusammenspiel überzeugt.

 

Zusatzvorstellung und Tickets
Das Glaibasler Charivari findet noch bis zum Samstag, 3. Februar, im Volkshaus Basel statt. Aufgrund der grossen Nachfrage findet am 3. Februar um 14 Uhr eine Zusatzvorstellung statt. Tickets gibt es auf www.charivari.ch, im Basel Tattoo Shop, per Telefon 061 266 10 00, per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder bei Ticketcorner.

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 24 Januar 2018 15:15

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