Sonntag, November 19, 2017

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Kleinbasel

Seit die Rheingasse autofrei ist, hat sich die Gastronomie belebt, was bei Anwohnern immer wieder zu Kritik führte. Einige fühlten sich ihrer Nachtruhe beraubt. Im Februar haben sich deshalb Vertreter von Beizen und Anwohner an einen Tisch gesetzt und eine Vereinbarung getroffen, bei der alle Beteiligten Kompromisse eingegangen sind.

Eine Stunde länger offen 

Unter anderem wurden die Öffnungszeiten der Gastronomiebetriebe vom 1. Juli bis 30. September um eine Stunde verlängert – von Sonntag bis Donnerstag von 22 auf 23 Uhr sowie freitags und samstags von 23 auf 24 Uhr. Im Gegenzug haben sich die Gastronomen verpflichtet, von Donnerstag bis Samstag bis Betriebsschluss Sicherheitspersonal zu verpflichten. Zudem wurde vom Donnerstag bis Samstag eine Hotline für Lärmprobleme eingerichtet; an den restlichen Tagen soll für Lärmprobleme direkt die Polizei gerufen werden. An einer Sitzung der Beteiligten wurde nun kürzlich festgestellt, dass in der Testphase vom 1. Juli bis 30. September 2017 nicht alle Punkte der Vereinbarung eingehalten wurden. «Punktuell gibt es immer wieder Reklamationen betreffend das Nichteinhalten der Öffnungszeiten», schreibt das Stadtteilsekretariat Klein­basel (STS), das die beiden Parteien unterstützt.

Nachtruhe bitte durchsetzen

Die meisten Anwohner sehen zwar die Bemühungen der Wirte, die Gäste in den Innenraum zu bitten, sind aber mit der Umsetzung des Boulevardschlusses noch nicht zufrieden, wie das STS feststellt. «Verbesserungswürdig ist auch der Einbezug der Gäste. Diese müssen besser für die Anliegen der Anwohnenden und deren Nachtruhe sensibilisiert werden.» Gewünscht wird auch die Durchsetzung der Nachtruhe mit Hilfe von Polizei-Fusspatrouillen. 

Die im Grossen Rat hängige Motion von Kerstin Wenk (SP) geht einigen Anwohnern zu weit. Wenk verlangt in ihrem Vorstoss, dass die Beizen an Wochentagen bis 24 Uhr und am Wochenende bis 1 Uhr offen bleiben dürfen. Trotz Meinungsverschiedenheiten soll der Prozess des Dialogs weitergehen. «Die Vereinbarung wird aktualisiert und im Jahr 2018 weiter gelten», erklärt das STS und fügt hinzu, nur ein Bemühen um ein gutes Miteinander könne in diesem Interessenskonflikt weiterhelfen.

 

 

«Ich gehöre zu den Nervöseren»

  • Mittwoch, 08 November 2017 10:03

Dominic Stöcklin (34), Obmann der Fasnachtsgesellschaft Basler Rolli, über die Ehre, am Charivari mitmachen zu dürfen. Und über den Übungsaufwand für die Vorfasnachtsveranstaltung.

 

Vogel Gryff: Herr Stöcklin, erhofft man sich als Clique, das einmal eine Anfrage vom Charivari kommt?

Dominic Stöcklin: Ja. Wir hatten die Hoffnung, wieder mal im Charivari auftreten zu dürfen. Im 2006 waren wir schon mal dabei. Angesichts der hohen musikalischen Ansprüche von Charivari-Programmchef Erik Julliard ist es natürlich eine Ehre, eine Anfrage zu bekommen. Wir freuen uns sehr, dass wir mitmachen dürfen. Ausserhalb des Drummeli, bei dem wir alle zwei Jahre mitmachen, haben wir nun beim Charivari die Chance, uns als Clique zu präsentieren.

 

Was meinen Sie, warum man Sie ausgewählt hat?

Wir legen wir viel Wert auf die musikalische Qualität und haben sehr gute Instruktoren. So können wir bereits dem Nachwuchs eine solide Ausbildung gewähren. So bringen wir immer wieder Cliquenmitglieder hervor, die beim Preistrommeln und Preispfeifen in der Einzel- oder Gruppenkategorie in den Final kommen. Dieser Einsatz wird offenbar bemerkt und man sagt uns nach, musikalisch gesehen zu den Besseren zu gehören.

 

Seit wann wissen Sie von Ihrem Glück?

