Donnerstag, Mai 25, 2017

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Kleinbasel

Das Gelände des ehemaligen DB-Güterbahnhofs, auf dem das neue trimodale Güterterminal «Gateway Basel Nord» entstehen soll, liegt heute brach. Eine Vielzahl an Reptilien, Insekten und Schnecken hat sich auf dem trockenen und heissen Areal einen Lebensraum erschlossen. Auf den kargen, steinigen Böden wachsen auch viele Pflanzen.

Totholzhaufen, Steinplatten

Gateway Basel Nord vollzieht diesen Sommer so genannte «ökologische Vorabmassnahmen», um Lebensräume und Vernetzungsachsen für diese Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. «Dazu errichten wir Totholzhaufen, pflanzen Strauchgruppen an, bauen ehemalige Zufahrten zurück, erstellen reptilienfreundliche Strassenrandabschlüsse und legen Steinlinsen und Steinplatten an», teilt Gateway Basel Nord mit. Steinlinsen und Steinplatten nehmen die Sonnenwärme rasch auf und speichern sie lange.

Reptilien, Schmetterlinge und viele andere Tieren nutzen sie gerne, um sich aufzuwärmen. Eine besondere Massnahme ist das Erstellen von 18 Reptilienburgen unter der Bodenoberfläche. Eine Reptilienburg besteht aus eine fünf mal fünf Meter grossen und 1.5 Meter tiefen Bodengrube. Am Grund liegt eine Kiesschicht, damit sich Regenwasser nicht aufstaut. Die Grube ist gefüllt mit Steinbrocken mit einem Durchmesser von 20 bis 40 Zentimeter und grobem Schotterkies. So entstehen im Innern Hohlräume, in die die Reptilien hineinschlüpfen können und geschützt sind.

Der Bau der Burgen beginnt am 26. Mai und dauert rund drei Wochen, wie Claudia Bracher Wolfensberger, Sprecherin von Gateway Basel Nord, ausführt. Eine Reptilienburg ist Rückzugsort, Tages- und Nachtversteck, Ruhe­platz, Sonnenplatz, Nahrungs- und Frassplatz, Paarungsplatz, Eiablegeplatz, Tummelplatz für Juvenile und Überwinterungsplatz für die hier lebenden Schlingnattern und Mauereidechsen.

Das schöne Leben bleibt
Was ist, wenn mal gebaut wird für den neuen Hafenterminal? Ist es dann vorbei mit dem schönen Leben für die Reptilien und die anderen Tiere und Pflanzen? «Nein», sagt Bracher. «Der Vernetzungskorridor wird auch später nicht überbaut. Damit wird sichergestellt, dass die  lebensraumvernetzende Funktion des Geländes auch zukünftig aufrecht erhalten wird.»

 

 

Die Wisente haben bald viel mehr Platz

  • Mittwoch, 24 Mai 2017 08:52

Der Erlen-Verein, der den Tierpark Lange Erlen betreibt und unterhält, beginnt im Sommer mit den Bauarbeiten zur Erweiterung der Wisent-Anlage. Für 1,1 Millionen Franken wird die Anlage mit einem neuen Aussenzaun und neuen Toren in Richtung Wiese erweitert. So steht dem europäische Bison künftig fast dreimal so viel Platz zur Verfügung wie heute. Für das Projekt seien bereits 750 000 Franken vorhanden; der Verein sei zuversichtlich, den Restbetrag bis Ende 2017 beisammen zu haben, sagte Geschäftsführer Edwin «Ede» Tschopp bei einem Medienrundgang.

