Donnerstag, Mai 24, 2018

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x
Kleinbasel

Fast hätte es zum Jubiläum gereicht. Im Herbst dieses Jahres wäre «The Vintage Store» am Riehenring 65 beim Messeplatz  runde zehn Jahre alt geworden. Der Baustart des Claraturms wird dies aber verhindern. Bis zum 1. Juli muss Graf Seismo sein Geschäft und die Wohnung darüber räumen. Eigentlich heisst er mit bürgerlichem Namen Frank Keller und war mal Berufsmusiker. «Ich hätte als Musiker Karriere machen können, habe aber zu viele Ausreden, warum es nicht geklappt hat.» 

Eine grosse Schatztruhe

Jetzt ist er selbsternannter Aussteiger, der sich einen Flohmarkt aufgebaut hat. Seinen Künstlernamen leitet er vom Seismografen, dem Erdbebendetektor, ab mit der Nachfrage «Spürst du mich?».

Aber zurück zum Geschäft, das zu räumen nicht leicht ist. «Ich habe ein einmaliges Sortiment, es ist so etwas wie eine riesige Schatztruhe. Ausserdem habe ich eine Bühne, auf der schon viele Sessions stattgefunden haben.» Bis man sich seinen Weg zu dieser Bühne ganz hinten rechts im Laden gebahnt hat, kommt man an allen möglichen anderen Sachen vorbei. An der Decke hängen über 50 Kronleuchter, überall liegen Hüte rum (es sollen über 200 sein), Lederjacken hängen fast ebenso viele an verschiedenen Kleiderhaken und auch Kerzenständer, Strassenschilder und Kuhglocken sind zu finden. Zu entdecken gibt es auch einen Eingang zu einem WC, der aber komplett mit Waren versperrt ist. Es habe ja noch ein weiteres Klo, sagt Keller und fügt mit einem Grinsen an: «Kauft Jacken, dann friert ihr nicht beim Kacken.» Für solche Sprüche, Wortspiele und seine extrovertierte Art ist der 73-Jährige bekannt und schon fast berüchtigt. Immer wieder hat er Gäste der Restaurants links und rechts –oder auch Personen, die einfach vorbeigehen – laustark aufgefordert, in sein Geschäft zu kommen.  «Brauchst du eigentlich eine Extraeinladung?», tönt es da manchmal mit lauter Stimme. Solche Massnahmen sind nötig, denn das Geschäft läuft meistens eher schlecht als recht. «Ich habe zu viele Tage im Monat, wo ich keinen Umsatz mache», sagt Keller. 

Zwei Herzinfarkte überstanden 

Dass er es aber trotzdem irgendwie geschafft hat, sich über Wasser zu halten, verdankt er einem kleinen Teil von Stammkunden und den grossen Anlässen am Messeplatz. «Die beste Zeit ist während der Baselworld und der Art Basel. Aber nicht während der Herbstmesse. Da haben die Leute nach einem Besuch kein Geld mehr.» Erschwerend kommt jetzt kurz vor der Schliessung des Geschäfts dazu, das Frank Keller kürzlich zwei Herzinfarkte erlitten hatte und mit den Nebenwirkungen der Medikamente zu kämpfen hat. «Ich arbeite zwar weiter, muss mich aber immer wieder mal hinlegen.» Zu schaffen macht ihm weiter, dass er noch gar keinen Plan hat, wie er bis am 1. Juli seinen Laden räumen soll. Sicher ist, dass es eine Teil-Liquidation gibt. «Eigentlich hoffe ich, dass jemand, der reich ist, mir das ganze Inventar abkauft. Oder wenigstens die Hälfte, das würde mich schon selig machen. Der Laden ist ein Kunstwerk, ein Gesamtkonzept.»