Die offizielle Zusage haben wir seit dem Anfang des Fasnachtsjahres. Somit haben wir ein Jahr Zeit, den Auftritt vorzubereiten. Zuerst einmal ging es gemeinsam mit den Charivari-Verantwortlichen darum herauszufinden, was wir überhaupt machen, denn das ist nicht so trivial. Machen wir etwas aus dem bestehenden Repertoire oder studieren wir etwas Neues ein? Dieses Jahr waren wir am Drummeli, 2018 sind wir am Charivari, 2019 sind wir wieder am Drummeli und feiern unser 50-Jahr-Jubiläum. Im Hinblick auf diesen Zeitplan haben wir das Charivari-Programm entwickelt.

 

Und: Kommt etwas Neues oder etwas aus dem Repertoire?

Unser Beitrag besteht darin, klassische Fasnachtsmusik zu zelebrieren. Was wir genau machen, verrate ich natürlich nicht. Ich sage nur soviel: Wir könnten am Charivari für eine Überraschung sorgen.

 

Wie gross ist der Aufwand für ein normales Cliquenmitglied – im Vergleich etwa mit einem Auftritt am Drummeli?

Für das Charivari ist sicher der Druck höher. Am Drummeli ist die Clique nur eine unter vielen. Der Übungsaufwand ist etwas grösser als für das Drummeli, es muss auch mehr als nur ein Marsch einstudiert werden. Die Übungseinheiten sind intensiv, jede und jeder übt bei sich zuhause. In den Jahren, in denen wir an einer Vorfasnachtsveranstaltung auftreten, legen wir immer einen Übungssamstag ein. Dabei steht nicht nur das Üben im Vordergrund, aber es geht auch darum, die Geselligkeit zu pflegen. 

 

Sehr intensiv ist die Zeit während des Charivari, das zwei Wochen dauert. Wie gross ist die Belastung?

Während der Charivari-Zeit alles unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung. Man muss schon etwas verrückt sein, um das zu machen. Da unser Stammverein aus 90 Aktiven besteht, können wir unsere Auftritte auf mehrere Schultern verteilen. Es gibt Leute, die täglich dabei sind, andere treten etwas weniger häufig auf.

 

Wann kommt der Punkt, an dem sagt: So, jetzt sind wir gut genug, jetzt können wir auf die Bühne?

Für unsere Instruktoren ist dieser Punkt wahrscheinlich nie erreicht: Sie wollen immer noch eine bessere Qualität – und das ist auch gut so.

 

Man fragt sich immer wieder, wie viele Leute aus dem Publikum merken, wenn jemand falsch spielt.

Grundsätzlich steht der Spass im Vordergrund, miteinander Fasnacht zu machen. So gesehen spielen wir auch für uns und nicht nur fürs Publikum. Aber natürlich wollen wir das Publikum begeistern. Wenn jemand beispielsweise wegen einer Guggenmusik zum Charivari kommt, können wir diese Person vielleicht überraschen.

 

Wie viel investieren Sie in den optischen Auftritt?

Wir überlegen uns noch, wie wir passend zum Auftritt aussehen werden. Auch hier werden wir noch Zeit investieren.

 

Gibt es vor dem Auftritt Lampenfieber?

Das ist sehr individuell. Ich selber gehöre sicher zu den Nervöseren. Am Schlimmsten ist bei mir das Lampenfieber jeweils kurz vor dem Auftritt – aber man lernt, damit umzugehen.

 

Was ist das Markenzeichen Ihrer Clique?

Wir versuchen, stets eine optimale Balance zu finden zwischen Geselligkeit und Musikalität. Das heisst, intensiv am Musikalischen zu arbeiten und es trotzdem zusammen immer lustig zu haben. Zudem haben wir einen starken Zusammenhalt zwischen der Jungen Garde, dem Stamm und der Alten Garde. Die Ur-Rollis schaffen es immer wieder, das Rolli-Gen auf die Jüngeren zu übertragen.

 

Die Fasnachtsgesellschaft Basler Rolli 1969 hat knapp 200 Mitglieder, die sich auf die Junge Garde, den Stamm und die Alte Garde verteilen. Die Clique wurde 1969 gegründet und war immer eine gemischte Clique mit Frauen, die trommeln und Männern, die pfeifen. Der Cliquenkeller befindet sich am Wettsteinplatz, das Stammlokal ist im Restaurant Rebhaus.

 

 

www.baslerrolli.ch

 

 

 

 

 

Ausgerechnet am Vogel Gryff-Tag, dem 20. Januar 2018, beginnt das Glaibasler Charivari 2018. Bis 3. Februar 2018 gastiert die Vorfasnachtsveranstaltung im Volkshaus. Nach der ausverkauften Ausgabe 2017 darf sich das Publikum erneut auf ein volksnahes Programm mit vielen Höhepunkten freuen. Der Ticketverkauf beginnt am 1. November 2017.

