Montag, November 20, 2017

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Bärenfelserstrasse feiert 40 Jahre Wohnstrasse

(oben von links) Leo Arnold, Beat Wyss, Beatus Gubler, (unten von links)  Tobias Jäggi (mit Baby), Lea Forestier, Dieter Zimmer, Paolo Saba, Christine Rebmann, Judith und Ruedi Bachmann. (oben von links) Leo Arnold, Beat Wyss, Beatus Gubler, (unten von links) Tobias Jäggi (mit Baby), Lea Forestier, Dieter Zimmer, Paolo Saba, Christine Rebmann, Judith und Ruedi Bachmann. Foto: Rolf Zenklusen

Vor 40 Jahren wurde an der Bärenfelserstrasse im Kleinbasel die erste Wohnstrasse der Schweiz eingerichtet: Jetzt wird gefeiert.

Sie haben für etwas gekämpft, dass heute nahezu selbstverständlich ist. Sie haben gekämpft für eine Wohnstrasse, und sie haben gewonnen. 1977 wurde in der Bärenfelserstrasse, zuvor eine Durchgangsstrasse für Parkplatzsuchende, die erste Wohnstrasse der Schweiz eingerichtet, in der Tempo 20 herrscht und die Fussgängerinnen und Fussgänger Vortritt haben.  Zum 40-Jahr-Jubiläum der ersten Wohnstrasse haben einige Gründerväter und -mütter der IG Bärenfelserstrasse die Medien zum Rückblick eingeladen. Wichtiger Streiter für die Wohnstrasse waren der Architekt Ruedi Bachmann und seine Frau Judith. Sie haben zahlreiche ältere Häuser vor der Abbruchbirne bewahrt und wollten neue Formen des Zusammenlebens ausprobieren – nicht auf der grünen Wiese, sondern mitten in der Stadt.

Ein «Staat in der Stadt»

Sie setzten sich ein für ein gemeinschaftsorientiertes Zusammenleben auf einer verkehrsberuhigten Strasse, die als erweiterter Lebensraum dient. «Gebt uns 5000 Franken, und wir machen unsere eigene Wohnstrasse», haben sie damals von der Regierung gefordert. Dieses Ansinnen ist zwar gescheitert, dafür hat der Regierungsrat 1977 für 35 000 Franken Betonelemente zur Verkehrsberuhigung aufgestellt und ein auf zwei Jahre befristetes Provisorium für eine Wohnstrasse bewilligt – ein Provisorium, das bis heute Bestand hat. Mit dem Unterschied, dass die Strasse heute als Begegnungszone gilt, wie 40 andere Strassen in Basel. 

Breit abgestützte Bewegung

«Wir haben gewonnen, weil wir nicht nur politisch, sondern auch alters- und einkommensmässig breit abgestützt waren», erinnert sich Beat Wyss, ein weiterer Kämpfer für die Wohnstrasse. Beim damaligen Kampf sei es nicht nur um die Wohnstrasse gegangen, sondern auch darum, erschwinglichen Wohnraum wie zum Beispiel die Liegenschaft an der Bärenfel­serstrasse 28 (Bä 28) zu erhalten. Wyss spricht von «halblegalen Aktionen» wie etwa dem Transport eines Haufens Schutt ins Vorzimmer des damaligen Regierungsrats Eugen Keller (CVP). Mit dieser Aktion wurde dagegen prostestiert, dass der Besitzer der Bä 28 unter den Augen des Kanton das Haus absichtlich verlottern liess, um es schneller abreissen zu können. Als der Kanton mit einer Eisentüre den Zugang zur «Bä 28» verhindern wollte, wurde die Türe herausgeschweisst und in Beton gegossen auf dem Münsterplatz deponiert, wie sich Dieter Zimmer, ein weiterer Kämpfer für die Wohnstrasse, erinnert.

Auszeichnung für Engagement

Für ihr Engagement hat die Bärenfelserstrasse-Wohnstrassen-Gruppe im Jahr 2000 den GGG-Preis erhalten. Der Kampf hat sich gelohnt, wie Bachmann ausführte. Dank der Wohnstrasse und der sanften Sanierung vieler Liegenschaften funktioniere das gemeinschaftsorientierte Zusammenleben viel besser als früher. «Die Leute fühlen sich wohl hier, es gibt viel weniger Mieterwechsel.» Der Geist der Bärenfelserstrasse – eine Art «Staat in der Stadt» – funk­tioniere über Generationen hinweg und habe bis heute Bestand. Einmal jährlich wird dieser Geist am Bärenfelserstrassenfest zünftig gefeiert. Das Fest zum 40-Jahr-Jubiläum wird ein ganz Spezielles.

 

40. Bärenfelserstrassenfest

9. September, 14 bis 23 Uhr

Kinderprogramm, Konzerte, kulinarische Köstlichkeiten
www.baerenfelserstrasse.ch

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 30 August 2017 13:29

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Ruedi Bachmann-Kundert Montag, 18 September 2017 17:27 gepostet von Ruedi Bachmann-Kundert

    Geschätzte BerichtendeR
    Danke für Ihren prima Bericht vom 40.Bärenfelser Wohnstrassenfest!
    Mit besten Wünschen der Bärenfelser Wohnstrassengruppe grüsst Sie
    archi cordial Ruedi Bachmann-Kundert

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