Zahlreiche Jungtiere

18 Storchenpaare brüten derzeit im Tierpark Lange Erlen. Inwieweit die Kälte und der starke Regen im Mai den Jungtieren zugesetzt hat, sei schwierig zu beurteilen, meinte der Tierparkleiter Bruno Ris: «Die nächsten Wochen sind entscheidend.» Bei den Diepholzer Gänsen, den Walliser Landschafen, den Wollschweinen, den Dreifarben-Kleinschecken (Kaninchen) sind Jungtiere zu bewundern; ein Junges gibt es auch bei den Kapuziner­affen. Ebenfalls Nachwuchs haben die Schwarzschwäne. Doch bei ihnen ist die Freude getrübt: Weil der Vater der drei Jungen vom Fuchs gerissen wurde, muss die Mutter das Trio alleine aufziehen.

Kräftig gewühlt wird momentan in der Wildschweinanlage – nicht von Wildschweinen, sondern von einem Bagger. Mit der Maschine werden Liegeplätze aus Holzschnitzeln angelegt und Baumwurzeln zu ihrem Schutz mit Steinen eingefasst. Wie Ris erklärte, sollte an Pfingsten der Umbau fertig sein, dann kommt eine neue Wildschweingruppe in die Anlage. Saniert wurden zudem die Hühnerhäuser und die Volièren links vom Kiosk. Und der Sitzplatz vor dem Kiosk hat ein neues Sonnensegel erhalten. Ferner gibt es im Tierpark neu drei mittelgrosse Bienenhotels; eine Wildbienenwand mit Weiher wurde neben der Kinderautobahn installiert.

Spielplatz für 2,9 Millionen 
Neben dem Restaurant Lange Erlen ist der neue Spielplatz im Bau. Das 2,9-Millionen-Projekt steht unter dem Motto «Spielaue». Vorgesehen sind Spielgeräte in Gestalt von Nestern in den Bäumen und Ameisenhaufen aus Holz; auch ein zwölf Meter hoher Storchenturm wird erstellt. Der Spielplatz soll im Spätherbst fertig sein; die Eröffnung wird im Frühling 2018 gefeiert. Der Spielplatz werde für die Kinder eine Art Eingangstor zum Tierpark sein, sagte Carlos Methner, Präsident des Erlenvereins. «Die Kinder von heute sind die Mitglieder von morgen.»

www.erlen-verein.ch

Vor zwei Jahren fand die erste Grundsteinlegung auf Erlenmatt Ost statt. Zwischenzeitlich befinden sich neun Häuser mit diversen Bauherrschaften in unterschiedlichen Projektphasen. Das erste Haus unter der Bauherrschaft der Stiftung Habitat wurde am 20. Mai mit einem Tag der offenen Türe eingeweiht.

Ein soziales Unternehmen... 

Das Haus steht an der Signalstrasse 23 und 25. Es wurde so entwickelt, dass der Lärm an der Signalstrasse wirkungsvoll abgefangen und gleichzeitig eine wohnliche Atmosphäre geschaffen wird. Ein Mieter ist das soziale Unternehmen Abilia: Es stellt auf der Erlenmatt Wohngruppenplätze für Menschen mit einer Behinderung, diverse Beschäftigungsräume, eine Beschäftigungsküche und -lingerie zur Verfügung. Abilia bietet auch Dienstleistungen im Bereich Recycling und Arealpflege an, damit die eingeschränkten Menschen eine sinnvolle Arbeit leisten können.

... und eine Kindertagesstätte

Im ersten Haus ist auch die Kindertagesstätte Bläsi­stift untergebracht, die bereits an einem anderen Standort auf der Erlenmatt präsent ist. In der Krippe ist die Unterbringung von vier weiteren Gruppen mit rund 40 Kindern vorgesehen. Nebst den beiden Institutionen wurden zwölf Wohnungen für Menschen mit ganz unterschiedlichen Wohnbedürfnissen erstellt. Ziel ist, dass möglichst alle Generationen im Gebäude vertreten sind. Zusätzlich ist eine Gewerbefläche für Büros oder Dienstleistungen vorgesehen. Der Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss ist auf etwa 70 Personen ausgerichtet und steht allen Mietparteien zur Verfügung.

