Donnerstag, September 21, 2017

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Kleinbasel

Neun Affen musizieren im Kleinbasler Museum

  • Mittwoch, 20 September 2017 09:11

Es ist ein einzigartiges Stück, das neu im Museum «Wunderwelt der mechanischen Musik» im Kleinbasel steht. Die über 150-jährige Musikorgel zeigt neun beweglichen Affen, die in einem mit Teppichboden, Vorhängen und Spiegeln reich geschmückten Zimmer Musik spielen. Die Täfelung ist handbemalt, jeder Affe ist stilgerecht gekleidet. Das Orchester befindet sich in einem 1,8 Meter hohen und einem Meter breiten Schrank aus Rosenholz. Betätigt wird die Orgel über eine Kurbel auf der Rückseite. Im Interview erzählt Peter Rohrer (Bild), Stiftungsratspräsident der «Wunderwelt der mechanischen Musik», über das Prunkstück.

 

Vogel Gryff: Herr Rohrer, wie ist das Affenorchester ins Kleinbasel gekommen?

Peter Rohrer: So was ist schwer zu finden, in dieser Ausführung ist es ein Unikat. Ich bin zufällig darauf gestossen. Das Affenorchester war auf einer Auktion in England ausgeschrieben. In Zusammenarbeit mit den Stiftungsräten habe ich recherchiert und herausgefunden, dass dies ein ganz spezielles Stück ist. Es stammt etwa von 1850 und war wahrscheinlich ein Spezialauftrag einer Privatperson. An der Auk­tion waren wir zum Glück der einzige Bieter, haben das erste Angebot um 1000 Franken überboten und so den Zuschlag erhalten.

 

Haben Sie es unbedingt gewollt?

Wir haben 26 000 Franken bezahlt, mehr wäre aber nicht möglich gewesen, denn wir müssen Rechenschaft ablegen gegenüber unserer Stiftung und unserem Gönnerverein. Zusammen mit den Restaurierungskosten haben wir 40 000 Franken in das Projekt investiert. Wir bedanken uns bei allen, die uns dabei unterstützt haben.

 

Was fasziniert Sie an dieser Orgel?

Sämtliche Figuren haben noch ihre Originalkleider aus reinster Seide an. Und schauen Sie mal die filigranen Dinge an – und die verschiedenen Hüte, welche die Affen tragen. Haben Sie gesehen, dass die Affen beim Musizieren auch ihre Münder, ihre Augen und Köpfe bewegen? Im Affenorchester sind 43 verschiedene Bewegungen möglich. Es ist eine wahnsinnig schöne Musikorgel, auf der sich 24 verschiedene Stücke spielen lassen.

 

Was ist so aufwändig daran?

Einige Figuren bewegen sich perfekt, andere weniger gut. Um die richtige Bewegung sicherzustellen, müssen einige Federn ersetzt werden. Das sind Spezialanfertigungen. Der Orgelteil, mit 49 Tönen sehr gut ausgestattet, wurde von einem Orgelbauer bereits restauriert.

 

Was bringt das Affenorchester dem Museum?

Meiner Meinung nach ist es eine klare Bereicherung, ja es ist sogar der absolute Höhepunkt unserer Ausstellung. Unser Museum zeigt rund 80 verschiedene Objekte von der Drehorgel bis zum Musikkasten. Auf unseren Führungen zeigen wir auch, wie die Instrumente funktionieren. Unsere Besucherinnen und Besucher hören Drehorgelmusik – gespielt auf historischen Originalinstrumenten; das älteste davon datiert aus dem Jahr 1760. Im Museum erlebt man die Faszination einer Technik, die mit erstaunlicher Präzision Pfeifen, Zungen, Saiten, Trommeln, Glocken und Tschinellen zum Klingen bringt.

