Sonntag, Dezember 17, 2017

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«Ich gehöre zu den Nervöseren»

Dominic Stöcklin (34), Obmann der Fasnachtsgesellschaft Basler Rolli, über die Ehre, am Charivari mitmachen zu dürfen. Und über den Übungsaufwand für die Vorfasnachtsveranstaltung.

 

Vogel Gryff: Herr Stöcklin, erhofft man sich als Clique, das einmal eine Anfrage vom Charivari kommt?

Dominic Stöcklin: Ja. Wir hatten die Hoffnung, wieder mal im Charivari auftreten zu dürfen. Im 2006 waren wir schon mal dabei. Angesichts der hohen musikalischen Ansprüche von Charivari-Programmchef Erik Julliard ist es natürlich eine Ehre, eine Anfrage zu bekommen. Wir freuen uns sehr, dass wir mitmachen dürfen. Ausserhalb des Drummeli, bei dem wir alle zwei Jahre mitmachen, haben wir nun beim Charivari die Chance, uns als Clique zu präsentieren.

 

Was meinen Sie, warum man Sie ausgewählt hat?

Wir legen wir viel Wert auf die musikalische Qualität und haben sehr gute Instruktoren. So können wir bereits dem Nachwuchs eine solide Ausbildung gewähren. So bringen wir immer wieder Cliquenmitglieder hervor, die beim Preistrommeln und Preispfeifen in der Einzel- oder Gruppenkategorie in den Final kommen. Dieser Einsatz wird offenbar bemerkt und man sagt uns nach, musikalisch gesehen zu den Besseren zu gehören.

 

Seit wann wissen Sie von Ihrem Glück?

Die offizielle Zusage haben wir seit dem Anfang des Fasnachtsjahres. Somit haben wir ein Jahr Zeit, den Auftritt vorzubereiten. Zuerst einmal ging es gemeinsam mit den Charivari-Verantwortlichen darum herauszufinden, was wir überhaupt machen, denn das ist nicht so trivial. Machen wir etwas aus dem bestehenden Repertoire oder studieren wir etwas Neues ein? Dieses Jahr waren wir am Drummeli, 2018 sind wir am Charivari, 2019 sind wir wieder am Drummeli und feiern unser 50-Jahr-Jubiläum. Im Hinblick auf diesen Zeitplan haben wir das Charivari-Programm entwickelt.

 

Und: Kommt etwas Neues oder etwas aus dem Repertoire?

Unser Beitrag besteht darin, klassische Fasnachtsmusik zu zelebrieren. Was wir genau machen, verrate ich natürlich nicht. Ich sage nur soviel: Wir könnten am Charivari für eine Überraschung sorgen.

 

Wie gross ist der Aufwand für ein normales Cliquenmitglied – im Vergleich etwa mit einem Auftritt am Drummeli?

Für das Charivari ist sicher der Druck höher. Am Drummeli ist die Clique nur eine unter vielen. Der Übungsaufwand ist etwas grösser als für das Drummeli, es muss auch mehr als nur ein Marsch einstudiert werden. Die Übungseinheiten sind intensiv, jede und jeder übt bei sich zuhause. In den Jahren, in denen wir an einer Vorfasnachtsveranstaltung auftreten, legen wir immer einen Übungssamstag ein. Dabei steht nicht nur das Üben im Vordergrund, aber es geht auch darum, die Geselligkeit zu pflegen. 

 

Sehr intensiv ist die Zeit während des Charivari, das zwei Wochen dauert. Wie gross ist die Belastung?

Während der Charivari-Zeit alles unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung. Man muss schon etwas verrückt sein, um das zu machen. Da unser Stammverein aus 90 Aktiven besteht, können wir unsere Auftritte auf mehrere Schultern verteilen. Es gibt Leute, die täglich dabei sind, andere treten etwas weniger häufig auf.

 

Wann kommt der Punkt, an dem sagt: So, jetzt sind wir gut genug, jetzt können wir auf die Bühne?

Für unsere Instruktoren ist dieser Punkt wahrscheinlich nie erreicht: Sie wollen immer noch eine bessere Qualität – und das ist auch gut so.

 

Man fragt sich immer wieder, wie viele Leute aus dem Publikum merken, wenn jemand falsch spielt.

Grundsätzlich steht der Spass im Vordergrund, miteinander Fasnacht zu machen. So gesehen spielen wir auch für uns und nicht nur fürs Publikum. Aber natürlich wollen wir das Publikum begeistern. Wenn jemand beispielsweise wegen einer Guggenmusik zum Charivari kommt, können wir diese Person vielleicht überraschen.

 

Wie viel investieren Sie in den optischen Auftritt?

Wir überlegen uns noch, wie wir passend zum Auftritt aussehen werden. Auch hier werden wir noch Zeit investieren.

 

Gibt es vor dem Auftritt Lampenfieber?

Das ist sehr individuell. Ich selber gehöre sicher zu den Nervöseren. Am Schlimmsten ist bei mir das Lampenfieber jeweils kurz vor dem Auftritt – aber man lernt, damit umzugehen.

 

Was ist das Markenzeichen Ihrer Clique?

Wir versuchen, stets eine optimale Balance zu finden zwischen Geselligkeit und Musikalität. Das heisst, intensiv am Musikalischen zu arbeiten und es trotzdem zusammen immer lustig zu haben. Zudem haben wir einen starken Zusammenhalt zwischen der Jungen Garde, dem Stamm und der Alten Garde. Die Ur-Rollis schaffen es immer wieder, das Rolli-Gen auf die Jüngeren zu übertragen.

 

Die Fasnachtsgesellschaft Basler Rolli 1969 hat knapp 200 Mitglieder, die sich auf die Junge Garde, den Stamm und die Alte Garde verteilen. Die Clique wurde 1969 gegründet und war immer eine gemischte Clique mit Frauen, die trommeln und Männern, die pfeifen. Der Cliquenkeller befindet sich am Wettsteinplatz, das Stammlokal ist im Restaurant Rebhaus.

 

 

www.baslerrolli.ch

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 November 2017 10:56

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