Freitag, Dezember 14, 2018

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«Zuerst habe ich meine Ausbildnerin umarmt»

Die 21-jährige Nadine Stäuble ist «Lehrling des Jahres». Die 21-jährige Nadine Stäuble ist «Lehrling des Jahres».

Nadine Stäuble ist «Lehrling des Jahres 2017». Sie macht bei Manor an der Greifengasse die Lehre als Polydesignerin.

Vogel Gryff: Frau Stäuble, wer hat Sie dazu motiviert, beim Wettbewerb «Lehrling des Jahres» mitzumachen?

Nadine Stäuble: Mein Berufsschullehrer hat mir das vorgeschlagen. Zuerst stand ich der ganzen Sache skeptisch gegenüber. Aber auch meine Chefin und meine Ausbildnerin haben mich motiviert und unterstützt. Nach der Abwägung der Vor- und Nachteile war ich überzeugt, dass ich im besten Fall nur gewinnen und nichts verlieren kann. So habe ich mich beworben, und eine Fachjury hat mich zu einer der zehn Finalisten erkoren.

 

Am 1. November wurden alle Finalisten zu einem Wettstreit – einem so genannten Contest – eingeladen. Was ist dort passiert?

An acht Posten mussten wir diverse Aufgaben bewältigen –  zu Themen wie Allgemeinbildung, Umwelt und Natur, Medienwissen, Sicherheit und Prävention, Geschicklichkeit und Teamwork. Dazu mussten wir den eigenen Beruf vorstellen und eine Migros-Tasche designen.

 

Waren Sie vor dem Contest nervös?

Ich habe eine Schauwand anliefern lassen. Da es mit der Lieferung etwas knapp wurde, bin ich schon etwas nervös geworden. Sobald es losging, hat sich die Nervosität aber gelegt. Und als ich die anderen Finalisten kennengelernt habe, ist auch ein grosses Gemeinschaftsgefühl entstanden.

 

Wie ging es weiter?

Nach dem Contest folgte das Online-Voting. Ziel war, möglichst viele Leute für eine Stimmabgabe zu motivieren. Dafür haben wir einen riesigen Aufwand betrieben – sowohl in der Manor wie auch im privaten Umfeld. So kam ich in der Abstimmung auf den zweiten Platz.

 

Wie war der Finaltag?

Als erstes durften wir uns als «Montagsmaler» betätigen. Wir hatten 30 Sekunden Zeit, Skizzen zu vorgegebenen Begriffen anzufertigen. Die anderen Finalisten durften raten: Wer es wusste, drückte auf den Knopf. Wer richtig lag, erhielt 10 Punkte; wer falsch lag, erhielt 10 Negativpunkte. Bei diesem Wettbewerb konnte ich gewinnen.

 

Gewonnen haben Sie auch den Titel «Lehrling des Jahres». Wie haben Sie reagiert?

Ich dachte: Oh mein Gott, und konnte es gar nicht glauben. Zuerst habe ich meine Ausbildnerin umarmt. Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, was alles auf mich zukommen wird.

 

Was ist denn auf Sie zugekommen?

Es wurden unzählige Fotos von mir gemacht. Bevor ich meine Familie umarmen konnte, musste ich schon Interviews geben, tags darauf ging es im gleichen Stil weiter. Ich habe auch eine Ein­ladung zum Neujahrsapéro des Gewerbeverbandes bekommen.

 

Wie gehen Sie mit der Tatsache um, im Rampenlicht zu stehen?

Ich kann gut damit umgehen, weil ich ein offener, kommunikativer Mensch bin. Ich denke nicht, dass diese Auszeichnung mich verändert hat. Es ist ja nicht mein Titel, sondern unser Titel: Alle sind hinter mir gestanden, nicht nur hier bei Manor, sondern auch in der Schule und privat.

 

Sie sind in der Ausbildung zur Polydesignerin. Was beinhaltet Ihr Beruf?

Früher hiess der Beruf Dekorationsgestalter. Unsere Hauptaufgabe ist es, die Waren und Produkte gezielt in Szene zu setzen, um so Emotionen zu wecken und den Kaufwunsch auszulösen. 

 

In Zeiten von steigenden Einkäufen per Internet ist das eine Herausforderung.

Natürlich, aber das macht diesen Beruf auch spannend. Ich habe das Gefühl, dass die Kundinnen und Kunden künftig wieder vermehrt das Erlebnis suchen und die persönliche Beratung schätzen. Die Digitalisierung gibt uns aber auch neue Chancen für die Warenpräsentation.

 

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Mein erstes Ziel ist es, die Lehre in einem Rang abzuschliessen. Wie es dann weitergeht, ist schwer zu sagen, unser Beruf ist einem ständigen Wandel unterworfen. Ich könnte mir vorstellen, einmal als Ausbildnerin tätig zu sein.

 

 

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 21 Dezember 2017 09:17

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