 

Wunderwelt der mechanischen Musik

Claragraben 37, Basel

www.museumbasel.ch

Besichtigung mit Führung nach telefonischer Voranmeldung: Tel 078 683 48 95

 

 

 

 

 

 

 

 

 

«Klara 13» eröffnet Bar und neun Restaurants

  • Mittwoch, 13 September 2017 13:44

Wo früher billige Kleider verkauft wurden, buhlen jetzt Gastronomen um ihre Kundschaft. «Klara 13» heisst das neue Gastronomieangebot an der Clarastrasse 13. Zentrales Element der 800 Quadrameter grossen Halle ist eine Bar, umgeben von neun Restaurants.  Im «Oko’s» gibt es japanische Spezialiäten, «Bug a Thai» bietet thailändische Küche und Produkte mit Insekten an, «Afrolicious» wartet mit feinen Speisen aus Äthio­pien und dem Senegal auf, und bei «La Manufacture» gibt es Burger.  Dazu gesellt sich das «Damas» mit orientalischen und arabischen Speisen, das «Acento Argentino» mit Spezialitäten aus Argentinien und «Mexis» tischt mexikanische Speisen auf. Insgesamt 300 Gäste finden auf der neuen Gastrofläche Platz.

Zeitgemässe Verpflegung

«Klara 13» sei vom starken Charakter des Viertels geprägt, nutze die Vielfältigkeit Kleinbasels und verleihe der Clarastrasse neuen Glanz, sagt Pascal Biedermann,  Verwaltungsratspräsident der Klara 13 AG. Die Food-Halle biete eine Plattform für etablierte Gastronomen und Jungunternehmer, die Wert auf authentische und regionale Produktion legen, erklärt Biedermann. «Aus einer Vielzahl von Bewerbungen wurden Küchen ausgewählt, die eine vielseitige und zeitgemässe Verpflegung anbieten.» Dabei sei es ein Anliegen gewesen, kulinarische Köstlichkeiten aus fast jeder Ecke der Welt zu präsentieren.

Ueli Bier ist dabei 

Aber auch regionale Produkte kommen nicht zu kurz, wie Biedermann unterstreicht. Die hauseigene Bar mitten in der Halle serviert guten Kaffee und ein Sortiment an Getränken von lokalen Produzenten und Anbietern. Zum Zug kommt auch die Kleinbasler Brauerei Fischerstube, wie Geschäftsführerin Anita Treml Nidecker ausführt. Gezapft werde nicht nur Ueli Bier aus dem Kleinbasel, sondern auch Einsiedler Bier von der Brauerei Rosengarten. «Dass sich zwei Brauereien im neuen Gastrobetrieb engagieren und zusammenarbeiten, dürfte ebenso einmalig wie wegweisend sein», meint Treml.  Klara 13 bietet auch Platz für ein breites Kulturprogramm: Während des Festivals «Cultur–e­scapes», das dieses Jahr Griechenland gewidmet ist, wird ein Koch aus Griechenland das Festival kulinarisch begleiten. Weitere kulturelle Veranstaltungen folgen, wie Biedermann ankündigt.

Ressourcen gebündelt

Vor einem Jahr haben Denkstatt sàrl, Hinterhof AG und Markthallen AG Basel ihre Ressourcen in einen Topf geworfen, um an der Clarastrasse 13 ein neues Gastrokonzept zu lancieren. Nach einem Jahr Planung, Umbau, Aufbau, Schweiss und Hämmern öffnet «Klara 13» die Türen am Freitag, den 15. September, um 19 Uhr. Die Bar ist sieben Tage pro Woche ab 9 Uhr bis Mitternacht bedient (am Wochenende bis 2 Uhr). Die Küchen kochen von 11 bis 15 und von 18 bis 23 Uhr (Montag und Dienstag bis 22 Uhr). 