Was genau am Charivari 2018 aufgeführt wird, bleibt wie immer (noch) unter Verschluss. «Es ist ein übergreifendes, lokales Thema. Punkt», erklärt Charivari-Obmann Walter F. Studer auf seine gewohnt burschikose Art. Sicher ist, dass bekannte Basler Fasnachtsformationen wie die Basler Rolli Fasnachtsgesellschaft 1969, die Kleinbasler Guggenmusik Ohregribler oder der mehrstimmige Schitzelbank d Gwäägi für ein mitreissendes Programm sorgen. Die Pfyffergrubbe Spitzbuebe bietet mit feinen Piccoloklängen einen wahren Ohrenschmaus. Teil des Programms ist auch die so genannte Charivari Drummelgrubbe, deren Zusammensetzung gemäss Programmchef Erik Julliard noch nicht bekannt ist. «Es wird eine ganz spezielle Formation», sagt Julliard.

Unter der Leitung von Regisseurin Colette Studer präsentiert das professionelle Schauspielensemble während den 15 Charivari-Vorstellungen auf eine humorvolle, kritische und manchmal auch besinnliche Art ihr ganzes Repertoire. Gekonnt werden regionale und globale Themen in den «Raamestiggli» aufs Korn genommen. Erstmals mit dabei ist der Luzerner Schauspieler Roger Wicki. Seine künstlerische Laufbahn begann mit dem Imitieren von prominenten Personen an der Luzerner Fasnacht. Mit seiner «Fischer Bettwaren»-Nummer war er ausserdem in der Sendung Giacobbo/Müller auf SRF1 zu sehen. Neben dem Charivari-Newcomer setzt sich das Schauspiel-Ensemble aus den etablierten Kräften Mirjam Buess, Nico Jacomet, Tatjana Pietropaolo, Stephanie Schluchter und Martin Stich zusammen.

Studer ist übrigens das fünfte Mal als Regisseurin dabei. Die Vorfreude sei gross: «Die Texte für die Raamestiggli sind fertig. Ich freue mich riesig, wenn es in den kommenden Tagen mit den Proben los geht und mich der Charivari-Virus endgültig infiziert.»  

Glaibasler Charivari 2018
20. Januar bis 3. Februar

Der Ticketverkauf für das Glaibasler Charivari startet am Mittwoch, 1. November 2017, um 10 Uhr.
Tickets gibt es auf www.charivari.ch, im Basel Tattoo Shop an der Schneidergasse 27, per Telefon 061 266 10 00 oder bei Ticketcorner.

 

Die Zeitung «Vogel Gryff» gibt ab 2018 neu jeden Monat eine Grossauflage heraus, die im ganzen Kanton verteilt wird. Seit 66 Jahren erscheint die Zeitung «Vogel Gryff» im Kleinbasel. Im 67. Jahrgang macht die Zeitung nun den Sprung über den Rhein. Der Verwaltungsrat der NKM Verlag AG hat kürzlich beschlossen, ab 2018 jeden Monat eine Grossauflage zu produzieren, die in jeden Briefkasten von Basel-Stadt verteilt wird.

Kleinbasel wird gestärkt 

Wie bisher erscheint der «Vogel Gryff» alle 14 Tage. Die Normalausgabe wird auch künftig in einer Auflage von 43 000 Exemplaren im Kleinbasel sowie in Riehen und Bettingen verteilt. Jede zweite Ausgabe erscheint neu in einer Grossauflage von 106 000 Exemplaren in allen Haushaltungen des Kantons Basel-Stadt. Der Gang über den Bach bedeutet keinesfalls eine Abkehr vom Kleinbasel – im Gegenteil: Mit diesem Schritt wird das Klein­basel nachhaltig gestärkt. Das Klein­basel allgemein und nicht zuletzt die KMU und Gewerbe erhalten dadurch eine willkommene Gelegenheit, sich im ganzen Stadtkanton zu präsentieren. Dafür bietet der Verlag geeignete Werbemodelle an. Der «Vogel Gryff» hält an seiner bewährten Strategie fest und wird weiterhin – auch in der Grossauflage – ausschliesslich über das lokale Geschehen im Stadtkanton berichten. Mit der Expansion sichert die NKM Verlag AG die Zukunft der Zeitung «Vogel Gryff», leistet einen Beitrag zur publizistischen Vielfalt in Basel und schafft bzw. erhält Arbeitsplätze im Kleinbasel. Bei der Genossenschaft Neue Kleinbasler Medien (www.gnkm.ch) kann man immer noch Anteilscheine zeichnen, die mit 1,5 Prozent verzinst werden.