Donnerstag, Mai 25, 2017

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«Mit dem Kochbuch wollte ich eine Brücke schlagen»

Präsentation. Mit einem Plakat stellte Besjana Ramadani kürzlich ihr Kochbuch im Gymnasium Bäumlihof den Mitschülern und Eltern vor. Präsentation. Mit einem Plakat stellte Besjana Ramadani kürzlich ihr Kochbuch im Gymnasium Bäumlihof den Mitschülern und Eltern vor. Markus Knöpfli

«Guten Appetit – Ju beftë mirë – Afiyet olsun» – so lautet der deutsch-albanisch-türkische Titel des 220-seitigen Kochbuchs von Besjana Ramadani (18), die im Juni das Gymnasium Bäumlihof mit der Matura abschliessen wird. Die Rezepte und Texte im Buch sind alle auf Deutsch, die Namen der Speisen lernt man aber in den erwähnten drei Sprachen kennen. Der «Vogel Gryff» wollte von der jungen Kosovarin wissen, wie es zu diesem Buchprojekt kam.

 

Wie kamen Sie auf die Idee, als Maturaarbeit ein Kochbuch zu verfassen?

Besjana Ramadani: Ich wollte etwas machen, das einen bleibenden Wert hat und mir nützlich ist. Es sollte auch etwas sein, mit dem ich mich selbst und meine Talente präsentieren kann. Ich stamme aus dem Kosovo und schätze die dortige Esskultur sehr. Deshalb habe ich schon früh Rezepte gesammelt und diese auf Zetteln, auf dem Handy und auf Notizblöcken festgehalten. Diese unübersichtliche Sammlung wollte ich ohnehin einmal zusammentragen. Und da ich am Gymnasium den Schwerpunkt «Bildnerisches Gestalten» gewählt hatte, lag es nahe, dass ich das Gelernte mit der Rezeptsammlung verband.

 

Sie schrieben nicht nur die Rezepte, sondern machten von den Speisen auch wunderschöne Fotos.

Ursprünglich plante ich das Kochbuch bloss in kleinem Rahmen und hauptsächlich mit eigenen Zeichnungen. Ein paar Dinge fotografierte ich zudem mit dem Handy. Deshalb merkte ich, dass  Fotos nicht nur schöner, sondern auch anschaulicher sind. Deshalb besorgte ich mir eine Kamera, machte mich damit vertraut, fing erneut bei Null an und kochte nochmals alle Speisen durch.

 

Der Buchtitel und die Namen der einzelnen Speisen sind dreisprachig – weshalb?

Die Esskultur des Kosovo ist stark beeinflusst von der Zeit des osmanischen Reiches. In der Türkei und im Orient gibt es deshalb ähnliche Speisen wie im Kosovo. Diesen Zusammenhang wollte ich hervorheben. Darum enthält das Buch auch je eine kurze Einführung in die albanische und türkische Küche.

 

Kochbücher gibt es viele – was ist das Spezielle an Ihrem Werk?

Erstens enthält es Rezepte aus dem Balkan, der Türkei und dem Orient. Es gibt zwar auch andere Bücher mit solchen Rezepten, doch die Mengenangaben sind dort oft ungenau, was eher vom Kochen abhält. Ich wollte es einfach und klar, deshalb habe ich alle Rezepte ausprobiert und die Mengenangaben vereinheitlicht. Zweitens habe ich die Speisen mit meiner Familie und Herkunft verbunden, indem ich kurze Einleitungen oder Tipps dazu schrieb. Ebenso Erklärungen, etwa zu unserem Zucker- oder Opferfest (Bajram) oder über die Fastenzeit (Ramadan). Das Buch ist also nicht nur eine Rezeptsammlung; ich wollte auch eine Brücke schlagen.

 

An wen richtet es sich denn?

An alle Personen, die leidenschaftlich gerne kochen und Neues ausprobieren. Dann aber auch an Menschen in meinem Alter, die wie ich kosovarische Wurzeln haben und in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz leben: Manche von ihnen haben unsere Traditionen vergessen. Mein Kochbuch soll sie ermutigen, unsere Esskultur wieder vermehrt zu pflegen.

 

Sind alle Zutaten hier erhältlich?

Ja, einige aber nur in türkischen oder albanischen Quartierlädeli. Das ist im Buch jeweils vermerkt.

 

Welches ist Ihr Lieblingsrezept?

Ich arbeite gerne mit Teig, deshalb mag ich «Petlla» (frittierte Teigstücke). Diese Speise bereitet man bei uns zu, wenn zwei Menschen heiraten: Am Tag nach der Hochzeit frittieren sie Pettla zum Frühstück und essen es mit der Familie. Man kann es süss oder salzig würzen.

 

220 Seiten dick. Besjana Ramadani: «Guten Appetit – Ju beftë mirë – Afiyet olsun». Nicht im Buchhandel erhältlich. 28 Franken, bestellbar über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Letzte Änderung am Mittwoch, 12 April 2017 16:26

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