Basler Polizei jagt Velo fahrende Promillesünder

  • Mittwoch, 13 September 2017 13:33

Einige Velofahrer rieben sich verwundert die Augen, als sie am 5. September kurz vor 17 Uhr gebeten wurden, ins Röhrchen zu blasen. Die Kontrolle fand unter der Schwarzwaldbrücke statt, auf der Kleinbasler Seite der Velobrücke über den Rhein. «Das ist völlig übertrieben. Ich habe das Gefühl, solche Kontrollen nehmen zu», sagte ein passionierter Velofahrer zum «Vogel Gryff». Tatsächlich sei ihm in letzter Zeit öfter von solchen Kontrollen berichtet worden, sagt Roland Chrétien, Geschäftsführer von Pro Velo beider Basel.

Ist das verhältnismässig?

Sind Alkoholkontrollen bei Velofahrern verhältnismässig, hat die Polizei nichts anderes zu tun?, fragt man sich allenthalben. «Kontrollen gehören natürlich zur Arbeit der Polizei. Wichtig ist aber, dass differenziert wird zwischen Velo- und Motofahrzeug-Nutzung», unterstreicht Chrétien. Beim Velo sei die Fremdgefährdung sehr viel geringer. «Daher sollten Autofahrende viel häufiger kontrolliert werden als Velofahrende.»

Zur Häufigkeit der Kontrollen kann die Polizei keine Angaben machen. «Eine entsprechende Statistik wird nicht geführt», sagt Toprak Yerguz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements Basel-Stadt (JSD). Bei Kontrollen der Fahrfähigkeit werde im Vergleich zu früher aber verstärkt auf Velofahrer geachtet. «Grundsätzlich sollte jeder angehaltene Fahrzeuglenkende zu jeder Tageszeit mit einem Atem­alkoholtest rechnen», sagt Yerguz. Alkoholkontrollen würden gemacht, um die Fahrfähigkeit zu prüfen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen, was zu den gesetzlichen Grundaufgaben der Polizei gehöre.

Gleich wie beim Auto 

Ziel sei auch, den Velofahrerinnen und Velofahrern bewusst zu machen, dass für sie die gleichen Promillegrenzwerte gelten wie für den Motorfahrzeugverkehr. Beat Leuthardt, Grossrat beim Grünen Bündnis, zweifelt die Verhältnismässigkeit solcher Kontrollen an. «Verhältnismässig wären Kontrollen betreffend zu schnellen und rücksichtslosen Fahrens.» Das habe nichts mit Alkohol zu tun, sondern mit dem Wunsch nach «Vorwärtskommen» zulasten der übrigen Verkehrsteilnehmer, insbesondere an Zebrastreifen.

Geringere Gefährdung 

Ähnlich sieht dies SP-Grossrätin Kerstin Wenk: «Ich habe mich sehr über diese Kontrolle gewundert und finde sie unterverhältnismässig.» Harald Friedl, Grossrat und Präsident der Grünen Basel-Stadt, betont, grundsätzlich sollten Verkehrsübertretungen von Velofahrern ebenso wie bei Automobilisten geahndet werden. Die Polizei sollte aber «das geringere Gefährdungspotenzial von Velofahrenden berücksichtigen». 

Deutlich fällt die Meinung von Grossrat Felix Eymann (LDP) aus: «Es ist endlich an der Zeit, dass die grossmehrheitlich rechtsbrechende Velozunft kontrolliert wird.» Fast sämtliche Verkehrsregeln würden von Velofahrern mit Füssen getreten, und die Polizei schaue weg, sagt Eymann. Es sei einfacher, Parkbussen zu verteilen als «Velorüpeln» nachzustellen und sie zur Rechenschaft zu ziehen.