Nachhaltig und ökologisch

Auf dem Areal Erlenmatt Ost entsteht ein Stadtteil nach den Zielsetzungen der 2000-Watt-Gesellschaft. Das Nachhaltigkeitskonzept ist zukunftsgerichtet und berücksichtigt eine ökologische Bauweise, eine Einschränkung der grauen Energie und des Flächenverbrauchs, die Eigenstromversorgung mittels einer eigenen Energiezentrale usw. Das Nachhaltigkeitskonzept gilt für alle Bauherrschaften. Noch dieses Jahr ist die Fertigstellung der Häuser der SOWAG (AG für sozialen Wohnungsbau) und der gemeinnützigen Genossenschaften Erlenflex und Zimmerfrei am Goldbachweg geplant.

Nächstes Jahr wird ein weiteres Haus mit Mietwohnungen und einem Doppelkindergarten unter der Bauherrschaft der Stiftung Habitat fertig. Studierende können sich ebenfalls auf das nächste Jahr und auf die Eröffnung eines Studierendenhauses freuen. Beide Häuser befinden sich an der Signalstrasse. Die Stiftung Abendrot wird in den nächsten Wochen mit den Bauarbeiten für zwei Gebäude am Goldbachweg starten. Bis Ende 2018 werden Mietwohnungen, Wohngruppen des Vereins Mobile, ein Café und eine Velowerkstatt entstehen.

Das Silogebäude von 1912 bleibt erhalten. Darin werden bis ins erste Halbjahr 2019 eine Herberge, eine Gastronomie, ein offener Salon sowie Atelier und Projekträume realisiert. Die Genossenschaft coopération d’ateliers will ihr Haus an der Signalstrasse im ersten Halbjahr 2019 fertigstellen. Bis Mitte 2019 wird die erste Phase beendet sein und es entsteht Wohnraum für über 500 Bewohner/-innen in über 200 Wohnungen mit unterschiedlichen Bauherrschaften.

 

 

Der Kleinbasler Balz Herter wurde am 22. Mai zum neuen Präsidenten der CVP Basel-Stadt gewählt. «Die CVP hat die Talsohle erreicht», sagt der 33-jährige Betriebswirtschafter. Er setzt sich zum Ziel, den verlorenen Nationalratssitz zurückzuerobern und auch im Grossen Rat einen Sitz zu gewinnen. Herter arbeitet bei der Roche als Verantwortlicher für lokale Produktions- und Verpackungsstandorte in Osteuropa, im mittleren Osten und in Afrika. Er ist in festen Händen und wohnt an der Feldbergstrasse.

 

Mit dem Slogan «Das Leben ist hart, wählen Sie Herter» sind Sie letzten Herbst in den Grossratswahlkampf gestiegen und wurden dann auch gewählt. Nun folgte die Wahl als Präsident der CVP Basel-Stadt. Wird jetzt die CVP-Politik also härter?

Balz Herter: Es wird nicht härter, es wird Herter (lacht). Ich werde sicher neuen Wind hinein bringen und die Strukturen der Partei vereinfachen. Ich sehe mich als Botschafter der CVP und möchte die Partei wieder auf Vordermann bringen. 

 

Die CVP leidet an Wählerschwund, der Wähleranteil liegt noch bei knapp sieben Prozent. Man weiss nicht so recht, wo die CVP genau steht – links, in der Mitte oder rechts. Was wollen Sie dagegen tun?

Momentan fehlt es am klaren Profil, weil wir uns in den letzten Jahren zu wenig deutlich zu unseren Kernthemen geäussert haben. Ich werde daran arbeiten, dass wir wieder vermehrt wahrgenommen werden und in den Medien zu allen wichtigen Fragen Stellung beziehen wird.

 

Wie wollen Sie das anstellen?

Indem ich direkt hinstehe und meine dezidierte Meinung sage. Ich bin mir bewusst, dass dies nicht überall auf Gegenliebe stossen könnte.