Auf Hilfe angewiesen

Da dies aber doch eher unwahrscheinlich ist, hat Keller nochh eine andere Idee. «Hier folgt ein Hilferuf! Ich bin auf der Suche nach einem Lager, wo ich all die Sachen unterbringen kann. Am besten noch mit einer Wohnung dazu.» So oder so wird es für ihn noch eine anstrengende Zeit bis zum 1. Juli. Weitermachen kommt für ihn nicht in Frage. «Ich bin froh, dass es vorbei ist und ich damit abschliessen kann.» Es ist ihm aber auch jetzt schon klar, dass er sein Geschäft vermissen wird. «Das ist meine Bühne, mein Theater, mein Tempel und Gefängnis. Ich konnte hier als Verkäufer üben, wie weit ich mit Kunden gehen kann und wie frech ich sein darf.
Was meint Graf Seismo zum Neubau, dem er weichen muss? «Mit dem Bau des Claraturms will Basel noch internationaler werden. Ich verstehe das. Aber es ist eine Frechheit, auf so einem kleinen Platz ein solches Monster hinzustellen.»

 

 

Ein Neulenker hat sich am Montagabend im Horburgtunnel auf der A3 bei einem Selbstunfall leicht verletzt. Der 21-Jährige hatte unmittelbar vor der Ausfahrt Riehenring die Kontrolle über sein Auto verloren und prallte mit ihm in die rechte Tunnelwand. Seine Mitfahrerin blieb unverletzt. Es entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Franken. Der Unfall passierte gegen 19.40 Uhr auf der A3 in Fahrtrichtung Zürich. Die Verkehrspolizei untersucht nun den genauen Unfallhergang. Beim Lenker ergab der Test einen Wert von 0,0 Milligramm Alkohol pro Liter Atemluft. Die Polizei musste den rechten Fahrstreifen für die Unfallaufnahme sowie die Fahrzeugbergung während mehr als einer Stunde sperren. Es kam zu einem Rückstau.

 

Erstes Stücki Art Project ein Erfolg

  • Dienstag, 22 Mai 2018 13:34
Das erste Stücki Art Project war ein Erfolg. Zehn beeindruckende Werke von jungen Künstler schmücken die Bauwände im Stücki Park. Nun hat das Publikum vor Ort und auf Facebook seinen Favoriten gewählt. Die Wahl war nicht einfach: jedes der zehn Werke überzeugt auf seine Art und Weise. «Der durchwegs hohe Anspruch der jungen Künstler und die Qualität in der Ausführung sind beeindruckend», meint Christian Mutschler, Leiter Management Stücki Park «Was mich ganz besonders begeistert hat, ist die Vielseitigkeit der Werke. Das passt wunderba zum Stücki Park»
 
Mit einer Abstimmung vor Ort und auf Facebook hat das Publikum nun seinen Favoriten gewählt. Die Gewinner sind Annina Burkhard und Cora Meyer vom Kollektiv «Balsam», die mit ihrem witzigen Strandwimmelbild am meisten Stimmen erhalten haben. Die Werke aller Künstler sind noch bis Ende Juni im Stücki Park zu betrachten.
Die Baslerinnen und Basler mussten lange warten, bis sie – neben dem Hallenbad Rialto – ein zweites Schwimmbad mit einem Dach bekommen haben. Am 28. Oktober letzten Jahres war es dann endlich soweit: Die Traglufthalle über dem 50-Meter Schwimm­becken im Eglisee konnte offiziell eröffnet werden. Für rund vier Millionen Franken und nach gerade nach einem Jahr Bauzeit. Die Freude und der Stolz der Verantwortlichen war bei der Präsentation der Traglufthalle gross. Der anwesende Regierungsrat Conradin Cramer gab sich aber bescheiden und sagte, dass es nicht sein Verdienst sei, sondern das vieler anderer, die sich schon jahrzehntelang für ein weiteres Hallenbad in Basel eingesetzt hätten. 
 