Daniel Seiler, Präsident der FDP Kleinbasel, hat sich von JSD-Vorsteher Baschi Dürr versichern lassen, dass solche Kontrollen nicht zu den Schwerpunktthemen der Polizei gehören. Seiler verweist auf das Bundesprogramm «Via sicura» mit dem Ziel, die Zahl der Todesopfer und Verletzten auf den Strassen zu reduzieren. «Die dafür ergriffenen Massnahmen scheinen erfolgreich zu sein, die Anzahl Umfälle geht seit Jahren zurück.» In Basel hätten die Velounfälle zumindest im Jahr 2016 abgenommen. Wenn Alkoholkontrollen dazu beitragen, sei das wohl gesellschaftlich breit abgestützt. «Als freiheitlicher Geist gehen mir persönlich solche Kontrollen aber zu weit», sagt Seiler.

Ein Velofahrer mit 0,6 Promille

Bei der angesprochenen Kontrolle unter der Schwarzwaldbrücke wurden übrigens 170 Zwei­radlenker kontrolliert, wie JSD-Sprecher Yerguz präzisiert. Eine Person wies eine Atemalkoholkonzentration von 0,32 mg/l auf – was 0,6 Promille entspricht – und wurde wegen Fahrens in angetrunkenem Zustands verzeigt. «Velofahrer, die einen höheren Alkohol als gesetzlich zugelassen aufweisen, müssen mit einem Strafbefehl rechnen», sagt Yerguz.

500 Franken bei 0,5 Promille 

Einen direkten Einfluss auf den Autofahrausweis hat dies nicht, jedoch müssen Velofahrer mit einer hohen Busse rechnen, wie eine Analyse der bz Basel zeigt. Bei 0,5 Promille wurden Bussen von 500 Franken fällig, bei 0,8 Promille kostete es 600 Franken.

Gemäss Yerguz droht bei einem Atemalkoholgehalt über 0.8 mg/l (1,6 Promille) eine Fahrfähigkeitsabklärung, die zu einem Entzug des Führerausweises führen kann.

Roland Chrétien von der Pro Velo beider Basel schlägt vor, eine Differenzierung der Promillegrenze nach Fahrzeugtyp zu prüfen. Als Beispiel nennt er Deutschland, wo Velofahren bei 0,8 oder gar 1,1 Promille ungebüsst bleibt. 

 

 

Beschle eröffnet Café in der Clarastrasse

  • Mittwoch, 30 August 2017 15:05

An der Clarastrasse herrscht Aufbruchstimmung. Schon länger ist bekannt, dass mit dem Projekt «Klara 13» im Herbst eine Art Markthalle eröffnet wird (der «Vogel Gryff» hat mehrmals berichtet). Jetzt setzt auch die Confiserie Beschle, ein Familienbetrieb mit 119-jähriger Geschichte, auf den Standort Clarastrasse. An der Nummer 4 eröffnet die Basler Confiserie Ende Oktober ein Café mit 40 Plätzen, wie Geschäfts­führer Dominic Beschle dem «Vogel Gryff» bestätigt. 

Verkauf und Produktion

Wie das Lokal genau aussieht, kann er noch nicht sagen. «Wir sind daran, ein neues Konzept zu entwickeln.» Auf jeden Fall soll der Standort Clarastrasse noch frischer, heller und moderner daherkommen als die übrigen vier Standorte der Confiserie Beschle an der Aeschenvorstadt, der Centralbahnstrasse, der Streitgasse und der St. Jakobs-Strasse. Im Kleinbasel verkauft Beschle aber nicht nur, sondern produziert auch. An der Clara­strasse 4 läuft bereits die Herstellung von Pralinen, Backwaren und Feingebäck, Schokolade und Konfekt, Cocktails sowie Torten und Patisserie. «Hier arbeiten 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter», erläutert Dominic Beschle, der das Unternehmen in der vierten Generation leitet. Dass die Firma ins Kleinbasel gezogen ist, sei auch etwas Zufall, fährt Beschle fort. «Wir haben geeignete Räumlichkeiten gesucht – und diese im Kleinbasel gefunden.» An der Clarastrasse sieht er durchaus Entwicklungspotenzial – vor allem durch neue Gastronomieangebote wie die erwähnte «Klara 13».

 

www.beschle.ch