 

Tatsächlich ist Ihr Stil direkt und deutlich. «So geht es nicht», erklärten Sie einer Tageszeitung.

Das war ein Seitenhieb an Sibel Arslan, Basler Nationalrätin vom Grünen Bündnis. Meiner Meinung nach haben wir in Bern keine richtige Vertretung und finden deshalb wenig Gehör, wenn es darum geht, Bundesgelder für Basel oder die Region zu erhalten. Deshalb brauchen wir in Bern Personen mit einer Aussenwirkung, die Sibel Arslan nun einmal nicht hat. 

 

Wenn man das hört, wird man das Gefühl nicht los, Sie möchten selber Nationalrat werden.

Höchstwahrscheinlich werde ich mich bei den nächsten Wahlen zur Verfügung stellen. Ziel ist, den an das Grüne Bündnis verlorenen Nationalratssitz zurückzuholen.

 

Ein weiteres Ziel wäre ein Sitz in der Basler Regierung.

Ich könnte mir dieses Amt in einigen Jahren sehr gut vorstellen.

 

Die CVP hatte es immer ein wenig schwer in Basel-Stadt, weil hier die klassische katholische Wählerschaft fehlt. Gilt das heute immer noch?

Viele unserer älteren Mitglieder und Wähler stammen tatsächlich aus katholischen Kreisen. Bei den Jungen gilt das weniger. Wir sind offen für alle, haben Mitglieder aus diversen Religionen, aber auch Atheisten. Ich zum Beispiel bin Mitglied der reformierten Kirche. Das C im Parteinamen steht für Werte wie Nächstenliebe, für einander Dasein und Humanismus. Ich bin sehr wirtschaftsfreundlich und liberal, aber gleichzeitig habe ich eine soziale Ader und unterstützte zum Beispiel Tagesstrukturen.

 

Die Frage, wo die CVP steht, ist damit noch nicht ganz beantwortet.

Wir stehen in der Mitte. In wirtschaftlichen Fragen sind wir oft einig mit der FDP und der LDP, in sozialpolitischen Fragen stimmen wir oft mit den Linken. Anders gesagt: Im Gegensatz zur FDP und zur LDP unterstützen wir soziale Projekte, aber nur, wenn sie nicht nach dem Giesskannenprinzip erfolgen.  

 

Wie wichtig ist Ihnen das Kleinbasel? 

Sehr wichtig. In bin im Kleinbasel aufgewachsen und wohne heute an der Feldbergstrasse. Wenn es dem Kleinbasel nützt, unterstütze ich auch Vorstösse von anderen Parteien. Als Mitglied einer Kleinbasler Stammclique und als Vorgesetzer der E. Gesellschaft zum Greifen setze ich mich auch für Traditionen ein.

 

Wo sehen Sie die grössten Probleme im Kleinbasel?

Der illegal deponierte Abfall, der überall herumliegt, stört mich sehr. Ein Ärgernis ist auch der hohe Parkierdruck im Quartier. Immer wieder werden Parkplätze aufgehoben, um Begegnungszonen einzurichten. Gewisse Begegnungszonen bringen nichts, dort sehe ich nie ein Kind spielen. Dass die Regierung nicht sagen kann, wie viele Parkplätze es gibt, zeugt nicht von grosser Stärke. Zudem brauchen wir ­weniger unsinnige Vorschriften und Einschränkungen für das Gewerbe.

 

Man fragt sich, wie Sie das alles bewältigen. Ihren Beruf, das Grossratsmandat, das Privatleben – und jetzt auch noch das CVP-Präsidium.

Ich werde sicher mehr gefordert sein. Mein Ziel ist aber, die Sitzungen effizienter und kürzer zu gestalten. Die grosse Politik findet ohnehin im Grossen Rat statt.  Deshalb muss ein Parteipräsident auch im Parlament sitzen.