Am 28. April ist nun die erste Saison in der Traglufthalle im Egli­see zu Ende gegangen. Gemäss Rolf Moser, Leiter Bäder/Kunsteisbahnen und Gastronomie beim Erziehungsdepartement, ist die ersten Saison erfolgreich verlaufen. «Die Bilanz fällt sehr gut aus. Es gab durchwegs positive Publikumsreaktionen und keine nennenswerten Unfälle.» Auch wenn die Trag
lufthalle ein pro­vi
­so­risches Schwimm
bad ist und aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt werden kann, kommt es nicht als Flickwerk daher, sondern als Einheit.  Auch das kam bei den Leuten gut an, wie Moser ausführt. «Der Aufenthalt in der Halle gestaltet sich in Bezug auf Klima, Lärmquellen und Lichtverhältnisse sehr angenehm. Die Reaktionen waren durchwegs positiv.» 
 
Insgesamt verzeichnete die neue Traglufthalle rund 11 000 Besucher, hauptsächlich Frühschwimmerinnen und Frühschwimmer. Mitgezählt wurden auch die Mitglieder der Wassersportvereine und Absolventen diverser Kurse. Alles in allem würden diese Zahlen in etwa den Erwartungen entsprechen, sagte Moser. Wer nun aber denkt, dass den Baslerinnen und Baslern in den frühen Wintermorgenstunden zwei Schwimmbäder zur Verfügung stehen, täuscht sich. Während früher das Rialto um sechs Uhr für die Frühschwimmer geöffnet war, übernahm nun die Traglufthalle seit ihrer Eröffnung diese Aufgabe.
 
Das Rialto öffnete dafür erst um
 8 Uhr. Rolf Mo
ser erklärt den Grund für die Änderung: «Wir haben ab 1. Januar 2018 die Öffnungszeit im Rialto nach diversen Reaktionen aus der Bevölkerung neu auf acht Uhr angesetzt. Damit steht ab sechs Uhr jeweils ein Hallenbad lückenlos zur Verfügung.» Anscheinend gibt es nicht genug Frühschwimmer, damit es sich lohnt, zwei Hallenbäder im Winter zu öffnen.
 
In der ersten Saison wurde das Schwimmbad im Eglisee hauptsächlich von Frühschwimmern und Schwimmvereinen genutzt. Denn es ist nicht ein Hallenbad im herkömmlichen Sinn, das für Familien und Schulen geeignet ist und in dem man einfach darin herumplanschen kann. Darum sei jetzt schon klar, dass es auf die nächste Saison keine Änderungen geben wird, sagte Moser. «Eine ständige Umfrage vor Ort hat gezeigt, dass aktuell kein Bedürfnis nach einer Ausweitung der Öffnungszeiten besteht. Das Becken ist wirklich nur für Streckenschwimmer geeignet und beispielsweise nicht für Schulen. Der potentielle Nutzerkreis schränkt sich also klar ein.»
 
Wie das nun mal so ist in einer ersten Saison, tauchten hier und da noch Probleme auf, sogenannte kleinere technische Unzulänglichkeiten, die aber ohne Betriebs­einschränkung behoben werden konnten. Verbessert werden muss allerdings noch das Zutrittssystem, wie Rolf
 Moser erklärt. Mit dem Ende der Saison hat auch die Traglufthalle ihre Arbeit getan: Sie wurde abgebaut und verstaut. Während der Aufbau rund 14 Tage gedauert hatte, ist der Abbau in Rekordzeit von gerade mal einem Tag über die Bühne gegangen.
 
Damit der Auf- und Abbau überhaupt so schnell erledigt werden kann, wurde bereits mit Baubeginn die Grundlage dafür geschaffen. Die notwendigen Verankerungen für die Traglufthalle wurden eingebaut und die Garderoben sind einzelne Module, die als Ganzes transportiert werden können. Ausserdem wurde eine unterirdische Technikzentrale (Gebläse-Raum) für die Traglufthalle gebaut. Das alles zusammen stellt sicher, dass die Arbeiten möglichst rasch und speditiv in Angriff genommen werden können.
 
Die Eglisee-Traglufthalle wurde Anfang Mai für die Sommersaison demontiert und die Garderoben und das Traglufthallenfenster in Überseecontainern verpackt. Die Traglufthalle selber wird im Eglisee gelagert, sagte Moser, während die Garderobenmodule auf der Sportanlage Bachgraben verstaut werden. Bis zum nächsten Herbst.