Montag, Juni 17, 2019

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Bund will Kleinbasel entlasten

Die Anwohnerinnen und Anwohner der Osttangente können ein wenig aufatmen. Anstelle des ursprünglich vorgesehenen oberirdischen Ausbaus schlägt das Bundesamt für Strassen (Astra) nun eine Tunnelvariante vor. Zwischen Birsfelden und der Nordtangente bei der Verzweigung Wiese soll ein neuer Tunnel unter dem Rhein hindurch gebaut werden. Vorläufig ist geplant, pro Röhre je eine Fahrspur und einen Pannenstreifen zu bauen. Später sei auch ein Ausbau der Tunnelröhren auf zwei Fahrspuren möglich, teilte das Astra diese Woche mit.

Tunnel kostet 1,4 Milliarden

Neu würde die Autobahn beim Zubringer Birsfelden in einen Tunnel abtauchen; die Anbindung an die Nordtangente würde bei der heutigen Ausfahrt Klybeck und bei der Rampenbrücke Wiese erfolgen. «Damit kann die bestehende Nationalstrasse vom Verkehr von und nach Frankreich sowie Basel Kannenfeld und Allschwil entlastet werden», schreibt das Astra. Die heutige A2 würde in ihrer heutigen Form bestehen bleiben. Eine zusätzliche Anbindung des Verkehrs von und nach Deutschland wäre bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt realisierbar. Die Tunnelvariante soll rund 1,4 Milliarden Franken kosten; die allfällige Erweiterung von und nach Deutschland ist in diesem Betrag aber nicht inbegriffen. Verglichen mit der oberirdischen Lösung kostet die Tunnelvariante 300 Millionen Franken mehr. Um diese Mehrkosten wird nun verhandelt.

Baselbiet will nicht zahlen 

Das Astra vertritt die Ansicht, die beiden Basler Halbkantone müssten sich an den Kosten beteiligen, «da die Nationalstrasse einen beträchtlichen Teil des regionalen und innerstädtischen Verkehrs aufnimmt und stark zur Entlastung des nachgelagerten Verkehrsnetzes beiträgt». Davon profitiere die ganze Region. Doch es zeichnet sich ab, dass Basel-Stadt allein gelassen wird.Aus dem Baselbiet kam nämlich bereits ein ziemlich kategorisches Nein. Baudirektorin Sabine Pegoraro (FDP) erklärte der «Basler Zeitung», sie sehe den Kanton Baselland nicht in der Pflicht, denn er habe keine Wünsche angebracht. Bis die neuen Tunnelröhren gebaut werden, müssen sich die Anwohner auf jeden Fall noch lange gedulden. Gemäss Astra ist ein Baubeginn frühestens für 2025 vorgesehen. Auch die Verkehrsprognosen sind für die Anwohner wenig beruhigend: Laut Astra brausen bei der Schwarzwaldbrücke zwischen Montag und Freitag schon jetzt täglich fast 90 000 Fahrzeuge über die Auto­bahn. Prognosen gehen davon aus, dass der Verkehr auf den Nationalstrassen bis 2030 um 20 bis 25 Prozent zunehmen wird. Das dürfte in Basel nicht anders sein.

Umleitung über Deutschland?

Kurzfristige Massnahmen zur Entlastung sind keine in Sicht. Möglich wäre zum Beispiel, den Transitverkehr nahe Rheinfelden auf die Deutsche Autobahn A98 zu führen und erst nach Basel wieder ins Schweizer Netz einzufädeln. Dass die Deutschen damit einverstanden sind, darf allerdings stark bezweifelt werden. 

 
Letzte Änderung am Freitag, 18 Juli 2014 12:23

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